Frage von Neutralis, 60

Zählt Gravitation nicht als "Beobachter" bzw. "Messung" im Doppelspaltexperiment?

Antwort
von PeterKremsner, 60

Nein, weil die Gravitation eine Eigenschaft des gekrümmten Raumes ist.

Wenn nur der Raum gekrümmt ist in welchem sich die Quanten bewegen ist das keine Beobachtung oder Messung.

Kommentar von Neutralis ,

Ja ist mir nachdem ich die Frage veröffentlicht habe auch aufgefallen. Zumal das Experiment ja sonst nicht möglich gewesen wäre, da man Gravitation nicht abschirmen kann. Trotzdem Vielen Dank !

Kommentar von PeterKremsner ,

Zumindest ist es noch nicht bekannt ob man Gravitation abschirmen kann oder nicht, die derzeitigen Vorstellungen sind die von Albert Einstein, aber vielleicht kommt ja in Zukunft jemand mit einer anderen vielleicht in gewissen hinsichten besser passenden Vorstellung oder Beschreibung der Gravitation.

Womöglich ist es dann mit den Kenntnissen dieser neuen Theorie auch möglich eine Methode zu finden um Gravitation abzuschirmen.

Sag niemals nie ;)

Kommentar von Raph101 ,

Ist das dann nicht in gewisser weise ein Beweis das es kein Graviton geben kann?

Kommentar von PeterKremsner ,

Warum sollte das ein Beweis sein dass es keine Gravitation geben kann?

Wenn du eine Kugel auf den Rand einer Schale mit schrägen Wänden legst, dann wird die Kugel immer auf das Zentrum zurollen, genau so verhält es sich mit der Gravitation.

Die Masse krümmt den Raum um sich und aufgrund dieser Krümmung kommt es zu einer Anziehung welche eben als Gravitation bezeichnet wird.

Kommentar von Raph101 ,

Das Graviton ist ja ein Teilchen das die gravitative Wechselwirkung übermittelt. Da aber jede Wechselwirkung ein doppelspaltexperiment zerstören würde oder zumindest das entstehende Interferenzmuster, darf es ja kein Graviton geben? Oder was hab ich falsch verstanden?^^

Kommentar von PeterKremsner ,

Gravitonen sind nur hypothetische Teilchen.

Das sieht man schon daran, dass das Graviton selbst ja laut heutiger Sicht sein eigenes Antiteilchen sein müsste.

Grundsätzlich ergibt sich das Graviton als Teilchen wenn man versucht die Gravitation einer Quantenmechanischen Beschreibung zu unterwerfen also String Theorie oder Schleifenquantengravitation.

In der Relativitätstheorie ist aber die Gravitation eine Eigenschaft des Raumes und benötigt daher keine Austauschteilchen, weil sie im eigentlichen ja kein Feld darstellt, sondern eben nur eine Folge des gekrümmten Raumes ist.

Das Problem bei der String als auch der Schleifenquantengravitation ist dass sie noch so jung sind und man von da her keine Beschreibungen Tätigen kann welche man aufgrund von Experimenten oder Beobachtungen beweisen oder widerlegen könnte.

Das ist eben das Problem womit Wissenschaftler derzeit Kämpfen, die Vereinbarkeit von Relativitäts und Quantentheorie.

Daher sind derzeit auch vorgänge im Inneren von Neutronensternen oder Schwarzen Löchern größtenteils unzugänglich weil die Relativitästheorie in so kleinen Dimensionen angewandt werden müsste wo bereits eine Quantenmechanische Beschreibung von Nöten wäre.

Weil also diese Theorien noch nicht voll ausgereift sind kann man auch Objekte welche aus denen Hervorgehen wie zB das Graviton noch nicht klassifizieren oder auch nur überlegen warum es einen Einfluss auf das Experiment haben könnte oder nicht.

Laut derzeitigem Stand wirkt aber das Graviton (sofern existent) nicht auf das Doppelspaltexperiment und die Wirkungen von diesem wird man wohl auch nur bei mikroskopischen Dimensionen merken.

Da aber jede Wechselwirkung ein doppelspaltexperiment zerstören würde oder zumindest das entstehende Interferenzmuster

Nicht jede Wechselwirkung zerstört gleich das Interferenzmuster, sonst könnte man das Doppelspaltexperiment nicht durchführen wenn Luft in der Anordnung ist, denn ein Molekül der Luft wird irgendwann sicher mit einem Photon wechselwirken.

Die Beobachtung gilt nur für diesen einen Quant, nicht aber für alle anderen Photonen die sonst noch auf dem Weg sind. Somit kollabiert die Wellenfunktion nur für dieses Photon.

Weiters Emittiert das Molekül nach der Anregung selbst ein Photon (außer es wird komplett absorbiert), dieses Photon ist eine neue Welle und wirkt so als hätte man die Lichtquelle für dieses Photon an die Stelle des Moleküls gesetzt.

Eine Wechselwirkung bedingt also nicht Zwangweise ein Versagen des Doppelspaltexperiments, erst wenn tatsächlich gemessen wird durch welchen Spalt das Photon gegangen oder gehen wird gibt es kein Interferenzmuster mehr.

Kommentar von Raph101 ,

Danke!

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