Frage von theodora993, 27

Zahlung von Entschädigung an Mitgl.von gemeinn.e.V.aus Anspruch von Tätigkeit als einfaches Mitglied an inzw.Vorstandsmitglied schädlich für Gemeinnützigk.?

Als einfaches Mitglied (6.12.14 bis 31.3.2015) in einem gemeinnützigen Verein habe ich für diesen Verein erstmals eine Buchhaltung erstellt und die Steuerereklärungen für das Finanzamt gefertigt. Dafür wurde eine schriftliche Vereinbarung am 31.3.2015 von der derzeit amtierenden ersten Vorsitzenden und derzeit amtierenden Kassiererin, sprich Vorstand, über eine Aufwandsentschädigung für die bis dahin (für die vorigen Geschäftsjahre) aufgewandte Arbeitszeit von mindestens 40 Stunden über 500€ erstellt. Diese besagt auch, dass dieser Betrag auf den zu zahlenden Jahresbeitrag angerechnet werden kann (240 €/Jahr).

Die Zahlung/Verrechnung soll nach Kassenprüfung erfolgen. Diese erfolgte am 30.4.2015, also im neuen Geschäftsjahr. Zur letzten MV am 15.04.2015 wurde ich zur Kassiererin und somit in den Vorstand für das neue Geschäftsjahr gewählt. Seit dieser Zeit arbeite ich komplett unentgeltlich für den Verein, da es keinen Eintrag in der Satzung für eine Entschädigung von Vorstandsmitgliedern gibt.

Kann es Konsequenzen für die Gemeinnützigkeit des Verein ergeben, wenn die Verrechnung von mir im letzten Geschäftsjahr, sprich 2015/2016 vorgenommen wird?**

Antwort
von GuenterLeipzig, 7

Der von Dir beschriebene Vorgang kann keine Aufwandsentschädigung sein.

Eine Aufwandsentschädigung per Definition bedingt, dass ein Vereinsmitglied im Auftrag eines vertretungsberechtigten Vorstandsmitglieds Aufwendungen hatte (zum Beispiel Tansport von Vereinsmitgliedern zum Turnier im eigenen Fahrzeug, Auslage von Geld für die Beschaffung von Vereinsmaterilien).

Was Du beschreibst ist eine andere Sache.

Wird der Wortlaut Aufwandsentschädigung verwandt, ist das hier definitiv falsch und kann viel Ungemach bedeuten.

Was sein könnte, dass es sich um eine Ehrenamtspausche handelt.

Diese jedoch muss durch die Satzung gedeckt sein und in einer Vereinbarung als Ehrenamtspausche und nichts sonst geregelt sein.

Die Satzung sollte befragt werden, ob der Vorstand satzungsgemäß ehrenamtlich tätig ist, was in der Regel in den meisten Satzungen so verankert ist.

Bitte bei euch prüfen.

Der Vorstand kann sich nicht eine gehaltsähnliche Zuwendung genehmigung, ohne dass eine satzungsmäßige Grundlage dazu besteht.

Günter

Kommentar von GuenterLeipzig ,

Kleine Korrektur:

Ich hatte 2 x "Ehrenamtspausche" geschrieben, das soll richtig "Ehrenamtspauschale" heißen!

Günter

Antwort
von styxjr, 4

Ihre Frage ist schwierig.

1. Falls Sie freiberuflich  tätig sind, dann können Sie für die aufgewendete Zeit eine Aufwandsentschädigung, die aber nicht 50,- €/h betragen darf, geltend machen. Falls Sie das nicht sind, ist es nicht möglich für Arbeitszeit Aufwandsentschädigung  anzusetzen.

2. Was ist diese "Entschädigung" dann? Hier handelt es sich um eine abhängige Tätgkeit, die im Rahmen eines Minijobs ausgeführt werden könnte.

Also der Verein hat Sie bei der Minijobzentrale anzumelden und die Sozialversicherungsabgaben zu tragen.

3. Ich hoffe, dass Sie das alles jetzt als zuständiger Vorstand ins Lot bringen und in Ruhe der nächsten Sozialversicherungsprüfung entgegensehen können. Diese findet bei uns alle 4 Jahre statt.

Antwort
von Wohlfuehlerin, 12

Rechtsauskünfte erteilt ein Fachanwalt nach Bezahlung bzw. Euer Steuerberater

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