Frage von Snatiline, 127

Zählt bei einer Dienstreise die Fahrt als Arbeitszeit?

Hallo liebe Community,

mein Mann muss in letzter Zeit immer öfter auf Dienstreise, und allmählich geht es ihm an die Substanz.

Gestern musste er mit dem Auto zu einem Kunden, das waren einfach ca. 2 Stunden Fahrt, also insgesamt 4 Stunden. Er ist um 8 Uhr losgefahren und war erst gegen 22 Uhr wieder bei der Firma. Das waren 14 Stunden. Die GF meinte nur, es seien nur 10 Stunden gewesen, da die Fahrt nicht zur Arbeitszeit zählt. Das Argument der Geschäftsführerin war, Autofahren sei doch nicht anstrengend und von der als Ruhezeit zu werten.

Heute musste er schon wieder auf Geschäftsreise. Diesmal fährt er mit dem Zug. Die Zugfahrt dauert einfach 3 Stunden, dazu kommt noch eine halbe Stunde Fahrt zum Bahnhof. Er musste um 5.30 Uhr aus dem Haus, ist gegen 10 Uhr beim Kunden, die geplante Abfahrt beim Kunden ist gegen 18 Uhr, dann ist er gegen 21 Uhr am Bahnhof und gegen 22 Uhr daheim. Also insgesamt 16,5 Stunden. Da meinte die GF auch, die Fahrt zählt nicht, dann sind es insgesamt nur 8,5 Stunden. Im Zug könne er sich ja erholen.

Wie ist das geregelt? Diese langen Zeiten sind ohnehin sehr anstrengend, denn Schlaf etc. kommt doch etwas zu kurz.

Antwort
von Miramar1234, 71

Bitte schau in Deinen Arbeitsvertrag und ggf.tarifliche und haustarifvertragliche Regelungen hierzu anschauen.Je stärker Deine Position,je Größer Dein Aufgabenbereich,zeitliche und räumliche Flexibilität,das Fahren der Hauptbestandteil der Tätigkeit ist,Dein Gehalt,mit Dienstwagen ?,könnte nur die Fahrt vom Firmensitz und zum Kunden und zurück zum Firmensitz als Arbeitszeit zählen.Die Fahrt nach Hause dann nicht.Du könntest eine Regelung verlangen,wann Du den Anspruch auf eine Hotelübernachtung hast,und wann Du noch zurück fahren mußt.Die Argumente der Geschäftsführerin sind hanebüchen.Weise diese bitte darauf hin,das übermüdetes Fahren,mit Vorsatz eine Straftat sein kann.Die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers hat da zu greifen,wo die Gefahr besteht,das Du z.B.übermüdet einen Unfall verursachst.Geht das nicht klar,gibt ein Wort das andere,musst Du nach einem anderen Job Ausschau halten.Lerne draus,und vereinbare klare Regelungen,am Besten Gehalt,eine kürzere Dienstfahrt wirkt sich dann ebensowenig aus,wie Du Einzelabrechnungen und Aufstellungen machen mußt.Bist Du ganztags unterwegs,nicht vor 20.00 zu Hause,bestehe auf Hotelübernachtung.Einem Guten Produktmanager oder Kundenbetreuer gesteht eine ordentliche Firma das zu,weil diese zu Recht erwartet,das der MA professionell handelt.Dazu gehören keine "Ruhezeiten" am Lenkrad.LG

Kommentar von Snatiline ,

Dann ist die Firma meines Mannes offenbar nicht ordentlich. In seinem Vertrag steht eine Wochenarbeitszeit von 40 Stunden und darüber hinaus der Satz "mit dem vereinbarten Gehalt ist jegliche Mehrarbeit über die vereinbarte Arbeitszeit hinaus abgegolten". Ich denke, das sagt Einiges aus. Zusätzliche Vereinbarungen ging es höchstens mündlich, und die werden nie eingehalten.

Mein Mann ist kein Kundenbetreuer oder Produktmanager, dazu ist seine Firma zu klein. Er ist Entwicklungsingenieur, und dazu gehört bei ihm auch Kundenbetreuung.

Ich denke, mein Mann sollte sich mal bei einem Anwalt für Arbeitsrecht beraten lassen und dann dementsprechend handeln.

Kommentar von Miramar1234 ,

Dieser Passus ist typisch.Die Fa.spart an Spesen und und kann unbegrenzte Flexibilität Deines Mannes fordern.Bedenke,es kommt der Winter,starker Schneefall,Glätte kann einsetzen.....hunderte Kilometer nach Hause zu fahren,ohne klare Regelungen....hätt ich so nie unterschrieben.Ich denke ein Anwalt kann nicht viel machen,bei der Regelung.Beratung ist aber sehr sinnvoll.Als Entwicklungsingenieur ist er wie ein Produktmanager zu sehen,denke ich.

Kommentar von Snatiline ,

Als mein Mann die Stelle bekommen hat, war ihm gerade gekündigt worden - die alte Firma war verkauft worden und der Käufer hat alle Mitarbeiter mit Abfindung entlassen. Außerdem war damals in der Firma ein Produktmanager, der die Dienstreisen erledigt hat. Von daher hat mein Mann darin kein Problem gesehen.

Mein Mann hat damals nur neue Produkte entwickelt, alte Produkte weiterentwickelt und gelegentlich Reparaturen gemacht. Der Produktmanager ist nun in Rente, und statt dass die Firma Ersatz sucht, haben sie das meinem Mann aufs Auge gedrückt. Auf lange Sicht will er ohnehin von dieser Firma weg, und schon allein dafür ist eine Beratung gut. Für Vorstellungsgespräche muss er ja auch planen können.

Kommentar von 5432112345 ,

Dieser Zusatz ist nach deutscher Rechtssprechung ungültig. (Es sei denn, dein Mann bekommt bereits ein überdurchschnittlich hohes Gehalt für seine Tätigkeit.)

Kommentar von Miramar1234 ,

Ganz genau,und dann muß! der Mitarbeiter nicht fragen,wenn er nach erfülltem Arbeitstag auswärts übernachtet,oder wann er noch zurück fährt.Wird dies verweigert mit ,Autofahren entspannt oder sowas,ist es schlicht unseriös.

Antwort
von alarm67, 75

Die Frage ist, was verstehst Du unter Dienstfahrt? Was macht er bei den Kunden?

Beispiel Monteur: Monteuer fährt normalerweise von zu Hause eine Stunde zum Ort des Arbeitgebers.

Fährt der Monteuer nun direkt von zu Hause zum Kunden, hier im Beispiel braucht er 2 Stunden, muss er sich je Fahrt 1 Stunde als unbezahlt anrechnen lassen. Fahrten zum Arbeitgeber sind Privatsache,,werden also nicht bezahlt.

Diese kannst und solltest Du dann in der Steuerklärung angeben.

Bei "echten" Dienstfahrten sieht das aber wieder anders aus!

Kommentar von Snatiline ,

Also, gestern war das so: Mein Mann ist in die Firma gefahren, hat dort von der Firma ein Mietauto bekommen, ist zum Kunden gefahren, wo er gegen 10 Uhr war. Dort musste er Produkte der Firma installieren und den Kunden einweisen. Gegen 20 Uhr ist er vom Kunden zur Firma gefahren und von dort nach Hause.

Heute ist er direkt von daheim aus mit dem Zug zu einem anderen Kunden gefahren, den er einweisen soll. Die Firma hat ihm die Zugfahrkarte gekauft und die Fahrten entsprechend gebucht.Er ist von 10 Uhr bis 18 Uhr beim Kunden, die Zugfahrzeiten stehen in meiner Frage.

Antwort
von brennspiritus, 104

Nicht so einfach. Schau hier:

http://www.dgbrechtsschutz.de/recht/arbeitsrecht/arbeitszeit/dienstreisen-arbeit...

Antwort
von robi187, 27

das hört sich gut an, würnsche dir viel erfolg.

aber zuerst eine neue arbeit suchen? denn das könnte streß bedeuten?

Kommentar von Snatiline ,

Soll mein Mann vielleicht ohne Alternative kündigen? Das wäre auch nicht gut, denn dann hätte er kein Einkommen und wäre auch nicht krankenversichert.

Kommentar von robi187 ,

nein zuerst eine arbeit!

ich meinte damit solange es nicht verjährt ist hat man zeit.

die verjährung sollte man aber kennen?

Kommentar von Snatiline ,

Eben deswegen wäre es gut, wenn er mit einem Anwalt spricht. Der kann ihm diese ganzen Sachen erklären und weiß auch, wie man das durchsetzen kann.

Kommentar von Snatiline ,

Hallo, die Sache ist inzwischen beim Anwalt. Der RA meines Mannes hat seinen AG angeschrieben und Ausgleich der Überstunden gefordert. Mein Mann hat übrigens mittlerweile ein Burnout. Tja, und der RA des AG schrieb, es würden keine Überstunden vorliegen, da mein Mann ja aus freien Stücken länger gearbeitet hätte und dass es die Dienstreisen gar nicht gegeben hätte. Jetzt wird es interessant.

Antwort
von Immenhof, 79

Die Frage hierbei ist noch eher möchte er seinen Job weiterhin behalten oder arbeitslos werden? Ich kenne Jobs in denen es wesentlich dramatischer ist, unbezahlte Überstunden vorrausgesetzt werden(und zwar täglich mehrere) und nicht einmal entschädigt werden. 

Kommentar von Snatiline ,

Dies ist eigentlich nicht die Frage, denn mein Mann hält das nicht beliebig lange durch. Es geht ihm schon an die Substanz. Unbezahlte Überstunden vorauszusetzen finde ich persönlich unverschämt, abgesehen davon ist es illegal, denn der Arbeitgeber hat eine Fürsorgepflicht. Mein Mann will sich auf die Dauer einen neuen Job suchen, aber darum geht es hier nicht.

Kommentar von 5432112345 ,

Es gibt auch Menschen die getrockneten Kamelkot essen. Machst du das jetzt auch?

Du bist wahrscheinlich einer von denen die sich gern unbezahlte Überstunden gefallen lassen. (Oder ein Chef der vollkommen überzogene Vorstellungen davon hat, wie viel "Macht" er wirklich in der Hand hat.)

Jeder hat das Recht sich gegen ungerechte Behandlung zu wehren. Die meisten Arbeitgeber können es sich garnicht leisten auf Mitarbeiter zu verzichten, viel mehr ist es so, dass sie testen wie weit sie gehen können und solange sich niemand beschwert wird es auch so beibehalten.

Kommentar von Snatiline ,

Zunächst mal geht es hier nicht um mich, sondern um meinen Mann. Offenbar hast Du meinen Beitrag nicht sorgfältig genug gelesen. Im Übrigen verweise ich auf meinen Kommentar auf die Antwort von Miramar1234.

Kommentar von 5432112345 ,

Mein Kommentar bezieht sich auf die Aussage von Immenhof.

Kommentar von Snatiline ,

Entschuldigung, dann habe ich Dich hier falsch verstanden!

Kommentar von lastgasp ,

Der Nick ist "Immenhof", da schwingt das Lebensgefühl der 50er Jahre mit. Erinnert mich stark an das Lebensmotto meines Vaters, der gefühlte 5000 Überstunden für Gottes Lohn gemacht hatte, um eine 200 Euro-Uhr und einen Präsentkorb zum 50.Dienstjubiläum zu kassieren: "Mit dem Hute in der Hand kommst Du durch das ganze Land."

Kommentar von Immenhof ,

Tja leider alles falsch über mich. Sondern, dass war der Ratschlag von einem Anwalt an meinen Freund ... Aber auf dem Lohnniveau, auf dem ihr euch bewegt, könnt ihr es euch bestimmt leisten ;). Ab einem Gewissen Niveau wird es auch in D erwartet, wenn man nicht auf einem Abstellgleis bei der nächsten Säuberung mitentfernt werden will .

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