Frage von Lexic, 171

Zeldox - Ich glaub ich packs nicht?

Also nehme seit 2 Tagen nun 20mg Zeldox in der Früh und Abends wegen einer versteckten Psychose und muss mit viel Müdigkeit, Antriebslosigkeit kämpfen das Kopfgefühl scheint sich ständig zu verändern was mich Nachts kaum schlafen lässt. Wenn man keine Stimmen und so hört, kann man überhaupt der Meinung sein, man sei psychotisch labil? Habe wenns mal hochkommt Verfolgungswahn und diese Angst vorm Rausgehen aber in Grenzen. Hab mich auch vor langer Zeit von der Gesellschaft entwöhnt bin eher der Internetmensch geworden also depressiv bin ich deswegen auch nicht wirklich, habs eher genossen dieses gemeinsam einsam im Internet:) Ich hoffe ich bin mit diesem Zeldox nicht auf dem Holzweg oder was müsste man vielleicht anders machen? Das mit der Medikamentenumstellung ist auch so eine Sache ich will nicht immer wieder was neues testen weil ich sehr empfindlich auf dieses ganze Psychopharmaka bin:/

Antwort
von Maggi58, 67

Hi Lexic,

Zeldox ist unter den Neuroleptika eines der Besten, ansonnsten ist Abilify vielleicht etwas besser was etwas weniger müdemachend ist.

Allgemein treten bei Neuroleptika auch auf Dauer diese Art von Nebenwirkungen oder Negativsymptome wie es die Ärzte nennen auf, wobei du nach 2 Tagen da vermutlich keine Aussage darüber treffen kannst und das eher ein subjektiver Eindruck von dir ist. 2*20mg ist da auch eine kleine Dosis also relativ wenig was du bekommst, wobei die Medikamente oft erst eingeschlichen werden und in der Akutbehandlung oft mittlere oder höhere Dosierungen solange die Psychose besteht eingesetzt werden.

An sich ist Zeldox sehr vertäglich und ich würde an deiner Stelle da erstmal abwarten, wie es nach 2-3 Wochen ausschaut, da es gerade wenn die Psychose länger besteht schon seine Zeit braucht bis die Medikamente wirken und der Körper muss sich an diese Umstellung erstmal gewöhnen.

Selbst hatte ich auch keine Stimmen und trotzdem eine paranoide Psychose/Schizophrenie, solche Symptome wie Stimmen haben nur ein Teil der Betroffenen und sind oft eher schwieriger zu behandeln oder ganz wegzubekommen.

Zeldox und Abilify sind meiner Meinung bedeutend verträglicher als andere Neuroleptika und wirken in der Regel auch sehr gut. Zeldox soll etwas schwächer als andere Atypika sein, aber die meisten Studien zu diesen teueren Medikamenten sind eher unzuverlässig und werden oft im Sinne schlechterer Medikamente gemacht oder publiziert, von daher glaube ich bist du von ärztlicher Seite in guter Hand, da du Zeldox bekommst und man mit einer kleinen Dosis die Behandlung begonnen hat.

http://www.psychoseforum.de/index.php/Thread/11-%E2%80%8BAtypische-Neuroleptika-Liste-und-Vergleich/

Der Link führt zu meinem Forum und dort sind die meisten gängingen vor allem Atypischen Neuroleptika miteinander verglichen, dort findest du viele Studien und so, welche relativ unabhängig sein sollten, weiter unten ist eine Tabelle welche die Nebenwirkungen im groben vergleicht, wobei die Unterschiede schon sehr groß ausfallen können, also Medikamente wie Haldol oder Risperdal möchtest du glaube ich kaum ausprobieren. Bei Haldol etwa wenn man das in der Klinik unter Zwang oder so bekommen sollte, läuft man wie ein Zombie herum und fühlt sich auch entsprechend, solche Medikamente sieht man einen leicht an und man trägt auch gewisse Behinderungen davon, wie das man kaum sprechen oder schwer nachdenken kann, körperliche Schwäche und anderes was oft sich auch ohne diese Medikamente erst langsam zurückbildet.

Erstmal die grobe Psychose mit Zeldox oder wenn es Schwierigkeiten machen sollte mit Abilify behandeln lassen, das sind die für die Psychose vorgesehenen Wirkstoffe die recht gut Wirken und kaum Nebenwirkungen machen. Problem ist das auch diese wie andere Neuroleptika auch auf Dauer Negativsymptome machen wie Antriebsschwäche, sozialer Rückzug oder eben gewisse Einschränkungen, die man bei dieser Krankheit eben in kauf nehmen soll, da diese Medikamente als alternativlos angeboten werden und es besser sein sollte als sich mit einer akuten Psychose rumzuschlagen.

Neuroleptika können auch zu so etwas wie Abhängigkeit führen da diese stark in den Gehirnstoffwechsel eingreifen und wenn man diese einfach so ganz absetzt dann relativ schnell Akut wird und die Psychose dann anders oder ausgeprägter erscheinen kann. Brauchen tut man diese Medikamente im Akutfall schon um wieder in der Realität anzukommen, da man in der Psychose auch wie von bösen Geistern getrieben sein kann und das später anders reflektieren kann, oft blendet man im Wahn viele relevante Dinge aus um diese Realitäten oder Überzeugungen aufrecht zu erhalten und auch die Psychose hat ihre wahren Anteile was Ärzte eher leichtfertig als krank abtun, aber als Betroffener es auch helfen kann sich durch Wissen und Gespräche darüber ein besseres Bild zu machen und auch psychotische Inhalte zu verarbeiten, für die Ärzte werden Überzeugungen in einer Psychose eher als unverrüttelbar gesehen, also das Betroffene nur schwer vom Gegenteil zu überzeugen sind was Wahn angeht, weshalb eben oft versucht wird allein mit Medikamenten und hohen Dosierungen die Psychose zu erschlagen.

Wenn du die Psychose selbst soweit mit den Neuroleptika unter Kontrolle hast und dich entsprechend gut reflektieren kannst, bedeutet das normal kaum das man die Neuroleptika ganz absetzen kann, oft werden diese über Jahre verordnet und sind eher dafür vorgesehen das man diese ein Leben lang einnehmen muss, da eine Schizophrenie normal chronisch verläuft, wenn man es also 2 Jahre oder so wie vom Arzt verordnet einnimmt kann man da vermutlich mal probieren unter ärztlichen Einverständnis diese zu reduzieren oder abzusetzen, wobei es kaum oder keine Erfolgsaussichten sind die man da hat, zum Teil wird auch beschrieben das wenn man früher absetzt oder reduziert, bessere Krankheitsverläufe erreicht werden.

Wenn man also den Ärzten ganz vertraut und zu hohe Dosierungen in der Hoffnung schluckt das man das Medikament in ein paar Jahren ja dann absetzen kann, dann hat man sich vermutlich geirrt. Von den Dosierungen würde ich da also von den Neuroleptika nur das nehmen was genug psychotischen Schutz bietet mit zuviel oder zuwenig tut man sich auch keinen Gefallen und nach der Akuttherapie wo die Medikamente oft etwas hochdosiert werden, kann man oft ein paar Schritte runtergehen, also kleinere oder kleinste Tablettengrößen reichen zum Teil aus später, vielleicht etwa das was du jetzt einnimmst.

Mein Tipp:

Es gibt ein selektives Antidepressivum welches auch antipsychotisch wirkt und die Neuroleptika ganz ersetzen kann, welches du erst mit Zeldox kombinieren könntest zumindest bis die Wirkung des Antidepressivas da ist und später vielleicht nach einem Monat gleichzeitiger Einnahme das Zeldox reduzieren und absetzen könntest. 

So etwas würde sich denke ich bei dir nach der Akutbehandlung anbieten, vielleicht wenn du das Zeldox einige Monate eingenommen hast und darüber nachdenkst abzusetzen.

Elontril (Bupropion) heißt dieser Wirkstoff, welches ein oder das einzige SDNRI Antidepressivum ist, dabei wird eher Dopamin und Noradrenalin gesteigert, also setzt eher andersherum als Neuroleptika an und wird zum absetzen eher kaum verschrieben, da es keine Indikation bei Psychosen hat. Mir hat es besseren antipsychotischen Schutz als die Neuroleptika gegeben und damit ist für mich ein Leben ohne Neuroleptika und Negativsymptome möglich geworden, vorher habe ich etwa 4 Jahre mehr oder weniger Neuroleptika nehmen müssen, da es ohne für mich kaum auszuhalten war, also ich schon viele gescheiterte Absetzversuche und Medikamentenkombis auch viele andere Antidepressiva hinter mir habe und es mit Elontril fast  problemlos funktioniert hat, der antipsychotische Schutz dieses Medikaments reicht bei mir völlig aus lediglich musste ich von der Startdosis die 150mg war auf 300mg aufgrund von (postpsychotischen)Depressionen hochgehen die durch das absetzen der Neuroleptika entstanden sind. Antidepressiva sind kaum schädlich, dieses kann auch gesund sein da es auch bei Nikotinsucht und bei gesteigerten Appetit hilft, somit muss man da weniger darauf acht geben mit einer kleinen Dosis klar zu kommen und dieses Medikament ist auch so im Vergleich zu anderen Antidepressiva sehr gut verträglich also wenn man gut darauf anspricht und es verträgt, wirklich Top und viel besser als Neuroleptika da sich auch die Negativsymptome deutlich verbessern, bei mir geht es damit bedeutend besser und es ist blöd das ich Jahre durch die Neuroleptika sogesehen verschenkt habe und damit vermutlich schon viel viel füher hätte absetzen können.

Verschrieben sollte man es eher gegen Negativsymptome bekommen wenn man den Arzt direkt auf dieses Medikament anspricht, vielleicht bekommt man es auch gegen Nikotinsucht, gegen Plussymptome und als Ersatz für die Neuroleptika bekommt man es heute leider kaum, vor solchen Experimenten raten Ärzte vermutlich eher ab, die Chance ist aber groß das es damit sehr gut funktioniert und ich vermute das es der Pharmaindustrie da hauptsächlich ums Geld geht, weshalb Neuroleptika auf Dauer eingesetzt werden die sehr teuer sind und den Betroffenen oft stark schaden.

Gruß

Antwort
von Ostsee1982, 62

Dein Facharzt wird mit Sicherheit die Situation so einschätzen können, dass er weiß was er an Medikation verantworten kann. An mögliche Therapien und Medikamentengaben wirst du dich gewöhnen müssen außer du willst, dass sich die Psychose im Laufe der Zeit chronifiziert.

Antwort
von Flimmervielfalt, 71

Also im Prinzip muss man sich ja im Laufe eines Monats langsam auf Medikamente einstellen, welcher Art auch immer. Man fängt nicht mal mit einer ganzen Tablette an, von zweien ganz zu schweigen. Man muss ja erst mal bei kleinen Dosen überprüfen, wie der Körper reagiert. Wahrscheinlich ist die Dosis in deinem Fall zu hoch. Versuche es mal mit ner halben, statt ner ganzen. Was ich ein bisschen seltsam finde, warum du den Weg zur Behandlung gesucht hast, wenn du keinerlei Leidensdruck verspürtest, wie Du sagst. Aber das geht mich wahrscheinlich nichts an.

Kommentar von Lexic ,

ich war schon in Behandlung 2x und der eine Artzt sagt des der andere des. Ich hab halt so Phasen wo man sagen kann aha noch ein bisschen und ich hüpf aus dem Fenster sind aber wirklich nur Phasen und dagegen will ich halt ansteuern. Wie gesagt ich bin eher der Typ der daheim ist und keinen Stress haben will in keiner Hinsicht egal ob Arbeit oder sonst wie. Wegen meines Intellekts mach ich mir schnell Selbstvorwürfe und versinke darin und bleibe oft auf Problemen hängen die eigentlich nur durch mein krankes Denken an Bedeutung gefunden haben und nicht durch Malcom X oder sonst wenn. Deshalb bin ich in Behandlung und den Leidensdruck verspüre ich Phasenweise wenn ich den Sinn im Leben nicht mehr erkennen kann.

Kommentar von Turbomann ,

@ Lexix

Ich war schon in Behandlung und

"Deshalb bin ich in Behandlung" und genau da bist du richtig was dein Medikament betrifft.

Dann weist du sicher auch, dass es eine gewisse Zeit dauert, bis solche Medikamente richtig wirken.

Wenn du dich mit dem nicht wohlfühlst, dann wirst du leider mehrere ausprobieren müssen, bis du das für dich richtige gefunden hast.

Die Symptome die du hast, damit werden Laien ganz sicher überfordert sein (auch vom medizischen her) und deshalb solltest du das mit deinem Doc besprechen.

Kommentar von Flimmervielfalt ,

Es muss nicht am Intellekt liegen. Vielleicht hast du die Veranlagung zur Hochsensibilität und weisst es nur noch nicht.

Antwort
von ChekkaBarney, 46

Neuroleptika machen müde jeder der das Zeug anrührt verfällt in diesen Tagmüdigkeitszustand und ist nur noch am Pennen. Die Müdigkeit geht nicht weg vorallem wenn du schreibst das du empfindlich gegenüber Psychomedis bist. Absetzen! Dein Körper verträgt das Zeug einfach nicht.

Antwort
von TheRichmanShow, 60

Geh doch zu nem Arzt und frag was man am besten OHNE Medikamente dagegen tun könnte

Kommentar von Lexic ,

ja gut ehm. Ohne Medis bin ich Nervenstress nicht gewachsen:(

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