Frage von bigheizer1975 30.10.2010

Zeitzeugen gesucht! Wer hatte nach der Wende (oder auch davor) wirklich "Wanzen" in seiner Wohnung ?

  • Hilfreichste Antwort von Virginia47 30.10.2010
    2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Da wirst Du kaum Zeitzeugen finden. Oder die, die sich melden, haben es erfunden.

    Flächendeckend gab es keine Überwachung. Es gab eine (offene) Bespitzelung. Aber ich kenne niemanden, bei dem die Wohnung verwanzt war. So weit ließ man es gar nicht erst kommen.

  • Antwort von Claud18 31.10.2010
    3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Kurz nach der Wende las ich einen Bericht im "Spiegel", in dem Wolf Biermann über seine Stasiakte berichtete. Unter seinem Bett war eine Wanze angebracht, und der Lauscher schrieb in die Akte "Wolf Biermann führt Geschlechtsverkehr durch" (wenn es nicht so traurig wäre, wäre es zum Lachen). Aber eine flächendeckende Überwachung gab es nicht. Die Stasi verwanzte nur die Wohnungen von Leuten, die sie als "Staatsfeinde" einstufte oder wo sich Oppositionelle trafen. Und solange Leute mit nicht ganz lupenreiner Vergangenheit keinen Ärger machten, ließ man sie in Ruhe.

    Es wurden auch gern Versammlungsräume in Kirchen verwanzt. So entdeckte einmal ein Radiotechniker in den 70ern eine Wanze in den Räumen der Evangelischen Studentengemeinde in Greifswald (oder einer benachbarten Stadt, das weiß ich nicht mehr genau). Nachdem sich die Kirche beschwert hatte, verschwand die Wanze genauso unbeobachtet wieder, wie sie eingebaut worden war. So heimlich, wie die Stasi die Wanzen einbaute, konnte sie sie auch wieder verschwinden lassen. Oder die Wanze hörte irgendwann auf zu senden, weil die Batterie leer war, und dann fiel es niemandem mehr auf.

    Ich habe einige Jahre nach der Wende ein Buch eines westdeutschen Journalisten gelesen, der zum Thema Stasi recherchierte. Leider habe ich mir weder Titel noch Autor gemerkt. Dieser Mann befragte Opfer, IM und deren Führungsoffiziere. Dort hat mich vor allem die konspirative Wohnungsdurchsuchung erschreckt, die auf Anweisung so durchgeführt wurde, dass es dem Betroffenen nicht auffiel. Die Durchsuchung wurde gewöhnlich tagsüber durchgeführt, wenn alle auf Arbeit waren. Nachbarn und Mitbewohner, die nicht arbeiteten, wurden unter einem Vorwand (z. B. Einbestellung zum Arzt) aus dem Haus gelockt oder soweit abgelenkt, dass sie nichts bemerkten. Aber um den Einbau einer Wanze ging es in diesem Buch vor allem bei Kirchenräumen, in denen sich Oppositionelle trafen bzw. wo Dinge beredet wurden, die der Staat gern kontrollieren wollte.

  • Antwort von roberval 30.10.2010
    3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    man kann davon ausgehen, wenn jemand immer schön brav mitgemacht hat, brav und rechtzeitig zur wahlurne ging, schön sein fdj-hemd getragen und sein winkelement bewegt hat, hat er kaum irgendeine nennenswerte akte hinterlassen.

    da man der stasi auch genug zeit gelassen hat, unterlagen zu vernichten, gibt es halt auch für bestimmte leute nix zu finden.

    bei der einsicht in meine stasiakte fand ich u.a. folgende dinge vor :

    1. eine quittung eines schlosserbetriebs über 20.-Mark der ddr für die anfertigung eines nachschlüssels für meine wohnung
    2. die anordnung der postüberwachung meiner hausadresse
    3. die anordnung der telefonüberwachung des telefons meiner eltern, denn ich hatte zu diesem zeitpunkt (1978) noch kein eigenes telefon und habe das meiner eltern benutzt

    die reichlichen im - berichte von den unterschiedlichsten leuten ergänzeten das ganze.

    ich war auch zeuge, wie 1974 aus der wohnung eines pfarrers eine unter der tapete angebrachte wanze entfernt wurde, diese war an die telefonleitung angeschlossen.

  • Antwort von matzevalentin 10.01.2011
    2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Also Leute laßt Euch keinen Bockmist erzählen von Wanzen unter der Tapete oder im Blumenstrauß. Das die sogenannte "akustische Raumüberwachung" zu den nachrichtendienstlichen Methoden aller Geheimdienste gehörte ist ganz normal. Diese operativen Maßnahmen des MfS durften nur durchgeführt werden, wenn ein Bezirksstaatsanwalt den Antrag des operativen Mitarbeiter gegenzeichnete. Es gibt aber auch viele Beispiele, daß diese Gegenzeichnung unterblieb und vom "Stellvertreter Operativ" der "Bezirksleitung des MfS" unterzeichnet wurde. Damit sollten Beweise für oder auch gegen Straftaten festgestellt werden. Diese "Wanzen" wurden nicht mit der Telefonleitung verbunden, sondern funkten alleine in Nachbargebäude, wo kospirative Aufzeichnungsgeräte standen. Die Telefonüberwachung, die der BND und die CIA genau so machten und machen wird nie am Telefongerät oder an der Telefonsteckdose durchgeführt. So stellt sich das Kleinfritzchen vor. Nein: In den Post- und Fernmeldeämtern gab es IMs und sogenannte Mitarbeiter I (für den Verteidigungsfall). Und dort gab es sogenannte "Wählersääle". Dort haben diese Mitarbeiter auf Anweisung des MfS gedeckt vor ihren Mitarbeitern die notwendigen Steckverbindungen herstellt. Die zu überwachenden Anschlüsse, z.B. in einer Kreisstadt von 25 000 Einwohnern, waren das im Durchschnitt 1 bis 2 Überwachungen von konkreten Zielpersonen, wurden dann auf eine Telefon-Nr. der dortigen Kreisdienstelle des MfS aufgeschaltet. In diesen Kreisdienstellen gab es einen Raum, wo nur sogenannte "Mitarbieter der Bezirksverwaltung des MfS, Abteilung 26" Zugang hatten. Dort standen ein bis zwei Tesla-Tonbandgeräte (Import CSSR) die sich beim Telefonieren der Zielperson automatisch einschalteten. Diese operativen Mitarbeiter wechselten die Bänder und werteten sie auf Karteikarten aus. Na und wenn dann Biermann gerade vögelte, dann stand das da eben. Auch die Stasileute waren militärisch korrekte Bürokraten. Nutten hießen dort übrigens "Damen mit wechselndem GV (Geschlechtsverkehr). Kleinfritzchen denkt natürlich, das MfS hat das Sexleben überwacht. Oh Mann. Es mußte eben zeitlich korrekt aufgeführt werden, was die Zielperson gerade um 23.09 Uhr machte. Und wenn er trotz vollster Bemühungen nicht zum Höhepunkt kam und darüber ablästerte, so stand das eben auch im Protokoll.Deshalb hat Biermann die Veröffentlichung wahrscheinlich unterlassen ... Nach Durchführung der raumakustischen Überwachungsmaßnahme wurden dann die Wanzen bei einer zweiten Wohnungsdurchsuchung wieder entfernt. Das MfS hat Ordnung gehalten und alles mußte wieder abgeliefert werden. Die Wanzen wurden meistens hinter die Steckdosenabdeckung versteckt. Geliefert hat Österreich die Wanzen an die DDR. Jeder operative Mitarbeiter hatte auch ein Diktiergerät - Import aus Österreich. So sahs aus. Als die Wessis kamen, fanden sie sogar eine Paßdruckmaschine Import BRD in der Stasizentrale. Ja, das MfS hatte schon was drauf.

  • Antwort von wolschi 30.10.2010
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Also von Wanzen in der Wohnung habe ich von Niemandem gehört, aber wenn man , wie ich ins kap. Ausland wollte (ich bin damals zur See gefahren), dann wurde man schon richtig gut überprüft. Das hat bei mir damals ein halbes Jahr gedauert, bis das OK kam.

  • Antwort von Tessa13 30.10.2010
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    KEINER!!!denn die Stasi,war dem Mossad ähnlich,also perfekt und hat solche lap.Dinge nicht einfach mal auffliegen lassen und diese ganzen Spinner,welche jetzt aus allen Löchern kommen und erzählen...ach ich war und ich hatte...,glaube mir,es ist gelogen!!

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