Zahlungsaufforderung über facebook?

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2 Antworten

Nein, diese Facebook-Kontaktaufnahme ist nicht ausreichend:

  • Ab dem 18. Geburtstag ist die Tochter selbst für ihren eigenen Lebensunterhalt verantwortlich.

Unter bestimmten Bedingungen hat sie zwar Anspruch auf Unterhalt von den Eltern, 

  • diesen Anspruch muss sie aber erst einmal nachweisen, um Unterhalt fordern zu können (Schulbescheinigung, Ausbildungsvertrag...)

Hat sie ihren Anspruch nachgewiesen, so muss sie beide Eltern zur Offenlegung ihrer Einkommen auffordern,

  • denn gegenüber volljährigen Kindern wären nun beide Elternteile barunterhaltspflichtig, also auch die Mutter der Tochter..., und zwar im Verhältnis ihrer Einkommen zueinander.
  • Auch wenn die Mutter ihren Unterhalt für die Tochter in Form von Verpflegung und Unterkunft erbringen könnte statt als Bargeld, so wäre zur Berechnung deines Unterhaltsanteils also auch ihr Einkommen relevant...
  • Da eigenes, regelmäßiges Einkommen der Tochter (z.B. Azubigehalt) und anrechenbares Vermögen ihren Anspruch an die Eltern mindert, muss sie auch selbst ihr mögliches Einkommen und ihre Ersparnisse offenlegen...
  • Beide Eltern haben das Recht, die Berechnung nachvollziehen zu können, also ggf. Einsicht in alle Berechnungsunterlagen zu erhalten....
  • Wenn die Tochter die jeweiligen Anteile der Eltern ermittelt hat, müsste sie diese ggf. erst "titulieren" lassen, um den Unterhalt auch tatsächlich in titulierter Höhe fordern zu können.....

Sollte sie den Unterhalt von einem Anwalt einfordern lassen, müsste sie dessen Kosten auch selbst tragen,

  • denn bei der Einforderung des Unterhaltes darf die Tochter die Finanzen der Eltern nicht über Maß belasten, also keine eigentlich unnötigen Ausgaben anrechen..
  • Nur, wenn die Eltern ihr den zustehenden Unterhalt verweigern würden oder ihr nachweislich nicht die zur Berechnung erforderlichen Unterlagen zukommen lassen würden (Einschreibebelege für die schriftlichen Aufforderungen) und sie deshalb einen Anwalt einschalten müsste, müssten die Eltern ggf. dessen Kosten tragen... 

Nun habe ich post von anwalt das ich den unterhalt eingestellt habe

Wenn du den Unterhalt an die Mutter eingestellt hast, ist das rechtens, denn diese hat keinen Anspruch mehr auch Zahlungen von dir.

Der bisherige Anspruch geht also nicht "automatisch" an die Tochter über....

  • Gäbe es einen "unbefristeten Titel" (der über die Volljährigkeit der Tochter hinaus gälte), hättest du Anspruch, diesen erstmal "abändern" zu lassen (da sich die Höhe des Unterhaltes auf jeden Fall verändern würde...., durch Unterhaltspflich der Mutter ..., verändertem "Bedarf", Anrechnung des Kindergeldes in voller Höhe und auch Anrechnung möglichen Einkommens der Tochter....)

Unterhalt muss immer erst ab dem Tag gezahlt werden, an dem der berechtigte Anspruch "geltend gemacht" wurde. 

Für den davor liegenden Zeitraum könnte nichts mehr nachgefordert werden.....

Auf so eine Kontaktaufnahme hätte ich gar nicht geantwortet.

Kommentar von hhjung2801
13.11.2016, 12:07

Ok aber zählt es, das ist die frage 

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