Zahnarztrechnung nicht gezahlt.Inkassofirma meldet sich. Wieviel an Gläubiger zahlen?

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6 Antworten

Ist es möglich an den Zahnarzt zu zahlen?

Ja, aber Verwendungszweck angeben (Nur HF + Zinsen + Mahngebühr)

Wieviel wäre angebracht?

Kommt darauf an. Warst du in Verzug, gab es eine Mahnung? Wieviele Briefe gab es vom Inkasso? Welches Inkassobüro wurde eingeschaltet?

Kann das Inkassobüro die Gebühren einfordern?

Ja

Hier würde ich aber maximal die Gebühr für ein einfaches Schreiben (18 Euro) ansetzen. Inkassobüros erbringen in der Regel keinerlei Rechtsberatung.

Wenn man pokern will, kann man die Gebühren auch ganz weglassen. Meist werden die ohnehin nicht eingeklagt.

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Kommentar von Agniesyka
07.06.2016, 13:04

Es handelt sich um das Bremer Inkasso GmbH.

Vom Inkassobüro gab es ein erstes Schreiben welchen nicht ankam. Daraufhin rief das Inkassobüro bei mir an und wollte meine Adresse abgleichen, da das Schreiben zurückkam.

Es wurden dann 2 Schreiben innerhalb von 2 Wochen verschickt.

Ich habe nun 75 € HF plus 1,00 € Zinsen an den Zahnarzt überwiesen.

Als Verwendungszweck habe ich die Rechnungsnummer angegeben welche auf der REchnung des Za angegeben ist.

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An den Gläubiger gar nichts mehr. Die Gesamtforderung muss an die Inkassofirma gezahlt werden.

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Kommentar von franneck1989
07.06.2016, 12:46

An den Gläubiger gar nichts mehr.

Es muss immer an den Gläubiger geleistet werden. Abweichend ist dies nur durch Vorlage einer Vollmacht möglich (§174 BGB)

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Kommentar von mepeisen
07.06.2016, 16:47

Ne, solange keine Abtretung angezeigt wird, ist die Zahlung an den Gläubiger grundsätzlich ebenfalls schuldbefreiend möglich. So will es das Gesetz.

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Kommentar von franneck1989
07.06.2016, 17:36

Nein, auch das stimmt nicht. Durch die Einschaltung eines Inkassos wird dieses nicht neuer Gläubiger!

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Der Zahnarzt hat sein Geld wahrscheinlich schon bekommen.  Er hat  die Forderungen an das Inkasso  Unternehmen verkauft. Die gesamte  Summe ist zu zahlen. Auch die Gebühren.  

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Kommentar von franneck1989
07.06.2016, 12:44

Der Zahnarzt hat sein Geld wahrscheinlich schon bekommen.  Er hat  die Forderungen an das Inkasso  Unternehmen verkauft.

Äußerst unwahrscheinlich

Die gesamte  Summe ist zu zahlen. Auch die Gebühren.

Kommt auf die Umstände an

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Kommentar von kevin1905
07.06.2016, 12:47

Dann begeht das Inkassobüro hier einen Betrug. Denn wenn es als Gläubiger auftritt hat es

  1. Seine Gläubigereigenschaft nachzuweisen durch Vorlage einer Abtretungserklärung nach § 410 BGB. Bis dahin ist der Zahnarzt Gläubiger und kann schuldbefreiend Zahlungen empfangen.
  2. Würde es als Gläubiger in eigener Sache handeln. Man kann sich nicht selbst beauftragen und dafür Gebühren verlangen. Wer anderen durch Täuschung oder Vorspielung falscher Tatsachen vorsätzlich einen Vermögensschaden verursacht begeht einen Betrug.
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Kommentar von EXInkassoMA
07.06.2016, 16:55

Antwortmarkus

Aus dem post ist nicht zu ersehen das das inkasso Forderungsinhaber ist. 

Wäre dem so dann fallen die kosten ohnehin weg, denn der inkassoladen würde dann auf eigne rechnung handeln ;-) 

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Theoretisch wären gesamt 18 euro inkl Auslagenpauschale rechtens

75 plus 1 hast Du bereits an den zahnarzt überwiesen. 

Zweckgebunden? 

Zusaetzlich noch mal 5 euro nachschieben

Ebenfalls an den zahnarzt und zweckgebunden (mahnkosten) 

Rechne mental trotzdem mit weiteren briefen. Dann nochmal posten

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Kommentar von Agniesyka
19.09.2016, 15:57

Habe nun ein Mahnschreiben vom Amtsgericht erhalten.
Hauptforderung: zinsrückstände 0,52€

Inkassogebühren: 56,00

Verfahrenskosten: 57,00

Nebenforderungen:
Mahnkosten 5,00€
Auskünfte 7,76€
Inkassokosten 64,26€

Die Zahnarztrechnung habe ich beglichen.
Inkl Zinsen.
Alles an den Zahnarzt gezahlt.
Habe mit dem InkassoBüro keinen Kontakt gepflegt.
Habe nun der Forderung Indianer widersprochen.

In wieweit sind Inkassogebühren erstattungsfähig?

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Nein, der ZA hat die Forderung mittlerweile ans Inkasso abgetreten (das hat also wohl etwas gedauert, denn das amchen die nicht hoppla).

Jetzt ist das Inkasso Dein Gläubiger und Du solltest zusehen, mit denen ins Reine zu kommen. Sonst laufen noch mehr Kosten auf. Und nen negativen Schufa-Eintrag gibts eh.

Der ZA hat mit der Chose nichts mehr zu tun.

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Kommentar von franneck1989
07.06.2016, 12:45

Nein, der ZA hat die Forderung mittlerweile ans Inkasso abgetreten (das
hat also wohl etwas gedauert, denn das amchen die nicht hoppla).

Woher weißt du das?

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Kommentar von mepeisen
07.06.2016, 16:46

Wenn der Zahnarzt die Forderung wirklich abgetreten hätte, dürften exakt 0,00€ Inkassogebühren verlangt werden. Wenn aber doch Inkassogebühren verlangt werden, könnte das Inkasso ggf. wegen Betrugs belangt werden, denn Inkassogebühren darf man nicht verlangen, wenn eine Forderung in eigenem Namen geltend gemacht wird.

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Kommentar von EXInkassoMA
07.06.2016, 16:57

Siviha : nein ist nicht so

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Wenn die Inkassofirma kundtut die Forderung von dem Zahnarzt übernommen zu haben ist eine Zahlung nur an die Inkassofirma abschließend vorzunehmen.

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Kommentar von franneck1989
07.06.2016, 13:03

Die können so viel kundtun, wie sie wollen. Erst eine Abtretungsurkunde wäre die Grundlage an das Inkassobüro zu leisten

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Kommentar von kevin1905
07.06.2016, 13:08

Erzählen kann man erstmal viel wenn der Tag lang ist.

Entweder wurde das Inkassobüro beauftragt die Zahlung für den Zahnarzt einzuziehen oder die Forderung wurde abgretreten (was ich persönlich bei nicht titulierten Ansprüchen noch nie gesehen habe in 12 Jahren Unternehmertum).

Das Inkassobüro wurde beauftragt die Forderung geltend zu machen. In dem Fall hat es dies nachzuweisen, spätestens auf Verlangen (§ 174 BGB). Die Informationspflichten nach § 11a RDG gelten entsprechend. Ob das Inkassobüro Anspruch darauf hat seine Kosten vom Schuldner erstattet zu bekommen hängt von mehreren Faktoren ab.

  1. Es ist kein Masseninkasso, heißt es arbeitet nicht auf Erfolgsbasis oder auf Flatrate. In dem Fall gilt § 4 Abs. 5 RDGEG. Ist dem Gläubiger (Zahnarzt) durch die Beauftragung kein Schaden entstanden, heißt musste er nicht die Gebühren für das Inkassobüro vorstrecken, gibt es folglich auch keinen Schaden der zu ersetzen wäre. Die Fragestellerin hat mit dem Inkassobüro keinen Vertrag, direkte Ansprüche sind also ausgeschlossen.
  2. Sollte der Zahnarzt Kosten für die Beauftragung gehabt haben, so wäre zu prüfen welche Leistung das Inkassobüro erbracht hat. Obergenze ist das RVG, also was ein Rechtsanwalt für die gleiche Tätigkeit abrechnen dürfte. Das wäre maximal eine 1,3 Gebühr. Diese ist m.M.n. bei Inkassobüros aber ausgeschlossen da diese weder eine Einzelfallprüfung vornehmen, noch individuelle Korrespondenz führen noch im streitigen Verfahren Vertretungsberechtigt sind, geschweige denn meist die gleiche Qualifikation wie ein Rechtsanwalt haben. Bliebe maximal noch ein Schreiben einfacher Art (0,3 Gebühr). --> ca. 16,- €.
  3. Gläubiger unterliegen in Deutschland der Schadensminderungspflicht (§ 254 Abs. 2 BGB). Bedeutet sie sind verpflichtet die Kosten für den Schuldner (nicht für sich selbst!) so gering wie möglich zu halten. Das Inkassobüro, das 75,- € haben möchte widerspricht diesem Gebot ganz vehement. Wenn die Forderung doch berechtigt und unbestritten ist, warum nicht einfach einen gerichtlichen Mahnbescheid beantragen? 32,- € an die Gerichtskasse und peng, fertig! Kein Widerspruch? Keine Zahlung? --> Vollstreckungsbescheid und Gerichtsvollzieher. Man hat einen Titel der 30 Jahre gültig ist.

Alternativ hat das Inkassobüro tatsächlich die

Forderung erstanden

. Dann muss es seine Gläubigereigenschaft nachweisen (§ 410 BGB). Es handelt dann in eigener Sache und kann dafür keine Gebühren verlangen.

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