Frage von searcher2, 309

Zahlt das Sozialamt oder die AOK Bordellbesuche?

Da ich unter einer schweren Borderline-Störung (der impulsive Typ F60.30) leide, die mein Leben maßgeblich bestimmt, gelingt es mir nicht eine Partnerschaft aufzubauen. Seit Jahren bin ich schon alleine, aufgrund meiner extremen Isolation (die Jalousienen sind denn ganzen Tag unten), gehe nie raus, außer mal in den Supermarkt, das war es aber auch schon. Zudem glaube ich nicht mehr an mich, habe das Selbstbewußtsein einer Maus (unter anderen weil ich keiner Arbeit nach gehe, noch Zuhause wohne, Grundsicherung beziehe), daher spreche nie Frauen an, wie soll sich da auch was ergeben, wenn ich so passiv bin. Sicher wäre eine Partnerin drin, bin tageslichttauglich, schlank und sehr gepflegt, aber aufgrund meiner Krankheit ergibt sich einfach nichts, traue mich ja nicht mal eine Frau auf der Straße nach der Uhrzeit zu fragen. Zwar kam ich Frauen in Form von küssen und kuscheln schon näher, aber mit einer geschlafen habe ich noch nie, außer mit Prostituierten. Sehe ich Pärchen auf der Straße bekomme ich sofort suizidale Gedanken, und würde mein Leben am liebsten auf der Stelle beenden, daher gehe auch so ungern raus. Zuhause bin ich dann nur am weinen, weil sich meine Sehnsucht nach einer Partnerin nicht erfüllt. Selbst einige Asperger-Autisten führen eine Partnerschaft, nur ich kriege es nicht auf die Kette, das ist extrem deprimierend. Ich glaube ich bin schon ein Fall für's Lehrbuch.

Jetzt zu meiner Frage (das ist kein Scherz): Wäre es eventuell möglich das mir meine Psychiaterin ein Attest ausstellt, das ich anschließend bei meinen Sozialamt oder meiner Krankenkasse vorlegen kann, damit diese die Kosten (oder einen Teilbetrag) für meine Bordellbesuche übernehmen? Schließlich löst diese unerfüllte Sehnsucht unerträgliche Spannungszustände bei mir aus, die bis ins suizidale gehen können. Doch wenn ich sporadisch zu einer Prostituierten gehe, geht es mir wieder besser und all der Kummer ist vergessen, wenn auch nur für eine kurze Zeit, aber dann bin vorerst wieder stabilisiert. Leider haperts am Geld, denn mit Grundsicherung kann ich keine großen Sprünge machen. Geht mir auch nicht nur um Sex, sondern auch um Zärtlichkeiten, einer Frau nah zu sein, auch wenn es letztendlich nur eine Dienstleistung ist. Ich koste der Krankenkasse auch sonst kein Geld, gehe so gut wie nie zum Arzt und nehme auch keine Psychopharmka mehr ein. Vielleicht machen die in Sonderfällen ja eine Ausnahme, kenne mich da nicht so aus, daher meine Frage.

Sorry, für die jammerei, aber ich bin im Moment voll down. Es tut einfach unendlich weh so allein zu sein, dann noch die verdammte Krankheit die meinen Alltag extrem erschwert und die unerfüllte Sehnsucht nach Sexualität und Nähe, ist doch klar das ich da seelisch am Ende bin. Ich würde mich auch kaputt malochen um mir meine Bordellbesuche zu finanzieren, aber da ich seit meinen 18. Lebensjahr chronisch krank geschrieben bin, bin ich nicht arbeitsfähig, von der fehlenden Belastbarkeit mal ganz zu schweigen.

Expertenantwort
von RFahren, Community-Experte für Prostitution, 178

Meines Wissens werden die Kosten für Sex von keiner Kasse in Deutschland übernommen - aber finanziell ruinieren musst sich ein Behinderter trotzdem nicht. Es gibt keine gesetzliche Verpflichtung für Bordelle Behinderten irgendwelche Rabatte zu gewähren, daher ist es zwar möglich, dass es z.B. auf den Eintritt einen Nachlass gibt, aber das musst Du bei der jeweiligen Location in Erfahrung bringen. Auf den Service der Damen würde ich allerdings keine Vergünstigungen erwarten. 

Schau Dich mal nach Sexualbegleiterinnen um. Dies sind Dienstleisterinnen, die sich speziell auf ältere Menschen und Behinderte spezialisiert haben und meist entsprechende Ausbildungen gemacht haben.
Dabei sind die Tarife in der Regel auch günstiger, als bei "normalen" Prostituierten obwohl diese nicht zwangsweise weniger attraktiv sind. Ich kenne da eine sehr hübsche 20jährige, die in diesem Beruf tätig ist (allerdings nur im Saarland).

https://www.myhandicap.de/partnerschaft-behinderung/sexualitaet/sexualbegleitung...

Auch im allgemeinen Paysex müssen ein paar schönen Stunde nicht gleich ein Vermögen kosten - 20-70 Euro Eintritt kann man in guten FKK- und Saunaclubs einen ganzen Tag verbingen und wenn Du mit einer der Frauen intim werden möchtest, sind für die halbe Stunde 50€ üblich. Dabei ist der beliebte "Girlfriend Sex", bei dem auch Kuscheln, Schmusen, Zungenküsse usw. zum Service gehören Standard. Lies mal "Wir sehen uns im Puff!" (Amazon), wenn Du Dich über die verschiedenen Geschäftsmodelle der Branche, den gebotenen Service und die jeweiligen Kosten informieren möchtest.

Seid nett aufeinander!

R. Fahren

Kommentar von searcher2 ,

Schön das es noch Menschen wie dich gibt. Danke auch für deine ausführliche Mail und den Link!

Antwort
von Seanna, 161

Definitiv und 100%ig NEIN!

Auch nicht in Ausnahmefällen und auch nicht bei Suizidalität.

Einen Klinik-Aufenthalt zur Behebung der zugrunde liegenden Probleme würde die KK jedoch zahlen.

Bevor die Frage kommt: nein, das meint NICHT dass eine nette Schwester oder Ärztin Hand anlegt..

Das bedeutet Psychotherapie und Soziotherapie und Arbeit am Selbstbewusstsein.

Kommentar von searcher2 ,

Sicher kann ich mich in die Klinik aufnehmen lassen, aber die Ärzte wollen das ich endlich am Leben teilnehme, und nicht das ich mich immer in der Psychiatrie zurückziehe, sonst bin ich nicht nur Bordi, sondern leide auch noch unter Hospitalismus.

P.S Vielleicht war meine Frage etwas provakant, teilweise schon lächerlich, aber wenn sich jemand mal in meine Lage versetzt, dann würde er vielleicht genauso verzweifelt handeln wie ich.

Kommentar von Seanna ,

Dann nimm am Leben Teil und lerne erst mal Leute ohne Partnerschaft kennen. Soziotherapie etc gibt es auch ambulant. // Ich kenne sehr viele Borderliner und deren Probleme, auch viele mit komorbider Sozialphobie und großer Sehnsucht nach Partnerschaft... Aber bezahlter Sex ist doch nun wirklich nicht das, was fehlt. Denn dann müsste man wohl deutlich mehr "leidenden Männern" das Bordell bezahlen. // Ich kann mich gut in die Lage versetzen aufgrund früherer Probleme... Aber auf so ne absurde Idee wäre ich nie gekommen. Bezahlte Liebe egal in welcher Form hätte mir auch nix gegeben. Und das, was es einem gibt, rechtfertigt keine medizinische Indikation. // Also sieh zu dass du Leute kennen lernst oder zumindest lernst, wie man jemanden kennen lernt und dann taste dich langsam ran. // Die von dir angedachte Lösung ist genausowenig ein Heilmittel wie es Medikamente (bei Borderline) sind. Höchstens eine unbefriedigende und für die Psyche gefährliche Krücke weil man sich schnell drauf ausruht und dann nicht mehr selbst für etwas arbeiten muss.

Kommentar von searcher2 ,

Sorry Seanna, habe deinen Kommentar zuvor nicht gelesen, daher mein heftiger Kommentar. Entschuldigung nochmals für meine Überreaktion. Danke auch für deine Anteilnahme!

Sicher ist das nicht befriedigend zu Prostituierten zu gehen, es ist die pure Verzweiflung die mich dort hintreibt, sonst würde ich mich wahrscheinlich suizidieren. Das ich dort keine Liebe bekomme, weiß ich auch, aber besser als gar nichts. Sehne mich auch gar nicht nach Sex, sondern mehr nach Liebe, einer Partnerschaft. Sicher wäre eine Partnerschaft möglich, aber das kostet mich Energie, die ich im Moment nicht aufbringen kann. Dann sind da diese Ängste das mich alle Frauen ablehnen, es in meinen Fall unmöglich ist eine Partnerschaft aufzubauen (wurde mir von Fremden eingeredet, weil ich ja krank bin, nicht arbeiten gehe und noch Zuhause wohne). Glaube das habe ich mir schon so tief eingeredet, das ich es schon glaube, daher scheiter ich auch. Das ist kein gesundes Denken mehr, sondern schon pathologisch. Dann weiß ich nicht wo ich eine Frau kennen lernen soll, schon deswegen gehe ich nicht raus. Die Liebe die ich mir wünsche scheint mir so fern wie die Sterne am Himmel, einfach unerreichbar.

Da ich aufgrund meiner Krankheit schon oft diskriminiert und schikaniert wurde, bin ich sehr misstrauisch geworden. Daher reagiere ich gelegentlich auch so agressiv, weil ich weiß wie grausam die Menschen sein können (schön zu sehen an den 2 Kommentaren die hier gepostet wurden). Der Mensch ist für mich von Grund auf böse, kein Tier ist so schlecht wie der Mensch. Schade ist nur, das die wirklich tollen Menschen darunter leiden, ich diesen dann keine Chance mehr gebe, weil die schlechten Charas mein Vertrauen zerstört haben.  

Die Medis habe ich letztes Jahr übrigens abgesetzt (das gilt nur für mich, bitte nicht nachahmen), war das beste was ich machen konnte. Seroquel Prolong 600 mg war ätzend, ich war ja praktisch 24 Std. dauersediert, fühlte mich wie in Watte gepackt, wie eine wandelnde Schlaftablette, da ging nix.

Zwar habe ich eine Borderline-Störung, aber ich bin der impulsive Typ und nicht der Borderline Typ. Ich leide unter starken Stimmungsschwankungen, Störungen in der Gefühlsregulierung, unerträglichen emotionalen Spannungszuständen, extremen Gefühlsausbrüchen, autoagressiven Verhalten (wie Unterarme aufschneiden) sowie Impulsivität.

Das schlimmste ist für mich übrigens nicht verstanden zu werden, den Eindruck hatte ich hier leider von einigen gehabt, schließlich war das schon richtiges Cybermobbing, sowas geht gar nicht. Daher werde ich mich wieder zurückziehen, weil mich das ganze hier krank macht. Doch der Thread hatte auch was lehrreiches, nämlich das ich mich nie wieder fremden Menschen anvertrauen werde, muss mich da halt schützen, die Medaille hat also immer 2 Seiten.

Danke nochmal an die Leute die mir hier mit Rat und Tat zur Seite gestanden haben!

Antwort
von Peterwefer, 151

Bordellbesuche von der Krankenkasse oder vom Sozialamt? Das glaube ich nicht. Und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass Dir das nützen würde. Da könnte das Sozialamt Dir besser einen Grundkurs in Selbstbefriedigung finanzieren. Im Ernst: Dieses Flüchtige nützt Dir nichts! Bitte die Psychotherapeuten lieber um eine wirkungsvollere Therapie und / oder schließ Dich einer Selbsthilfegruppe an. Denn mit Bordellbesuchen erreichst Du nichts. Und sollte diese Antwort Dir etwas schroff erscheinen, sage ich mit Lessing: Das ist nicht Gift, das ist Arznei.

Kommentar von searcher2 ,

Danke für deine Antwort!

Den Tipp mit der Krankenkasse bekam ich übrigens von einer Dame aus dem horizontalen Gewerbe. Konnte es selbst nicht glauben, dachte zuerst es wäre ein Fake, aber in meiner Verzweiflung habe ich mich dann dazu hinreißen lassen diese Frage hier zu posten, auch wenn ich damit mit Spott rechnen muss.

Ich bin bereits seit 20 Jahren in psychiatrischer Behandlung. Therapie brauche ich nicht mehr, bin mit 38 praktisch austherapiert. Zudem bin ich sehr reflektiert, beleuchte all meine Gefühle und Gedanken ganz genau (vielleicht komme ich gerade deshalb nicht weiter), kenne mich inzwischen besser als jeder Arzt. Das heißt nicht das ich nichts mehr dazu lernen kann, ganz im Gegenteil, aber jetzt ist es an der Zeit zu leben, wenn da nicht die Krankheit wäre, die mir meinen Alltag dermaßend erschwert. Ich kämpfe ja, aber ich bin nun mal nur bis zu einem gewissen Grad belastbar.

Kommentar von Peterwefer ,

Spotten wollte ich nicht. Nur etwas deutlich schreiben. Nein, ich glaube nicht, dass Du weiterhin ins Bordell gehen solltest...Und wenn Du Dich so durch und durch kennst, besser als jeder Arzt, wie Du schreibst, müsstest Du das auch selbst wissen.

Kommentar von searcher2 ,

Sicher fand ich deinen Kommentar zu Anfang deplaziert, um nicht zu sagen unverschämt, und wollte meinen Gefühlen auch freien Lauf lassen, aber als ich dann deinen zweiten Kommentar gelesen habe, klang der Sturm der Gefühle wieder ab. Nichts für ungut, bin auch sehr umgänglich (es sei denn in Stressphasen), trotz der krassen Diagnose. Dennoch sollte man nie vergessen, das hinter jedem Screen auch ein Mensch mit Gefühlen steckt, also contenance.

Die Leute sagen mir auch immer das ich gut aussehe, wie unter 30, vielleicht nur ein bissel weich, glaube wecke eher Mutterinstinkte in den Frauen. Doch was nützt mir das alles wenn ich seelisch ein Wrack bin? Die sind selbst alle erstaunt wenn ich denen erzähle, das ich bis jetzt nur 3 Freundinnen hatte, aber wenn man so isoliert lebt wie ich, Störungen in der Interaktion hat, dann muss man sich auch nicht wundern wenn man im Leben nix hinkriegt. Zudem ist da diese Ambivalenz, auf der einen Seite wünsche ich mir eine Partnerin, auf der anderen Seite habe ich wieder Angst vor Nähe. Das ich es zu einer Prostituierten schaff ist schon ein Wunder und kostet mich wahnsinnig viel Kraft. Dann wohne ich noch Zuhause, beziehe Grundsicherung, habe keine Arbeit, dann noch die Diagnose (die aufgrund von Vorurteilen ein ziemlich schlechten Ruf hat um es mal milde auszudrücken), außerdem wurde ich von meinen Mitmenschen wegen meiner Krankheit schon oft diskreditiert, das alles ließ mein Selbstbewußtsein in den Keller sinken. Ich glaube ich bin ein hoffnungloser Fall, typisch Bordi.

Die Ärzte geben schon ihr bestes, die sind immer für mich da und das weiß ich auch sehr zu schätzen. Dennoch letztendlich kann sowieso nur ich selber mir helfen, wenn ich das begriffen habe, bin ich auf dem richtigen Weg. Wie meine damalige Ärztin schon sagte "es passiert nichts gutes, außer man tut es", Recht hatte sie. Glaub in meinen Fall wäre eine DBT-Therapie das beste, sonst endet es mal ganz böse für mich.

Antwort
von howelljenkins, 131

"Zahlt das Sozialamt oder die AOK Bordellbesuche?"

nein ...

Antwort
von PKSSDI, 129

Bordell sicher nicht. Es gibt aber Sexualtherapien. Google mal danach, das kann unter Umständen bezahlt werden.

Kommentar von Seanna ,

Nein, Sexualtherapie ist nicht anerkannt und wir von keiner gesetzlichen KK bezahlt. Außerdem hat Sexualtherapie nichts damit zu tun, was der Fragesteller erwartet.

Antwort
von Antraxxx, 103

Also wenn ich so lese was und wie Du hier geschrieben hast, wundert es mich das Du noch keine Beziehung hast. Gerade weil heut zu Tage die meisten Ihren Partner übers Internet kennen lernen. Deshalb die Frage: Warum medest Du dich nich Kostenlos irgendwo an.

Was weis ich was heute "in" ist: damals war´s Jappy und Konsorten.

Aber da findest Du bestimmt was auf Google.

Nüscht jegen Hurren, aber auf dauer? Mann braucht doch auch was für´s Herz.

Und selbst wenn das Amt bezahlen würde, einmal im Monat. Da platzt Du ja regelmässig.

Also auf jeden würde ich beidgleisig fahren.

a.) beim Amt erkundigen.

b.) schön viel googeln, aber immer locker. Du weißt man kann nichts erzwingen. Und immer ehrlich. Ich habe die Erfahrung gemacht ehrlich währt am längsten.

Viel Erfolg wünscht Antraxxx

Kommentar von searcher2 ,

Sicher könnte ich eine Kontaktanzeige im Internet aufgeben, aber ich glaube da sind mehr Fakes unterwegs, als Frauen die wirklich einen Partner suchen insb. auf kostenlosen Singlebörsen, bin halt sehr misstrauisch. Schaue mich aber trotzdem mal um und melde mich auf einer Singlebörse an.

Stimmt, erfüllend sind die Besuche im Rotlichtmilieu nicht, aber sie lassen mich für einen bestimmten Moment all meinen Kummer vergessen.

Vielen lieben Dank dir!

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