Frage von kom3shi, 63

Zählt das als Unterlassene Hilfeleistung?

Hallo. Nehmen wir mal an, 2 Personen fahren in einem Auto zu einem bestimmten Ort. Der beifahrer bekommt eine schwere panikattacke, beginnt dementsprechend schnell zu atmen und fängt an zu hyperventilieren. Aus Angst vor diesem bestimmten Ort. Der fahrer fährt gerade aus weiter zu diesem Ort.

Zählt das ganze als Unterlassene Hilfeleistung? Vorallem, wenn der. Beifahrer durch seine hyperventilation ohnmächtig wird?

Vielen dank

Antwort
von MariceLou, 32

In diesem Fall ist es wohl eher eine moralische Sache. Da es "nur" eine Panikattacke ist, klar, die ist nicht schön, aber mehr als hyperventilieren und in Ohnmacht fallen, kann da eigentlich nicht passieren. Es kommt natürlich auch ein Stück weit auf die Situation an, wenn die Person gegen seinen Willen gezwungen wird, zu besagtem Ort zu fahren, ist das schon sehr verwerflich. Anders sieht es aus, wenn die Person es möchte, weil eine derartige Konfrontation zur Behandlung einer Panikattacke zur Therapie gehören kann. Sollte es sich allerdings um ernste körperliche Symptome, die keiner Panikattacke oder Angststörung angehören handeln, so gleicht es schon einer Unterlassenen Hilfeleistung.

Antwort
von schnoerpfel, 27

Nein. Denn das nennt sich Verhaltenstherapie. Würde ein Psychiater/Neurologe nicht anders empfehlen.

Nehmen wir einmal an, dass Du Bus fährst und während der Fahrt eine Attacke bekommst. Du kannst nicht erwarten, dass der Busfahrer deswegen anhält. Der Psychotherapeut würde korrekterweise empfehlen, die Situation auszuhalten.


Kommentar von Saurier61 ,

Doch der Busfahrer muss in so einem Fall an geeigneter Stelle anhalten... hier würde es dann, wenn er nicht anhält unter unterlassener Hilfeleistung laufen. 

Und nein... ein Psychiater würde das nicht empfehlen, wenn dadurch eine körperliche Beeinträchtigung ausgelöst wird.. ein Psychiater würde hier abbrechen..

Lieben Gruß vom Saurier

Kommentar von schnoerpfel ,

Angstzustände generell führen mehr oder weniger zu "körperlichen Beeinträchtigungen". Ich habe noch nie gehört, dass ein Busfahrer wegen einer Panikattacke an die Seite fährt. Das ist auch in anderen Situationen (Zug, Schiff usw.) gar nicht möglich.

Der Rat der Psychologen/Psychiater ist immer derselbe: Situation aushalten, egal wie. Ich kenne das gar nicht anders.

Antwort
von Saurier61, 21

Hallöle...

eher Körperverletzung

er wusste um den seelischen Zustand des Beifahrers und hat es provoziert dass der Beifahrer hyperventiliert und sogar ohnmächtig wird. Er hat die Anweisungen des Beifahrers, wenn die Konfrontation zu heftig wird anzuhalten, ignoriert. 

Eine psychische Einwirkung wird als Körperverletzung eingestuft, sobald sie gesundheitliche Auswirkungen hat... hier Hyperventilation mit der Folge eines Bewusstseinverlustes.

Lieben Gruß vom Saurier

Kommentar von schnoerpfel ,

Ohnmacht und Bewusstlosigkeit sind zwei verschiedene Dinge. Die Ohnmacht ist bei Angstattacken gar nicht kalkulierbar. Die hätte auch einsetzen können, wäre der Fahrer hundert Meter früher abgebogen. Zudem wäre mir nicht bekannt, dass sie Einfluss auf die Gesundheit nimmt. Klär mich auf.

Kommentar von Saurier61 ,

stimmt Bewusslosigkeit gilt nach einer Minute, Ohnmacht dauert nur ein paar Sekunden an....  

Eine Hyperventilation hat einen Einfluss auf den Körper, da hier die normale Atmung nicht mehr stattfindet und der Sauerstoff /Co2 Austausch nicht mehr funktioniert.

Es wird vermehrt CO2 abgeatmet.. dadurch erhöht sich der ph-Wert im Blut.

Als Folge wird die Durchblutung an den Händen und Füßen, aber auch im Gehirn beeinträchtigt. Deshalb sind auch Kopfschmerzen, Nervosität, Schwindel, Ohnmacht oder kalte, feuchte Haut, evt. Muskelkrämpfe, Symptome einer Hyperventilation.

 Durch verschiedenene Stoffwechselreaktionen kommt es dann auch unter anderem auch zu einer Verschiebung der Elektrolyte im Blut.

Der Fahrer hätte durch Abruch der Fahrt wieder eine normale Situation herstellen können.

Antwort
von FGO65, 34

Kommt darauf an....

Wusste der Fahrer, das der Beifahrer Panik vor dem Ort hat?
War es Wunsch des Beifahrers, zu dem Ort zu kommen?
usw.

Kommentar von kom3shi ,

Ja, das wusste der Fahrer. der beifahrer hatte abgemacht sich drauf einzulassen, so lange es nicht zu schlimm für ihn wird, empfindet diese panikattacke aber als zu schlimm und ließ den Fahrer genau das auch davor wissen.

Antwort
von Grautvornix, 29

Nein du unterlässt ja nichts , sondern treibst etwas voran.

Würde er dabei sterben, könnte das fahrlässige Tötung sein, wenn d ugewußt hast was sein Problem ist.

Antwort
von gri1su, 34

ohne wenn und aber - ja, das wäre unterlassene Hilfeleistung.

Wenn man sich selbst nicht bin der Lage fühlt, Hilfe zu geben, sollte man zumindest Hilfe anfordern. Aber gar nichts zu tun, ist der schlechteste Weg.

Kommentar von schnoerpfel ,

Es ist die Hilfe, so merkwürdig es klingen mag. Es gibt keine andere. Jemand der Angst hat, mit dem Zug zu fahren, muss mit dem Zug fahren, um die Angst zu bewältigen.

Kommentar von gri1su ,

hyperventilieren ist eine gefährliche Angelegenheit. DA wäre erst einmal dringender Hilfe angesagt, die aber wohl nicht gewährt wurde. DAS ist die unterlassene Hilfeleistung.

Kommentar von schnoerpfel ,

Da hilft Dir niemand. Da kannst Du den Krankenwagen rufen. Die nehmen Dich mit in die Klinik, überprüfen die Blutwerte und schicken Dich wieder nach Hause, weil sie keine organischen Befunde haben. Reine Zeitverschwendung. Den Ablauf kann ich schon im Schlaf singen.

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