Frage von MovementRapide, 44

YouTube monetarisieren ohne 'Anmeldung' bzw. Abgaben?

Hey,

angenommen ich würde als 17-jährige Schülerin durch YouTube Geld einnehmen (und nebenbei in einer Bäckerei arbeiten). Muss ich YouTube als Geldquelle dann irgendwo anmelden bzw. was ist die Grenze, die ich da verdienen darf? Was würde passieren wenn ich einfach mit Videos Geld verdiene ohne irgendwas anzumelden?

Antwort
von kevin1905, 15

Muss ich YouTube als Geldquelle dann irgendwo anmelden

Beim Gewerbeamt (Ordnungsamt) und beim Finanzamt.

bzw. was ist die Grenze, die ich da verdienen darf?

0,- €.

Über jeden € der rein und raus geht hast du Buch zu führen und im Folgejahr dem Finanzamt in Form einer Einkommensteuererklärung Rechenschaft abzulegen!

Was würde passieren wenn ich einfach mit Videos Geld verdiene ohne irgendwas anzumelden?

§ 370 AO:

(1) Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer

1. den Finanzbehörden oder anderen Behörden über steuerlich erhebliche Tatsachen unrichtige oder unvollständige Angaben macht,

2. die Finanzbehörden pflichtwidrig über steuerlich erhebliche Tatsachen in Unkenntnis lässt oder

3. pflichtwidrig die Verwendung von Steuerzeichen oder Steuerstemplern unterlässt

und dadurch Steuern verkürzt oder für sich oder einen anderen nicht gerechtfertigte Steuervorteile erlangt.

Das Nicht-Anmelden eines Gewerbes ist ferner eine Ordnungswidrigkeit, die mit bis zu 1.000,- € Bußgeld geahndet werden kann.

Kommentar von Almalexian ,

Mit Youtube Geld einzunehmen ist kein Gewerbe. Auch der Rest von wegen Buchführung ist Unfug, er ist kein Kaufmann weil er 5€ von ner Videoplattform bekommt.

Kommentar von kevin1905 ,

Jede Tätigkeit mit Gewinnerzielungsabsicht die nicht unter die Katalogberufe von § 18 EStG oder Land- und Forstwirtschaft fällt ist eine gewerbliche Tätigkeit.

Fragesteller ist ja wohl kaum Angestellter von YouTube.

Kommentar von Almalexian ,

Da fehlt allein schon das Element der Regelmäßigkeit und der Selbstständigkeit sowie der nach außen gerichteten Erkennbarkeit. Mit der Definition von dir wäre schon der einmalige Verkauf eines Buches bei ebay ein Gewerbe.

Kommentar von kevin1905 ,

Wer meldet sich denn auf YouTube an um einmalig ein Video zu machen?

In dem Fall hätten wir einmalige Einkünfte aus Leistungen nach § 22 EStG.

Das halte ich jedoch für allemal theoretisch.

Wer an einer Monetarisierung von YouTube interessiert ist hat eine Gewinnerzielungsabsicht (ob wirklich Gewinn erzielt wird ist für die rechtliche Einstufung unerheblich) und handelt mit Sicherheit auch regelmäßig.

Von daher bleibt es steuerrechtlich gesehen in dem Fall eine gewerbliche Tätigkeit.

Kommentar von Zappzappzapp ,

Richtig ist, dass es steuerliche Freigrenzen für Nebenverdienste gibt, insoweit stimmen die "0,- €" von @Kevin1905 nicht.

Die Frage wurde aber nicht wegen € 5 gestellt. Man hätte vielleicht noch einmal nachfragen können, aber es ist doch ziemlich eindeutig, es geht um die "Verdienstgrenze" und daraus folgend die weitere indirekte Fragestellung, was passiert, wenn man darüber hinaus verdient und dieses verschweigt. Ob die Fragestellerin die Freigrenze nun überschreitet oder nicht, ist zunächst mal für eine korrekte Antwort unerheblich.

Ob es sich letztlich um ein meldepflichtiges Gewerbe handelt, ist auch zunächst zweitrangig, bei der Frage geht es zunächst um Nebeneinkünfte

Antwort
von Zappzappzapp, 3

Du schreibst nicht, um wieviel Geld es gehen soll, wahrscheinlich weißt Du es selbst noch nicht.

Hier findest Du mal für den Anfang eine einfache Information wie viel Nebeneinkünfte Du haben darfst:

https://www.vlh.de/wissen-service/steuer-abc/was-sind-nebeneinkuenfte.html

Antwort
von Almalexian, 31

Bis das n Problem wird ist es ein weiter Weg. Mach dir mal keinen Kopf.

Kommentar von kevin1905 ,

Wenn du dich bereit erklärst einen evtl. Bußgeldbescheid zu zahlen, sicherlich kein Thema!

Kommentar von Almalexian ,

Halt dich lieber raus wenn du dich nicht mit dem Handelsrecht auskennst.

Kommentar von kevin1905 ,

Das ist keine handels- sondern eine gewerbe- und steuerrechtliche Thematik. (§§ 14 GewO, 15 Abs. 2 EStG).

Das Finanzamt weiß nicht wie viel verdient wird ohne Steuererklärung.

Kommentar von Almalexian ,

Ohne Gewerbe ist es keine gewerberechtliche Thematik. Diese Beiträge sind auch nicht zu versteuern wenn sie nicht ein gewisses Niveau erreichen, und dafür braucht man bei der eher schmalen Bezahlung von Youtube schon n Arsch voll Abbonennten.

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