Frage von Readyornot 30.08.2010

Zeugnis - Arbeitsgericht - Kosten

  • Antwort von BraunerBaer123 06.09.2010

    Du kannst Dein Zeugnis prüfen und berichtigen lassen, wenn es nachweisbar schlecht ist.

    Der Arbeitgeber muß beweisen, dass Du nur ein schlechtes Zeugnis bekommen kannst, weil Deine Leistungen schlecht waren.

    Ebensogut mußt Du beweisen, wenn Du ein gutes Zeugsnis haben willst, dass Du gute Leistungen erbracht hast.

    Bei einem befriedigenden Zeugnis ist eigendlich alles klar, weil es üblich ist ausscheidende Mitarbeiter befriedigende Leistungen zu bescheinigen.

    In der ersten Instanz des Arbeitsgerichtes bezahlt jeder seinen Anwalt selbst.

  • Antwort von Readyornot 30.08.2010

    So, inzwischen habe ich mit dem Personalchef gesprochen. Irgendwie habe ich das Gefühl, der Mann hat nicht wirklich viel Ahnung von Arbeitszeugnissen. Er zeigte sich jedenfalls darüber überrascht, dass ich mein Zeugnis als schlecht betrachte und meinte, ich solle ihm mal die für mich unpassenden Passagen mit Veränderungswünschen per E-Mail schicken. Trotzdem werde ich ihm noch ein Einschreiben zukommen lassen, für den Fall der Fälle.

  • Antwort von tiggertoo 30.08.2010

    Wenn dein letztes Arbeitszeugnis nicht gut war, scheint dir gegenüber dein letzter Arbeitgeber nicht sehr wohlwollend eingestellt zu sein. Somit wird er das Zeugnis nicht freiwillig ändern. Vor Gericht hast du nur dann einen Anspruch auf Zeugnisänderung, wenn das Zeugnis schlechter als sinngemäß "befiedigend" ausgefallen ist. Bei Zeugnisabstufungen zwischen gut und befriedigend hast du vor dem Arbeitsgericht schlechte Karten. Es sei denn, du kannst mehrere Zeugen vor Gericht vorbringen, die zweifelsfrei aussagen, dass deine Leistungen besser waren. Das dürfte in der Praxis unmögich sein. Wenn du es dennoch versuchen willst, wird es nur über einen spezialisierten Anwalt gehen. Der wird prüfen, ob deine Rechtsschutzversicherung dafür aufkommt. Wenn ja, bist du finanziell aus dem Schneider, abgesehen von der Selbstbeteiligung. Ohne Versicherung können Kosten von meheren Hundert Euro auf dich zukommen, bei Zeugenladung noch mehr. Auf Fairness und Gerechtigkeit kannst du bei der heutigen Firmenkultur nicht mehr hoffen. Das Land ist in einem katastrophalen Zustand, das hat Auswirkungen. Denn Tipp, den ich dir hinsichtlich deines Zeugnisse geben würde, kann ich hier öffentlich nicht sagen. Viel Erfolg dennoch!

  • Antwort von MilchMaedchen 30.08.2010

    Bevor du zum Gericht gehst, kannst du auch einfach zu deinem ehemaligen Arbeitgeber gehen, vorzugsweise mit einem vom Betreibsrat, wenn es soetwas gibt und die Änderung beantragen. Erst wenn er das verweigert kannst du zum Arbeitsgericht gehen. Wenn du in einer Gewerkschaft bist, ist dass dann sogar kostenlos.

  • Antwort von WetWilly 30.08.2010

    Wenn das Arbeitszeugnis keine offensichtlichen Mängel hat, hast Du kaum eine Chance, eine Änderung vor Gericht durchzusetzen. Das Kostenrisiko ist nicht unerheblich. Wer den Prozess verliert, bezahlt die Gerichtskosten. Außerdem musst Du Deinen Anwalt bezahlen...

    Ich würde mal versuchen, mich mit dem Ex-Arbeitgeber gütlich zu einigen, vielleicht wurde das Zeugnis ja nur ungeschickt formuliert.

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