wurden 1903 dächer gedämmt?

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8 Antworten

Nein - eher nicht, da damals Wohraum genug da war und die Dachböden meist unbewohnt / nicht ausgebaut. Da war es sogar besser, wenn es durchzog wie Hechtsuppe, da man damals die Waschküche und die Wäscheleinen auf dem Dachboden hatte - da trocknete die Wäsche.

Hätte man da schon Luftdicht gemacht und gedämmt, wäre übel Schimmel entstanden und nix wäre trocken geworden.

Aber bestimmt bestimmen Ausnahmen auch hier die Regel - weis nicht, wie es bei der Obrigkeit ausgesehen hat  -  oder z.B. in Gebäuden, in denen empfindliche Sachen gelagert wurden - Bibleotheken, Vorratskammern, Kirchen, Rathaustürme mit Uhren - aber auch da denke ich mal eher nicht.

War 30 Jahre lang Dachdecker - aber aus dieser Epoche hab ich nie was gedämmtes gesehen - lediglich die Zwischendecke vom Dachboden zu den darunterkiegenden Räumen waren manchmal mit Lehm ausgefüllt.

Als im Krieg alles zerbombt wurde, hat man danach Schotter & Zeitungspapier genommen.

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Wärmedämmung kam erst Mitte des letzten Jahrhunderts auf, und auch da stand das Dach nicht an erster Stelle.

Üblicherweise war das Dachgeschoss nur durch die Dachplatten von der Außenwelt getrennt; je nach Wind landete auch mal etwas Schnee auf dem Boden.

Eine Etage tiefer befand sich dann das oberste bewohnte Stockwerk; dessen Decke war auch nicht dicker oder besser isoliert als die anderen Geschossdecken. Schräge Wände waren in ähnlicher Dicke und gleichermassen ohne spezielle Wärmedämmung wie die sonstigen Außenwände.

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ich wurde in einem alten bauernhaus groß da war nichts gedämmt.im winter gefror der atem an dem dicken federbett.zentralheizung war ein fremdwort und kam erst so ab 1960 am land.vorher waren einzelöfen mit holz angesagt

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Gedämmt nicht direkt, aber Stroh zwischen die Dachlatten gesteckt.Infos findest Du in alten Baukonstruktionsbüchern bei Biblitheken an Fachhohschulen oder Unis, wo auch der Fachbereich Architektur angesiedelt ist.

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Hey Du.

Alle bisherigen Antworten sind schon korrekt!

Eine Dämmung, wie heute üblich, war damals nicht nötig, weil Wohnräume mit Öfen ausgestattet waren und gerade im Winter die durch das oberste, also Dachgeschoss/ Dachboden, führenden Schornsteine für die entsprechende Zirkulation durch rein nur schiefergedeckte Dächer völlig abgesichert und ausreichend war. 

Schnee blieb auf den Dächern trotzdem liegen und sorgte für einen natürlichen Wärme-/ Dämmschutz - trotz der Schneelast. War sicher!

Durch rein Schiefergedeckte Dächer ist immer Umluft/ Abluft/ Zugluft/ möglich. Es gibt keine Hitzestaus oder Ähnliches. Auch wenn es im Sommer auf diesen Dachböden heiß-feucht-stickig war.

Eine Dämmung selbst war so gesehen nicht nötig.

Jetzt kommt es zusätzlich aber auf die zu betrachtende Wohnsituation bzw. -region an. In Küstennähe bewährt sich bis heute das Schilfdach. Das Dach atmet und hält das Haus von unten nach oben gesund. Zirkulation ist bei alten Gebäuden das "A" und "O".

Durch jahreszeitentechnisches Kalt/Heiß + Feucht/Trocken - von Keller bis zum Dach, wenn also das Bauwerk, der Grundstein stimmt und diese Dachzirkulation gewährleistet ist, ist das Haus gesund. Auch wenn der Keller zwangsläufig durch Grundwassereigenschaften feucht, kühl und muffig ist, ist das Dach für den Ausgleich zuständig. Zirkulation eben.

Wenn das Dach dicht ist, fängt so ein Bauwerk von unten nach oben an langsam zu schimmeln und setzt vor allem Salpeter an. Salpeter zerstört die Grundsubstanz und ist auch noch richt böse giftig für den Menschen.

Alte Dächer, wie vor 100 + ...... Jahren, hatten auch die Dachluken oder winzig kleine Fenster zum öffnen - um gegebenfalls die Zirkulation zu unterstützen bzw. womöglich notwendige Abluft zu beschleunigen. Wurde je nach Jahreszeit und Dachbodengebrauch (nasse Wäsche etc.) regulär wissentlich so auch, ohne groß drüber nachzudenken, gemacht.

Damals waren auch die Türen nicht abgedichtet - Zirkulation also (von Keller bis Dach) (Wiederholung, sorry)

Kleiner Tipp noch: Kalte Luft transportiert Feuchtigkeit effektiv und zügig. Warme Luft lässt Feuchtigkeit stagnieren (spezieller Druck/Schimmel/ etc.). Es ist also günstiger, vor allem gesünder und nützlicher einen Keller etc. im Herbst/ Winter ab so unter 8°C zu lüften und nicht im Sommer bei 35°C. Gesetz der Natur.

LG, ich hoffe, ist auch ein klein wenig hilfreich.

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Kommentar von lifefree
24.09.2016, 22:36

Hallo, das was Du schreibst hört sich sehr romantisch an , fast wie aus einem schönen Roman. In unserer Gegend waren die Dächer i.d.R. mit Dachziegeln gedeckt.In der ländlichen Kleinstadt mit noch vielen Bauern, war unser Haus aus Erd-und Dachgeschoss, in beiden Geschossen bewohnt.Damals und bis in die 50er Jahre hinein hatten die Familien mehrere Kinder, die Kinder hatten i.d.R. kein eigenes Zimmer, bestenfalls wurde ein Zimmer für mehrere Kinder genutzt.Die Zimmer waren kleiner als heute und eine Familie hatte nur wenige Zimmer, auch weil oft mehrere Generationen in einem Haus wohnten. In den Schlafräumen war es im Winter eiskalt, an den einfach verglasten Fenstern war oftmals von innen Eis, ebenso in schlecht geheizten Wohnräumen.

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An sich nicht. Meist hatten die Häuser ungedämmte Dachböden, die zum Wäsche trocknen verwendet wurden. Unter dem Dach befanden sich also keine Wohnungen.

Die Dämmung der Dächer wurde erst im Nachhinein durchgeführt, als auch die Dachböden als Wohnungen ausgebaut wurden. (Maisonettwohnungen zum Beispiel)

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Hallo,

eher nicht. Ich wohne in so einem alten Haus. Erst vor ein paar Jahren, im Zuge von Renovierungen, wurde das Dach gedämmt.

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Nein. Die Dachstühle waren meist nicht ausgebaut und dienten als Heuspeicher/Abstellraum oder ähnliches.

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