Frage von Edmundbauer, 38

Zentralasiatische Völker im Mittelalter in Europa?

Es sind mal im Mittelalter Ungarn, Hunnen, Tartaren, Türken, Kasachen,Usw. In Osteuropa auf Raubzüge gegangen und die Länder waren zerstört und weil die Hunnen Reitervölker , dachten die Leute an die Reiter des Jüngsten Gerichts. Laut einem Wikipedia Artikel wurden sie das erste mal am Lechfeld geschlagen, der selbe Artikel labert aber auch was von Ostfrankreich, , bei einem anderen verwüsteten sie Gallien. Andere Quellen geben an das sie das erste mal in der Wüste in Ägypten geschlagen worden gewesen. Wer war ihr President? Manchmal ist von Dschingis Khan, manchmal von Ökeday Khan (?) bei anderen Seiten von Atilla die Rede?

Antwort
von rr1957, 16


Also, Attila und seine Hunnen kannst Du schon mal streichen - die lebten in der Spät-Antike und haben mit den Römern gekämpft,  mit Mittelalter haben die nix zu tun.

Bleiben die Ungarn, die Bulgaren, die Awaren, die Tataren (besser ohne das erste "r") und vor allem die Mongolen:

"Khan" ist ein häufiger Titel und heisst "Herr" oder "Anführer", also so was wie ein König oder Herzog; es gab grundsätzlich viele Khane und einer davon war dann der oberste Khan oder "Gross-Khan". Temüdschin war der erste und berühmteste der mongolischen Gross-Khane und hatte den besonderen Titel Dschingis Khan - das soll so was wie "Khan der ganzen Welt" bedeuten.

Sein Sohn und Nachfolger war Ögedei Khan (manchmal auch Ugedai Khan geschrieben). Dessen Neffe Batu Khan führte einen siegreichen Feldzug nach Europa, den er aber dann plötzlich abbrach als der Onkel Ögedei starb.

Batu Khan begründete den Goldenen Orden (auch Goldene Horde genannt: auf mongolisch "Ord" und auf russisch "Orda") an der Wolga und später auch den Blauen Orden.

Auf Ögedei Khan folgt Güyük Khan, und dann nach nur 3 Jahren Möngke Khan, und diesem schliesslich Kublai Khan - der wurde dann Kaiser von China, und der berühmte europäische Asienreisende Marco Polo hat ihn besucht und dann über ihn und die anderen Mongolen-Khane in Europa ein Buch geschrieben.

Indirekt für Europa ist dann noch Tamerlan (auch "Timur Lenk" geschrieben) erwähnenswert, der später im Bereich Iran + Afghanistan ein Grossreich eroberte, während die Gross-Khane nun mehr mit China geschäftigt waren. Tamerlan besiegte dabei die Osmanen und nahm den Sultan gefangen, was die Europäer nun wieder eher gut fanden ...

Antwort
von TanjaStauch, 20

Der "President" der "zentralasiatischen Völker im Mittelalter in Europa (ZVME)" hieß Alfons Mösengruber.

Er war aber ein sehr schüchterner Diktator und Potentat und gab deshalb nie Fernseh-Interviews.

Er hatte Dschingis Khan beim Minigolf besiegt und dabei dessen Nebenfrau Attila gewonnen (und später geschwängert).

Öhm...

Okay. Das waren jetzt nicht wirklich historisch erwiesene Fakten.

Aber deine Frage zielt auf... hm... tausende von Antworten, hinter denen jeweils tausende von weiteren Fragen stecken.

Es gab schon weit vor dem Mittelalter immer wieder Horden aus dem Osten. Mit Pferden. Und effektiven Waffen (insbesondere Pfeilspitzen aus Eisen).

Einige davon scheiterten. Andere waren erfolgreich.

Die Typen, die wir heute "Kelten" nennen, machten andere platt (für die uns heute noch kein passender Name einfällt).

Die Typen, die wir heute "Germanen" nennen, machten viele "Kelten" platt.

Die Typen, die wir heute "Slawen" nennen, machten viele "Germanen" platt.

Das Spielchen hat sich dann noch x mal wiederholt.

Im Prinzip kein Wunder: Die Typen, die neu ankamen, hatten wenig zu verlieren und kämpften deshalb extrem "mutig" (= "rücksichtslos") und waren deshalb oft die Sieger.

Sie schlachteten alle Männer ab, um deren Eigentum (also Pferde, Land, Frauen, Töchter, Rinder, Schafe usw.) selbst besitzen und benutzen und gegebenenfalls verkaufen zu dürfen.

Falls das jetzt "voll ätzend" klingt: Die Besiegten hätten schlimmere Worte dafür gefunden.

Es gab solche Horden immer wieder.

Weil nur ein Sohn erbte. Das Land. Und die Frauen und Töchter des Vaters (jup: Polygynie)

Die übrigen Söhne bekamen gute Waffen, ein Pferd und eine gute Ausbildung als Krieger (als Halbnomaden waren sie praktisch "Cowboys" und geübt darin, ihre Viehherden mit Waffen vor Wölfen usw. zu beschützen).

Wenn sie mehr als das wollten, mussten sie es anderen Menschen wegnehmen.

Alleine klappt das nicht, also haben die Jungs einer Region ein paar Jahre gewartet, sich zusammengeschlossen und sich dann halt gemeinsam als Horde aufgemacht. 

Das passierte alle paar Jahre. Viele Jahrhunderte lang. Und die bogenschießenden Reiter die ankamen, bekamen alle paar Jahrzehnte neue Namen.

Sie stammen ja auch nicht alle vom selben Ort. Nur aus der selben Himmelsrichtung. Und damit aus einer Region, die einige Millionen Quadratkilometer umfasst.

Oft ging das schief und ist heute vergessen. Aber manchmal hat es funktioniert.

Okay... das ganze klingt im ersten Moment vielleicht nach Phantasie. In sich logisch, aber irgendwie...

Falls auf die Idee kommt, die chromosomale DNA der Europäer (von Mutter & Vater vererbt) mit der mitochondrialen DNA (nur von der Mutter vererbt) zu vergleichen...

Ups... genau das haben schon viele BiologInnen getan. Und kamen zu klaren Befunden, für die jede andere Erklärung noch viel phantastischer wäre.

Liebe Grüße,

Tanja

Antwort
von Cynostro, 26

Khan war soweit ich weiß ein Titel, der dem Reiterführer gegeben wurde. Dschingis Khan war ein solcher Khan, der die mongolischen Stämme (kleinere Reiterstämme aus der Gegend der heutigen Mongolei) einte und im 12. Jahrhundert in Europa einfiel. Attila war Herrscher der Hunnen und lebte während der Völkerwanderung (5.Jhdt.). Die Hunnen sind ebenfalls ein aus Asien stammendes Reitervolk, dass sich in Osteuropa niedergelassen hat und dort maßgeblich an der Völkerwanderung beteiligt war. 

Antwort
von Scheremy, 21

Welcher Artikel? Ich glaube nicht das in wikipedia die infos so vermischt stehen

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