Frage von profimaulwurf, 72

Zahlte und bekam dann eine Zahlungsaufforderung?

Am letzten Freitag, 30.10. 2015 hatte ich eine Zahlung geleistet, die man bei mir schon einige Male angefordert hatte. Am heutigen Montag hatte ich eine Zahlungsaufforderung per Email mit heutigen Datum, die mich aufforderte besagte Zahlung nebst Zinsen und Gebühren zu leisten. Ich habe daraufhin der Inkassofirma die Zahlung des Geldes mit Kontoauszug nachgewiesen. Nun will diese Inkassofirma die Kosten und Zinsen ohne den Forderungsbetrag bezahlt haben. Ist das rechtens? Falls ja, wo ist das geregelt und falls nein auch bitte, wo das geregelt ist. Gibt es Musterschreiben?

Dankeschön

Antwort
von kevin1905, 49

Wenn du in Zahlungsverzug warst schuldest du mal auf jeden Fall die Zinsen (ggf. Mahngebühren, Rücklastschriftkosten, Adressermittlung und was eben so anfällt).

Inkassogebühren müssen i.d.R. nicht bezahlt werden. An wen hast du überwiesen?

Antwort
von Georg63, 36

Fordern dürfen die, was sie wollen - das ist nicht unbedingt verboten.

Die gute Nachricht ist - zahlen musst du der Inkassofirma nichts.

Wenn die Zinsen mehr als paar Cents betragen, überweise sie an den Gläubiger und gut ist.

Inkassifirmen haben keine rechtliche Befugnisse und keinen Vertrag mit dir, den du erfüllen müsstest.

Antwort
von schwarzwaldkarl, 72

Am letzten Freitag, 30.10. 2015 hatte ich eine Zahlung geleistet, die man bei mir schon einige Male angefordert hatte. 

hier kommt doch schon deutlich rüber, dass Du in Verzug warst, ansonsten hätte man Dich nicht einige Male angemahnt. Aus dem Grund musst Du natürlich auch die Zinsen bezahlen. Inwieweit die Höhe der "Mahnkosten" berechtigt sind, kann man schlecht einschätzen. Sehr oft werden die von Inkassobüros zu hoch berechnet...

Antwort
von tapri, 46

wie du schreibst, warst du schon mächtig in Verzug, denn erst mahnt die Originalfirma, bevor sie eine Rechnung an ein Inkasso weiter gibt. Es gibt Fristen. Wenn du am Freitag überwiesen hast, kann das Geld heute noch nicht beim Inkasso Büro eingegangen sein. Wenn die Frist also der 31.10. war, dann kam deine Zahlung zu spät und du musst für die Kosten auf kommen.

Kommentar von franneck1989 ,

du musst für die Kosten auf kommen.

Nein, muss er aus verschiedenen Gründen nicht

Antwort
von MarkusB1996, 72

Ich kenne mich mit dem Thema nicht ganz so gut aus. Trotzdem möchte ich dir meine Sichtweise dazu schreiben.

Ich rate dir, bei dem nächsten Einkauf so bald wie möglich zu zahlen. Soweit ich weiß, kann dir der Verkäufer, insbesondere dann, wenn du schon mehrere Zahlungsaufforderungen bekommen hast, Zinsen + Zusatzgebühren verhängen.

Von dem her ist das, was dir die Inkassofirma in Auftrag stellt, gültig und du solltest es bezahlen.

Ich hoffe, ich konnte dir helfen.

LG Markus

Kommentar von franneck1989 ,

Soweit ich weiß, kann dir der Verkäufer, insbesondere dann, wenn du schon mehrere Zahlungsaufforderungen bekommen hast, Zinsen + Zusatzgebühren verhängen.

Zinsen sind erlaubt, irgendwelche "Zusatzgebühren" aber gerade nicht. Es muss nur Schaden ersetzt werden, welcher tatsächlich angefallen ist und welcher nicht gegen §254 BGB spricht.

Kommentar von MarkusB1996 ,

Danke. Jetzt habe ich wieder etwas dazugelernt :)

LG Markus

Antwort
von profimaulwurf, 15

Ich war 2 Monate drüber ... hab den Abstand jetzt gezahlt und gut ist.

Was Ihr hier alle schreibt ist schon klar, ..

Viele Anschreiben enthalten den Satz ...

sollten Sich Zahlung und unser Schreiben überkreuzt haben, 

betrachtenSie das Schreiben als Gegenstandslos 

wäre das nicht auch hier gültig gewesen ?

Antwort
von Soda33, 65

Das Geld wird wahrscheinlich noch nicht bei denen eingegangen  sein da es immer paar tage braucht. Und wenn sie es schon mehrmals  angefordert haben ist es klar das die dann Zinsen und mahngebühren  verlangen. Ob das rechtens ist weiß ich nicht aber das hatte leider auch schon. 

Kommentar von LonelyBrain ,

lies doch die Frage. Die Firma verlangt trotz Zahlung die Zinsen.

Antwort
von franneck1989, 57

Hauptforderung ist bezahlt, Sache erledigt. Inkassobüro ignorieren...

Kommentar von rudelmoinmoin ,

Falsch, nicht bei Zahlungsverzug

Kommentar von franneck1989 ,

So pauschal ist das einfach Unsinn.

Allein schon §254 BGB regelt doch, dass nur ersetzt werden muss, was für die Durchsetzung der Forderung unausweichlich und zielführend ist. Dazu gehört sicher nicht die Einschaltung eines Inkassobüros zum Schreiben weiterer rechtlich unnötiger E-Mails

Kommentar von rudelmoinmoin ,

stimmt >§254 BGB, dass nur ersetzt werden muss, was für die Durchsetzung der Forderung unausweichlich und zielführend ist, und bei einem jegliche Zahlungsverzug darf/kann man ein Inkasso Unternehmen einschalten/beauftragen  

Kommentar von franneck1989 ,

und bei einem jegliche Zahlungsverzug darf/kann man ein Inkasso Unternehmen einschalten/beauftragen  

Selbstverständlich darf man niemandem verbieten, ein Inkassobüro einzuschalten. Bezahlen muss man es als Schuldner aber trotzdem nicht ;)

Siehe dazu, unter dem Punkt "Gerichtsurteile", einige Begründungen: http://sudabeh.blog.de/2012/03/24/rechtsprechung-inkassogebuehren-13299956/

Kommentar von Georg63 ,

Ein Inkassobüro ist nie unausweichlich und nur bei ahnungslosen Schuldnern zielführend.

Wenn das Inkassobüro dann noch für den Gläubiger kostenfrei arbeitet, entstehen diesem keine Kosten, die der Schuldner evtl. zu erstatten hätte.

Antwort
von Glueckskeks01, 49

Kauft doch einfach nichts, was ihr nicht bezahlen könnt. Das kann doch nicht so schwer sein. Und ja, es ist rechtens, und ja, es wird irgendwo in den AGBs oder so stehen.

Kommentar von franneck1989 ,

es wird irgendwo in den AGBs oder so stehen.

Pauschale Gebühren für Zahlungsverzug sind definitiv nicht erlaubt, entsprechende Klauseln in den AGB sind unwirksam und müssen nicht weiter beachtet werden.

Antwort
von rudelmoinmoin, 59

wie weit (Tage) hast du denn deine Zahlungsfrist Überschritten !

Kommentar von Georg63 ,

egal, bezahlt ist bezahlt

Kommentar von rudelmoinmoin ,

total falsch

Kommentar von Georg63 ,

bezahl du doch wen du willst, aber rede den Fragern nicht unnötige Zahlungsverpflichtungen ein.

Wenn der Gläubiger eine inkassofirma beauftragt, ist das erstmal sein Problem.

Falls FALLS! dabei Kosten entstehen kann er (nicht die Inkassofirma) gegenüber dem Schuldner geltend machen, WENN er anchweisen kann, dass diese Kosten notwendig waren - er als nicht in der LAge war, diese Mahnungen selbst zu schreiben.

Kommentar von rudelmoinmoin ,

aua, aua das tut weh >er als nicht in der LAge war, diese Mahnungen selbst zu schreiben.<

Kommentar von Georg63 ,

Wenn der Schuldner in Verzug ist, darf der Gläubiger 1 - 3 Mahnungen zu je 1,50 - 2,50 Euro je Brief verschicken - Mails sind kostenlos. Er darf damit auch einen Dienstleister beauftragen - nur darf der auch nicht mehr berechnen, denn weitere Kosten widersprechen der Schadensminderungspflicht.

Ansonsten ist es ihm frei gestellt, einen Anwalt zu beauftragen, der bei kleinen unstrittigen Forderungen nur eine Minimalgebühr abrechnen darf.

Vielfach betreiben Anwaltskanzleien gleichzeitig Inkassobüros um doppelt kassieren zu können. Da sowas unzulässig ist, bekommt ein Anwalt, der neben seinen eigenen Gebühren noch Inkassogebühren und oft noch Kontoführungspauschalen etc. einfordert, von mir einfach gar nichts. Soll er klagen und dem Richter seine überhöhte Abrechnung erklären - den Spass zu erleben wär mir einiges wert. Leider hats bisher keiner versucht.

Der sinnvollste Weg für ein Unternehmen ist es eine Mahnung zu senden und nach Fristablauf ohne Widerspruch einen Mahnbescheid zu beantragen. alles andere ist sinnlose Kostentreiberei und kann vom Schuldner ignoriert werden.

Kommentar von rudelmoinmoin ,

stimmt soweit alles, nur kennst du/ich den genauen Sachverhalt >NEIN< schöne Woche noch

Kommentar von franneck1989 ,

der Sachverhalt ist doch in der Frage beschrieben, oder etwa nicht??? :O

Antwort
von LonelyBrain, 51

Zur Zahlung von Zinsen und Mahnkosten ist verpflichtet, wer in Verzug geraten ist

Bist du das? Wenn ja - zahl.

Kommentar von franneck1989 ,

Verbraucher müssen Inkassobüros i.d.R. nicht bezahlen.

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