Frage von Cro1234567890, 209

Wurde zum Monatsende gekündigt, bis wann darf ich eine Abfindung beanspruchen?

Hallo Leute,

Ich wurde um 31.12.2015 gekündigt. Die Kündigung wurde vor 10 Tagen eingereicht. War seit 7 Jahren in der Firma beschäftigt!

Meine frage lautet: Darf ich eine Abfindung verlangen? Wenn ja, bis wann habe ich Zeit eine Abfindung zu verlangen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Hexle2, Community-Experte für Arbeitsrecht & Kündigung, 105

Warum bist Du gekündigt worden, wie lange hast Du dort gearbeitet, wie groß ist der Betrieb?

Es gibt keinen "Anspruch" auf Abfindung.

Abfindungen werden i.d.R. vom AG angeboten um schwer kündbare Mitarbeiter "loszuwerden", um lange Kündigungsfristen oder Kündigungsschutzprozesse zu vermeiden.

Dann gibt es noch Abfindungen im Rahmen eines Sozialplans bei betriebsbedingten Kündigungen. Dieser Sozialplan wird zwischen AG und Betriebsrat vereinbart.

Eine weitere Möglichkeit eine Abfindung zu erhalten ist der Kündigungsschutzprozess. Hier schlägt oft der Arbeitsrichter eine Abfindung vor. Meist ist das ein halbes Bruttomonatsgehalt pro Beschäftigungsjahr.

Du kannst vom AG nichts verlangen. Wenn Du die oben gestellten Fragen beantwortest, kann man Dir evtl. sagen, ob Du bei einer Kündigungsschutzklage (so denn sie in Frage kommt) Chancen hast eine Abfindung zu bekommen.

Kommentar von Cro1234567890 ,

Die Kündigung ist aus Betriebsbedingten Gründen notwendig. Starke Auftragstückgänge in den vergangenen Monaten haben zu einen verringerten Mitarbeiterbedarf geführt. Da wir keine Möglichkeit sehen, Sie an einem anderen, Ihrer Position entsprechenden Arbeitsplatz zu beschäftigen, Sehen wir uns leider in der Situation, die Kündigung aussprechen zu müssen. Aus diesem Grund! Das ist der Grund! 

Ich habe 7 Jahre dort gearbeitet.

Ca 30 man betrieb 

Kommentar von Hexle2 ,

Wann hast Du denn die Kündigung bekommen? Wenn seit Erhalt der Kündigung noch keine drei Wochen vergangen sind, solltest Du umgehend Kündigungsschutzklage beim Arbeitsgericht einreichen. Hier hast Du dann die Chance, eine Abfindung zu bekommen.

Wenn Du eine Rechtsschutzversicherung hast oder Gewerkschaftsmitglied bist, macht das ein Anwalt für Dich. Du kannst aber auch selbst zur Rechtsantragstelle des Arbeitsgerichts gehen und Klage einreichen. Bei der Klageformulierung wird Dir geholfen und das ist kostenlos. In der ersten Instanz brauchst Du nicht zwingend einen Rechtsanwalt.

Kommentar von Cro1234567890 ,

Vielen vielen dank für die sehr schnelle und hilfreiche Antwort! Die Kündigung wurde am 25.11.2015 eingereicht. Dann gleich mal los. Bevor es zu spät wird 

Kommentar von Hexle2 ,

 Dann gleich mal los.

Unbedingt! Alles Gute

Kommentar von DerHans ,

Kündigungsschutzklage muss innerhalb von 3 Wochen eingelegt werden.

Der Rechtspfleger am Arbeitsgericht wird dich bei der Abfassung unterstützen. Ein Rechtsanwalt ist nicht erforderlich. Wenn du trotzdem einen RA beauftragst, musst du ihn auf jeden Fall selbst bezahlen.

Kommentar von Hexle2 ,

@DerHans,

was Du hier schreibst ist zwar richtig, das habe ich aber ein Stück weiter oben gestern schon ausführlich geschrieben.

Kommentar von Hexle2 ,

Danke fürs Sternchen. Hat das mit der Abfindung geklappt?

Antwort
von peterobm, 67

Bei 7 Jahren Betriebszugehörigkeit hat der AG nun mal locker 3 Monate Kündigungsfrist einzuhalten. Das hat er schon mal verpennt. 

Kündigungsschutzklage, da auch die Frist nicht eingehalten wurde. Da könnte tatsächlich Anspruch auf Abfindung bestehen. 

Du solltest dich mit dem AG mal darüber unterhalten.

Kommentar von RobertLiebling ,

Bei 7 Jahren Betriebszugehörigkeit hat der AG nun mal locker 3 Monate Kündigungsfrist einzuhalten

Ich komme "nur" auf 2 Monate. Für 3 Monate müssten es nach § 622 (2) BGB mindestens 8 Jahre Betriebszugehörigkeit sein. ;-)

Rest d'accord.

Kommentar von peterobm ,

stimmt :))

Antwort
von DerHans, 36

Nur wenn du unrechtmäßig gekündigt wurdest, hättest du eine Chance eine Abfindung zu erstreiten. Es sei denn, eine solche wäre von vorne herein vertraglich festgelegt.

Antwort
von Kuno33, 82

Du musst der Kündigung widersprechen und Deine Bereitschaft Deine Arbeit fortzusetzen deutlich machen. Ansonsten könnte der Arbeitgeber behaupten Du seiest damit einverstanden.

Es gibt in jedem Fall Kündigungsfristen, die im Arbeitsvertrag stehen. Sollte es keinen schriftlichen geben, gelten mündliche Abmachungen, sofern sie rechtswirksam sind. Ansonsten gelten die Bestimmungen des BGB über Arbeitsverträge.

Die Chancen einer Abfindung sind recht gut. Du solltest Dich aber rechtlich beraten lassen. So, wie Du Deine Frage gestellt hast, habe ich den Eindruck, dass Dein rechtliches Wissen nicht sehr weit geht. Hole Dir Hilfe vor Ort und mache das mit allen Dokumenten hinsichtlich Deines Arbeitsverhältnisses.

Antwort
von Gerneso, 90

Man bekommt nicht automatisch eine Abfindung, wenn das Unternehmen kündigt. Wichtig wäre ja auch: Was war der Kündigungsgrund? Hast Du Kündigungsschutzklage eingereicht? Wie viele Personen sind im Unternehmen beschäftigt?

Kommentar von Cro1234567890 ,

Die Kündigung ist aus Betriebsbedingten Gründen notwendig. Starke Auftragstückgänge in den vergangenen Monaten haben zu einen verringerten Mitarbeiterbedarf geführt. Da wir keine Möglichkeit sehen, Sie an einem anderen, Ihrer Position entsprechenden Arbeitsplatz zu beschäftigen, Sehen wir uns leider in der Situation, die Kündigung aussprechen zu müssen. Aus diesem Grund!

30 man betrieb 

7 Jahre beschäftigt

Kommentar von Gerneso ,

Sofort Kündigungsschutzklage einreichen, dass muss in einer kurzen Frist nach der Kündigung passieren! Am besten gleich zum Anwalt.

Antwort
von RobertLiebling, 41

Innerhalb von 3 Wochen Kündigungsschutzklage beim Arbeitsgericht einreichen. Die gesetzliche Kündigungsfrist nach § 622 (2) BGB wären in Deinem Fall 2 Monate zum Monatsende, sofern die Angabe von 7 Jahren zutrifft.

Zur Betriebszugehörigkeit nach § 622 (2) BGB zählen alle Zeiten der Betriebszugehörigkeit, also insbesondere auch eine eventuelle Berufsausbildung, dazu.

Wegen der nicht fristgerechten Kündigung und der vor Gericht vom Arbeitgeber darzulegenden sozialen Rechtfertigung der Kündigung hast Du ganz gute Chancen auf eine Abfindung, wenngleich es darauf keinen gesetzlichen Anspruch gibt.


Antwort
von Vierjahreszeit, 76

Du solltest mal in deinem Arbeitsvertrag nachschauen, welche Kündigungsfrist zu berücksichtigen ist. Ob du einen Anspruch auf Abfindung hast, könnte die zuständige Gewerkschaft oder der Betriebsrat (wenn es bei deinem Unternehmen einen solchen gibt) mitteilen. Für Fremde ist dies schwierig, weil ja auch der Kündigungsgrund maßgebend sein könnte, ob du Anspruch auf eine Abfindung hast.

Antwort
von Bernerbaer, 43

Eine Abfindung kann aus verschiedenen Gründen und auf verschiedenen Rechtswegen vereinbart werden, weswegen kein grundsätzlicher Rechtsanspruch auf eine Abfindung besteht. Zudem kann die Abfindungshöhe unterschiedlich ausfallen und auch unterschiedliche Konsequenzen für den eventuellen Bezug von Arbeitslosengeld nach sich ziehen.

Abfindungszahlungen können in einem Sozialplan oder Tarifvertrag für den Fall von Betriebsänderungen vorgesehen sein: Nach § 112 BetrVG (Betriebsverfassungsgesetz) kann ein Arbeitnehmer auch eine Abfindung erhalten, wenn ihm aufgrund einer Betriebsänderung betriebsbedingt gekündigt wird, er in einem Unternehmen mit mehr als 20 Beschäftigten gearbeitet hat und der bestehende Betriebsrat mit dem Arbeitgeber Abfindungen im Rahmen eines Sozialplans vereinbart hat.

Da die genauen Umstände die zu deiner Kündigung geführt haben nicht bekannt sind kann auch keine genaue Aussage getroffen werden.

Antwort
von noname68, 73

es gibt kein gesetzliches recht auf eine abfindung!

nur in großbetrieben, in denen betriebsräte einen sozialplan für personalabbau aushandeln, kommt am ende immer eine abfindung heraus.

oder du verklagst deinen arbeitgeber wegen einer unberechtigten kündigung, gewinnst und bekommst je nach urteil auch eine.

Kommentar von ZuumZuum ,

Nicht ganz richtig, ein Grundrecht auf eine Abfindung besteht zwar nicht aber bei einer betriebsbedingten Kündigung besteht ein Recht auf Abfindung nach §1a KSchG.

Antwort
von Arckanum, 52

Außerdem gibt es Staffelungen was die Kündigungsfrist betrifft. Nach 7Jahren in der Firma können das nicht nur 4Wochen sein. 

Antwort
von Girschdien, 75

Es gibt keinen Rechtsanspruch auf eine Abfindung. Aber es gibt Möglichkeiten. Lies Dir mal die folgende Seite durch:

http://www.anderfuhr-buschmann.de/arbeitsrecht/abfindung/arbeitsrecht_abfindung....

Antwort
von wedsawetrtzg, 65

Es gibt keinen grundsätzlichen Anspruch auf Abfindung. Arbeitsverträge können, wie jeder Vertrag von beiden Seiten ordentlich gekündigt werden.

Antwort
von ZuumZuum, 66

Auswelchem Grund wurde dir gekündigt? Ein gesetzlicher Anspruch auf Abfindung besteht meist nicht. Im Arbeitsrecht sind Abfindungen nur "ausnahmsweise" vorgesehen.

Kommentar von Cro1234567890 ,

Die Kündigung ist aus Betriebsbedingten Gründen notwendig. Starke Auftragstückgänge in den vergangenen Monaten haben zu einen verringerten Mitarbeiterbedarf geführt. Da wir keine Möglichkeit sehen, Sie an einem anderen, Ihrer Position entsprechenden Arbeitsplatz zu beschäftigen, Sehen wir uns leider in der Situation, die Kündigung aussprechen zu müssen. Aus diesem Grund!

Kommentar von ZuumZuum ,

Dann könntest Du evtl. eine gewisse Summe ausfechten. Eine Betriebsbedingte Kündigung ist leider auch fristlos möglich aber nach KSchG §1a mit die einzige Möglichkeit auf einen rechtlichen Anspruch auf eine Abfindung. Aber dennoch würde ich der Kündigung widersprechen und mich mit einem Anwalt beraten. In solchen Fällen wird eigentlich immer ein Vergleich ausgehandelt. Das wird zwar nicht die Abfindung im klassischen Sinne sein aber sehr wahrscheinlich kommt doch Einiges bei rum. Wenn allerdings der Betrieb tatsächlich schlecht da steht und der Unternehmer das auch belegen kann dann sieht es mit großen Summen schlecht aus.

Kommentar von Hexle2 ,

 Eine Betriebsbedingte Kündigung ist leider auch fristlos möglich

Das wage ich aber zu bezweifeln. Wo hast Du das denn her?

Kommentar von Familiengerd ,

Das wage ich aber zu bezweifeln.

Sei nicht so bescheiden, Hexle! Du kannst auch gleich sagen, dass das (jedenfalls in Deutschland) falsch sei! :-))

Kommentar von Hexle2 ,

Du kannst auch gleich sagen, dass das (jedenfalls in Deutschland) falsch sei! :-))

Stimmt, nächstes Mal drücke ich mich deutlicher aus ;-))))

Kommentar von Familiengerd ,

Braves Mädchen! Immer mutig sein - obwohl man dir das als BR-Vorsitzender nicht extra zu sagen braucht!! :-)))

Kommentar von Hexle2 ,

Immer mutig sein

Hier fehlt es mir (zwangsläufig) nicht. Ich bin es im Sinne einer "vertrauensvollen Zusammenarbeit" aber auch gewohnt, meine Kritik, Wünsche und Forderungen ab und zu ein bisschen "netter" zu verpacken.

Antwort
von janjanjan96, 51

Frag das einen Anwalt Schwerpunkt Arbeitsrecht. Was willst du hier mit einer solchen Frage?

Kommentar von Familiengerd ,

Dafür ist ein solches Forum da, in dem es genug Leute gibt, die eine solche Frage kompetent beantworten können!

Konsequenterweise bedeutet Deine Antwort, dass du meinst, ein solches Forum könne geschlossen werden. Warum "tummelst" Du Dich dann überhaupt hier herum?

Kommentar von janjanjan96 ,

Jetzt lass mal die Kirche im Dorf.

Die Erklärung zu meiner Antwort:
Ich schrieb, sie solle einen Anwalt aufsuchen da nur ein Jurist ihr helfen kann. Zwar kann ihr das Forum die Rechtslage darlegen doch kann sie das Forum auch vor Gericht vertreten? Oder soll sie die Antworten ihrem Chef zeigen? Ich meinte damit, dass es ihr nicht weiterhilft.

Kommentar von Familiengerd ,

Jetzt lass mal die Kirche im Dorf.

Oh, ich habe die Kirche nicht aus dem Dorf entfernt!

Es gibt hier im Forum genug User, die Fragestellern sagen können, wie eine Situation rechtlich zu beurteilen ist, was sie zu beachten haben, was sie tun können - und in vielen Fällen ist dabei ein (teurer) Rechtsanwalt völlig überflüssig!

Vor einem Arbeitsgericht (1. Instanz) muss man nicht "vertreten" werden - wenn man es sich selbst zutraut!

Und meine Bemerkungen richten sich alleine gegen Deine unangemessene Frage:

Was willst du hier mit einer solchen Frage?

weil diese Frage völlig die Funktion eines solchen Forums verkennt.

Dass das nicht Deine Absicht war, mag ja sein; das geht aus Deiner Antwort aber nicht hervor!

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