Frage von SelfishGene, 155

Zählt der Mensch noch als Tier?

Der Mensch (Homo Sapien), stammt ja aus der Familie der Hominidae, jedoch unterscheidet er sich von allen Tierarten durch seine Sprache, sein soziales Miteinander und seiner Nutzung der Umwelt. Zählt er dann immer noch als Tierart, trotz dieser unterschiede?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von DiegoderAeltere, Community-Experte für Biologie & Evolution, 68

Die biologische Systematik, also die Wissenschaft von der Einteilung der Lebewesen, folgt bestimmten Regeln. Eine davon ist, dass Arten unter keinen Umständen aus ihrer höheren taxonomischen Gruppe "herauswachsen" können. Eine Missachtung dieser Regel würde die Einteilung der Lebewesen völlig willkürlich und damit die Systematik als Wissenschaft obsolet machen.

Daraus kann man folgern, dass, egal wie sehr seine Eigenschaften von denen von Vertretern der gleichen Gruppe abweichen, der moderne Mensch ein Menschenaffe, Säuger, Wirbeltier und auch ein Tier ist und das auch immer bleiben wird. Auch neue Menschenarten, die rein hypothetisch aus dem modernen Menschen hervorgehen könnten, würden weiterhin so klassifiziert werden.

Einige Menschen kränkt es zwar in ihrem Stolz, wenn man ihre Verwandtschaft zu ihn ihren Augen niederen Kreaturen aufzeigt, aber deren Überheblichkeit darf der Wissenschaft keinen Riegel vorschieben.

Kommentar von DiegoderAeltere ,

Danke für den Stern!

Antwort
von kayo1548, 50

Ja, das tut er.

Jedes Tier ist im übrigen "einzigartig" und klar: der Mensch ist speziell aber nicht so speziell das er da nicht reinpasst.

Sehr gut sieht man das auch daran, dass es artverwandte Primaten gibt die näher mit dem Mensch als mit anderen Primatenarten verwandt sind.

Und wenn man sich mal mit den evolutionsbiologischen und entwicklungspsychologischen Grundlagen beschäftigt merkt man da auch,  dass er der Mensch da sehr gut reinpasst.

Und anhand der biologischen Kriterien passt das natürlich auch.

Im übrigen können auch andere Tiere kommunizieren (natürlich nicht in einer Sprache wie wir sie kennen) und auch andere Tiere haben ein soziales Miteinander und nutzen Umwelt und Werkzeuge.

Ansätze dieser Fähigkeiten findest du da also recht weit verstreut.

Antwort
von DarkSepia, 60

Ja, Menschen sind noch Tiere und logischerweise müssen sie sich irgendwie von anderen Tierarten unterscheiden, um als eigene Spezies zu gelten. Obendrein sind Homo sapiens die einzige heute lebende Spezies der Gattung homo. Also unterscheiden sie sich sogar noch mehr von anderen heute lebenden Spezies.

Antwort
von voayager, 21

Selbstverständlich zählt der Mensch zu den Tieren. Es gibt übrigens auch andere Tierarten, die eine Sprache haben, so z.B. div. Walarten. Ausgerechnet das soziale Miteinander bei Menschen hervorzuheben, gleicht einem schlechten Witz. Delphine, Bonobos und Wildhunde sind z.B. weitaus sozialer als viele Gesellschaften heutiger Kulturkreise.

Antwort
von XLeseratteX, 84

Der Mensch ein höheres Säugetier aus der Ordnung der Primaten.
Demnach sind auch wir Tiere.
Tiere unterscheiden sich untereinander auch von der Sprache, dem Handeln, dem sozialen Miteinander usw.

Antwort
von realsausi2, 26

Der Mensch kann den Status "Tier" niemals verlieren.

Aber Du unterliegst einem fundamentalen Fehler. Du zählst Eigenschaften auf, die aber keine größere Bedeutung haben als der lange Hals einer Giraffe oder das nachwachsende Gebiss eines Hais, die Fähigkeit der Ultraschallwahrnehmung von Fledermäusen oder die elektrischen Fähigkeiten von Zitteraalen.

All das sind Merkmale, die einer Spezies geholfen haben, zu überleben. Sprache und alles, was uns von anderen Tieren unterscheidet ist evolutionär auf gleicher Stufe. Nichts davon kann man als wertvoller erachten als das andere.

Der einzige Zweck, dem das dient, ist die Reproduktion von Genen. Wenn das gelingt, haben alle den Höchstpreis gewonnen.

Antwort
von androhecker, 70

Alles was aus tierischen Zellen besteht ist ein Tier, somit auch der Mensch.

Antwort
von KMorgen, 84

Ja er gehört zu den Säugetieren

Antwort
von mychrissie, 20

Im biologischen Sinne ist er ein Tier, im religiösen Sinne ist er die Krone der Schöpfung und im politischen Sinne muss er sich noch sehr bemühen, zumindest ansatzweise auf die Stufe eines Tieres zu gelangen.

Antwort
von dadita, 33

Ja, auch der Mensch ist ein Tier.

Stamm: Chordatiere

Unterstamm: Wibeltiere

Klasse: Säugetiere 

Unterklasse:Höhere Säugetiere (Eutheria)

Überordnung:Euarchontoglires Primatomorpha

Ordnung:Primaten (Primates)

Unterordnung:Trockennasenprimaten

Überfamilie: Menschenartige( Hominoidea)

Familie:Menschenaffen (Hominidae)

Unterfamilie:Homininae

Tribus:Hominini

Gattung:Homo

Art:Homo sapiens

Ich hoffe ich habe in der Systematik nichts verwechselt, wenn ja bitte korrigieren. 

Unsere Intelligenz ist nur eine Überlebensstrategie, wie viele andere auch. Wir bleiben Tiere. 

Kommentar von Agronom ,

Es gibt noch ein paar mehr Zwischenstufen, aber sonst korrekt.

Kommentar von dadita ,

Stimmt natürlich

Reich: Animalia

Unterreich: Metazoa

Abteilung: Histozoa

Unterabteilung: Bilateria

...

Unterart: Homo Sapiens Sapiens

Habe ich doch glatt vergessen...sonst fällt mir auf die schnelle jetzt nichts mehr auf auch wenn es sicher noch was gibt, aber es ist auch schon spät ^^ 

Kommentar von dadita ,

Oh und Stammgruppe: Deuterostomia sowie Überklasse: Gnathostomata 

Kommentar von realsausi2 ,

Unterart: Homo Sapiens Sapiens

Das hat man meines Wissens wieder verworfen. Es bleibt bei einem "Sapiens".

Kommentar von dadita ,

Wirklich? Gebe zu dass habe ich einfach von der Uni Wien übernommen. Aber gut zu wissen :)

Antwort
von authumbla, 72

Er stammt zwar vom Tier ab, aber meiner Meinung nach ist er kein Tier. Sonst wäre diese unterschiedliche Bezeichnung sinnlos.

Kommentar von SelfishGene ,

Aber dann wäre es ja nur aus der Sicht der Menschen so. Denn schließlich ist die Bezeichnung ja vom Menschen geschaffen und so gesehen kein "Produkt" der Evolution, die ab einem gewissen Zeitpunkt den Menschen gegenüber den Tieren einen Vorteil gegeben hat und somit ein neues Lebewesen entstanden ist, dass so gesehen kein Tier mehr wäre.

Kommentar von authumbla ,

Alle Kategorisierungen und Bezeichnungen werden ja vom Menschen geschaffen.

Also auch die, ab wann ein Wesen als Tier, als Pflanze oder als Mensch zu bezeichnen ist.

Kommentar von realsausi2 ,

Alle Kategorisierungen und Bezeichnungen werden ja vom Menschen geschaffen.

Das ist so nicht richtig. Taxonomie geht auf die Beoabchtung der Natur zurück und ist eine der ältesten wissenschaftlichen Disziplinen.

Bei der Betrachtung der belebten Natur findet man diese "Kategorien" vor und hat dem, was da in der Natur existiert, nur Namen gegeben. Diese Namen drücken aber nur einen bestimmbaren Umstand aus und schaffen ihn nicht erst.

Die Einteilung in Pflanzen, Tiere und Pilze ist ziemlich eindeutig, nur bei verschiedenen Bakterien ist man sich noch nicht so ganz einig.

ab wann ein Wesen als Tier, als Pflanze oder als Mensch zu bezeichnen ist.

Dieser Bemerkung liegt ein völlig falsches Verständnis von Evolution und Taxonomie zu Grunde. Es ist keine Frage von Entwicklungs"stufe", in welches Reich ein Lebewesen fällt.

Aus einer Pflanze wurde niemals ein Pilz und aus einem Pilz niemals ein Tier.

Kommentar von authumbla ,


Du schreibst auf meinen Kommentar:

Alle Kategorisierungen und Bezeichnungen werden ja vom Menschen geschaffen.


Das ist so nicht richtig. Taxonomie geht auf die Beoabchtung der
Natur zurück und ist eine der ältesten wissenschaftlichen Disziplinen.


Bei der Betrachtung der belebten Natur findet man diese "Kategorien"
vor und hat dem, was da in der Natur existiert, nur Namen gegeben. Diese
Namen drücken aber nur einen bestimmbaren Umstand aus und schaffen ihn
nicht erst.

..........................................................

als Argument, dafür, dass Kategorisierungen und Bezeichnungen vom Menschen geschaffen seien, es sei eine der ältesten wissenschaftlichen Disziplinen, aber das heißt doch immer noch nicht, dass sie deshalb nicht vom Menschen geschaffen ist, nur weil sie alt ist.

Dein anderes Argument " Bei der Betrachtung der belebten Natur findet man diese "Kategorien"
vor und hat dem, was da in der Natur existiert, nur Namen gegeben. "

hat mich echt zum Schmunzeln gebracht.

Du bist mir wirklich sympathisch, denn das ist genau meine übliche Position im Universalienstreit.

Seit dem Mittelalter streiten sich Philosophen nämlich, ob Begriffe wie "Freiheit" "Gerechtigkeit" "Schönheit"...aber auch "Kategorie" eine eigene Entität haben, unabhängig vom Menschen. Oder ob es bloße Bezeichnungen sind, die der Mensch ihnen gegeben hat.

Gibt es also "Schönheit" als solches oder existiert sowas in der Welt garnicht und erst der Mesch hat bestimmten Umständen oder Zuständen diese Bezeichnung gegeben?

Das ist der Streit zwischen den Nominalisten und den Realisten und die Welt heute hat sich fast zu 100% auf die Seite der Nominalisten geschlagen.

Aber ich bin der Meinung, daß es durchaus denkbar isz, daß einzelne komplexe Begriffe eine eigene Realität haben.

Auch über den Begriff der "Kategorie" habe ich mir immer Gedanken gemacht.

Gigt es Kategorien unabhängig vom Menschen, der diese Zusammenhänge möglicherweise erst herstellt??


Ich weiß es nicht.

Kommentar von realsausi2 ,

sdfsd


Kommentar von Abahatchi ,

Also auch die, ab wann ein Wesen als Tier, als Pflanze oder als Mensch zu bezeichnen ist.

Mensch ist so wie Hauskatze oder Hund und das sind dann immer noch Tiere so wie der Mensch. Meinst Du etwa, dasz Bandwürmer darüber nachdenken, ob sie nun in einem Fuchs oder Menschen leben? Für sie ist nur entscheidend, dasz wir zu den Säugern gehören. 

Es gibt noch jede Menge anderer Krankheitserreger, die Tierart Mensch und anderer Tierarten befallen. Krankheitserreger denken eben nicht wie Du darüber nach, ob er Mensch ein Tier ist, sie nutzen ihn einfach als solches, weil er ein Tier ist. 

Kommentar von authumbla ,

Das erinnert mich an die Türhüterparabel von Kafka. Da hat auch irgendwann der Protagonist die Flöhe auf der Jacke des Türhüters um ihre Meinung gebeten ;-)

Kommentar von Agronom ,

Der Begriff des Tieres ist nicht da, um den Menschen davon abzugrenzen, sonder um sie von Pflanzen, Pilzen und anderen Eukaryoten abzugrenzen.

Kommentar von authumbla ,

Wenn Du die biologischen Begriffe Tierreich und Pflanzenreich meinst, ja.

Aber der Begriff Mensch kann durchaus in einem Begriffspaar wie beispielsweise "Menschen und Tiere" verwendet werden, ohne, daß man diesem Begriffspaar schon zwingend logisch eine unsinnige Bedeutung beimessen müsste.

Man findet derlei zahlreich in der Literatur und Geisteswissenschaft.

Nach Deiner Definition wäre ein solches Begriffpaar aber unlogisch und müsste stets als " Menschen und andere Tiere" bezeichnet werden.

Kommentar von realsausi2 ,

Nach Deiner Definition wäre ein solches Begriffpaar aber unlogisch und müsste stets als " Menschen und andere Tiere" bezeichnet werden.

Richtig. Biologisch ist das die erforderliche Ausdrucksweise. In nicht wissenschaftlichen Disziplinen kann man sich da mehr Freiheit erlauben.

Kommentar von realsausi2 ,

aber meiner Meinung nach ist er kein Tier.

Vielleicht sollten wir ja darüber abstimmen?!

Kommentar von Abahatchi ,

meiner Meinung nach ist er kein Tier.

Komisch, der Blutegel geht in Deutschland ausschlieszlich an warmblütige Tiere. Warum gehen sie dann auch an Menschen. Warum wissen Mücken, Zecken, Blutegel, Läuse, Flöhe nicht, dasz wir doch Menschen sind und keine Tiere?

Letztens hatte ein Schwertwal ein zweibeiniges Tier gefressen, einen sprechenden Affen mit viel lecker Hirn im Schädel. Für Schwertwale sind wir nichts anderes als Lecker Fleisch.

Antwort
von Aronaut, 62

Diese Frage stellen sich Wissenschaftler bis heute...

Wir alle wissen, dass der Mensch, wie wir ihn kennen, noch nicht immer so aussah, wie heute. Wir wissen auch, dass er von den "Affen" abstammt.

Stellen wir UNS aber diese Frage, wird wahrscheinlich jeder sagen, der Mensch sei kein Tier. Im Biologie-Unterricht lernt man, es gibt verschiedene Lebewesen auf unserer Erde: Pflanzen, Tiere und den Menschen.

Stellt man nun Tieren diese Frage (in der Annahme, wir könnten ihre Sprache verstehen), würden sie WAHRSCHEINLICH (nur meine Vermutung!!!) sagen, wir seien KEINE Tiere, da sie wahrscheinlich auch beispielsweise Hund, Katze und Maus in verschiedene Lebewesen "einteilen" würden. Also wie wir in Pflanze, Tier und Mensch einteilen.

Worauf ich aber hinaus will, ist, dass diese Frage eine "Ansichtssache" ist und von vielen verschiedenen Perspektiven aus betrachtet werden kann und muss!

LG

Kommentar von SelfishGene ,

Ich bin deiner Meinung, aber wenn wir doch wissen, dass es nur aus unserer Sicht so ist, dann müssten wir ja wissen, dass es nur für die menschliche Sicht gilt nicht aber für die Biologische. Es gibt jedoch immer noch eine große Anzahl, die sich gewissermaßen von den Tieren abgehoben fühlen und sich als besseres Produkt der Evolution sehen und sich nicht als Tiere sehen.

Kommentar von authumbla ,

Die "biologische" ist aber doch auch eine menschliche. Wie sollte es denn auch anders sein, wir kommen doch aus unserer menschlichen Betrachtungsweise der Welt nicht raus.

Wie Kant schon sagte "Das Ding an sich ist für den Menschen unerkennbar"... wir haben den Blick auf alles in der Welt immer nur durch unser menschliches Kategoriensystem.

Kommentar von DarkSepia ,

Diese Frage stellen sich Wissenschaftler bis heute...

Nein, diese Frage ist geklärt. Nach jeder heute üblichen, wissenschaftlichen Definition des Wortes Tier sind Menschen Tiere. Du kannst das gerne ich Fachbüchern über Zoologie überprüfen.

Stellen wir UNS aber diese Frage, wird wahrscheinlich jeder sagen, der Mensch sei kein Tier. Im Biologie-Unterricht lernt man, es gibt verschiedene Lebewesen auf unserer Erde: Pflanzen, Tiere und den Menschen.

Dann hattest du aber einen schlechten Biologieunterricht. Pflanze und Tiere sind ein Taxon, das sich zu Deutsch "Reich" nennt. Mehr kannst du hier nachlesen: https://de.wikipedia.org/wiki/Reich_%28Biologie%29

Stellt man nun Tieren diese Frage (in der Annahme, wir könnten ihre Sprache verstehen), würden sie WAHRSCHEINLICH (nur meine Vermutung!!!) sagen, wir seien KEINE Tiere, da sie wahrscheinlich auch beispielsweise Hund, Katze und Maus in verschiedene Lebewesen "einteilen" würden. Also wie wir in Pflanze, Tier und Mensch einteilen.

Was Tiere antworten würden ist irrelevant.

Kommentar von realsausi2 ,

es gibt verschiedene Lebewesen auf unserer Erde: Pflanzen, Tiere und den Menschen.

Das habt Ihr in Biologie gelernt? Der Lehrer sollte sein Lehrgeld zurückgeben.

Diese Einteilung in Reiche ist zwar auch bestimmten Veränderungen in der Geschichte unterworfen, aber grob kann man eine Aufteilung in Tiere, Pflanzen, Pilze und Bakterien vornehmen. In einer dieser Gruppen müssen wir rein.

dass diese Frage eine "Ansichtssache" ist

Nein, das ist sie keineswegs. Hierüber gibt es keine Meinungen, sondern Fakten. Die kann man anerkennen oder auch nicht.

Antwort
von viomio82, 54

Die meisten Menschen sind Monster mehr nicht!

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