Frage von selma05,

Wurzelbehandlung ohne Kostenvoranschlag - Wieviel sollte es kosten?

Eine Bekannte macht ein Praktikum in Deutschland und hatte eines Morgens große Zahnschmerzen (ihrer Auslandsversicherung gibt bei Zahnbehandlungen KEINEN Zuschuss). Wir entschieden uns zum Zahnarzt zu gehen. Erste Diagnose: Karies. Beim Öffnen des Zahnes stellte sich heraus, dass eine Wurzelbehandlung folgen muss... ohne den Preis zu nennen legte der Zahnarzt los und führte den ersten Teil der Wurzelbehandlung durch und machte einen Folgetermin zum Beenden der Arbeit. Beim zweiten Termin machte er ein Röntgenbild (eines von vielen!) und stellte fest, dass ein anderer Zahn ebenfalls eine Wurzelbehandlung braucht. Auf meine ANfrage nach dem Preis kam nur, alles müsse ganz sauber gemacht werden etc, aber keine Nennung einer Zahl, nur dass man abwarten müsse, bis alles fertig ist. Er machte die WB für den neuen Zahn komplett durch und machte erneut einen Folgetermin für den ersten Zahn aus, um den zu Beenden. Vor diesem Termin, wieder meine Frage nach dem Preis... wieder keine Auskunft, nur Vertröstungen und der Hinweis auf genaue Arbeit. Nach der BEhandlung, beide WB jetzt komplett durchgeführt, kam erneut von mir die Frage nach dem Preis, Antwort: "locker vierstellig"!! Für diesen Preis hätten wir "locker" ins Heimatland fliegen können!!Darüber hinaus der Zusatz es direkt zahlen zu können ohne Abrechnun! Wie verhalte ich mich jetzt, zumal der Arzt beste Kritiken genießt!

Antwort von Wolko,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Handelt es sich um einen Praktikanten innerhalb der EU, dann gilt für ambulante Sachleistungen das Recht des Aufenthaltsortes. Voraussetzung, dass es sich um eine gesetzliche KV in einem EU-Land handelt. Ist es ein Praktikant eines Drittlandes, dann sollte man prüfen, ob es nicht um eine versicherungspflichtige Berufsausbildung handelt.Oder ist er gleichzeitig an einer Hochschule eingeschrieben. Hier fehlen wesentliche Infos um vielleicht Ansprüche in Deutschland herleiten zu können.

Kommentar von selma05,

Die behandelte Person ist aus einem EU-Mitgliedsstaat(Frankreich) und es handelt sich um ein innerhalb des Studium integriertes Praktikum, somit ist die Person auch noch an einer frz. Hochschule eingeschrieben. Die gesetzl. KV (+Auslndsversicherung) bezahlt jedoch "nur" ärztliche Behandlungen im Umfang von 100%, jedoch gibt es für zahnärztl. Behandlungen, nur eine Notfallhilfe von max. 108€ pro Behandlung. Was für diesen Fall heißt, dass selbst bei voller Anerkennung des Notfalls noch weitaus über x-tausend € aus eigener Tasche gezahlt werden müssen.

Da ich mich vorher im Internt über Preise für WB erkundigt habe und diese bei ca. 350 pro Zahn lagen, wäre noch alles in Ordnung gewesen... Die Summe liegt jedoch weitaus drüber und wir haben uns nicht durch Kostenvoranschlag abgesichert und der behandelnde Arzt ist nie auf preisbezügliche Fragen eingegangen, sodnern hat diese geschickt umschifft

Kommentar von Wolko,

Einfach die französische Karte oder Bescheinigung bei der AOK vorlegen und einen Anspruchsausweis für den ZA ausstellen lassen. Dann muss er zumindest nach deutschen Kassensätzen abrechnen und kann nicht privat liquidieren. Eine gute Seite zum Verfahren sowohl in deutsch als auch französisch bietet hierzu die Deutsche verbindungsstelle: http://www.dvka.de/oeffentlicheSeiten/Merkblaetter/Merkblaetter_UrlaubDeutschlan...

Antwort von ErsterSchnee,

Mit dem Arzt sprechen und gemeinsam eine Lösung finden. Es sind auf beiden Seiten Fehler gemacht worden.

Kommentar von selma05,

Grundsätzlich müssen wir mit dem Arzt sowieso sprechen (ich bin in diesem Sachverhalt als "Dolmetscher" tätig, weil meine Bekannte KEIN deutsch spricht), da wir die genaue Summe ja auch noch nicht kennen...

wo liegen die beiderseitigen Fehler?

Kommentar von ErsterSchnee,

Naja, der Zahnarzt hätte über die Preise Auskunft geben müssen - und ohne Auskünfte über die voraussichtlichen Kosten hätte ich gar nicht wieder den Mund aufgemacht und ihn machen lassen. Insofern hat sie sich ja mit der Behandlung einverstanden erklärt - es war ja kein lebensbedrohlicher Notfall, sie hätte also (zwar unter Schmerzen, aber immerhin) die Praxis verlassen und sich einen anderen Zahnarzt suchen können.

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