Frage von mayuriunicorn, 122

Zahlt die Schule eine Therapie?

Hallo. Ich habe wahrscheinlich Depressionen oder etwas in der Art und momentan mehr Suizidgedanken denn je. Meine Freunde machen sich Sorgen und sie sagen, ich soll zu einem Psychologen gehen. Und das würde ich auch super gerne. Aber leider bin ich privat versichert, was heißt, dass meine Eltern von der Therapie erfahren müssten. Aber das geht nicht. Erstens weiß ich sowieso, dass sie sagen würden ich soll mich nicht so anstellen, und zweitens tragen sie die Mitschuld an meinen Problemen, weshalb ich ihnen nicht traue und nicht mit ihnen darüber reden kann, wie's mir geht.

Eine Freundin aus Österreich hat jetzt erzählt, dass ihre Schule ihr 5 Therapiestunden gezahlt hat. Sie hat ähnliche Probleme wie ich und ihre Eltern durften auch unter keinen Umständen von der Therapie erfahren. Sie sagt, die Schule hat ihr das gezahlt, und damit ihre Eltern das nicht mitbekommen, hatte sie die Therapiestunden während der Schulzeit.

Das klingt für mich nach einer guten Lösung für mein Problem, aber sie wohnt eben in Österreich. Weiß jemand, ob das in Niedersachsen auch möglich ist? Oder weiß irgendwer, wie ich sonst an einen Therapieplatz komme und der auch so gelegt werden kann, dass meine Eltern nichts mitbekommen?

Antwort
von TheTrueSherlock, 50

Mach es dir nicht so kompliziert, diese "gute" Lösung macht dir das Leben auf lange Sicht auch nicht einfacher.

Dass die Schule etwas zahlt, wäre mir total neu. Und unter der Schulzeit die Therapiestunden zu machen, finde ich auch nicht gut. Erstens verpasst du Stoff, musst den nachholen, musst immer darauf achten, wann Arbeiten geschrieben werden, eventuell verpasst du dann eine Stegreifaufgabe und wirst deswegen mündlich einmal mehr abgefragt.. naja, eine gute Lösung sieht für mich anders aus.

Dass du zum Psychologen gehen willst, ist schon mal der erste Schritt in die richtige Richtung! Sehr gut :)

Ich selbst habe auch Depressionen, habe als Minderjährige eine Therapie angefangen und bin allerdings nicht privat versichert. Dennoch hat meine Depression auch zum Teil mit meinen Eltern - genauer gesagt mit meinem Vater - zu tun. Ich bin zuerst zu meiner Mutter gesagt und habe gemeint, dass es mir psychisch nicht gut geht und ich gerne einen Termin beim Hausarzt haben möchte. Sie hat mir den Termin dann gemacht (ich selbst hätte das nicht hingekriegt) und hat keine weiteren Fragen gestellt. Der Hausarzt hat mein Problem erkannt und mich zu einer Therapeutin überwiesen. Dann ging ich jede Woche einmal zu ihr hin. Etwas später habe ich meiner Mutter gesagt, dass ich Depressionen und anderes Zeug habe. Sie hat allerdings nicht nach den Gründen gefragt und das hätte ich auch nicht gesagt. Du musst auch nicht sagen, was du genau hast und warum. Fakt ist, dass du ein Problem hast und alleine nicht damit fertig wirst.

Sage deinen Eltern, dass du professionelle Hilfe brauchst und fertig. Sage erst mehr, wenn du dazu bereit bist. Sie sollen das akzeptieren.

Wenn die Eltern darüber Bescheid wissen, ist das viel einfacher. Wenn du einmal pro Woche zur gleichen Zeit aus dem Haus gehst, obwohl du sonst nur für Schule das Haus verlässt, dann fällt das auf. Jedes Mal Ausreden dafür zu erfinden, kostet nur Nerven. Außerdem fliegt so was eh auf, wenn man was verheimlicht.. Bei mir kam zum Beispiel auch ein Brief nach Hause, dass die angeforderten Therapiestunden genehmigt wurden. Der Brief war zwar auf mich adressiert, aber trotzdem..

Und eine Therapie ist auch nicht mit paar Sitzungen vorbei und besonders nicht, wenn du schon Suizidgedanken hast. Eine Therapie dauert locker 1-2 Jahre oder mehr und du kannst doch nicht diese Zeitspanne, deine Therapiestunden in die Schulzeit verlegen. Davon abgesehen merken dass deine Mitschüler natürlich und werden Fragen stellen. Da ist es mir sehr viel angenehmer wenn ich meinen Eltern ein "Mir geht es psychisch nicht gut und ich will mir professionelle Hilfe suchen" sage. Sag dies dem Elternteil, mit dem du besser klarkommst.

Liebe Grüße :)

Kommentar von mayuriunicorn ,

Danke für deine Antwort:)

Ich weiß ja selber, dass es mit 5 Stunden nicht getan ist und auch, dass ich viel Stoff verpassen würde, was in der Tat schlecht wäre.

Aber ich habe so viel Angst vor meinen Eltern und vertraue ihnen so wenig, dass ich lieber hätte, dass jeder einzelne Mensch davon weiß, nur einfach sie nicht. Es wäre mir egal, wenn meine Mitschüler da was merken und über mich reden. Sie lästern ja so schon über mich, machen unerlaubte Bildaufnahmen, schubsen mich, schmeißen mit meinen Sachen. Ich komme jetzt in die 11. Klasse, wohl gemerkt. Und ich hab jetzt auch kein Bock mehr, meine Narben zu verstecken, dass ich krank bin, werden sie eh sehen.

Ich bewundere dich dafür, den Mut gehabt zu haben, zu deinen Eltern zu gehen... ich wünschte, ich würde das auch schaffen.

Noch einmal, danke für deine Antwort :)

Kommentar von TheTrueSherlock ,

Gerne :)

Das tut mir leid, dass du so eine beschissene Schulzeit hast... :/
ich wurde auch gemobbt, allerdings nicht so schlimm. Denke, dass es aber noch schlimmer werden könnte, wenn sie wissen, dass du Therapiestunden nimmst. Mitschüler sind leider gemein und wenn sie dich so behandeln, kapieren sie es sicherlich nicht, dass es jemand psychisch so schlecht geht -.-

Hast du schon mal mit Lehrerinnen etc. über das Mobbing geredet? Oder warst du mal beim Rektor deswegen?

Danke, allerdings würde ich mir wünschen, dass du es dir auch traust. Inwiefern hast du den Angst vor Ihnen? Davor, dass sie dich erneut verletzen, wenn du ihnen sagst, dass du professionelle Hilfe brauchst? Und inwiefern vertraust du ihnen nicht?
Gibt es andere Familienangehörige, denen du das sagen kannst und mit denen du dich besser verstehst? Großeltern? Onkel oder Tante..? Eventuell können die dann mit deinen Eltern reden.

LG :)

Antwort
von joellesta1, 18

Und nach den fünf Stunden( die übrigens sowieso immer kostenlos sind)?
Du wirst es früher oder später deinen Eltern sagen müssen.
Trau dich, die Wahrheit zu sagen kommt immer immer am besten und ist abgesehen davon auch am einfachsten.
Es sind deine Eltern. Sie werden dir deswegen nicht den Kopf abreißen.

Ich wünsche dir alles Gute und viel Erfolg!!

Antwort
von Indivia, 9

Zumindest in d wird das meines wissens nach nciht gemacht. Alleridngs hastdu in Deutschland imNormalfall erst einmal 5 probatorische ( kostenlose) testsitzungen.

Am besten wendest du dich per Telefon direkt an einen Psychologen die können dir das genau sagen, es gibt auch die Möglichkeit sich an das sozialpsychatrische Zentrum deiner Stadtzu wenden ( hiewr übernimmt die Stadt die kosten) und sich dort beraten zu lassen,die wissen genauer bescheid.

Antwort
von einusername, 29

Versuch einfach deine Versichertenkarte zu klauen falls die sie haben. Ansonsten musst du wohl warten bis du 18 bist. Aber im Ernst, was sind das für Eltern die nicht wollen dass ihr Kind eine Therapie macht. Ich glaube wenn du ehrlich mit ihnen bist werden sie es bestimmt verstehen.

Kommentar von mayuriunicorn ,

Ich bin -wie gesagt- privat versichert. Da gibt es keine Versichertenkarte, sondern alle Rechnungen von Arzt besuchen werden an meine Eltern geschickt, die die Rechnungen begleichen und dann an die Krankenkasse weiterleiten, die das Geld zurückerstatten. So in etwa müsste das ablaufen.

Antwort
von Akecheta, 49

Vermutlich waren das keine Therapiestunden sondern die Schulsozialarbeit und die gibt es in Deutschland zwischenzeitlich auch fast überall.

Dann rufst die private Versicherung mal an, ob es da eine Lösung geben kann. Glaube aber nicht, denn dann müssten die Ärzte und ggf. die Therapeuten direkt mit der Versicherung abrechnen und nicht mit dem Vertragsinhaber(n). Außerdem haben die Eltern bei Minderjährigen immer noch das Recht zu wissen, was los ist. Gerade wenn sie auch noch Teil der Probleme sind.


Kommentar von mayuriunicorn ,

Ne, dass waren wirklich Therapiestunden. Abgesehen davon kennt unser Schulpädagoge meine Mutter, weshalb ich ihm nicht vertraue.

Nein, das funktioniert in der Tat nicht.

Meine Eltern haben nicht das Recht zu erfahren, was in mir vorgeht. Das hab nur ich. Und ich kann frei entscheiden, wem ich mich anvertrauen will.

Kommentar von Akecheta ,

Das siehst du falsch. Es geht ja nicht um dein Tagebuch oder sonstige Gefühle, sondern es geht um deine Gesundheit und da gehören die Eltern bei Minderjährigen dazu. Und wie ich schon schrieb, erst recht bei psychischen Problemen, denn sie sind ja Teil der Probleme wie du geschrieben hast, dann kann es ohne sie sowieso keine Lösung geben.

Kommentar von mayuriunicorn ,

Ich muss meinen Eltern nicht erzählen, was mit mir los ist. Vor allem, da ich es selbst kaum verstehe. Es ist schwer in Worte zu fassen. Und da soll ich meinen Eltern davon erzählen? Bei allem Respekt, aber das ist die dümmste Idee, die ich bisher gehört habe. Tut mir sehr leid, dir das sagen zu müssen. Sie haben ein Recht zu erfahren, wo ich bin und mit wem. Aber ich muss ihnen nicht erzählen, wie es mir geht. Es gibt kein Gesetz, dass sagt, dass ich meine Eltern über meine Gefühle, Gedanke etc. informieren muss. Und ich schulde es ihnen auch nicht. Wofür auch? Im Gegenzug dafür, dass sie mir Klamotten, Schulsachen und Lebensmittel kaufen und ich bei ihnen wohnen kann? Oh welch Freude, dass sie ihren Pflichten als Eltern nachkommen! Aber ich muss ihnen nicht dafür dankbar sein, vor allem, wenn sie mich so behandeln.

Kommentar von Akecheta ,

Ohje, da ist wirklich was im Argen bei dir. Du willst nicht verstehen, oder? Du kannst keine medizinische oder psychologische Behandlung bekommen um dann deine Eltern davon auszuschließen. Das geht nicht, außer du beantragst einen Vormund bei Gericht. Auch wird ein Arzt oder Therapeut deinen Eltern über den Inhalt nichts berichten, außer es ist mit dir abgestimmt und für die Behandlung sinnvoll. Du kannst die Behandlung aber nicht verschweigen und dies widerstrebt auch dem Erfolg.

Jetzt verstanden?

Und deine "dümmste Idee" kannst stecken lassen. Beleidigen kannst andere, mich nicht!

Kommentar von TheTrueSherlock ,

Du musst ihnen in der Tat nicht erzählen, was genau mit dir los ist. Sage einfach, dass es dir nicht gut geht und mehr musst du auch nicht erzählen. Ob sie es nun akzeptieren oder begreifen, ist nun vorerst auch egal. Du willst eine Therapie machen und nicht sie.
Der Schulpsychologe hat auch Schweigepflicht, aber dennoch ist es eine komische Situation, da hast du Recht.

Kommentar von mayuriunicorn ,

Die Sache ist nur, dass sie behaupten werden, dass ich dramatisiere und/oder das vorbeigehen wird. Und sie werden trotzdem wissen wollen, weshalb ich sowas sage, aber ich kann ihnen das eben nicht erzählen aber sie werden es wissen wollen und das würde ihre Gegenwart noch schwieriger machen. Ich weine ja jetzt schon beim Gedanken daran vor Angst. Ich könnte ihnen nicht sagen, dass es mir schlecht geht.

Kommentar von Dahika ,


Außerdem haben die Eltern bei Minderjährigen immer noch das Recht zu wissen, was los ist.

Das stimmt so nicht. Die Schweigepflicht des Therapeuten besteht auch gegen die Eltern. Es sei denn, es besteht Gefahr für Leib und Leben. Die Schweigepflicht beinhaltet auch die bloße Information, dass die Jugendliche sich an den Therapeuten gewandt hat.

Normalerweise besteht also strikte Schweigepflicht. Wenn freilich eine Jugendliche erzählt, dass sie regelmäßig vom Vater missbraucht wird, wird die Schweigepflicht aufgehoben, da der Schutz des Kindes das höhere Rechtsgut darstellt. Aber dies geschieht niemals heimlich hinter dem Rücken des Kindes. Und es wird immer darauf geachtet, dass das Kind geschützt ist.

Antwort
von Dahika, 25

Die Schule zahlt keine Therapie. Aber wenn du Angst hast, dass deine Eltern etwas erfahren, dann geh doch erst mal zu einer Psychol. Beratungsstelle in deiner Stadt. Träger dieser Beratungsstellen sind die Kirchen und/oder die Stadt.

An psych. Beratungsstellen arbeiten auch Psychologen und viele von ihnen haben eine Therapieausbildung, sind also psychol. Psychotherapeuten oder Kinder-und Jugendlichenpsychotherapeuten.

Die Beratung/Therapie dort ist kostenlos und als Jugendliche musst du auch so gut wie keine Wartezeit in Kauf nehmen. Und die Fachleute dort haben Schweigepflicht. Außerdem werden die Termine so mit dir abgesprochen, dass sie die Schule nicht stören.

Die Telefonnummer so einer Beratungsstelle findest du im Telefonbuch. Entweder unter Kirche (Diakonie oder Caritas) oder unter Stadt.

Außerdem kannst du dich mal an diese Adresse wenden. Dort kannst du kostenlos und anonym beraten werden und auch ohne Wartezeit.

www.bke-jugendberatung.de

Die Fachleute, die dort mitarbeiten, sind alles Psychologen mit Therapieausbildung. Natürlich ersetzt eine online-Beratung keine Therapie, aber sie ist trotzdem oft sehr hilfreich.


Kommentar von Dahika ,

natürlich stimmt es, dass eine Beratung oder Therapie ohne Einbeziehung der Eltern nicht funktionieren wird. Denn du wohnst ja nicht alleine, und wenn die Eltern der bestimmende Faktor dafür sind,dass es dir schlecht geht, müssen sie letztlich einbezogen werden.

Aber das wird niemals ohne deine Zustimmung geschehen. Und es wird zudem gut vorbereitet, so dass du keine Nachteile zu erwarten hast. Du wirst immer gut geschützt sein.

Expertenantwort
von Buddhishi, Community-Experte für Psyche, Psychologe, Psychologie, 48

Hallo mayuriunicorn,

von solch einer Möglichkeit in Niedersachsen ist mir leider nichts bekannt. Wer aber über ausführliche Informationen verfügt:

Nummer gegen Kummer: Homepage (de)

Dort kannst Du Dich kostenlos, anonym und jederzeit melden und erhälst eine optimale Beratung über die Dir zur Verfügung stehenden Möglichkeiten.

Alles Gute

Kommentar von mayuriunicorn ,

Ja, vielleicht versuch ich's nochmal. Aber in der Regel braucht man Tage, wen ans Telefon zu bekommen und als ich da mal wen sprechen konnte -ging es zugegebenermaßen nicht um meinen Wunsch auf eine Therapie, sondern mein Mangel an Freunden-, wurde mir nicht geholfen.

Kommentar von Buddhishi ,

Das ist schade, danke für die Antwort. Habe ich auch wieder eine Info mehr.

Hast Du es hier auch schon mal versucht:

www.bke-jugendberatung.de/

Ansonsten können Dir auch ein Sozialpädagogisches Zentrum (SPZ) oder andere Beratungsstellen - am besten mal bei der Stadt danach erkundigen - weiterhelfen.

Viel Glück :-)

Kommentar von mayuriunicorn ,

Danke, ich werd mich da mal erkundigen :)

Antwort
von voayager, 8

Therapien werden im Allgemeinen von den Krankenkassen bezahlt, schließlich sind sie u.a. auch dafür da.

Kommentar von mayuriunicorn ,

Natürlich, aber ich bin privat versichert,  da kommt die Rechnung ersteinmal nach Hause

Antwort
von einfachichseinn, 29

Das wird in Deutschland nicht gemacht.

Kommentar von mayuriunicorn ,

Okay, danke

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