Frage von Miyuki3112, 37

Zu schnelles Erzähltempo bei einem Roman?

Hallo, ich scheibe zurzeit an einem eigenen Roman (oder versuche es jedenfalls), aber was mir Sorgen macht, ist mein Erzähltempo. Woran erkenne ich, ob ich eine Szene zu sehr/zu wenig ausgeführt habe?

Manchmal vergleiche ich, wie viele Seiten andere Autoren im Gegensatz zu mir für z.B. eine Kampfszene gebraucht haben, aber auf die Dauer hilft das nicht weiter....

Freue mich über Antworten!

Antwort
von lillian92, 10

Das eine Erzähltempo gibt es meiner Ansicht nach nicht, denn hier gibt es seitens der Leser sehr unterschiedliche Präferenzen. Ich bevorzuge beim Lesen zum Beispiel rasantere Erzählungen gegenüber solchen, die sich zu sehr auf das Innenleben der Charaktere konzentrieren, während andere vielleicht genau dieses Innenleben oder den Detailreichtum anderer Erzählungen mögen. Für mich ein gutes Beispiel: GRR Martin und Tolkien packen ihre Erzählungen voll mit Details und Hintergrundgeschichten. Beides sehr beliebte Autoren, für mich persönlich aber absolut ungeeignet, weil sich die Erzählung für meinen Geschmack zu sehr zieht.

Klammere dich also nicht zu sehr daran, was andere machen, sondern finde dein eigenes Tempo und deinen eigenen Stil – und stell dich darauf ein, dass der erste Versuch immer schrecklich sein wird (selbst bei den großen Autorenkönigen). Das hat Hemmingway schon gesagt.

Schreib einfach mal, wie es dir passt. Dann überarbeite es und lass es von Betalesern durchlesen und/oder stell einzelne Szenen mal probeweise auf entsprechende Plattformen und hol dir Kritik. Durch das Feedback weißt du dann schnell, was und wo du noch nachbessern, erweitern oder streichen musst ;)

Ich persönlich versuche mich beim ersten Entwurf immer darauf zu konzentrieren, dass ein Grundgerüst für die Geschichte entsteht, das ich dann beim Überarbeiten verfeinern und ausschmücken kann.

Wenn du willst, kann ich dir persönlich auch gerne Feedback zu ein paar Ausschnitten geben, aber zieh in Betracht, dass das auch nur eine Meinung ist.

Antwort
von derbohrer13, 18

Ich würde eine Szene im Zweifelsfall zu ausführlich schreiben und wenn du es dir dann noch einmal durchliest und du merkst dass es schlecht ist, dann streich nochmal ein paar Sätze.

Wenn ich Geschichten schreibe, mache ich es meistens so, dass ich einzelne Szenen sehr ausführlich schreibe und wenn ich es mir dann eine Woche später noch einmal durchlese, merke ich oft, dass es zu ausführlich war (bzw. nicht ausführlich genug).

Oft frage ich auch Freunde und die sagen mir dann ehrlich, dass es total schlecht ist und dann schreib ich nochmal alles neu.

Meistens ist es so, dass du es direkt nach dem Schreiben perfekt findest, aber wenn du es dir dann später noch mal durchliest, klingt es total schlecht. Außerdem musst du dein eigenes Tempo finden. Bei manchen Kampfszenen muss es ausführlich sein, bei manchen kann man es auch kurz fassen. Letztenendes musst du für dich entscheiden wie es dir gefällt, da hat jeder eine andere Meinung.

Kommentar von Miyuki3112 ,

Dankeschön,  dass hat mir sehr geholfen! ^.^

Antwort
von null815nicname, 11

Ich finde nicht, dass man das pauschal sagen kann. Es hängt ja auch davon ab, welche Wirkung du erzielen willst.

Man kann denke ich schon sagen, dass das Erzähltempo insgesamt in den letzten Jahrzehnten/Jahrhunderten zugenommen hat, man kann einfach mal Den Herrn der Ringe oder die Landschaftsbeschreibungen bei Karl Mai mit Dan Brown vergleichen, da fällt es sehr deutlich auf...

Bei einer rasanten Acionszene kann das Erzähltempo durchaus rasant sein, mit Cliffhangern etc. Wenn du aber zum Beispiel eine romantische Szene beschreibst, kannst du es ruhig länger ziehen und Kleinigkeiten erzählen, auch um quasi "den Moment auszukosten".

Überleg dir, was der Leser fühlen soll, welchen Eindruck er haben soll. Das ist ähnlich wie in Filmen: eine rasante, unruhige Kameraführung erzeugt auch Spannung, während wenige Schwenks eher Ruhe ausstrahlen... Die Kunst besteht darin, alle Details unterzubekommen oder anzudeuten, die die Geschichte vorranbringen, aber die Leser mit nicht zu langweilen.

Trotzdem kann es für eine bestimmte Stimmung sinnvoll sein, mehr oder weniger ins Detail zu gehen. Wenn du quasi in einer "normalen" Geschwindigkeit erzählen möchtest, dann überprüfe, ob du überflüssige Dinge in der Szene hast, lass sie ruhig mal weg.. Oder schreibe auch mal etwas mehr dazu, SInneswahrnehmungen, Umgebung etc. und schau, ob das der Szene mehr Farbe gibt.

Viel Glück :-)

Antwort
von joheipo, 17

Nicht alles nacheinander runterschreiben, sondern retardierende Elemente einfügen: Nebenhandlung, Parallelhandlung usw. Und dann mit "Cliffhangern"  die Spannung erhöhen.

Antwort
von Elleyna, 21

Lasse einfach einen Freund / Freundin mal drüberlesen , oft kann man dies selbst nicht so gut beurteilen. Er / Sie wird dir schon sagen ob die Szene schlüssig ausgebaut ist :)

Lg Elli

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