Frage von ROBINtheLORD, 151

Zählt das als vortäuschen einer Straftat / Womit müssen wir im schlimmsten Fall rechnen?

Hallo liebe Community.

Vorab planen wir mit ein paar Leuten ein Video zu drehen (Professionell, kein Billig-Video für unseren YouTube Kanal (37.000 Abbos) Wir wollen eine Art Social-Experiment machen und haben es uns UNGEFÄHR so vorgstellt. Schauplatz soll eine Stadt / Park sein und 2 meiner Kollegen sollen mich zu Boden werfen und auf mich eintreten. ( Ich selbst trage wärend dessen eine 2 Zentimeter dicke Schutzweste unter der Jacke. Wir haben es im privaten Kreis ausprobier und ich merke von den Tritten nichts!) Meine Frage nun was passiert falls die Polizei eingreift ( falls sie zufällig an Ort und Stelle sind). Kann uns eine Strafe blühen ? Wenn ja in welchem Ausmaß?

Expertenantwort
von TheGrow, Community-Experte für Polizei, 58

Hallo ROBINtheLORD,

mit dem was Du da beschreibst, begeht Ihr zwei Straftatbestände:

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§ 145 StGB - Mißbrauch von Notrufen und Beeinträchtigung von Unfallverhütungs‐ und Nothilfemitteln

 (1) Wer absichtlich oder wissentlich 

  1. Notrufe oder Notzeichen mißbraucht oder
  2. vortäuscht, daß wegen eines Unglücksfalles oder wegen gemeiner Gefahr oder Not die Hilfe anderer erforderlich sei, 

wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.

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§ 145d StGB - Vortäuschen einer Straftat 

(1) Wer wider besseres Wissen einer Behörde oder einer zur Entgegennahme von Anzeigen zuständigen Stelle vortäuscht, 

  1. daß eine rechtswidrige Tat begangen worden sei oder
  2. daß die Verwirklichung einer der in § 126 Abs. 1 genannten rechtswidrigen Taten bevorstehe, 

wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, wenn die Tat nicht in § 164, § 258 oder § 258a mit Strafe bedroht ist

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Ich denke auf den § 145 StGB brauche ich nicht weiter eingehen, durch die Hervorhebung der entscheidenden Textstellen ist es selbst erklärend, wieso dieser Straftatbestand erfüllt ist.

Beim § 145d StGB, könnte man meinen der Straftatbestand ist doch gar nicht erfüllt, weil die Vortäuschung der Straftat gegenüber einer Behörde oder einer zur Entgegennahme von Anzeigen zuständigen Stelle erfolgen muss.

Aber die Rechtsprechung sagt, dass die beiden genannten Institutionen nicht zwingend direkt durch den Täter getäuscht werden müssen, sondern es langt, wenn der Täter es billigend in Kauf nimmt, dass Dritte Personen aufgrund der Täuschung die genannten Institutionen benachrichtigen.

Das bedeutet, dass die Polizei gegen Euch ein Strafverfahren, sowohl wegen

  1. § 145 StGB - Mißbrauch von Notrufen wie auch wegen
  2. § 134d StGB - Vortäuschen einer Straftat

einleiteten wird. Im schlimmsten Fall droht eine Geld.- oder Freiheitsstrafe und im bestens Fall wird das Verfahren wegen Geringfügigkeit eingestellt.

Hinzu kommt, dass Euch evtl. die Einsatzkosten in Rechnung gestellt werden.

Was man auch nicht außer acht lassen sollte, dass Polizisten oder auch bis dato unbeteiligte Personen eine Notwehrsituation vermuten und zur Abwendung des augenscheinlichen gegenwärtigen, rechtswidrigen Angriffes, den offensichtlichen Angreifer durch die Aktion nicht unerheblich verletzen.

Zusammengefast: Euch ist offensichtlich gar nicht bewusst, welche Folgen so ein Versuch in der Öffentlichkeit haben kann.

Schöne Grüße
TheGrow

Kommentar von ROBINtheLORD ,

Bewusst schon. Trotzdem ist nachfragen nochmal sicherer.

Kommentar von exxonvaldez ,

Nicht zuletzt kann sich ein couragierter Passant zur Nothilfe verpflichtet sehen.

Das kann dann für den "Schläger" sehr gefährlich werden und auch mal im Krankenhaus enden.

Antwort
von Mignon2, 60

Du kannst die Szene vorher bei der Polizei anmelden. Dann weiß sie auch Bescheid, wenn unbeteiligte Passanten die Polizei alarmieren, kann diese Passanten aufklären und muß gar nicht erst ausrücken.

Rufe mal die für die Straße zuständige Polizeirevierwache an und erkundige dich dort.

Antwort
von priesterlein, 59

Wenn sie schon vor Ort ist: Nein. Wenn sie gerufen wird und kommt: Ja. Dann müsst ihr sehr wahrscheinlich den Einsatz zahlen.

Wieso kommt jedes Jahr einer auf die Idee, dieses "Experiment" zu machen? Es kommt immer das Selbe raus.

Kommentar von ROBINtheLORD ,

Tatsächlich ist das nicht das erste Video dieser Art das wir machen. 
Und was kommt am Ende dabei raus?

Antwort
von diebabs7a, 83

Ich meine, dass es so war , dass solange du deine Freunde nicht anklagst, sie auch nichts zu befürchten haben. Bin mir aber nicht ganz sicher.

Kommentar von Loltana ,

bullshit, es gibt einmal den zivilweg für schmerzensgeld (da muss der verlwtzte explizit klagen) und den strafweg, da müsste der verletzte teilweise nichts machen, da würde von allein ermittelt

Kommentar von diebabs7a ,

okay

Antwort
von Bauchwehistdumm, 59

Wenn es schon professionell ablaufen soll, wie wäre es denn, es vorher irgendwie mit der Polizei abzuklären? 

Sozusagen, eine vorherige Anmeldung. Vielleicht sogar die polizei mit einbeziehen, als Übung etc. 

Antwort
von ChefMoralAnwalt, 59

Der zuständige § 145d StGB ist - wie viele Strafgesetze - sehr sperrig ausgedrückt.

https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/\_\_145d.html

Besser ihr informiert die Polizei vorher. Also wo es stattfindet, wie viele Hauptpersonen dabei sind, wann, wie lange alles stattfindet und was ihr genau macht.

Das wäre echt besser. So riskiert auch keine üblen Verletzungen, durch zu heftiges Verständnis von Zivilcourage, durch Dritte.

Antwort
von BalTab, 31

Angesichts der Tatsache, dass ihr nicht die ersten seid, die so etwas machen, dürfte das ohne Folgen bleiben. Sinnvollerweise wendet ihr euch aber im Vorfeld an die Polizei und fragt DORT, bzw meldet das an!

Antwort
von Mewchen, 61

Sagt der Polizei doch einfach Bescheid.

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