Frage von Nepomuk22, 400

Zerstört die IS den Islam?

Es gibt einige Muslime die angesichts des IS nun ihrer Religion den Rücken kehren, weil sie nicht damit in Verbindung gebracht werden wollen.

Die meisten Muslime wollen nichts mit den Salafisten und IS zu tun haben, und einige sagen das der IS und der mittelalterliche Salafismus den Islam zur Zerstörung bringen ?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von earnest, 132

Nein, der IS zerstört nicht den ISLAM. 

Aber er zerstört die Lebenslüge vieler Muslime, der Islam sei eine rundherum friedliche Religion.

Und das Ausflippen einiger aggressiver junger Muslime auf dieser Plattform, die das Offensichtliche abstreiten - das Erwachsen des IS aus der salafistischen, extremistischen Interpretation des Islams - dies Ausflippen zeigt, dass man auch vor dem verbalen Extremismus auf der Hut sein muss.

Es gibt leider etwas, was die "verbalen Extremisten" hier und die verbrecherischen Gotteskrieger dort eint: die Überzeugung, im Besitz der allein seligmachenden Wahrheit zu sein.

Möge sich auch hier, wie Chaoist so richtig schreibt, Friede und Weisheit ausbreiten. Dem würde ich gern noch hinzufügen: Toleranz. 

Gruß, earnest

Kommentar von honeey15 ,

Bist doch selber davon überzeugt das wir falsch liegen und du und jeder andere der deine Meinung unterstützt recht habt.. Jeder hat halt seine eigene "Wahrheit". Ich akzeptiere deine Meinung zu dem Thema aber dann solltest du auch die der anderen  akzeptieren bevor du hier von Toleranz schreibst.

Kommentar von earnest ,

Ich bin nicht der, der anderen Usern gegenüber unverschämt geworden ist ...

Kommentar von MissMarplesGown ,

Jeder hat halt seine eigene "Wahrheit"

Oh nein, @honeey15, es geht um grundsätzliche Einstellungen der unterschiedlichen Ecken des Islams zu Gläubigen anderer Religionen UND um das Verhältnis zu den Nichtgläubigen dieser Welt - und wie der Islam auf Basis seines "heiligen Buches" dies umsetzen und gestalten möchte.

Hier geht es nicht um "meine Meinung - Deine Meinung", sondern um viel Größeres: Es geht um eine Idee von Weltfrieden, der mit Religionen, die ihre Weltbilder und Glaubensvorstellungen jeweils völlig kompromisslos und intolerant als allein richtig, wesentlich und bedeutsam für die Bewertung der gesamten Welt und ihrer Bewohner geltend machen wollen, niemals zu schaffen ist. Jede Weltreligion will die wahre sein. Und sowohl die Bibel als auch der Koran enthalten nun einmal Anregungen und Aufforderungen, "Feinde" zu töten. Feinde im Glauben sind gemeint, nicht etwa Hühnerdiebe - oder Leute, die einem aus Neid zwei Ziegen vergiften oder ein Erbe streitig machen möchten.

Wenn ein Buch im wahren Sinn des Wortes KEINE EINZIGE ANREGUNG zur Unterwerfung anderer Völker oder Andersdenkender, zum Töten Andersgläubiger und auch keine Aufforderung zum Töten von "Angreifern" (ein Angriff auf WAS ist denn gemeint?? Auf den "wahren Glauben"?) und ihrer Familien und Nachkommen enthält - nur dann ließe dieses Buch sich nicht so leicht für gewaltvolle Aktionen und fanatische Ideen zum Aufbau von Schreckensstaaten  missbrauchen. Ungute Gedanken der Bibel werden regelmäßig gelebt und "umgesetzt" - und die des Koran ebenso, sichtbar und belegbar...über den Koran sogar organisiert und bewaffnet und Gesetze für ganze Regionen schaffend, die für betroffene Menschen eine Hölle auf Erden sind oder werden.

Kinder, die in solchen Strukturen aufwachsen, haben keine Chance, tolante und friedliche Systeme jenseits von struktureller und absoluter Gewalt und Herrschaft überhaupt kennen zu lernen und somit einen persönlichen tiefen Sinn für Freiheit und eigenständiges Denken zu entwickeln. Das sind die Leute, die später das Schiff "Erde" mitgestalten und mitsteuern werden.

"Jeden glauben und handeln lassen, wie er will" geht hier nicht. Allein deshalb schon nicht, weil hier einige ihre blinden Flecken pflegen möchten - mit Folgen für die Welt - und weil immer einige mehr Verantwortung tragen müssen, wenn andere ihrer Verantwortung nicht nachkommen wollen, weil "jetzt Glauben" ihnen wichtiger ist als Friede und Freiheit in Zukunft.

Was macht denn das Wort "töten" da oben in dem Koran-Zitat, wenn gleichzeitig versichert wird, der Koran sei eine friedliche und menschliche Sache und spräche sich entschieden gegen jedes Töten von Menschen aus? Nicht antworten, die Frage ist rein rhetorisch. Ich denke, Hinweise auf das "Töten" von welchem-Feind-auch-immer SIND grundsätzlich wunderbar einfach zu benutzen, daraus ein aggressives Vorgehen gegen Gruppen von Menschen zu basteln. Keine Kunst - und nicht mal falsch, wenn wir den Koran ein wunderbares und wahrhaftiges Buch nennen wollen, das den Willen eines Gottes verkündet.

Wenn hier im Koran Dinge stehen, die sich nicht nur gefährlich als Aufforderung zur Gewalt verstehen lassen, sondern offenbar auch einen friedlichen und liebenden Gott ein bißchen Lügen strafen, dann muss das Ding umgeschrieben werden. Die Unantastbarkeit dieser alten Schrift muss diskutiert und in Frage gestellt werden. Oder der Islam, der dieses Buch zur Grundlage hat, ist nicht so friedlich und wunderbar, wie behauptet wird. Klipp und klar Stellung zu beziehen und das Nötige zu tun bzw. zu ändern wäre hier überfällig. Im Koran - und dann auch in den Moscheen und "da draussen" in der Welt.

Kommentar von earnest ,

Danke für den Stern!

Antwort
von tvetter, 79

Zumindest den Ruf des Islam zieht der vermeintliche "Islamische Staat" ziemlich durch den Dreck. Das taten aber andere vor ihm auch bereits. So schnell wird eine Religion nicht zerstört. Gleichwohl hat es die globale Abneigung gegen den Islam erhöht sowie es auch einige Muslime daran zweifeln lässt ob der Islam als soziale und politische Macht eine positive Auswirkung hat. Das muss aber den genuin religiösen Aspekt nicht betreffen.

Ebenso sollte man nicht vergessen, dass der Islam kein Schreckgespenst ist was auf einmal über Syrien und den Irak heraufzog. Er ist ein Produkt bestimmter sozialer und dogmatischer Entwicklungen unter Muslimen (oder besser: einem Teil der Muslime) und ganz besonders auch der Zersetzung der autoritären Staatsmacht in beiden Ländern.

Kommentar von earnest ,

... wozu, vergessen wir es nicht, auch der Kriegsverbrecher George W. Bush sein Scherflein beigetragen hat ...

Antwort
von Chaoist, 150

Ich kann mir gut vorstellen, dass einige Menschen sich nun offiziell vom Islam distanzieren. Das sind vornehmlich jene, die wohl als Muslime geboren wurden, selbst aber niemals einen positiven Zugang dazu fanden. Es betrifft also wohl auch vornehmlich junge Menschen, die die erste sich bietende Chance ergreifen, ihr Leben nach ihren eigenen Vorstellungen zu formen.

Eine Zerstörung des Islam durch den "IS" kann ich aber nicht erkennen. Die wahrhaft gläubigen Muslime, lassen sich nicht durch einen Haufen wild gewordener Primaten, die behaupten ihr Irrsinn sei der einzig wahre Islam, davon abbringen nach ihrer eigenen Überzeugung Allah zu dienen.

Es liegt in den Händen derer die fest im Glauben sind, Weisheit und Friede anstreben, den Islam in seiner besten Form zu erhalten.

Kommentar von earnest ,

Das sind weise Worte, Chaoist.

Deine Worte in die Ohren derjenigen, denen Weisheit und Friede noch fern sind. 

Deine Worte auch in die Ohren derjenigen jungen Muslime, die hier auf dieser Seite das Gegenteil von Frieden und Weisheit verbreiten und auf schlimme Weise belegen, daß sie auch nur auf den geringsten Widerspruch mit Häme, Intoleranz und Bosheit reagieren.

Antwort
von 1988Ritter, 51

Wenn Muslime den Islam nicht mehr praktizieren wollen, dann muss dies einen anderen Grund haben.

IS ist zwar aufgrund der "Videobotschaften" und die dabei dargestellten Greultaten bekannt, macht aber nichts was es im Islam nicht gibt. 

Al-Nusra ist zum Beispiel weitaus größer als IS, sie machen es wie IS, dokumentieren es aber nicht. Bocu Haram oder andere Milizen stehen gleichsam IS in nichts nach. 

Selbst Staaten wie Saudi Arabien sind mit der Linie des IS nicht nur einverstanden, sie haben schon seit Jahrhunderten die gleichen Gesetze nach denen IS lebt.

Der tatsächliche Grund findet sich ja nicht einmal bei den Salafisten, er befindet sich bei den Wahhabiten die mit ihrem Einfluss auf die Koranschulen, Rechtsschulen, den Pilgerstätten in Medina und Mekka den Islam nach Koran und Sunna in der Form lehren und verbreiten.

Die Salafisten sind lediglich dem Wahhabismus entsprungen.

Der Wahhabismus ist in der sunnitischen Glaubensansicht verankert. Wenn etwas zerbricht oder geändert wird, dann allenfalls bei den Sunniten. Wobei ich dies nicht annehme.

Antwort
von Effigies, 7

Es ist nicht der IS sondern der Islam selbst.

Was da weltweit abläuft ist ein Konfessionskrieg wie ihn das Christentum im Mittelalter erlebt hat. Nur viel ausgedehnter und ausdauernder.

Es geht um Macht und Vorherrschaft zwischen Suniten und Schiiten.

Antwort
von GF221115, 111

Eine Terrorbande wird keine Religion zerstören.

Aber es ist sicher schädlich für das Ansehen des Islam hier in D, wenn sich friedliche Muslims nur auf Äußerungen beschränken wie Das sind keine Moslems. oder Der IS hat nichts mit dem Islam zu tun.
Das habe ich auf gf schon zu oft gelesen, und auch hier steht's wieder.

Antwort
von AbuAziz, 113

Der IS kann den Islam nicht zerstören. Da gibt es viel mächtigere Gegner, die dies nicht erreichen!

Wenn Muslime dem Islam den Rücken kehren, wegen des IS, dann haben sie den Islam nie richtig verstanden. Es geht um Allah und mich, dich, um jeden einzelnen Menschen. Was andere Menschen machen, auch im Namen des Islam, geht mich direkt nichts an. Ich bin nur Allah gegenüber Rechenschaft schuldig für meine Taten und sonst niemand. Ich bin nicht für die Taten anderer verantwortlich. Das ist jeder für sich. Also brauche ich nicht den Islam zu verlassen, weil andere Muslime schlechte Dinge tun.

Wenn also irgendwo auf dieser Welt einer der 1.600.000.000 Muslime irgendetwas schlechtes tut, bin ich oder andere Muslime hier nicht verantwortlich dafür zu machen. Ich/wir müssen uns auch nicht davon distanzieren. Oder distanzieren sich die Christen öffentlich von  irgendwelchen Christen auf dieser Welt die Massenmörder sind. Nein, das brauchen sie auch nicht. Jeder hier kennt die christliche Einstellung zum Tötungsverbot. Oder die Gesetze gegen Mord. Und für einen Muslim gilt dieses Tötungsverbot genauso.

Zum IS ist zu sagen, dass der IS sich im Krieg befindet. Die Kriegssituation im Irak und in Syrien ist unüberschaubar. Wie in jedem Krieg gibt es jede Menge Kriegspropaganda. Erst nach diesem Krieg wird man vielleicht herausfinden was wirklich gestimmt hat von den Meldungen über den IS. Ich finde es furchtbar zu sehen wie ein Mensch mit dem Messer geköpft wird. Ich finde es aber genauso schlimm, wenn "aus Versehen" ein Krankenhaus bombardiert wird oder es sonstige "Kollateralschäden" gibt. In meiner Heimatstadt wurde der Stadtkern 1945 von alliierten Bombern bombardiert. Damals konnten die Angreifer/Befreier schon die Kirchen verschonen. Das gibt einem wie mir schon zu denken.

Kommentar von Nepomuk22 ,

Welche mächtigeren Gegner meinen Sie ?

Wieso geht es im Islam um Mich, ich habe mit dem Islam nichts zu tun ?

Kommentar von AbuAziz ,

Du hast vom Islam gehört. Also musst du dich mit dem Islam befassen und lesen, was Allah im Koran von dir als Mensch erwartet.

Er sagt zum Beispiel: " Und Ich habe die Dschinn und die Menschen nur darum erschaffen, damit sie Mir dienen." (Surah Az-Zariyyat, Vers 56)

Er sagt hier nicht die Muslime, er spricht alle Menschen an.

Kommentar von earnest ,

@AbuAziz:

Auf einen Gott, der mich angeblich geschaffen hat, um ihm zu dienen, kann ich gern verzichten.

Wofür braucht ein allmächtiger Gott Diener ?

Die Religion ist für den Menschen da, nicht der Mensch für die Religion.

Ich fürchte, einen solchen Gott finden nicht viele Menschen attraktiv.

Kommentar von Jessy74 ,

 " Und Ich habe die Dschinn und die Menschen nur darum erschaffen, damit sie Mir dienen."

Ein übermächtiges Wesen hätte es nicht nötig so einen Satz zu sagen.

Sorry, für mich klingt das eher nach gehörigen Egoproblemen.

LG

Kommentar von earnest ,

Genau DAS ist es, was Millionen Nicht-Muslime nicht verstehen: dass sich so viele Muslime nicht von den Schandtaten der IS-"Gotteskrieger" distanzieren wollen.

Wie du eben auch. Warum kannst du nicht klar sagen: "Ich distanziere mich von diesen perversen Verbrechern"?

Der Hinweis auf christliche Schandtaten ist, pardon, "kalter Kaffee". Selbst der Papst hat sich von unchristlichen Exzessen der Kirche distanziert.

Dein Nicht-Distanzieren-Wollen gibt einem wie mir schon zu denken ...

Kommentar von AbuAziz ,

@earnest

Gleiches Recht für alle. Muslime distanzieren sich und haben sich immer wieder distanziert. Ich zeige dir dies gerne auch im Internet. Es interessiert aber niemanden, es wird nicht veröffentlicht. Es wird immer nur weiter gefordert, um die Muslime zu demütigen und zu ärgern.

Ich sprach übrigens nicht von unchristlichen Exzessen in der katholischen Kirche. Sondern von einem Beispiel unter vielen, von Joseph Kony, dem Begründer der Widerstandsarmee des Herrn“ (Lord’s Resistance Army, LRA). Hier lese ich in keiner Zeitung ständig sich wiederholende Distanzierungen der Christen in Deutschland. Genauso wenig wie über die Gräueltaten, die diese Terroristen verüben. Warum wohl?

Kommentar von earnest ,

Na immerhin: Du ruderst in Teilen zurück. 

Nein, du hast NICHT von Kony geschrieben. Das ist übrigens eine alte Geschichte, über die hierzulande auch immer wieder berichtet wurde. Sogar hier bei GF gab es eine Unterschriftenkampagne gegen diesen Verbrecher. 

Deine Vorwürfe des Nichtstuns und der Nichtberichterstattung sind daher haltlos - wie auch der beigefügte Artikel belegt: 

https://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Kony

Ich weiß, dass es Aufrufe der Muslime gegen die IS-"Gotteskrieger" gibt. Mich hat es aber gestört und verstört, dass du hier deutlich gemacht hattest, eine persönliche oder allgemeine Distanzierung von diesen Verbrechern sei NICHT nötig.

Antwort
von nowka20, 4

wer seiner religion den rücken kehrt, bedarf ihrer nicht mehr

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