Frage von Ser098, 52

WWirkung von atropin?

Kann mir jemand erklären wie atropin auf den Körper wirkt? Also insbesondere als es damals in der Antike als Dopingmittel verwendet wurde falls Fachbegriffe verwendet werden würde ich mich über eine Erklärung dieser freuen.

Antwort
von voayager, 12

Atropin wirkt parasympathikolytisch, dämpft also den Parasympathikus und zwwar recht massiv. Dadurch kommt es zu erheblichen Denkstörungen, Herzrasen und anderen unliebsamen Erscheinungen. Ich bezweile, dass man diesen Wirkstoff in der Antike als Doping gebrauchte, wenn doch dann recht schwach dosiert.

Kommentar von Ser098 ,

Alles klar danke für die Antwort allerdings stand auf ziemlich vielen Internetseiten, dass es als Droge verwendet wurde was mich aber auch wundert da ich atropin nichts hilfreiches für den Sport abgewinnen kann...

Kommentar von voayager ,

Man verwendete das Atropin in der Antike schon oft, allerdings nicht oder kaum für sportliche Zwecke sondern als Liebesmittel sowie in der Medizin gegen Schmerzen, Krampfzustände und Entzündungen, also Bereiche wo es auch hilft, wenn vorsichtig dosiert wird. Ensprechende Erfahrungen hatten die damaligen Ärzte gehabt.

Antwort
von hameder, 3

Mal stark vereinfacht erklärt:

Dein Stammhirn - also deine Lebenserhaltungszentrale arbeitet mit zwei Gegenspielern, die sich im Normalfall die Waage halten.

Der Sympathikus ist der Anteil, welcher dich quasi in Streß versetzt, der Parasympathikus sorgt für Ruhe und Erholung.

Ihren Einfluß machen die beiden über sog. Neurotransmitter - also Botenstoffe geltend. Das "Streßhormon" Adrenalin steht auf der einen Seite, das Azetylcholin auf der anderen.

Der z.B. in vielen Giftpflanzen enthaltene Wirkstoff Atropin blockiert die Wirkung des Azetylcholins und nimmt somit dem für die Erholung zuständigen Parasympathikus sein "Mitspracherecht".

Die Wirkung des Sympathikus hat nun also überhand und dein Körper stellt sich auf "kämpfen und flüchten" ein.

Dein Herz schlägt schneller, die Atmungsorgane werden weitgestellt, dein  Verdauungstrakt wird heruntergefahren und der Blutdruck erhöht sich.

Du stehst also "unter Strom" aber mit Doping hat das nichts zu tun.

In höherer Dosierung kommt es schnell  zu Harnverhalt, Halluzinationen, Unterzucker, Herzrhythmusstörungen, und weiteren lebensbedrohlichen Störungen.

Also lieber einen großen Bogen machen um atropinhaltige  Nachtschattengewächse wie Tollkirchen, Stechapfel, Engelstrompeten etc...

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