Frage von Karen21, 54

Zahlen wir Bürger zuviel für die Krankenversicherung in Deutschland?

Antwort
von Gerneso, 54

Nein - viele zahlen ja gar nichts, weil sie die vom Amt bezahlt bekommen. Dafür zahlen die Steuerzahler nicht nur ihre eigene KV sondern über ihre Gehaltsabzüge auch noch die von den ganzen "Nicht-arbeitenden Bürgern" mit.

Des weiteren weiß jeder Privat Versicherte (weil er ja die Rechnungen sieht, die Ärzte und Krankenkassen so stellen), was da schon für einen Mini-Arztbesuch zusammen kommt - von Krankenhaus-Aufenthalten oder regelmäßigen Untersuchungen bei Krankheiten noch gar nicht gesprochen.

Kommentar von KaeteK ,

Jeder der chronisch krank ist, weiß, was Medikamente und Hilfsmittel kosten. Leider werden auch viele Untersuchungen doppelt und dreifach gemacht und die gehen unnötig ins Geld. lg

Kommentar von Gerneso ,

Richtig. Aber weil man als gesetzlich Versicherter gar nicht weiß, was ein Arzt der KK berechnet, glauben viele immer, dass die KV-Beiträge zu hoch seien.

Antwort
von kevin1905, 25
  • Sollten Ärzte und Schwestern/Pfleger weniger verdienen?
  • Sollen wir die Forschung und den medizinischen Fortschritt einstellen?

Vielleicht kann man an der Verwaltung und Abrechnung arbeiten und einige Prozesse effizienter machen wodurch sich etwas einsparen ließ.

Antwort
von mloeffler, 33

Ja und nein, diese Frage lässt sich so einfach gar nicht beantworten. 

Um sie zu beantworten müsste man sich politisch mit Themen auseinandersetzen die nicht wirklich jemand auf den Tisch haben will.

Machen wir es uns erst einmal einfach. Angenommen die Krankenkasse soll weiterhin alle Leistungen die machbar sind für alle Versicherten bezahlen, dann sind die Beiträge schon heute zu niedrig und werden auf jeden Fall weiter steigen. 

Unsere Bevölkerung wird immer älter und immer weniger Menschen müssen mit Ihrer Arbeit immer mehr Menschen ernähren und auch ihre Gesundheitsleistungen erbringen. Der medizinische Fortschritt ermöglicht es immer mehr Krankheiten erfolgreich zu behandeln. Das alles kostet aber in steigendem Maße Geld.

Zur Zeit ist es Konsens. Das jeder Mensch das Recht auf eine optimale Behandlung hat. Darüber möchte nicht wirklich jemand eine Diskussion lostreten. 

Die Kosten der Krankenversicherung werden aber von den Politikern bisher immer auf ein Verhandlungsproblem heruntergeredet. Das heißt, es wird verlangt, dass die Kostenträger (Krankenkassen) besser mit den Leistungserbringern verhandeln sollen. Seit der Blüm Reform vor 25 Jahren sinken die Vergütungen der Leistungserbringer bei gleichzeitig steigenden Leistungen.

Inzwischen basieren große Teile des Gesundheitssystems auf Ausbeutung von Mitarbeitern oder Selbstausbeutung von selbstständigen Leistungserbringern. 

Die Beiträge zur Krankenkasse sind aus dieser Sicht schon heute zu niedrig.

Kurzfristig Abhilfe schaffen könnte man indem man die Möglichkeit zur Flucht in die Private Krankenversicherung verbaut und damit mehr leistungsfähige Einzahler in die Gesetzliche Krankenversicherung holt. Oder die gesetzliche Gesundheitsleistung auf eine Steuerfinanzierung umstellt. Langfirstig aber werden die Beiträge weiter steigen. 

Die andere Alternative wäre, man würde die Leistungen der Gesetzlichen Krankenversicherung stark einschränken. Dies würde zu einer von uns heute als inhuman empfundenen Wirtschaftlichkeitsbetrachtung führen. Ich fürchte allerdings, dass das eine Diskussion ist, der sich die Menschen früher oder später stellen müssen.

Antwort
von AlexChristo, 14

Zahlen wir zu viel? Naja, die richtige Frage ist, ob die Ausgaben im Bereich Krankenversicherung zu hoch sind.

Ich sehe allgemein folgende Probleme in der Sozialversicherung

- Angebotsinduzierung: Leistungserbringer sagt, was man braucht, das nimmt man dann auch

- Es werden Arzneimittel verschrieben, deren Wirkung nicht nachgewiesen ist.

- Trends führen zu höheren Kosten in der Sozialversicherung, beispielsweise Trend zu Homöopathie oder Osteopathie, ohne dass die Wirkung der Behandlungen wissenschaftlich nachgewiesen ist.

- Die Verzahnung von Leistungserbringern, insbesondere von Ärzten, Fachärzten und Krankenhäusern ist noch zu mangelhaft. 

- Die Leistungserbringer wollen möglichst hohe Gewinne machen, jedoch stehen diese Gewinne nicht in einer höheren Gesundheit oder qualitativ besseren Versorgung der Patienten. 

Antwort
von Versichfachwirt, 9

"Wir Bürger" ist sehr pauschal ausgedrückt. Der Normalverdiener mit mitversicherter Ehefrau und vielen Kindern zahlt sicher zu wenig. Der alleinstehende Unternehmer oder Gutverdiener zahlt dagegen zuviel. Die Beamten zahlen gar nichts in der GKV. Das sind die Nachteile des Solidarprinzips, vor allem, wenn man Teile der Bevölkerung davon ausnimmt.

Antwort
von KaeteK, 43

Nein, finde ich nicht. lg

Antwort
von ES1956, 27

Die Höhe der Beiträge finde ich OK. Nur deren Verwendung ist Mangelhaft. Kassen, Verwaltungen, KV .... sind viel zu teuer.

Kommentar von AlexChristo ,

Woran machst du das fest? Von den Krankenkassenbeiträgen werden nur 4-5 % für die Verwaltung der Krankenkassen benötigt.

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