Frage von LucienneJordan, 113

Zahlt in diesem Fall die Krankenkasse?

Hallo,

ich bzw. wir haben ein dringendes Problem. Aus privaten Gründen müssen meine Mutter und ich uns einen eigenen Wohnung suchen. Alles schön und gut, aber das Problem: Meine Mutter ist schon vor langer Zeit an der unheilbaren Krankheit "Multiple Sklerose" erkrankt, d.h. sie sitzt im Rollstuhl und kann im Haushalt nichts tun. Ich hingegen bin fast 16, habe aber Schule und mein Abi vor mir, gehe nebenbei noch jobben etc. Ich kann auf keinen Fall einen Haushalt allein führen... Zudem, selbst wenn, kann ich mit einem Fahrrad keine größeren Einkäufe transportieren und Auto fahren darf ich noch lange nicht... Klar könnte in diesem Fall eine Haushaltshilfe von Nützen sein: jemand, der einmal in der Woche kommt, Putzen hilft und den Einkauf erledigt... Aber das können wir uns momentan sicher nicht leisten... Würde in einer solchen Notsituation die Krankenkasse zahlen, damit wir Hilfe bekommen? Ich hoffe auf gute Beratung und Antworten. Liebe Grüße und danke im Voraus

"Lucy"

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Griesuh, 21

Viele tolle, jedoch leider auch nicht richtige Antworten dabei.

Deine Mutter hat doch sicher eine Pflegestufe und bekommt Pflegegeld.

Wenn nicht, so ist ein Antrag bei der Pflegekasse deiner Mutter, auf eine Einstufung in eine Pflegestufe zustellen.

Dazu muss nicht kompliziert die Pflegekasse ermittelt werden, denn die Kranken u. Pflegekasse befindet sich unter einem Hut der jeweiligen Krankenkasse.

Ihr könnt Pflegegeld oder Kombileistung beantragen.

Pflegegeld gibt es, wenn ausschließlich die Pflege durch privat Personen erfolgt.

Du schreibst sie hat schon eine Pflegestufe. Habt ihr bisher noch
keinen Pflegeberatungsbesuch nach § 37.3 SGB XI durchführen lassen?

Diese Pflegeberatungsbesuche sind gesetzl. vorgeschrieben § 37.3 SGB XI und müssen der Pflegekasse in Pflegestufe 1. u. 2 einmal pro Halbjahr und in Pflegestufe 3 einmal pro Quartal der Pflegekasse nachgewisenen werden.

Erfolgen diese Beratungsbesuche nicht, kann die PK das Pflegegeld kürzen oder die Zahlung kompl. einstellen.

Den Pflegedienst der den Pflegeberatungsbesuch erbringt müsst ihr euch selbst aussuchen und mit dem Beratungsbesuch beauftragen. Die Kosten trägt die Pflegekasse.

Bei solchen Pflegeberatungsbesuchen, hätte euer Problem der HW besprochen werden können.

Die Kombileistung gibt es, wenn ein Pflegedienst mit ins Boot kommt.

Die Pflegekasse finanziert nicht den ambul. Pflegedienst, sondern die Pflegekasse stellt einen Bestimmten Betrag der jeweiligen Pflegestufe als Kombileistung bereit. Wird dieser Betrag der Kombileistung durch die eingekauften Leistungen überschritten, so ist der Mehrbetrag privat zu bezahlen. Und der Pflegedienst bekommt nicht einfach so den vollen Betrag der Kombileistung von der PK überwiesen.

Hat sie schon eine Pflegestufe, so wie du schreibst, so ist der Pflegegeldbezug auf Kombileistung um zustellen, so dass ihr einen örtl. ambul. Pflegedienst mit der Hauswirtschaft beauftragen könnt.

Den ambul. Pflegedienst müsst ihr euch selbst aussuchen und dort die Hauswirtschaft einkaufen.

Dazu muss ein Erstgespräch erfolgen, in dem der Umfang der Hilfen besprochen wird. Es ist ein Kostenvoranschlag zuerstellen der bestandteil des gesetzl. vorgeschriebenen Pflegevertrages zwischen dem Pflegedienst und deiner Mutter ist.

Der Pflegedienst rechnet dann seine erbrachten Leistungen direkt mit der Pflegekasse ab.

Kommentar von LucienneJordan ,

Danke dir

Antwort
von striepe2, 59

Setz dich doch einmal mit dem roten Kreuz in Verbindung. Deine Mutter bekommt evtl. eine Pflegestufe und dann erhaltet ihr auch Unterstützung, die die Pflegekasse bezahlt. Viel Glück!

Kommentar von LucienneJordan ,

Pflegestufe hat sie schon, aber das mit dem roten Kreuz haben wir noch nicht versucht. Danke =)

Antwort
von Akka2323, 29

Es gibt in jeder Gemeinde eine Behindertenberatung. Da kannst Du klären, was Euch als Hilfen zusteht.

Antwort
von derhandkuss, 36

Hier wirst Du ganz einfach Kontakt mit der Krankenkasse aufnehmen und einen Antrag stellen müssen. In vielen Situationen hat die Krankenkasse sicher einen Handlungsspielraum.

Eine andere Frage ist natürlich, ob Deine Mutter bereits einen Antrag auf Pflege-stufe gestellt hat. Dieser wird ebenfalls über die Krankenkasse gestellt, jedoch von der Pflegekasse finanziert.

Antwort
von 5432112345, 49

Du musst dich an die Pflegekasse deiner Mutter wenden. Die zahlt aber nur wenn deine Mutter eine Pflegestufe (bzw. zukünftig Pflegegrad) hat.
Sollte dies nicht der Fall sein wird die Pflegekasse ein Gutachten erstellen lassen (meist durch den MDK).
Wenn alles gut geht, wird deiner Mutter ein ambulanter Pflegedienst finanziert.

Falls du die Pflegekasse deiner Mutter nicht heraus bekommst, wende dich erstmal an ihre Krankenkasse.

Antwort
von Wiesel1978, 40

Antrag stellen und Widerspruch einlegen. Denn wenn die Kasse zahlen soll, wird meist ungelesen abgelehnt.
Und das Deine Mutter "nichts" kann, glaub ich nicht

Kommentar von LucienneJordan ,

Meine mutter kann im Haushalt "nichts" machen. Bitte mal MS googeln. Die Krankheit zerstört den ganzen Körper, da kann sie wohl kaum EInkaufen und putzen... Aber danke... DIe Kasse hat uns schon viel Ärger gemacht...

Kommentar von Wiesel1978 ,

Ich weiß nicht, wie zerstörerisch MS werden kann. Aber für eine Kostenübernahme wird so n Typ von der KK mglw euch besuchen. Und der wird auch doofe Fragen stellen.
Sorry, ich wollt Dir nicht zu nahe treten, geschweige denn Deiner Mutter

Antwort
von brummitga, 32

KK fragen oder z.B. bei der Caritas nachfragen.

Kommentar von LucienneJordan ,

Wollen wir morgen machen, hatte gehofft, dass ich jetzt schon ein bisschen was in Erfahrung bringen kann. Aber danke trotzdem =)

Kommentar von bastidunkel ,

Und was nutzt dir das? Die paar Stunden wirst du doch wohl noch abwarten können. Wenn deine Mutter schon Pflegestufe hat, dann ist doch Geld genug vorhanden.

Kommentar von striepe2 ,

Aus eigener Erfahrung kann ich dir berichten, das wir über die KK nur Ärger hatten. Alles wurde abgelehnt. Sie haben solange abgelehnt, bis nur noch das Sozialgericht übrig blieb. Wir haben resigniert. Und genau das wird bezweckt. Nun hilft uns das rote Kreuz und dafür zahlen wir 75 € mtl. Ich kann gut verstehen, das deine Mutter und auch du sehr verzweifelt seid. Hoffentlich hilft euch eine Institution!

Kommentar von LucienneJordan ,

Danke, das hoffen wir auch...

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