Frage von khal01, 64

Wurden auch Zwangssterilisierte im Nationalsozialismus ermordet?

Servus,

Ich befasse mich aktuell mit der Zwangssterilisation im Nationalsozialismus. Eines kann ich mir allerdings nicht erklären, wenn Behinderte Zwangssterilisiert wurden, wurden sie dann auch im Rahmen der T4 Aktion ermordet? Und wenn ja, warum dieser doppelte Aufwand?

Ich bin für jede qualifizierte Antwort sehr dankbar!

Antwort
von Klaraaha, 43

Ich denke eher nicht. Aber man kann ja nicht jeden Fall nachprüfen. Es gab aber auch nach dem Krieg sog. Zwangssterilisierte, die entschädigt wurden War damals auch ein Thema in der Öffentlichkeit. Scheinbar hat man in der Nazizeit, Menschen die nur leicht behindert waren und arbeiten konnten nicht ermordet. Meist waren es Kinder die dieser Aktion zum Opfer fielen.

Antwort
von AuroraRich, 64

Aktion T4 war ja erst am Ende des 3. Reiches. 1940-1945.

Die Zwangssterilisationen haben ja schon 1934 gestartet. Da waren Massenvernichtungen noch nicht in diesem Ausmaß geplant.

Antwort
von voayager, 41

Sie wurden meist ermordet. Der dopplete "Aufwand" geschah deshalb, um vor dem Mord noch größtmögliche Arbeitskraft aus den ZZwangssterilisierten herauszuschinden.

Kommentar von andre123 ,

also von zwangssteriliisierten Behinderten als Zwangsarbeiter im großen Stil , habe ich noch nie was gehört.      Wäre auch unsinnig . auch wenn es zynisch klingt, aber dafür hatte man genügend andere Personenkreise  

Kommentar von voayager ,

Ein Zeichen, dass du nicht gut genug informiert bist. Ist übrigens nicht unsinnig, vielmehr deine Überlegung. Nach faschistischer Auffassung mußten alle Ermordeten vor ihrem Tod noch sich für deren Staat nützlich machen, galt es deren Arbeitskraft auszupressen. Das lief beim Euthanasieprogramm nicht im großen Stil, wie du es nennst, sondern in Heimen, die vorgeschaltet waren. Wer zu einer Arbeit wegen geistiger Beeinträchtigung nicht fähig war, wurde unverzüglich umgebracht.

Empfehlenswertes Buch dazu, hatte Ernst Klee herausgebracht.

Antwort
von andre123, 19

Sie wurden in der Regel nicht ermordet.       Ermordet wurden fast ausschließlich (Schwerst)-Behinderte in öffentlichen Heimen.

Behinderte, die bei ihren Angehörigen lebten blieben normalerweise unbehelligt, wurden jedoch ( insbesondere wenn die Behinderung erblich war) zwangssterilisiert.

Kommentar von Klaraaha ,

Es wurden auch Kinder von zuhause abgeholt. Ich weiss von zwei Fällen aus unserem Nachbardorf. Die wurden vermutlich verraten, evtl. von einem Arzt.. Den Eltern erzählte man, sie würden zur Erholung geschickt. Danach kam ein Brief mit der Asche und der Mitteilung das Kind wäre verstorben. Dabei lag eine Rechnung, die die Eltern zahlen mußten für die Einäscherung.

Kommentar von andre123 ,

Das ist sicherlich traurigerweise auch vorgekommen, insbesondere im Jahr 1940, Anfang 1941.  Nach massiven Protesten von Angehörigen/Kirche/Öffentlichkeit und sogar bis in die NS-Führung hinein,  wurde dies dann  allerdings gestoppt und die Tötungen wurden "nur" noch bei Insassen  staatlicher Anstalten vorgenommen. 

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