Frage von Margarethe20, 69

Zählt Schenkung zum Erbe ?

Im Februar diesen Jahres ist mein Großvater gestorben. Im März letzten Jahres hat er meinem Cousin Geld geschenkt. Dieses Geld wurde mir ebenfalls versprochen, jedoch kam es nicht mehr zur Übergabe. Es existiert kein Kontoauszug über die Schenkung des Geldes, mein Onkel und meine Großmutter wissen aber von der Schenkung und ebenfalls auch den exakten Betrag. Mein Onkel wurde von meinem Großvater ebenfalls informiert, dass ich etwas bekommen soll. 

Wir wollten es alle auf einem friedlichen Weg. Mein Onkel wollte die Hälfte, die mein Cousin bekommen hat uns geben- um Gerechtigkeit zu schaffen. 

Nun hat es sich jedoch so herausgestellt, dass mein Onkel der Meinung ist, dass die Schenkung nicht zur Erbmasse gehört. Er möchte weder die Hälfte an mich zahlen, noch möchte er von meinem Cousin ( seinem Sohn) das Geld zurück fordern. Er sagt der Großvater kann mit seinem Geld machen was er will. 

Die Schenkung erfolgte ja noch innerhalb eines Jahres vor dem Tod. Somit ist es nach meinen bisherigen Recherchen zu 100% zur Erbmasse dazu zurechnen. 

Meine Frage ist nun; brauch man Unterlagen für die Schenkung um es mit Rechtsmitteln anzufechten? Das ist ja bei einer Schenkung schwer... Und wie läuft das dann Schritt für Schritt ab? Wir ( meine Mutti) beantragen Erbschein beim Notar- und wie geht es weiter? Wer klärt das für uns? 

Ich hoffe ich konnte es ordentlich erklären.

Bei Fragen bitte Fragen! 

Liebe Grüße und vielen Dank für eure Zeit und Hilfe! 

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Antwort
von wfwbinder, 30

Nach Deiner Schilderung gibt es mindestens 2 gesetzliche Erben.

DEinen Onkel (Sohn des Großvaters) und entweder Dich als Enkel, für den Fall, dass Dein Vater nicht mehr leben sollte, oder Deinen Vater.

Dein Onkel und Deine Linie (Dein Vater, oder Du) sind Erben 1. Ordnung (§ 1924 BGB). Damit Pflichtteilsberechtigte.

Als gesetzliche erben (ohne die Schenkung) hätte jeder 50 % bekommen.

Mit der Schenkung gab es nun eine Verfügung von Deinem Opa über sein Vermögen.

Daher ist nun zu prüfen, ob die Pflichtteile beschädigt wurden. Für die Berechnung eines "Pflcihtteilergänzungsanspruchs" ist nun die Schenkung dem noch vorhandenen Vermögen zuzuzählen.

Nehmen wir an, Dein Opa hatte bei seinem Tod noch 10.000,- Euro zu vererben. 10.000,- + 25.000,- = 35.000,- Gesamterbe. gesetzlcihes Erbe (Onkel+DeinVatr/DU) jeder 17.500,-. Pflcihtteil 1/2 davon = 8.750,-. Aber es können aus den 10.000,- nur 5.000,- ausgezahlt werden. Also müsste Dein Cousin nun jedem (seinem Vater und DEinem Vater/Dir) jedem 3.750,- zahlen.

Das Spielchen ist obsolet, wenn noch 25.000,- zum vererben an Deinen Onkel und DeinenVater/Dich vorhanden waren. Dann wären die Pflichtteile bezahlt.

Kommentar von Margarethe20 ,

Danke für die Antwort. Genau so sehe ich das auch. Und es ist unrelevant ob es Unterlagen dazu gibt? Und wer klärt jetzt die Pflichtteilsverletzung? 

Kommentar von wfwbinder ,

Der dessen Pflichtteil verletzt wurde, muss die Ansprüche geltend machen.

Kommentar von Margarethe20 ,

Das Geld ist ja bar geflossen, der es bekommen hat wird es ja auch abstreiten können. Haben wir trotzdem eine Chance? Es gibt nur handschriftliche Aufzeichnungen des Erblassers dazu und eine Nachricht über das Smartphone meines Onkels wo er sich zu der Schenkung äußert, nur als Beweisstücke sozusagen. 

Kommentar von wfwbinder ,

Das sollte reichen können, damit die es nicht auf einen Prozess ankommen lassen.

Antwort
von sassenach4u, 8

Du sagst Onkel und Großmutter, und ein Elternteil von deiner Seite. Die leben alle noch, damit sind die 3 die Erben deines Großvaters und du nicht, es sei denn der Elternteil, der Kind deiner Großeltern war, wäre tot.

Da aber deine Mutti den Erbschein beantragen will, ist davon auszugehen, das sie entweder das 2. Kind und damit Erbin ist oder für dich handelt, weil du noch nicht volljährig bist.

Ein Erbschein gilt dann jedoch für alle Erben zusammen und nur gemeinsam können sie über das Erbe verfügen, wenn es keine testamentarische Regelung gegeben hat. Und auch dann bilden sie eine Erbengemeinschaft, die das Erbe aufzuteilen hat. Solange es keine Schenkungsurkunde gibt, könnt ihr nur mutmaßen, dass Geld geflossen ist. Verlangt von demjenigen, der sich um den Nachlass kümmert, ein bewertetes Nachlassverzeichnis, fordert den Erbteil ein. Handelt er nicht, dann wendet euch an einen Fachanwalt.

Antwort
von Harkness1995, 45

Nein solange diese "Schenkung" nicht unter Erbauszahlung oder ähnliches deklariert wird (also irgendwie so festgehalten wird) nicht.

Kommentar von Margarethe20 ,

Ich habe es noch ein bisschen ausformuliert meine Frage- Danke für die Antwort. Es gibt gar keine Unterlagen zu der Schenkung. Nur handschriftlich von meinem Großvater, da es aus der Auflösung eines Schweizer Kontos stammt. 

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