Zahlt die Versicherung (privat), wenn man Sicherungseinrichtungen an Maschinen manipuliert oder entfernt?

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6 Antworten

1. Gesetzliche- / private- Krankenversicherung zahlen beide solange der Unfall nicht absichtlich herbei geführt wurde. Fahrlässigkeit und grobe fahrlässigkeit sind versichert.

2. Private Unfallversicherung leistet je nach bedingungswerk. Demnach könnte ein sog. Mitwirkungsanteil zur ganz oder teilweisen Leistungseinschränkung führen.

3. Gesetzliche Unfallversicherung leistet uneingeschränkt. Die Berufsgenossenschaft wird allerdings eine Untersuchung beim Arbeitgeber durchführen. Sollte es schon häufiger vorgekommen sein, das Sicherheitseinrichtungen manipuliert wurden, müssen die entsprechenden Mitarbeiter abgemahnt bzw im wiederholungsfall gekündigt worden sein. Regress ist nicht vorgesehen, aber der Arbeitgeber kann und wird eine empfindliche Strafe zahlen müssen falls Manipulationen ermöglicht oder hingenommen wurden.

4. Private Haftpflicht leistet gegenüber dritten, die durch den Unfall zu Schaden gekommen sind sofern grobe fahrlässigkeit versichert ist (optional mit begrenzten versicherungssummen). Sollte der Unfall vorsätzlich herbei geführt worden sein, ist die private Haftpflichtversicherung grundsätzlich leistungsfrei.

5. Betriebshaftplicht Versicherung leistet bei Schäden gegenüber dritten, kann den Arbeitnehmer aber bei Vorsatz und grober fahrlässigkeit (wie in diesem Fall) in Regress nehmen.

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 Wenn man jetzt an einer Maschine bei sich zuhause im privaten Bereich die Sicherungseinrichtungen entfernt oder manipuliert,

Bedeutet, dann dass dieser Mensch damit rechnen muss, dass sich ein dritter damit verletzen kann, oder ist dies evt.sogar beabsichtigt ?

Damit wird sich dann die Staatsanwaltschaft beschäftigen müssen.

Die Privathaftpflichtversicherung zahlt bei Vorsatz nichts.

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Kommentar von RudiRatlos67
05.03.2016, 21:02

Damit wird sich dann die Staatsanwaltschaft beschäftigen müssen.

Absolut richtig. Wenn ein Dritter durch die Benutzung der Maschine an der verdeckt manipuliert wurde, zu Schaden kommt, wird grundsätzlich ein Kapitalverbrechen unterstellt.

Bedeutet, dann dass dieser Mensch damit rechnen muss, dass sich ein
dritter damit verletzen kann, oder ist dies evt.sogar beabsichtigt ?

Nicht zwangsleufig....
Wenn offensichtlich ist, das die Sicherungseinrichtung entfernt wurde und wenn die verunfallte Person überhaupt die Erlaubnis besaß die Maschiene zu benutzen obliegt es der benutzenden Person das Risiko eines Unfalls zu tragen.
Anders wäre es, wenn der Verunfallte vorher um die Erlaubnis gebeten hätte die Maschine zu benutzen und vom Besitzer das OK bekommt mit der Bestätigung wieder besseren Wissens, das alle Sicherheitsvorkehrungen von Technischer Seite eingehalten wurden und er die Maschine gefahrlos benutzen kann.

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Sicherungseinrichtungen kann man nur absichtlich entfernen oder manipulieren.

KEINE Versicherung zahlt Schäden, die durch eine absichtliche Handlung hervor gerufen werden.

Wenn das Ganze während der Arbeit passiert ist, bekommt die Firma gewaltig Ärger mit der Berufsgenossenschaft.

Diese muss zwar die finanziellen Schäden des Verletzten tragen, wird aber die Firma in Regress nehmen. 

Da ist die schnell pleite.

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Kommentar von RudiRatlos67
05.03.2016, 14:05

Unsinn.... Das die sicherungseinrichtungen absichtlich entfernt wurden bedeutet keineswegs das der Unfall absichtlich herbei geführt wurde. Allerdings muss sich die entsprechende Person den Vorwurf der groben fahrlässigkeit durch das entfernen der sicherungseinrichtungen gefallen lassen.

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Nein. Schau mal ins Kleingedruckte, genannt AGB.

Da steht,  daß die Versicherung nicht zahlt, wenn der Schaden durch grob fahrlässiges Verhalten entstanden ist.

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Kommentar von DerHans
05.03.2016, 13:34

Eine Sicherheitseinrichtung kann man nicht "grob fahrlässig" ausschalten. 

Das ist grundsätzlich VORSATZ

Das hat dann außerdem noch strafrechtliche Konsequenzen, wenn jemand verletzt wurde.

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Kommentar von RudiRatlos67
05.03.2016, 14:09

Hans.... Das hatte ich bereits kommentiert. dackodiel, dass grobe fahrlässigkeit ausgeschlossen ist steht zwar in einigen bedingswerken aber längst nicht in jedem

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Kommentar von Apolon
05.03.2016, 19:01

@Dackodil,

grobe Fahrlässigkeit ist über die Privathaftpflichtversicherung abgedeckt.

Doch hier handelt es sich um Vorsatz!

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nein grob fahrlässig.

selber schuld und für fremd schaden voll privat haftbar

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Kommentar von Kiboman
05.03.2016, 13:28

nachtrag:

auch ein ich wusste das nicht hilft nicht weiter.

vor Benutzung bedienungsanleitung und sicherheitshinweise sorgfältig lesen.

steht nicht ohne grund darauf.

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Kommentar von RudiRatlos67
05.03.2016, 14:14

trifft aber auf kaum eine Versicherung zu. Meist wird bei grober fahrlässigkeit zumindest eine begrenzte Summe gezahlt. gesetzliche u. Private Krankenversicherung leisten bei grober fahrlässigkeit voll. Nur Vorsatz führt zur Leistungsfreiheit

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Deine Frage beantworte ich mit einem klaren JA!

Wenngleich es unfassbar dumm ist, Sicherungseinrichtungen zu deaktivieren.

Waere grobe Fahrlässigkeit in Kranken u. Unfall ausgeschlossen, bestünde bei drei Vierteln aller Autounfälle keine Deckung!! 

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