Frage von warmoderkalt, 124

Zimmer in einer Privatvermietung und nun gibt man uns keine Quittung, Buchungsbestätigung, ist das Rechtens?

Wir hatten vorm Wochenende auf Ebay-Kleinanzeigen nach einer Unterkunft gesucht und wurden fündig. So, dann angeschrieben und angerufen und es wurde uns gesagt, dass sie ein Zimmer frei hätten. Bei der Ankunft wurde uns alles gezeigt und man schrieb sich von unseren Pässen die Daten ab und kassierte das Geld. Allerdings gab man uns auf Nachfragen keine Quittung. Wir wurden dann stutzig und brachen nach 2 Nächte von abgesprochenen 4 den Aufenthalt ab. Und als wir auscheckten, wollte man den Grund erfahren. Wir gaben an, wir wieder zurück fahren mussten. Aber dann wollten wir unsere 40€ für die restlichen 2 Nächte zurück fordern und bekamen zuhören, dass man uns das Geld nicht mehr wieder gibt. Es sei so gesetzlich festgelegt, meinte man und wir sollten uns an die Verbraucherzentrale wenden. Die hatte aber auf dem Sonntag geschlossen. Und weil wir dann immer noch keine Quittung bekamen, wurde uns dann noch gedroht, wenn wir nicht das Haus verlassen, wollte man den Hund holen. Kann es sein, dass sich die Vermieterin schwarz das Geld dazu verdient? Weil wir hatten nirgendwo eine Unterschrift gemacht und sollten nur zahlen und das wars. Was uns noch komisch vorkam war, dass die Zimmerlampe abgemacht wurde, weil angeblich ein Wasserschaden gewesen war und die Badewanne als Defekt gelten sollte, aber der andere Gast wie wir hören konnten darin baden konnte. Im Waschbecken floss das Wasser auch nicht gleich ab und uns wurde schon im Vorfeld gesagt, dass der Monteur am Dienst käme und wir uns darauf einstellen sollten, nicht dass er noch wegen uns warten müsse. Sie hat uns regelrecht raus geschmissen und als wir 3 oder 4 mal nochmal geklingelt hatten, und auch angerufen haben, ging sie nicht ran und machte auch keine Anstalten uns nochmal die Tür zu öffnen. Das war in Magdeburg.

Antwort
von Genesis82, 86

Ihr habt einen Mietvertrag geschlossen und bar bezahlt. Wenn ihr vor Beendigung des Mietvertrags wieder abreist, dann ist das eure Privatvergnügen, kann aber nicht dem Vermieter angelastet werden. Er hat fest mit der Vermietung für 4 Tage gerechnet und wird spontan keinen neuen Gast finden. Ihm steht tatsächlich der volle vereinbarte Preis zu.Die Mängel wurden euch wie du schreibst schon vorher genannt, so dass auch das keinen Grund zur Mietpreiserstattung darstellt.

Eine Quittung muss auch nicht ausgestellt werden, wenn es sich um eine private Vermietung handelt, es wäre jedoch für den Vermieter keine große Sache gewesen, eine Quittung auszustellen. Hier gleich eine Vermietung am Finanzamt zu unterstellen halte ich für falsch, auch wenn das natürlich durchaus möglich ist.

Eine Buchungsbestätigung stellen viele private Vermieter von Ferienwohnungen zwar aus, da man aber rechtlich nichts gebucht hat sondern einen Mietvertrag abgeschlossen hat ist eine Bestätigung nicht erforderlich - macht es bei Unstimmigkeiten aber natürlich deutlich leichter.

Auch ist es nicht notwendig, dass ihr irgendwas unterschreiben müsst, der Mietvertrag ist auch mündlich gültig und wurde spätestens durch Zahlung und "Einzug" in die Wohnung von euch auch akzeptiert.

Ich sehe den Vermieter hier rechtlich - was den Vertrag mit euch angeht - auf der sicheren Seite, auch wenn er sich im Sinne der Zufriedenheit seiner Gäste anders verhalten sollte.

Kommentar von warmoderkalt ,

Es wurde nur geschrieben, dass es in Ordnung geht, wenn wir fragen, ob von dann bis dann das Zimmer frei wäre.
Bei der Ankunft wurden nur unsere Personalien aufgeschrieben (vom Perso abgeschaut) und das Geld in Bar bezahlt und nichts weiter. Sie kann ja behaupten, dass ich nicht mal Geld bezahlt hätte.


Und warum hat sie uns dann mit dem Hund gedroht?
ist das etwa auch Rechtens, nur weil ich angefangen habe zu diskutieren???? Kann ja wohl nicht mehr wahr sein. Armes Deutschland.

Kommentar von Genesis82 ,

Ich schrieb doch, dass sie vertraglich gesehen auf der rechtlich sicheren Seite sind - also was deine Forderung nach Rückgabe des Geldes betrifft. Die Sache mit dem Hund kann ich nicht beurteilen, weil ich nicht dabei war. Ich kann also nichts dazu sagen, ob und wie die Diskussion aus dem Ruder gelaufen ist und der Hund nun eine Drohung oder womöglich eine Verteidigung war. Menschlich korrekt war es jedenfalls nicht.

Antwort
von priesterlein, 82

Ja, das war Schwarzarbeit, an der Steuer vorbei, asoziales Gesocks vom Feinsten. Deren Argument wegen der gesetzlichen Festlegung haben die sich selber ausgedacht: So etwas gibt es bei Schwarzvermietungen und Abzocken nicht. Dass sie mehrere Gäste hatten, lässt darauf schließen, dass das keine einmalige Sache war.

Kommentar von warmoderkalt ,

Wir haben sie nochmal angeschrieben und keine Antwort erhalten, bzw bei Whatsapp hat sie mich blockiert. Das sagt alles aus.
Soll ich sie Anzeigen?
Immerhin hatte ich ja auch gleich noch vor der Haustür die Polizei angerufen und fast wäre ein Streifenwagen gekommen. Man mahnte uns aber vor oder belehrte uns, falls wir lügen sollten, dass wir dann die Kosten für den Einsatz zu tragen hätten.

Kommentar von priesterlein ,

Habt ihr irgendwelche Beweise? Ein Hinweis beim Zoll sollte reichen. Wenn ihr das Geld absetzen wolltet, wäre die Quittung der Beleg gewesen, dass ihr etwas bezahlt habt. Wenn ihr in Bar bezahltet, gibt es praktisch keinen weiteren Beweis für die Zahlung. Für eure Buchhaltung muss dann ein Eigenbeleg reichen.

Ohne Beweise der versprochenen Leistungen lohnt keine Anzeige. Beim Zoll kann ein Hinweis hinterlassen werden, dass dort am Staat vorbei verdient wird. Der kann so etwas gar nicht leiden.

Also die vermutlich wichtigen Punkte: Steuerhinterziehung und Schwarzarbeit.

https://www.lhp-rechtsanwaelte.de/themen/steuerstrafverfahren/steuerhinterziehun...

Wenn ihr einen Schaden einklagen wollt, wäre das dann zivilrechtlich und ob es das wert ist, ist fraglich.

Kommentar von Genesis82 ,

Schwarzarbeit kann es schon alleine deshalb nicht gewesen sein, weil es sich um Einnahmen aus Vermietung handelt. Ob diese beim Finanzamt angegeben werden, kann nur durch eine fehlende Quittung nicht unterstellt werden. Auch nicht alleine wegen der Tatsache, dass auch andere ihre Ferienwohnung "unter der Hand" vermieten.

Und ein Mietvertrag ist einzuhalten, von beiden Seiten. Wenn der Gast meint, früher abzureisen steht ihm keine Erstattung der Miete zu! Es handelt sich um einen Mietvertrag und nicht um einen Beherbungsvertrag.

Kommentar von JMaverick ,

Und selbst bei einem Beherbergungsvertrag ist es äußerst fraglich, ob der Vermieter das Geld zurück erstattet. Auch dort hat eine feste Buchung stattgefunden und muss beglichen werden. Nur wenn weiter verkauft werden kann, wird i.d.R. noch etwas erstattet.

Bei dem kurzen Zeitraum extrem fraglich.

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