Frage von karategirl28, 33

Wusste der Ehemann von Hilde Domin, dass sie unter einem Pseudonym schreibt, wenn ja, wie hat er reagiert (leider keine Infos im Netz gefunden)?

Antwort
von andreasolar, 31

M. E. wusste er davon, denn "das Pseudonym Domin, unter dem Hilde Palm fortan ihre Gedichte schrieb, sollte ein Dank an das Land sein, das sie und ihren Mann aufgenommen hatte."

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/literatur-die-mutmacherin-zum-tode...

"In den Briefen jedenfalls finden wir eine hymnische Entgegnung Palms auf eines der ersten Gedichte seiner Frau: »Du verdienst einen Meisterkuss… Von jetzt an, Sternlein, die eigene Bahn! Ist dir klar, dass du damit wirklich ein anderes Lebens angefangen hast?«" (Die Zeit, 23.Juli 2009)

Antwort
von Taimanka, 28

da sie viele Jahrzehnte mit ihrem Alter gemogelt hat, kann man ihr auch durchaus zutrauen, dass sie in der Ehe mit Erwin Palm, in der sie wohl vereinsamte und von dem sie sich immer mehr entfernte, das Pseudonym für sich behielt.


Ggf helfen hier die Briefwechsel zwischen den Eheleuten weiter: 

http://www.abebooks.de/servlet/BookDetailsPL?bi=17288069744&searchurl=isbn%3...


Antwort
von Windspender, 33

ich kenne nichts von Hilde Domin ( Literatur, Biografie), aber ich würde schon denken, dass ein ehemann von den aktivitäten seiner frau wüsste, warum nicht ?.

Kommentar von karategirl28 ,

naja, schließlich mussten zu dieser Zeit die Frauen den Haushalt machen und Sekretärin des Ehemannes spielen. Kann ja sein, dass sie es ihm aus Angst oder sonstigem nicht gesagt hatte, wer weiß. Hilde Domin schrieb "Auf Wolkenbürgschaft" und lebte von 1909 bis 2006 (Dichterin d. Nachkriegszeit)

Kommentar von Windspender ,

Das weiß man nicht. Es ist aber immer zu pauschal gedacht, wenn man alle männer bezichtigt, damals ihre frauen untedrückt zu haben. Vielleicht hat er sie wirklich geliebt und ihr freie hand für ihre aktivitäten gelassen ? Wir können sie nicht mehr fragen.

Kommentar von Chiarissima ,

"Als Erwin Walter Palm (ihr Ehemann) ihre Gedichte erstmals sah, war er klug genug, deren Rang zu erkennen, auch zu erkennen, dass seine Frau ihm überlegen war - und dafür musste sie bestraft werden.

Der erbitterte Kampf darum, wer in dieser Ehe schöpferisch tätig und erfolgreich sein durfte und wer zu dienen hatte, prägte die Zeit von 1950 bis zu Palms Tod 1988: „Erwin Walter Palm ertrug es nicht, dass seine Frau Gedichte schrieb - ‚als ob die Katze auf einmal Eier legte.‘ Wollte sie schreiben, so sollte sie das in einer ‚Menstruationshütte‘ tun; ihr Wunsch zu schreiben, galt ihm als ‚unrein‘, die Dichtkunst sollte Männerdomäne bleiben."

Noch Fragen, Windspender?

Kommentar von Windspender ,

ich schrieb doch, dass ich sie nicht kenne :)

Kommentar von mychrissie ,

Wenn ich bei einem Thema null Ahnung habe, dann würde ich es immer vorziehen zu schweigen statt blind zu spekulieren.

Kommentar von Windspender ,

@  mychrissie, ach jetzt verbietest du mir meine eigene Gedanken und so, zu machen ? 

Auch wenn ich mich bei dem Thema / andere Themen nicht auskenne, könnten meine Kommentare hilfreich sein, um neue Gedankengänge bei anderen einzuleiten / herzuleiten.

Kommentar von mychrissie ,

Leider erwarten Fragesteller eher die positiven Ergebnisse eines Denkprozesses, statt nur die Info, dass sich jemand Gedanken gemacht hat.

Wenn Du umziehst, bezahlst du einen Möbelpacker auch nicht dafür, dass er sich einen Tag lang vergeblich bemüht hat, die Umzugskisten anzuheben, sondern Du erwartest, dass sie abends am gewünschten Ort stehen.

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