Zahlt eine Haftpflicht wenn jemand…?

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6 Antworten

Das Halbwissen schmerzt mich wie in den meisten Fällen bei juristischen Fragen hier mal wieder unendlich.

Zunächst mal handelt es sich um einen sogenannten Defensivnotstand gem. §904 BGB. Das ist eine eigene Anspruchsgrundlage. Danach kann grds. der Eigentümer der Sache den entstandenen Schaden ersetzt verlangen.
Da der Eigentümer hier aber gerade selbst das Objekt des Notstands war, verstieße das zumindest gegen Treu und Glauben.

Sollte der Geschädigte ein Mindestmaß an Anstand besitzen, so wird er einen Anspruch ohnehin nicht geltend machen.
Täte er das doch, würde ihm jeder Richter vor dem Amtsgericht aus genannten Gründen den Vogel zeigen.
Darüber hinaus stellt sich auch die Frage, ob die Tür teuer genug war, um die Eröffnung eines Rechtsstreits zu begründen.

Ich hoffe, ich konnte helfen!

MfG,
Jurakopf

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Kommentar von Jurakopf24
04.01.2016, 11:39

Den Aspekt mit der Versicherung kann ich leider nicht beantworten, tut mir leid!

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Hallo Nestur111,

Ihre Frage kann ich nur aus „ Versicherer – Sicht „
beantworten. Wie es sich letztendlich rechtlich verhält,  muss ein Jurist beantworten.

Eine private Haftpflichtversicherung kommt grundsätzlich nicht bei Vorsatz auf. Selbst wenn man einem Menschen aus einer Notfallsituation hilft.

ABER…

Bessere Tarife halten eine Besonderheit bereit.

So sprechen verschiedene Tarife eine Kostenübernahme aus, sofern sich Ansprüche aus dem §904 BGB ergeben.

Wichtig ist dabei, dass die „ gerettete Person „ diese
Klausel in ihrem Vertrag vereinbart hat. 

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Kommentar von FreierBerater
04.01.2016, 10:34

Ich finde, dass BGB §34 deinem §904 entgegensteht; besonders was die Ansprüche gegen den Verursachenden betrifft.

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Sowas nennt sich Geschäftsführung ohne Auftrag, den Schaden muss der Gerettete selbst zahlen.

Edit: Wenn der Retter selbst einen Schaden erleidet, muss diesen ebenfalls der Gerettete zahlen (dessen Haftpflichtversicherung). Handelt es sich um eine Verletzung, tritt die gesetzliche Unfallversicherung ein.

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Zahlt eine Haftpflicht wenn jemand…?Einer anderen Person aus einer Notfallsituation hilft?

Nein - denn hier würde es sich um Vorsatz handeln.


Wer kommt für den Schaden auf?

Hier müssen wir unterscheiden zwischen Unfall und Krankheit.

Bei einem Unfall wären diese Kosten durch die Unfallversicherung (Bergungskosten) abgedeckt.

Bei einer Krankheit (Epilepsie) durch die Krankenversicherung (Rettungskosten). 

Allerdings empfiehlt es sich immer, in solch einer Situation die Polizei und das DRK/ASB zu verständigen.

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Glas ist in der PHV sowieso nicht mit versichert, es sei denn, der Tarif wurde in dieser Hinsicht erweitert.

Vorsatz ist ebenfalls nicht versicherbar.

Wenn allerdings Jemand aus Versehen in die Tür fällt, dann wäre es versichert, wenn der Tarif erweitert wurde mit Einschluß Glasschäden.

War es keine Glastür, dann wäre es ein Mietsachschaden. Die sind auch nicht immer eingeschlossen, schau mal in deine Police.




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Für die Kosten ist letztlich der Gerettete verantwortlich. Daher nehme ich mal an, dass seine Haftpflicht sie übernehmen würde.

Bei Autounfällen ist es jedenfalls so.

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Kommentar von TheQ86
04.01.2016, 09:33

Würde ich auch sagen. Denn die Rettung ist ja Nothilfe, weshalb der Rettende ja nicht haftbar gemacht werden kann. Darum zahlt auch die Haftpflicht des Rettenden nicht. Ob der Gerettete haftbar ist, ist auch fraglich, schließlich hat er ja den epileptischen Anfall nicht absichtlich ausgelöst. Bleibt noch der Türbesitzer übrig (sofern er nicht das Opfer ist)

Da zahlt eventuell eine Hausratversicherung des Türbesitzers.

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