Frage von Sonata89, 108

Ziehender Druckschmerz im linken Bauchraum (mittig/unten)?

Hi!

Ich habe eine relativ langwierige Krankheitsgeschichte, was meinen gesamten Verdauungstrakt angeht und eine Sache bereitet mir immer wieder Probleme: Der Darm. Vor ca. 2 1/2 Jahren hatte ich im linken Unterbauch ein komisches Druckgefühl, dass immer stärker wurde. Nach Abtasten vom Arzt vermutete er eine Divertikulitis (Ausstülpung im Darm, die sich entzündet hat) und verschrieb mir Antibiotika. Damit war die Sache schnell erledigt und es ging mir gut. Etwa ein halbes Jahr später hatte ich von JETZT auf gleich ziehende Schmerzen ebenfalls im linken Bauchraum, diesmal aber etwas höher (vorher wirklich ganz unten links) und deutlich prägnanter, als wenn ganz plötzlich ein starker Druck wie bei einer Verstopfung entsteht oder auch vergleichbar mit den Schmerzen einer Blinddarmentzündung. Da es sich anders anfühlte als beim letzten mal, vermutete ich keine Divertikulitis, doch mein Hausarzt meinte, dass dort ja auch der Dickdarm liegt und das dementsprechend auch etwas weiter oben links auftreten kann. Erneut Antibiotika, alles relativ schnell gut danach. Folglich hatte ich hin und wieder (aber selten) leichtes ziehen unten links im Unterbauch, das ich aber jederzeit locker in den Griff bekam, meistens aber gar keine großartigen Beschwerden mehr. Ich habe auch darauf geachtet, viel Vollkornbrot wegen Ballaststoffen etc zu essen. Tja, vergangenen Samstag trat dann von jetzt auf gleich starker Schmerz im linken Bauchraum (wieder eher so mittig-unten) auf, nicht so heftig wie in der zweiten von mir beschriebenen Geschichte, aber eben sehr ähnlich (möglicherweise selbe Stelle?). Beim tiefen einatmen zieht es dort, bei manchen Bewegungen (im Bett drehen z.B.) zieht es dort und beim punktuellen drücken tut es sogar SEHR weh. Wenn ich ganz ruhig sitze und mich nicht bewege, spüre ich "nur" einen permanenten unangenehmen Druck als wenn dort irgendwas drinsteckt oder eben drückt. Letzte Woche hatte ich (vor den Problemen) eine Stuhlprobenuntersuchung, die in diesem Fall ergab, dass meine Pankreas zu wenig Elastase produziert, Normalwert 200, meiner lag bei 170. Keine Ahnung, ob das damit zusammenhängen könnte. Das Medikament Kreon, was diesen Wert ausgleichen soll bekomme ich erst heute. Meine letzte Blutuntersuchung mit den Entzündungswerten (ca. einen Monat her) war komplett unauffällig. Ich habe mir gestern nochmal Blut abnehmen lassen, Werte erst morgen da.

Ich habe seit Samstag (wo die Beschwerden plötzlich auftraten) nicht mehr viel gegessen, nur Zwieback und EXTREM viel Tee (Kamille) getrunken. Außerdem habe ich Samstagabend auch mit Antibiotkum (Cipro Basics 500mg) und Metronidazol AL 400 angefangen. Warum? Weil ich natürlich eine Divertikulitis vermute und hoffte, dass dies Abhilfe schafft. Bis heute ist mein Zustand allerdings unverändert, nicht besser und nicht schlechter. Nun habe ich Angst, dass es diesmal viel schlimmer ist (weswegen es diesmal nicht weg geht) oder das da schon was gerissen/geplatzt ist oder in Zukunft platzt.

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Antwort
von Negreira, 79

Hast Du schon mal einen Gastroenterologen aufgesucht? Du hast soviele Infos gegeben, daß ich das vielleicht überlesen habe. Wurde schon mal eine Darmspiegelung gemacht?
Bei mir wurde ein Morbus Crohn mit Darmverengungen diagnostiziert. Ok, da kommen noch andere Werte dazu, aber nur Antibiotika ohne 100%ige Ursachen zu verordnen schaden mehr, als sie nützen. Sie überdecken ja die Gründe für die Schmerzen. Außerdem sind sie nicht gut für die Nieren.  Kreon nehme ich auch, aber es dauert eine Weile, bis das Mittel auch wirkt. Gute Besserung.

Kommentar von Sonata89 ,

Nein, ich hatte nur im Krankenhaus mal eine Magenspiegelung. Morgen bin ich zum Vorgespräch beim Gastroenterologen, weil ich nächste Woche Donnerstag Magen- und Darmspiegelung habe. Mache mir nur Sorgen, weil ich ja aktuell akute Beschwerden habe.

Dankeschön!

Kommentar von Negreira ,

Ich finde ehrlich gesagt Deinen Arzt unverantwortlich, Dir ständig Antibiotika zu verschreiben und der Sache nicht auf den Grund zu gehen.
Daß man sich mal den Magen verdirbt oder eine Erkältung bekommt, ist ja normal, aber Bauchschmerzen sind ein Warnzeichen, das sehr ernst zu nehmen ist, weil es alles sein kann, von der Blinddarmentzündung über zu starke Regelblutungen (wenn Du weiblich bist) bis hin zum Darmverschluß. Wenn solche Probleme wiederholt auftauchen, hätte er Dich längst überweisen müssen.

Egal, läßt sich jetzt nicht ändern. Du solltest in jedem Fall die Darmspiegelung mitmachen, diese Woche ist ja schon fast um. Glaub mir, mit dem Darm ist nicht zu spaßen, ich habe seit 2005 damit Theater und bin dadurch ziemlich angeschlagen. Ich weiß, wovon ich rede und bin überhaupt kein Mensch, der ständig zum Arzt oder ins Krankenhaus rennt. Allein in den letzten beiden Jahren war ich mindestens 24 mal dort, dann kannst Du Dir vorstellen, wie besch.... es mir manchmal geht.

Bleib jetzt einfach ganz ruhig und warte ab, nimm diese Antitiotika und frag dem Gastroenterologen ein Loch in den Bauch. Irgendeine Ursache muß ja gefunden werden. Falls Du weiblich bist, warst Du beim Gynäkologen? Ich meine, es muß ja nicht gleich auf eine OP hinauslaufen, aber ich würde wenigstens wissen wollen, weshalb es mir bescheiden geht. Mit einer Diagnose kann man umgehen, mit der Ungewißheit nicht. Meld Dich doch mal, wenn Du irgendetwas weißt.

Und nicht vergessen: Zur Spiegelung nächste Woche nicht allein fahren sondern immer fahren lassen. Du bekommst eine Kurznarkose und bist danach ziemlich angeschlagen, wenn auch nicht für lange. Da solltest Du aber kein Risiko eingehen, das man vermeiden kann.

Kommentar von Sonata89 ,

Vielen Dank für den ausführlichen Kommentar! Ich bin männlich, daher fällt der Gynäkologe natürlich nicht an. Ärzte sind leider oft kurz angebunden oder nennen die Lieblingsursache: Stress. Klar spielt die Psyche immer eine Rolle, aber wenn chronisch immer wieder deutlich spürbare Beschwerden auftauchen, will man auch wissen, woran man ist. Deine Geschichte soll auf jeden fall ein Warnzeichen für mich sein, das klingt echt übel...Ich kann das aber absolut nachvollziehen, der ganze Bauchraum ist SO empfindlich und dieser permanente Druck, den man durch diverse Beschwerden spürt, lähmt einen so unfassbar krass...Bei mir scheint der ganze Verdauungstrakt im Eimer zu sein. Diagnostiziert sind z.B. schon eine Speiseröhrenverengung, Reflux (der aber STARK zurückgegangen ist, die letzte Untersuchung zeigte keinerlei Rückfluss mehr, was positiv ist) und eben die Darmgeschiche. Die Ärzte tippen alle auf Divertikulose bzw. Divertikulitis. Dafür spricht, dass die Schmerzen plötzlich einsetzen, aber trotzdem ist der Darm natürlich so eine Geschichte...Da gibt es so viele Möglichkeiten.

Dementsprechend werde ich die Spiegelung natürlich machen und morgen die Blutergebnisse vom Hausarzt abwarten. Ich hoffe und bete, dass man mir danach klipp und klar sagen kann, was los ist und wie man am besten dagegen vorgeht. Allerdings habe ich ein bisschen Angst, weil Spiegelungen im Darm bei Entzündungen ja gefährlich sind und die Gefahr der Perforation besteht. Hoffe mal, dass das nicht passiert bei mir. An sich wünsche ich mir für 2016 nur Gesundheit, ein Gefühl, was einem manchmal fremd wird. Aber Ärzte nehmen einen oft nicht mehr so ernst und dann hängt man da und kommt nicht weiter. Aber wie gesagt, ich hoffe, dass ich die 8 Tage jetzt noch überstehe bis zur Spiegelung und dann Klarheit herrscht.

Vielen lieben Dank für deine Einschätzungen, genau so einen Austausch hatte ich mir erhofft. :)

Kommentar von Negreira ,

Das mit der Gesundheit für 2016 kann ich nur unterstreichen und uns allen wünschen.

Dann fällt also der Gyn. für die Diagnose schon mal flach, ein Problem weniger. Ich habe 2003/2004 40 kg abgenommen, war stolz wie Oskar, habe das aber auf meinen ständigen Streß und die 3 Todesfälle im Familien-und Freundeskreis geschoben. Im August 2004 war ich noch bei meinem Arzt, weil der unbedingt eine Blutuntersuchung machen wollte. Das Ergebnis war, daß ich so gesund sei, wie ein junges Mädchen. Ein knappes Jahr später fing das Theater auch mit Bauchschmerzen links unterhalb des Bauchnabels an, mir war so seltsam schlecht, ich konnte die Sonne nicht mehr vertragen und hatte schlimmen Durchfall. Gegen meine Migräne mußte ich immer Zäpfchen nehmen, weil ich aufgrund der Übelkeit nichts bei mir behalten habe, also habe ich das auf die Medis geschoben. Nachdem es aber über ein Jahr anhielt und der Durchfall so schlimm war, daß ich meinen Urlaub sogar abbrechen mußte, bin ich wieder zum Arzt. Der hat mich sofort zu einem Internisten geschickt, der ohne Untersuchung sofort ene Gastroskopie angeordnet hat.

Als ich dann bei diesem Spezialisten war, bekam ich nach der Untersuchung ganz lapidar die Antwort, ich sollte mich mal im Internet schlau machen, wenn er mir die Diagnose sagen würde, würde ich die nie wieder los. Patsch, habe ich gedacht, Darmkrebs! An so Dinge wie Morbus Crohn habe ich gar nicht gedacht. Zu Zeiten meines Studiums war die Forschung auf dem Gebiet noch gar nicht so weit.
Er hat mir dann noch Cortison und allen möglichen Kram verschrieben, 4 Wochen später bin ich als Notfall ins Krankenhaus, weil ich mich nicht mehr aufrecht halten konnte. Es würde Dich nur verunsichern, wenn ich Dir hier noch alles aufzählen würde, aber diese Schmerzen im Unterbauch waren immer so groß, wie ein 2 €-Stück, tastbar, ich habe immer gesagt, wie ein Knubbel, ich konnte die Stelle genau fühlen.

Als ich vor 50 Jahren meine Nachmittage nach der Schule damit verbracht habe, bei einem Arzt in der Praxis auszuhelfen, weil ich unbedingt Medizin studieren wollte, hat man bei allen Leuten, wo man nicht genau wußte, was sie hatten "Vegetative Dystonie" diagnostiziert, heute heißt es immer "Depressionen" und wenn man gar nichts weiß "Psyche". Natürlich kann man sich viel einbilden, hat man bei mir auch schon gesagt, es sei rein psychisch bedingt. Ja, Pustekuchen!

Man muß ja nicht gleich an das Schlimmste denken, das meiste läßt sich ja inzwischen genz gut behandeln. Deshalb mach Dir auch keine Gedanken um eine evtl. Perforation bei der Spiegelung. Du kannst auch vom Auto überfahren werden oder Dir den Finger in der Nase abbrechen! So schnell reißt ein Darm nicht. Außerdem sind die Geräte wesentlich dünner als der Darm, Du wirst von Anfang an über einen Bildschirm kontrolliert, da mach Dich mal nicht verrückt. Wichtig ist erst mal, daß Du weißt was los ist. Manchmal muß man eben etwas länger suchen.

Antwort
von Sonata89, 69

Kleine Ergänzung: Unabhängig von den Schmerzen habe ich sonst keine Symptome, kein Fieber, kein Blut im Stuhl. Ich habe nächste Woche Donnerstag Magen- und Darmspiegelung, morgen den Termin zur Besprechung etc. Allerdings weiß ich nicht, ob ich solange warten kann oder ob es diesmal schlimmer oder akut ist. Ich mache mir einfach Sorgen und weiß nicht, wieso das nicht besser wird, obwohl ich fast gänzlich auf Nahrung
verzichte und viel Tee trinke seit Samstag. Daher wollte ich hier
erfragen, ob jemand ähnliche Erfahrungen gemacht hat und mir dazu
vielleicht was erzählen kann. Ich wäre über jede Info dankbar!

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