Frage von bfindl, 58

Wurde hier ein Vertrag abgeschlossen?

Hi

folgendes Problem / Szenario:

ich + meine Freundin haben einen Handwerker (Maler) beauftragt Räume zu streichen, außer Küche und die beiden Badezimmer.. er nannte Preis und gab einen Zettel mit stempel unterschrift und Kosten.. wir waren nicht in der Wohnung da nicht bezugsfertig und haben den Maler einfach mal machen lassen und haben nichts böses geahnt.

Einmal rief er an, er brauche noch 1 tag und wir sagten kein Problem wir haben eh noch mit dem Umzug zu tun.

Als er dann anrief und meinte er ist fertig sagte er es kostet mehr und wir sollen auch mehr Geld mitbringen.. Natürlich erstmal Disukssion am Telefon und wir haben gesagt wir treffen uns bei der Wohnung und besprechen das gleich

Ok dort hat er uns die Rechnung präsentiert und wir haben diese nicht ganz akzeptiert und Zahlung erstmal verweigert. Der Handwerker ist später wütend weggefahren.

Wichtiger Teil: Ich habe ihn damals beauftragt. Meine Freundin hat in ihren Namen geschrieben, dass er alle Wände gestrichen hat und die anderen Wände nicht im Preis inbegriffen waren.

Und sie möchte die Rechnung nicht bezahlen weil vor allem die Küche nicht vereinbart wurde. ___

Der Handwerker behauptet jetzt schriftlich mit einem Rechtsanwalt ich habe zumindest zusätzlich die Badezimmer beauftragt ohne Preisabsprache und berufen sich auf das Schreiben von meiner Freundin da sie nicht geschrieben hat, das das Badezimmer nicht beauftragt wurde und somit steht einer ortsüblichen Vergütung nichts im Wege und da der Handwerker einen guten Preis gemacht hat ist das zu bezahlen und die Anwaltsgebühren von 160 euro auch gleich.

Bezahlt habe ich nur die was wirklich ausgemacht wurden. Sollte ich mich weigern klagen die uns (mich in diesem Fall) auf ausständigen Lohn

Habe ich wirklich etwas zu befürchten? Ich habe keinen Vorteil da wir die Badezimmer eigentlich verfliesen wollten und bei der Küche noch abwarten, da wir uns noch keine ausgesucht haben wegen der Farbe.

Er hat alle Wände weiß gestrichen. so war das auch vereinbart aber nicht alle Räume Das Schreiben von meiner Freundin klingt wirklich so, als wüssten wir davon das er die Badezimmer streicht und dann hat sie es leider nicht direkt als Grund abgelehnt sonder ausdrücklich 'nur' die Küche

seht ihr da ein Problem der Glaubwürdigkeit von uns? Ich habe noch bis Mittwoch Zeit zu bezahlen. Wir wussten davon nichts und er verwendet das Gespräch wo er mir gesagt hat es dauert 1 Tag länger als zusätzliche Beauftragung durch mich

danke

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo bfindl,

Schau mal bitte hier:
Recht Vertrag

Antwort
von Gege3210, 11

Ich bin nicht Rechtsanwalt.

Aber im Grundprinzip scheint es mir, dass der Handwerker nur tun darf und Bezahlung verlangen darf, für was er beauftragt wurde. "Vertrag" beruht auf einem Angebot oder Anfrage und einem gegenseitigen Einverständnis, Annahme.  Wenn dies nicht erfüllt ist, besteht kein Vertrag.

Vorsicht, "Vertrag" muss nicht unbedingt schriftlich sein ! Es können auch E-Mails, SMS oder aufgezeichete Telefongespäche sein ! Eine Telefonaufzeichnung ohne Ihr ausdrückliches Einverständnis ist anfechtbar, jedoch weit führen,, vor Gericht :-( .

"Vertrag" kann auch rein mündlich sein, Handschlag, wenn man einverstanden ist und beide sich daran halten. Wenn der Handwerker von ihm unabhängige Zeugen einer solchen Besprechung bringen kann, ist er in seinem Recht. Falls er keine unabhängen Zeugen bringen kann, ist er's nicht.

Auch falls Sie den Handwerker nicht bestellte Arbeiten ausführen haben sehen und ihn nicht sofort aufgehalten haben, kann dies als eine "Vertragsannahme" angesehen werden.

Haben Sie eine Rechtsschutzversicherung ? Falls ja, wäre es Zeit, diese einzuschalten. Manchmal weiss man gar nicht, dass man eine solche Versicherung hat, irgendwo in einer Hausversicherung oder in einer Gold-Mastercard.

Ich war mehrmals durch derart Verhalten von Handwerkern zu Unrecht belästigt worden. Manchmal haben sie keine Arbeit in Aussicht und versuchen, auf diese Weise Geld einzuheimsen :-( .

Manchmal können auch Nachfragen (zuerst nicht bei dem Handwerker sondern über andere Quellen, diskret !) nützlich sein : Ist er wirklich eingetragen, zahlt er seine Steuern und Sozialabgaben, wie viele Leute sind im Register angegeben und wer war wirlich da (Schwarzarbeit ?), ist er für diese Arbeiten qualifiziert, hat er die notwendigen Versicherungen, wie sind die finanziellen Verhältnisse des Betriebs und der Person, steht er bereits vor Gericht ? Usw.

Derartige Informationen können manchmal unangemessene Ansprüche von Handwerkern schnell abstellen, egal ob er Anwalt hat oder nicht ;-) .

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