Frage von DeChristian,

Zensus 2011 Einwohnerzahlen

Inwiefern (warum und wie stark?) können die 2012 bekantgegebenen "neuen" Einwohnerzahlen, von der heutigen kommunalen oder amtlichen Einwohnerzahlen abweichen? Und wie zählt man die Leute, wenn da niemand von Haustür zu Haustür geht und eine Strichliste macht?

Antwort von cchrisa,
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Die von den Kommunen ermittelten amtlichen Einwohnerzahlen basieren auf dem Melderegister. Es werden einfach alle Personen, die zu einem Stichtag im Melderegister stehen, zusammengezählt und fertig. Was dabei nicht berücksichtigt wird, ist die Tatsache, dass viele Personen, die im Melderegister stehen, tatsächlich nicht (mehr) in der Kommune leben (sog. Überfassung) und dass umgekehrt auch viele Personen in einer Stadt oder Gemeinde wohnen, ohne im Melderegister zu stehen (sog. Unterfassung). Das bedeutet, dass die tatsächliche Einwohnerzahl von der amtlichen Einwohnerzahl abweicht. Diese Abweichung erreicht üblicherweise Werte bis zu 3-5 %, kann im Extremfall aber auch darüber liegen.

Im Rahmen des Zensus 2011 werden nun stichprobenartig einzelne Anschriften überprüft. Sprich da geht jemand von Haustür zu Haustür und prüft ob die am Stichtag gemeldeten Personen auch tatsächlich dort gelebt haben bzw. ob dort auch Personen gewohnt haben, die nicht gemeldet waren. Genauer gesagt überprüft er das nicht, sondern er nimmt einfach alle Personen auf, die dort zum Stichtag gewohnt haben und nachher wird das dann mit dem Melderegisterauszug für diese Anschrift abgeglichen. Die so festgestellten Abweichungen können bei repräsentativer Auswahl der Anschriften auf die ganze Stadt bzw. Gemeinde hochgerechnet werden, so dass sich eine Einwohnerzahl ergibt, die von der amtlichen Einwohnerzahl erheblich abweichen kann.

Diese neue statistische Einwohnerzahl ist dann auch maßgeblich für den kommunalen Finanzausgleich, Länderfinanzausgleich etc. Bzw. sie ist es heute schon, nur dass die derzeitigen statistischen Einwohnerzahlen immer noch auf der Volkszählung 1987 (West) bzw. 1981 (Ost) und jährlichen Fortschreibungen basieren und somit von Jahr zu Jahr ungenauer werden.

Antwort von jens79,

Es ist eine registergestützte Volkszählung. Somit werden 10 % aller Häuser gezählt und das ergebnis dann auf alle hochgerechnet. So hat man natürlich keine absolute Zahl, sondern nur eine Rechengröße, welche aber zur Stadtplanung ausreichend ist.

Das Einwohnermeldeamt kann so auch ersehen, ob das System funktioniert . Zahlen zu Obdachlosen können die Hilfsorganisationen liefern.

Nicht jeder der Umzieht meldet sich auch um oder an!

Antwort von Doenertester,

naja einwohnermeldeamt jeder meldet sich bzw ab bei zu oder abwanderung, das heist man kann schon so auf 1% genau sagen wv menschen in einem dorf/ stadt wohnen in städten je nach auländeranteil kann es bis ca 3-5 % abweichen, schätz ich mal so^^

Kommentar von DeChristian,

Ausläner müssen auch einen Wohnsitz anmelden und tauchen somit in der amtlichen Einwohnererfassung auf. Obdachlose nicht, da ohne festen Wohnsitz. Aber es geht doch niemand unter die Brücke und zählt oder?

Kommentar von cchrisa,

Ausländer müssen sich auch anmelden. Gerade bei Ausländern kommt es aber häufig vor, dass sie in ihr Heimatland zurückgehen ohne sich abzumelden. Dadurch kommt es gerade in Großstädten zu großen Überfassungen im Melderegister.

Auch Obdachlose sind häufig in einer Notunterkunft o.ä. registriert und werden so mitgezählt. Wenn sie wirklich nur unter der Brücke leben, dann sind die auch keine Einwohner, da als Einwohner nur zählt, wer auch eine Wohnung bewohnt und nicht, wer sich einfach nur in einer Stadt aufhält. Insofern hat es seine Richtigkeit, dass diese Personen nicht mitgezählt werden. Man muss aber auch bedenken, dass die Genauigkeit des Zensus 2011 sowieso nur bei 0,5 % liegen soll, d.h. man wird die Einwohnerzahl Deutschlands nur auf ca. +/- 400.000 genau bestimmen können. Da fallen dann die ca. 30.000 Obdachlosen, die nirgendwo registriert sind, auch nicht weiter ins Gewicht.

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