Frage von pipo11, 100

Wurde im dritten lehrjahr ja gekündigt am 22.12.15 hab ich die Kündigung bekommen.?

Jetzt 5 Wochen später hat er sich bereit erklärt mir noch ne Chance zu geben. Mit nem neuen ausbildungsvertrag und einer neuen probezeit. Genau das ist meine Frage Kann er mir einfach so einen neuen Vertrag mit neuer probezeit geben, bin ja so zu sagen wieder neu in der firma. Meine Ausbildung ist mir sehr wichtig würde alles machen um sie fort zu setzten möchte halt nur wissen ob sowas möglich wäre. Vielen lieben dank schon mal

Antwort
von Familiengerd, 24

Kann er mir einfach so einen neuen Vertrag mit neuer Probezeit geben

In Deinem Fall: klipp und klar NEIN!

Zwar kann bei Abschluss eines neuen Ausbildungsvertrags auch mit demselben Ausbildungsbetrieb wieder eine neue Probezeit vereinbart werden, aber nur, wenn es sich um einen ganz anderen Ausbildungsberuf als dem vorherigen handelt.

Wird aber eine Ausbildung in einem artgleichen oder artverwandten Beruf vereinbart oder wird - wie in Deinem Fall - eine unterbrochene Ausbildung fortgesetzt, dann ist die Vereinbarung einer neuen Probezeit nicht wirksam; das bedeutet also, dass trotz Probezeitvereinbarung der Arbeitgeber (si wenig wie Du selbst auch) das Ausbildungsverhältnis dann nicht mehr fristlos kündigen kann, wie es für eine Kündigung während der Probezeit vorgesehen ist!!

Bisher bestanden unterschiedliche Rechtsansichten zu der Frage, ob die
Vereinbarung einer erneuten Probezeit zulässig ist, wenn zwischen den
Parteien eines Berufsausbildungsverhältnisses nach der Aufkündigung
eines ersten Ausbildungsverhältnisses ein weiteres Ausbildungsverhältnis
in demselben oder einem artverwandten Ausbildungsberuf begründet wird.

Das Bundesarbeitsgericht hat nun entschieden, dass bei einem neuen
Ausbildungsverhältnis grundsätzlich auch eine neue Probezeit vereinbart
werden darf. Eine Ausnahme von diesem Grundsatz gilt nur dann, wenn zu dem vorherigen Ausbildungsverhältnis derselben Parteien ein derart enger sachlicher Zusammenhang besteht, dass es sich sachlich um ein und dasselbe Berufsausbildungsverhältnis handelt. Dabei sei auf die Umstände des Einzelfalls abzustellen. Insbesondere hängt es vom Anlass der Unterbrechung und der Neubegründung des Ausbildungsverhältnisses ab, ob ein enger sachlicher Zusammenhang gegeben ist. Beweispflichtig für das
Vorliegen eines engen sachlichen Zusammenhangs ist der Auszubildende.

(Quelle:  http://www.heppe-steinborn.de/aktuelles/erneute-probezeit-bei-neuem-ausbildungsv... )

Nicht weiter eingegangen bin ich jetzt auf die Tatsache, dass der Arbeitgeber bei einer einmaligen Verfehlung (unentschuldigtes Fernbleiben) überhaupt nicht zu einer Kündigung des Ausbildungsverhältnisses berechtigt war - erst recht nicht im 3. Lehrjahr!!!

Kommentar von pipo11 ,

Danke vielmals das hat mir sehr weiter geholfen. Danke für das Interesse an meinem Problem.

Einen schönen Tag wünsche ich noch:)

Kommentar von Familiengerd ,

Viel Glück!

Du weißt aber auch, dass "Recht haben" und Recht bekommen" leider viel zu oft zwei sehr verschiedene Dinge sein können?

Antwort
von Miramar1234, 100

Bitte schildere den Grund für die Kündigung.Was steht als Grund beschrieben? Trifft das tatsächlich oder relativ zu? Dann könnte ich dazu eine sinnvolle Aussage treffen.Hast Du die Zwischenprüfung bestanden und wenn ja mit welcher Note? Falls es um verhaltensbedingte Kündigung geht,schreibe mir bitte genau und nachvollziehbar.Beste Grüße.

Kommentar von pipo11 ,

Hatte unentschuldigt gefehlt. Zwischen Prüfung ne gute 3. Es ist der gleiche Betrieb, mein Chef möchte sich dadurch nur absichern das sowas nicht nocheinmal passiert.

Kommentar von Miramar1234 ,

Wenn Du wiederholt,bzw.länger und nach Ermahnungen ,,Abmahnungen unentschuldigt gefehlt hättest,könntest Du es tatsächlich als Chance begreifen.Aber nur dann,wenn Du dir im Klaren bist,es erstens nie mehr vorkommen zu lassen,auch bei schnupfen bist du nicht arbeitsunfähig ! krank.Zweitens;es könnte unsachlich bei einer Meinungsverschiedenheit,Dein Vorverhalten angesprochen werden,so das Du Dich dann nicht ungerecht behandelt fühlen darfst,Überreaktion zeigen darfst.sowas nennt man in Sack und Asche gehen.Kannst das nicht.....dann such Dir was anderes.

Kommentar von pipo11 ,

Wurde nicht abgemahnt, direkt ne Kündigung bekommen.

Möchte nur wissen ob er mir einen neuen ausbildungsvertrag mit na neuen probezeit geben kann. Möchte auch nicht den Betrieb wechseln 

Kommentar von Miramar1234 ,

Ja,Neue Probezeit.Du bist so gestellt,als würdest Du dort gar nicht gelernt haben.Aus mehreren Gründen: Leichte Trennung bei "gefällt nicht".Gilt für Dich und für den Chef.Eine fristlose Kündigung,die Du nicht angegriffen hast,stellt Dich als ausgeschieden,ohne jedweden Anspruch dar.Der Probezeitverzicht wäre bei einer "Wiedereinstellung" nach Gerichtsurteil oder Vergleich üblich bzw.denkbar.

Kommentar von Familiengerd ,

Ja,Neue Probezeit.Du bist so gestellt,als würdest Du dort gar nicht gelernt haben.

Das ist - in diesem Fall - falsch!

Kommentar von Miramar1234 ,

Begründung? Das Ausbildungsverhältnis ist erloschen.Die Gründe und die Rechtmäßigkeit der Kündigung sind irrelevant geworden,da der gekündgte kein Rechtsmittel eingelegt hat.

Kommentar von Familiengerd ,

Siehe dazu meine eigene Antwort.

Im Übrigen dürfte in einem solchen Fall analog zu verfahren sein wie im Fall der kurzzeitigen rechtlichen Unterbrechung eines Arbeitsverhältnisses.

Wird einem Arbeitnehmer gekündigt (oder kündigt er selbst), das Arbeitsverhältnis aber nach kurzer Zeit (wenige Wochen) mit der alten oder einer eng verwandten neuen Tätigkeit neu begründet, dann erlaubt das keine erneute Probezeit; auch die Betriebszugehörigkeit wird aus dem "alten" Arbeitsverhältnis mit übernommen (mit allen sich daraus ergebenden Rechten und Pflichten) usw.

Der Arbeitnehmer ist praktisch so gestellt, als hätte es keine Unterbrechung des Arbeitsverhältnisses gegeben!

Kommentar von Familiengerd ,

Hatte unentschuldigt gefehlt.

Das rechtfertigt absolut keine Kündigung, erst recht, wenn es sich eim eine einmalige Verfehlung gehandelt hat und Du schon im 3. Lehrjahr warst!

Du solltest unbedingt mit dem Ausbildungsbetreuer der IHK oder HWK sprechen!

Kommentar von Miramar1234 ,

Eine längere unentschuldigte Abwesenheit kann eine fristlose Kündigung rechtfertigen.Die Umstände hat der Fragesteller auch auf Nachfragen nicht mitgeteilt.War dazu ein Täuschungsversuch,wäre es auch gerichtsfest.

Kommentar von pipo11 ,

Danke vielmals das hat mir sehr weiter geholfen. Danke für das Interesse an meinem Problem.

Einen schönen Tag wünsche ich noch:)

Kommentar von Miramar1234 ,

Gern gemacht.Und kleiner Tip,je spezifischer und exakter Du eine Frage stellst,sind gerade in juristischen Dingen bessere Einschätzungen und klarere Ratschläge möglich.

Antwort
von gadus, 61

Falls da z.B. ein Eigentumsdelikt voliegt,solltest du es trotzdem schreiben.Wie soll man dir einen Rat geben,wenn du etwas verschweigst.Die entsprechende Innung waere auch ein Ansprechpartner fuer dich.  LG  gadus


Antwort
von Akka2323, 33

Rede mit Deinem Berufsschullehrer oder der Innung.

Antwort
von kaufi, 48

Wieso hat er gekündigt ? Seltsam finde ich ,das er dich kennt und trotzdem eine Probezeit will.

Ist der neue Ausbildungsvertrag ein anderer Beruf oder das was du vorher gemacht hast ?


Kommentar von pipo11 ,

Hatte unentschuldigt gefehlt. Ja es ist der gleiche Beruf die gleiche Firma der gleiche Chef. Es wäre für  ihn eine sicherheit mit der neuen probezeit.

Ixh möchte gern wissen ob es überhaupt möglich ist.

Kommentar von kaufi ,

Ich kenne Fälle wo der Betrieb während der Ausbildung gewechselt wurde. Das Ganze war auch ohne Übergang, d.h. da gab es auch zeitliche Lücken. Ein Nachteil hinsichtlich der Prüfung entstand dadurch nicht.

Kommentar von pipo11 ,

Genau das ist es ja, ich hab einen super Chef und möchte auch gern in der firma bleiben.

Was ich wissen möchte ist. Ob er mir im Dritten lehrjahr einen neuen ausbildungsvertrag mit einer neuen probezeit geben kann.

Da er mich ja 

Kommentar von Miramar1234 ,

Wenn er Dich wiedereinsetzt und nicht neu einstellt,kann es so und anders sein.

Antwort
von Waaat, 66

Erkundige dich bei einem Fachanwalt für Arbeitsrecht, oder der Gewerkschaft.

Kommentar von caladan01 ,

Das ist grundsätzlich der richtige Weg.

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