Frage von Malalei10, 57

Zahlungsunfähiger Bürge wird gepfändet. Kreditnehmer ist vermögend und verkauft Immobilien Der Erlös wird nicht zur Abzahlung des Kredits verwendet?

Die Situation: Ex-Ehe-Frau bürgt gesamtschuldnerisch auch noch nach rechtskräftiger Scheidung für einen Kredit, der für einen gemeinsamen Hauskauf während der Ehe getätigt. worden ist. Ex-Mann (Kreditnehmer) zahlt, laut Auskunft der Bank, angeblich nur unregelmäßig und nicht in voller Höhe den Kredit ab. Die Bank geht gegen die Bürgin in einem Zwangsversteigerungsverfahren auf Zahlung von über 600.000 € vor. Die Bürgin hat mittlerweile nachweislich kein Vermögen mehr, ihre Immobilie ist hoch verschuldet, sie hat weder eine Kranken- noch Sozialversicherung, ist 63 Jahre alt, und arbeitslos. Der Kreditnehmer hingegen ist vermögend. Er besitzt Immobilien in Deutschland und im Ausland. Die Bürgin hat nun erfahren, dass der Kreditnehmer einige Wohnungen in Höhe von ca. 250.000 € verkauft hat. Die Bank behauptet davon nichts zu wissen. Meine Frage: Gibt es eine Prüfungspflicht der Banken die Vermögensverhältnisse des Kreditnehmers und Bürgen betreffend. Bezieht sich diese Prüfungspflicht nur auf den Zeitraum vor Erteilung des Kredits, oder auch später - vor allem auch dann, wenn gegen den Bürgen ein Zwangsversteigerungsverfahren eingeleitet wird? Kann die Bürgin gegen den Kreditnehmer vorgehen, der den Erlös aus dem Verkauf der Wohnungen nicht zur Tilgung des Kredits verwendet hat, sondern offensichtlich anderweitig? Ist dieser Sachverhalt von strafrechtlicher Relevanz? Die zu diesem Vorfall von der Bürgin informierte und befragte Bank hat geleugnet etwas von dem Verkauf zu wissen und bei weiterem insistieren die Bürgin darüber aufgeklärt, dass sie (die Bank) nicht dazu berechtigt sei hierüber Auskunft - wegen der Schweigepflicht - zu geben.Auch das Zwangsversteigerungsverfahren würde weiterhin betrieben werden, weil sich die Bank aussuchen könne, ob sie ihre Forderungen vom Bürgen oder Kreditnehmer eintreiben wolle. Der ganze Sachverhalt ist ziemlich unglaublich und ich wäre sehr froh, wenn ich dazu Antworten/ Tips bekommen könnte.

Antwort
von wfwbinder, 20

An dem Sachverhalt passt einiges nicht.

Wenn der ExEhemann so vermögend ist, wie konnte dann die Frau fast vermögenslos aus der Scheidung gehen (Zugewinnausgleich).

Wenn sie keine Arbeit hat, wäre der Weg zum Jobcenter zu empfehlen.

Wenn die Bank an sie herantritt aber selbst weiß, dass der Exehemann Geld aus Verkäufen hat, kann sie klagen (Prozesskostenhilfe bei der Sachlage kein Problem).

Die Dame muss nur 2 Tage Zeit aufwenden.

1. Tag Jobcenter

2. Tag, Amtsgericht, Beratungsschein holen.

Kommentar von Malalei10 ,

Die Dame lebt im Ausland, wo sich auch die streitbefangene Immobilie befindet. Leider haben die Anwälte der Dame so schlecht gearbeitet dass sie, ehemals vermögend, heute nichts mehr besitzt.

Kommentar von wfwbinder ,

Das gehört zu den Risiken, wenn man ins Ausland geht.

Antwort
von BiggerMama, 21

Ohne Anwalt wird da nichts gehen.

Es ist allgemein gängige Praxis, die Ehefrau für einen Kredit bürgen zu lassen und sich letztendlich an ihr schadlos zu halten.

Vor einigen Jahren gab es einen ähnlichen Fall, der durch die Presse ging. Die Ehefrau hatte geklagt, dass sie nicht wusste, was auf sie zukommt. Die Bank hatte sie nicht aufgeklärt, was die Bürgschaft eigentlich für sie bedeutet. Außerdem kannte die Bank die Vermögensverhältnisse der Ehefrau und hat von ihr trotzdem die Bürgschaft verlangt.

Seitdem sind die Banken vorsichtiger geworden. Sie muss wohl jetzt ein Papier unterschreiben, in dem steht, dass man alles weiß. Als Ehefrau steht man dann, denke ich, trotzdem unter Druck, wenn man seinem geliebten Mann den Wunschtraum verwehrt. Knifflige Sache.

Wenn der Vertrag älter ist oder so etwas nicht unterschrieben wurde, kann es gut sein, dass der Kredit nicht weiter durch die Ehefrau "bedient" werden muss.

Die Banken machen es sich einfach. Die Ehescheidung spielt keine Rolle. Ehrlich, deshalb bürgt man auch nicht.

Antwort
von soissesPDF, 12

"Wer bürgt wird erwürgt".

Grundätzlich hält sich die Bank an der Immobilie schadlos (Zwangsversteigerung), nicht so sehr an dem Bürgen.
Die Bürgin geht hernach in die Privatinsolbenz, das Ende der Fahnenstange ist für sie erreicht.

Hat die Bank einen weiteren Kreditnehmer wird sie versuchen diesen ebenso "Kiel zu holen".
Hat dieser Vermögen, hat er henach nur etwas weniger.

Im Mittelpunkt der Betrachtung steht die Sicherheit, eben jene Immobilie die zwangsversteigert werden soll.
Das Haus hat die Schulden, nicht der Kreditnehmer oder der Bürge, diese haften "nur" für den Rest.

Antwort
von Gerneso, 32

Ja, deshalb bürgt man ja auch nicht. Der Bank ist es egal ob der Kreditnehmer nicht zahlen kann oder nicht zahlen will. Wenn er nicht zahlt und es einen Bürgen gibt kann die Bank sich das Geld vom Bürgen holen.

Wenn der Kreditnehmer vermögend ist muss der Bürge zusehen dass er sich von diesem das Geld zurück holt. Das ist Zivilrecht.

Antwort
von malour, 32

(sie hat weder eine Kranken- noch Sozialversicherung, ist 63 Jahre alt, und arbeitslos.)
Haut irgendwo nicht hin, denn Das ALG-Amt zahlt in dem Fall die Beiträge. Und lt. Gesetz muss jeder KV sein.


Seit dem 01.01.2009 gilt die Krankenversicherungspflicht in Deutschland in 2015 für alle Personen.

Zu dem Anderem- sie sollte  sich einen Rechtsschein bei Gericht holen und anwaltlich beraten lassen.


Kommentar von Malalei10 ,

Doch, leider haut es hin, denn sie lebt derzeit in Polen und hält sich mit der Hilfe von Freunden über Wasser. Dort sind die Verhältnisse ein bisschen anders. Die Bank ist eine deutsche Bank, die den Kredit für den Kauf der streitbefangenen Immobilie (ebenfalls in Polen) gewährt hat.

Kommentar von malour ,

Und warum erwähst du das nicht bei deiner Fragestellung, so das evtl. Leute antworten können, die über die da gesetzl. Bestimmungen etwas besser Bescheid wissen?

Antwort
von KathaKoch1234, 17

Sie ist krankenversichert, da man in Deutschland pflichtversichert ist. Wenn sie aber ihre Beiträge nicht zahlt, dann macht sie Schulden.

Wenn sie arbeitslos ist, warum war sie dann nicht beim Arbeitsamt, die versichern sie ja auch.

Alles andere muss sie mit einem Rechtsanwalt klären.

Kommentar von Malalei10 ,

Entschuldigung, ich habe nicht erwähnt, dass es sich um eine Deutsche handelt, die jetzt in Polen lebt und nicht einmal das Geld hat wieder zurück nach Deutschland zu übersiedeln. Wäre sie in Deutschland, dann hätte sie sich sicher schon sehr gut weitergeholfen.

Kommentar von malour ,

Versteh ich nicht,sie ist Deutsche, es gibt hier doch Stellen, Wie Diakonie ect. die beratend zur Seite stehn und evtl. helfen können, das sie wieder hier her kann. Wenn sie eh nichts hat, braucht sie ja nichtmal ein Umzugsunternehmen.

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