Frage von BULLETPROOFSKN, 89

Wurde ich sexuell missbraucht, und welche psychischen Folgen kann das für mich gehabt haben?

Hallo zusammen, ich habe dies niemals irgendjemandem erzählt, überlege jedoch meiner Psychiaterin davon zu berichten. Momentan bin ich in Behandlung wegen einer vor kurzer Zeit festgestellten Depression. Ich habe das was passiert ist für lange Zeit verdrängt, bzw. mir eingeredet, dass es nichts schlimmes war. Mit ca. 10 oder 11 Jahren ging es mir sehr schlecht, da ich unter der Scheidung meiner Eltern, dem Umzug in eine neue Gegend und dem Schulwechsel litt. Während dieser Zeit fühlte ich mich komplett anders als andere (bin Autisten) und im Stich gelassen sowie von allen Menschen missverstanden. Bin mir nicht sicher, ob diese Informationen helfen, das Problem besser zu verstehen. Jedenfalls war ich relativ früh (mit ca. 11-12 Jahren, falls das früh ist) interessiert an Jungs, nicht im sexuellen Sinn, sondern war einfach neugierig, wie es sich anfühlt jemanden zu küssen bzw. mit jemandem zusammen zu sein. Dies habe ich einer Person aus meinem engeren Verwandtenkreis erzählt (keine nähere Beschreibung, da ich Angst habe, die Person könnte es lesen), woraufhin diese Person (ca. 3 Jahre älter als ich) mich fragte, ob ich gerne "lernen" möchte, da sie bereits erfahrener war als ich. Ich wusste nicht genau, was sie damit meinte, also sagte ich ja, da ich nie wirklich Glück mit Jungs hatte. Daraufhin sagte mir die Person, dass ich bestimmte Dinge (kein Geschlechtsverkehr aber Berührungen in den Intimbereichen) bei ihr tun sollte, was ebenfalls umgekehrt geschah. Ich weiß, dass es mir nicht gefiel, es war schlimm, aber ich war zu schüchtern und ängstlich um NEIN zu sagen. Danach fragte die Person, ob es mir gefallen hätte, woraufhin ich dann ja sagte (so dumm wie ich war). Später habe ich mich allerdings fast übergeben (btw, es kam dabei nicht nur zum Anfassen). Seitdem hatte ich ständig Angst, sobald ich die Person wiedertraf, ich wollte dies auf keinen Fall wiederholen, aber ich habe es aus irgendeinem Grund nicht geschafft, nein zu sagen (was ich natürlich bereue). Danach passierte es noch öfter und ich brachte mich schließlich dazu, meine Gefühle der Angst "abzustellen" (kp wie ich das geschafft habe, aber dies kann ich noch immer). Irgendwann wurde ich nicht mehr dazu "gezwungen" diese Person zu besuchen und versuchte diese Erlebnisse zu verdrängen und ich redete mir ein, dass das was vorgefallen war normal sei. Eines Tages kam diese Erinnerung aus dem Nichts wieder hervor und ich merkte, was eigentlich passiert war, und realisierte dass es nicht normal gewesen war. An diesem Tag, als ich daran zurückdachte, kamen alle Gefühle der Reue und der Angst wieder hoch, es blieb mir nur die Möglichkeit es zu ignorieren, ich weinte mich in den Schlaf. Seitdem denke ich noch immer ab und zu darüber nach, insofern es sich nicht vermeiden lässt, fühle jedoch nichts mehr dabei. Eigentlich fühle ich fast gar nichts mehr. Nun zu meiner Frage: Wurde ich sexuell missbraucht? Ich habe ja mitgemacht aber gefallen hat es mir sicher nicht. Psychologische Auswirkungen?

Antwort
von WildeHummel93, 6

Juristisch bin ich mir nicht sicher, ob es als Vergewaltigung zählt, andererseits warst du minderjährig und die andere Person bedingt strafmündig. Deshalb wäre es möglich, dass es schon als solche angesehen wird. Aber ist es das, was dir wichtig ist?

Wenn Du schon in einer Beratung bist, was hält dich davon ab, auch dieses Ereignis zu erzählen? Deine Depression könnte sogar damit zu tun haben, also lass es raus. Helfen kann Dir hier im Netz keiner so gut, wie jemand geschultes. Nimm die Hilfe in Anspruch.

Ich wünsche Dir alles Gute und den Mut, immer gleich zu sagen, was Du möchtest und was nicht.

Antwort
von Caize, 32

Wenn du das ganze getan hast, weil du Angst hattest, dann ja. Jedoch denke ich nicht, dass du deswegen ein juristisches Verfahren gegen ihn einleiten könntest. (Sicher bin ich mir natürlich nicht) Ich meine: Er war 14, du 11, da wusstest du ja noch nicht einmal, was du tust, und er ganz bestimmt auch nicht. Ich würde dir raten, mit deinem Psychiater darüber zu reden. Er ist eine vertrauensvolle Person und wird dir sicherlich helfen. Wünsche dir alles Gute für die Zukunft! :)

Kommentar von BULLETPROOFSKN ,

Naja, ich habe währenddessen schon gemerkt das es sich um etwas sexuelles handelte, und hatte einfach nicht das Gefühl, etwas dagegen tun zu können, ich hab mich echt wie ein Opfer verhalten, hatte kein Selbstvertrauen und dachte, dass ich nicht stark genug bin (mental) um es zu verhindern. Ich hatte schon Angst.

Danke für die Antwort:)

Antwort
von Mignon4, 26

Schreibe das nächste Mal bitte mit Absätzen. Einem tun die Augen weh, wenn man so einen langen Text ohne Absätze lesen muß!

Es ist sehr wichtig, dass du das alles deiner Psychiaterin berichtest. Sie kann dich nur richtig therapieren, wenn sie alles weiß. Wenn du etwas verschweigst, ist es zu deinem eigenen Nachteil.

Antwort
von Ysosy, 33

Wohl nicht. Ihr wart beide Kinder und habt beide einvernehmlich zugestimmt. Die andere Person kann ja nicht wissen das Du sie belogen hast (aus Angst oder Scharm ist Irrelevant).

Antwort
von PKSSDI, 35

Das sollte deine Psychiaterin beurteilen. Für und als Laien ist das schwer. Da er damals 13-14 war, gehe ich aber erstmal nicht von bösen Absichten von ihm aus. 

Antwort
von vonGizycki, 21

Grüß Dich BULLETPROOFSKN!

Mal ehrlich und ohne Dir zu nahe zu treten:

Die Sorgen und Fragen, die Du hast, sind bei Deiner Psychiaterin bestens aufgehoben. Dort solltest Du die Fragen stellen. Das halte ich für viel sinnvoller. Dort ist die richtige Adresse.

Alles andere ist Spekulation und schadet nur Deiner Therapie. Das sollte niemand wollen. 

Und Du auch nicht!

Und helfen tut es ebenso nicht.

Herzlichen Gruß

Rüdiger

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