Frage von xXMadonnaXx, 6

Zeigt unser neuer Rüde Dominanz oder liegt es an der Hündin?

Hallo Leute, Ich habe mal wieder ein anliegen...

Wir haben uns gestern einen 9 jährigen KASTRIERTEN Jack Russel Rüden zu unserer 11 Jährigen Yorkshire Hündin dazu geholt. Beide vertragen sich eigentlich auch ziemlich gut und es hat eigentlich alles auf Anhieb gut geklappt aaaaber er versucht sie regelrecht zu besteigen und bedrängt sie auch teilweise (er schnüffelt ihr ständig am po und läuft er hinterher und versucht sie zu besteigen). Sie ist im Moment eigentlich auch heiss (das merkt man an ihrem Verhalten draussen) weist ihn aber trotzdem ab und schnappt nach ihm. Er kann es aber nicht lassen... Ich weiss auch, das Hunde sich auf diese Weise dominieren. Aber ich frage mich was das ist. Denn er hat es gestern auch bei meinem Freund versucht, darauf hin hat mein Freund ihn direkt auf den Rücken gedreht, wo er dann nach meinem Freund versuchte zu schnappen. Ich sagte zu meinem Freund das wir mit ihm in die Hundeschule sollten, weil er meinen Freund scheinbar nicht als Rudelführer akzeptiert und ihn so dominiert.
Die Vorbesitzerin meinte auch das er sehr dominant wäre, wobei er sich aber ganz klar unserer Hündin untergeordnet hat. (lässt sie vor ihm fressen, wenn er bei uns schmust und sie kommt geht er weg etc) Ich frage mich aber warum er sie trotzdem nicht in Ruhe lassen kann und was man gegebenen falls tun könnte damit er sie nicht so sehr bedrängt und er mit dem Verhalten aufhört.

Danke euch schonmal :)

Expertenantwort
von Naninja, Community-Experte für Hund, 1

Bei der Kastration werden die Eier und nicht das Hirn des Hundes entfernt. Wenn Eure Hündin läufig ist, wird der Rüde das also erkennen (und je nach Zeitpunkt der Kastration auch darauf reagieren). Abgesehen davon kann Aufreiten auch schlicht und ergreifend durch Stress motiviert sein, weil der Hund gelernt hat, dass das Aufreiten eine beruhigende Wirkung auf ihn hat. Dafür spricht auch, dass der Rüde versucht hat, bei Deinem Freund aufzureiten. Besitzer- und Ortswechsel, neue Menschen und ein Zweithund sind enormer Stress für einen Hund, zumal er nicht einmal 24 Stunden bei Euch ist. Vermutlich ist er total überfordert.

Das auf den Rücken drehen ist vollkommener Bullshit, zerstört das Vertrauensverhältnis zwischen Hund und Mensch, schafft noch mehr Stress und hat überhaupt keinen Sinn.
Dieser ganze Dominanzkram ist vollkommen überholt und veraltet, also lasst bitte die Finger von solchen unsinnigen Ansätzen.

Richtet dem Rüden Rückzugsorte ein, gestaltet den Alltag ruhig und strukturiert, mutet ihm nicht zu viel zu und lasst ihn erst einmal in Ruhe ankommen. Letzteres dauert Wochen und nicht Stunden.

Wenn der Rüde die Hündin bedrängt, schaut Euch an, was vorher passiert ist und den Stress ausgelöst hat. Schaltet den Auslöser ab, zeigt dem Hund, was Ihr von ihm wollt und bestätigt das. Z.B.: Rüde ist überfordert, besteigt die Hündin, um sich abzureagieren. Ihr pflückt ihn vorsichtig und liebevoll ab, nehmt ihn zu Euch, lasst ihn sitzen, Futter in den Hund. Oder ihr schickt ihn auf seinen Platz (und zeigt ihm das vorher, bis er es kapiert hat) und bestätigt mit Futter.

Jack Russell sind übrigens keine vierbeinigen Idioten, die die Weltherrschaft an sich reißen wollen. Sie machen, was Du willst, wenn Deine Alternative sinnvoller ist als ihre eigene Idee. Das ist Zuchtziel der Rasse und hat absolut nichts mit Dominanz zu tun! Sucht Euch also bitte einen guten Trainer (Netzwerk von "Trainieren statt dominieren", cumcane oder Easy Dogs) und arbeitet mit dem kleinen Kerl.

Kommentar von Unsinkable2 ,

Diese Absolutheit an manchen Stellen ist bedauerlich und grenzt schon an Religion (ist aber im Angesicht so offensichtlichen Fehlverhaltens respektive der vorausgehenden Unkenntnis selbst fundamentalster Grundlagen wohl unvermeidlich, um kommendes/weiteres Fehlverhalten  zu minimieren)...

Ansonsten: DH & Danke mal wieder, Naninja...

Kommentar von Naninja ,

Welche Absolutheit?

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