Frage von feminimi, 66

Zahlt die Krankenkasse das und wie beantrage ich das?

Hallo Leute !

Danke das ihr auf meine Frage gestoßen seid.

Ich habe eine Frage zum Thema Krankenkasse.

Und zwar bin ich Transexuell, und bekommen nun Hormone (17 Jahre).

Leider hat das Testosteron schon eine ganze Menge Arbeit geleistet, sodass die Hormontherapie allein leider auch nur ein bedingt akzeptables Ergebnis erzielt.

Ich habe bereits mit meiner Therapeutin darüber gesprochen, und in Rahmen einer Transsexualität soll man da ganz gute Chancen haben.

Meine Frage ist aber, was die Krankenkasse BBK Vor Ort (die heißt jetzt Viaktiv Krankenkasse) dafür haben möchte, um diese Eingriffe zu zahlen, meine psychiatrische Praxis ist wohl auch gerne bereit, ein Gutachten zu schreiben.

Weiß jemand wie das bei dieser Krankenkasse läuft ? Falls die das nicht machen werde ich nämlich einen Wechsel beantragen, ist ja nicht mehr lange bis zum 18. Lebensjahr.

Es geht hier praktisch um eine Feminisierung, FFS nennt sich das auch. Zudem ist in der Nase etwas verbogen, weshalb ich das sowieso mit einer ästhetischen OP Verbinden möchte, da meine Nase echt "männlich" ist...und wenn sie so oder so operiert werden muss ?

Ich möchte keine "Finde ich gut" oder "Das ist unnötig" Kommentare lesen, sondern bitte nur Fachliches, von denen ihr auch wirklich Ahnung habt.

Vielen Dank das ihr euch die Zeit genommen habt, meine Frage zu lesen, bitte lest sie doch auch nochmal ein zweites mal, damit keine Missverständnisse auftreten.

Macht's gut und bis dann.

Liebe Grüße

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Antwort
von Scaver, 33

Alles was rein ästhetisch ist, musst Du selber zahlen, wie das mit der Nase z.B.

Das dürfen gesetzliche Krankenkassen nicht übernehmen, das verbietet der Gesetzgeber!

Die FFS kann auch nur dann zu Lasten der GKV erfolgen, wenn die Lebenssituation ohne unerträglich wird.

Das heißt in beiden Fällen FFS wie alles ästhetische darf eine Krankenkasse nicht zahlen, wenn es nur dem persönlichen Wunsch entstammt.

Damit eine Kostenübernahme denkbar wird, muss man psychisch extrem darunter leiden. Ein Gutachten deiner Psychiaterin kann helfen, wird aber nicht ausreichen. Das würde auf jeden Fall dem medizinischen Dienst der Krankenkassen vorgelegt und die entscheiden.

Zudem wird aktuell noch gesetzlich vorgeschrieben, dass man in so einem Fall vorerst alternative Therapien und Behandlungen probieren MUSS! Weigert man sich oder bricht diese selber ab, war es das! Und zieht man das durch und "es hilft" hat man auch keine Chance mehr (was dann aber ja auch egal ist).

Also diese Alternativen Wege müssen nachweislich scheitern. Und das Scheitern muss vor den Augen des medizinischen Dienstes der Krankenkassen bestehen bzw. im Fall einer Klage vor einem vereidigten und vom Gericht bestellten Gutachter.

So das sind die sehr allgemeinen Dinge dazu. Hört sich für betroffene auch schwerer und schlimmer an, als es ist.

Wie das nun bei den Kassen selber aussieht, ist die andere Frage. Deine Kasse dürfte dir Ärger machen, denn die geht langsam Pleite und hat für sowas kein Geld mehr. Allerdings kenne ich sie halt nur aus der Branche her. Wir wissen halt, welche als nächstes dicht macht oder gerade massig Versicherte verloren hat (komme ja aus dem Bereich).

Und nur weil Du 18 wirst, kannst Du nicht einfach die Kasse wechseln. Vermutlich bist Du noch familienversichert. Das kann bis zum 23. Lebensjahr erfolgen bzw. unter bestimmten Bedingungen bis zum 25. Lebensjahr.

Damit Du in eine eigene Versicherung wechseln kannst, musst Du entweder sozialversicherungspflichtig arbeiten oder Arbeitslosengeld 1 oder 2 beziehen.

Gehst Du noch zur Schule, gibt es hier keine Chance für dich! Dann musst Du familienorientiert bleiben.

Bist Du schon selber versichert (ist je nach Situation durchaus möglich, z.B. wenn Du schon Arbeitest/Ausbildung machst etc) gilt: Du musst min. 18 Monate bei deiner Kasse bleiben, früher kannst Du nicht raus, außer sie erhöhen die Beiträge. Dann hast Du eine kurze Zeit lang ein Sonderkündigungsrecht.

Kommentar von Scaver ,

Da ich gefragt wurde:
GKV = Gesetzliche Krankenversicherung

Dein Weg kann nur so laufen:

Informiere dich bei deiner Kasse über die Bedingungen.
Dann stellst Du den Antrag auf Kostenübernahme.
Wird dem stattgegeben, ist alles ok.
Wenn sie es ablehnen, kannst Du einen Widerspruch einlegen oder es akzeptieren.
Legst Du Widerspruch ein, solltest Du Ihn auf jeden Fall begründen und Nachweise, wie z.B. das Gutachten deiner Ärztin mit vorlegen.... eigentlich wäre es aber gut, wenn Du das schon beim Antrag mit vorlegst.
Geben sie dem Widerspruch statt, ist alles ok und sie zahlen.
Lehnen sie den Widerspruch ab, kannst Du nur vor dem Sozialgericht klagen.
In der ersten Instanz (Sozialgericht) gibt es keine Anwaltspflicht. Es ist trotzdem ratsam, einen einzuschalten in so einem Fall.
Vor allem sollte man sich vorab eh beraten lassen, ob eine Klage überhaupt Erfolg haben könnte, sonst sitzt man nachher auf den Kosten (den eigenen Anwalt, den Anwalt/Mitarbeiter Einsatz der GKV und die Gerichtskosten muss man dann zahlen).

Aber 2. Instanz (Landessozialgicht) herrscht Anwaltspflicht! Der weitere Weg ist dann das Bundessozialgericht und am Ende ggf. noch eine Verfassungsbeschwerde vor dem Bundesverfassungsgericht und ggf. eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.

Letzte beiden aber nur wenn klar ist, dass die GKV und die Gerichte dir deine Rechte gemäß Grundgesetz und Menschenrechte verwehren. Das ist aber äußerst unwahrscheinlich und bedarf vorab auf jeden Fall auch die Beratung durch einen Fachanwalt, der hier bereits Erfahrung hat.

Antwort
von sonnymurmel, 45

Deine Fragen können nur von der zuständigen Krankenkasse kompetent und richtig beantwortet werden. Lg

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