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Wurde das Weihnachtsfest nur willkürlich festgelegt?

gefragt von mcgegnermcgegner am 29.11.2007 um 22:42 Uhr

Hab gelesen das in der Zeit vom 17.12. bis Neujahr ursprünglich die Heiden das Sonnenfest feierten.Ist Weihnachten das Ergebnis christlicher Herrschaftssicherung?


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gerwitt
beantwortet von gerwitt am 29. November 2007 22:57
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Die Festlegung des Termins für das christliche Weihnachtsfest ist sicherlich in erster Linie nicht Ergebnis einer Herrschaftssicherung, wie du es vermutest, sondern Folge einer Inkulturation. Das heißt, man hat die vorgefundene Kultur und ggfs. auch Religion genutzt, um das Christentum auf dieser Basis den Menschen näher zu bringen. Und in der Tat ist auch aus diesem Grunde das Geburtsfest Christi auf den Zeitpunkt der Wintersonnen-Wende gelegt worden.

Dies ist aber nicht nur plumpe Anbiederung an eine bereits vorgefundene Kultur, sondern ist zugleich auch mit einer christlichen Bedeutung verbunden.

Christen glauben, dass Jesus Christus das "Licht der Welt" ist. Und im Alten Testament im 'Buch der Weisheit' findet sich im 18, Kapitel Vers 14f. folgender Satz: "Als tiefes Schweigen das All umfing und die Nacht bis zur Mitte gelangt war, da sprang dein allmächtiges Wort vom Himmel, vom königlichen Thron herab..."

Die Tage um den 25. Dezember sind gleichsam die Mitte der Winter-Nacht, sie kennzeichnen die Tage, an denen die Winternächte am längsten und die Wintertage am kürzesten sind.

Nach dem 25.12. werden die Nächte wieder kürzer und die Tage wieder länger. Diese natürlichen Gegebenheiten waren der ideale Zeitpunkt, die theologische Aussage des Weihnachtsfestes mit den vorgefundenen heidnischen kulturellen Vorgaben zu verknüpfen und so dem heidnischen Winterbrauchtum eine neue Bedeutung auf der Basis der christlichen Botschaft zu geben.

Solche Inkulturationsgeschehen sind aber durchaus in der Welt-Geschichte üblich und keineswegs verwerflich. Und sie gibt es nicht nur in der christlichen Kultur.

Aber da wir in der christlichen Kultur beheimatet sind, wissen wir natürlich auch um solche Zusammenhänge. So war es durchaus auch üblich, auf heidnische Tempelanlagen christliche Kirchen zu bauen.

Und in nichtchristlichen Kulturen ist man ähnlich vorgegangen. So wurde z.B. die Haggia Sopia in Istanbul (in frühchristlicher Zeit "Konstantinopel") nach der Besetzung durch die Osmanen 1453 zu einer islamischen Moschee. Und nach der Gründung der Türkei als laizistischer Staat wurde aus der Moschee ein Museum.

Inkulturation ist also kulturgeschichtlich gesehen ein ganz 'normaler' Vorgang.

Kommentar von 9dbf42916d47d2018a2c65889aa9c54csmallmcgegner am 29. November 2007 23:18

Aber war das nicht recht anmaßend von den Christen auf den heidnischen Tempelanlagen einfach Kirchen zu bauen und somit deren Stätten zu vernichten? Inkulturation bedeutet christlich gesehen für viele dann soviel wie Bushs Absicht an Öl zu kommen einfach Völkermord zu betreiben. Und dann den christlichen Glauben auf Geschichten von Urvölkern aufzubauen, welche erst ausgemerzt wurden, ist doch sehr zweifelhaftes Benehmen. Naja ist ja schon lange her, aber was erzähle ich nun meinen mittlerweile sehr tiefgündig fragenden Kindern?

Kommentar von 69d22410151448bb4977155a740ea7a9smallgerwitt am 29. November 2007 23:21

Anmaßend ist ein sehr moralischer Begriff. Das müßte man an anderer Stelle ausführlicher diskutieren. Ist es nicht auch anmaßend, das der Staat den evangelischen Christen einfach so den Buß- und Bettag zur Mitfinanzierung der Pflegeversicherung 'geraubt' hat? - Ist es nicht anmaßend das aus der Haggia Sofia (der Hauptkirche der christlichen Ostkirche) einfach eine Moschee gemacht wurde? - Es ist Gang der Geschichte. - Würdest du es anders machen? ;-)

Kommentar von 9dbf42916d47d2018a2c65889aa9c54csmallmcgegner am 29. November 2007 23:41

Und aus der Moschee wurde dann ein Museum... ja das sind die Gänge die die Gesellschaft einfach so mitgeht - leider! Anders machen? Ich würde nicht versuchen die Geschichte zu verändern. Aber in der Zukunft auch nicht mehr dran festhalten. Religion ist für mich auch Geschichte, längst nicht mehr relevant. Hatte nur das Problem mit: Wie sag ichs meinen Kindern. Am besten die Wahrheit.... jene ist nur halb so schlimm wie die Gegenwart.

Kommentar von 69d22410151448bb4977155a740ea7a9smallgerwitt am 30. November 2007 07:45

Wirst du denn Weihnachten feiern mit den Kindern? Wenn ja, dann machst du es doch ähnlich. Obwohl Religion für dich nicht mehr relevant ist, nimmst du dann ein christliches Fest um es dennoch (nichtchristlich) zu feiern. Da findet doch Inkulturation schon in der eigenen Familie statt. - Im Übrigen: Die Wahrheit sagen ist immer gut. Wie sie dann verarbeitet wird, hängt jedoch auch davon ab, in welchem Geist sie gesagt wird.

Kommentar von anjanni am 30. November 2007 11:38

Ja!

DH!

Kommentar von 9dbf42916d47d2018a2c65889aa9c54csmallmcgegner am 2. Dezember 2007 12:56

Nein, dieses Jahr wird das erste in meinem Leben, in dem ich Weihnachten nicht feiern werde. Mal sehen ob ich was vermisse oder ich die feiernden Bekannten beneide. keine Ahnung!


Luise
beantwortet von Luise am 29. November 2007 22:46
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Habe mal von einem Historiker gehört, dass der "Stern von Betlehem" im August 7 Jahre vor Christus war. Also stimmt nicht mal das Geburtsjahr und wir leben schon im Jahr 2014.

http://www.t-online.ch/c/30/34/47/3034478.html

Im Link stehen auch die Heidnischen Feste.

Kommentar von 69d22410151448bb4977155a740ea7a9smallgerwitt am 29. November 2007 23:01

Das mag stimmen, aber das war nicht die eigentlich Frage. Die eigentliche Frage war nämlich, ob ein ursprünglich heidnisches Winterfest quasi "christlich" umgedeutet wurde. Auf die eigentliche Frage nehme ich in meiner ausführlichen Darlegung Stellung.

Kommentar von F61069d1563c93579d711465a7fac6e6smallLuise am 29. November 2007 23:02

Steht doch im Link "Mithras Kult" am 25.12.

Kommentar von F61069d1563c93579d711465a7fac6e6smallLuise am 29. November 2007 23:10

Und die Erklärung des Termines für 9 Monate nach dem damaligen Neujahr:

Am 25. seit dem 4. Jahrhundert Aber zurück zur Frage: Weshalb feiern wir nun Weihnachten am 25. Dezember? Festgelegt wurde das Datum im 4. Jahrhundert in Rom. Erstmals als Zeitpunkt für die Geburt Jesu erwähnt wird es in einer Schrift von 354. Demnach hat man das erste Weihnachtsfest am 25. Dezember im Jahr 336 gefeiert. Originelle offizielle Begründung für dieses Datum: Die Empfängnis habe exakt am Jahresanfang statt gefunden. Der lag damals beim 25. März. Und neun Monate später habe Maria Jesus geboren, eben am 25. Dezember

Kommentar von F61069d1563c93579d711465a7fac6e6smallLuise am 29. November 2007 23:13

Diese Erklärung ist auch in dem Link. Aber du hast recht, meine Antwort war zu sparsam.

Kommentar von 69d22410151448bb4977155a740ea7a9smallgerwitt am 29. November 2007 23:14

Sorry, aber das Stichwort "Mithras Kult" sagt erst mal nicht viel aus. Ich denke, du weißt jetzt nicht, was es mit dem Mithras-Kult auf sich hat, oder? Es hat nämlich nicht nur was mit dem 25.12. zu tun. Der Mithras-Kult war ein monotheistischer (Ein-Gott-Glaube) Kult aus Persien, der sich dann vornehmlich im römischen Militär großer Anhängerschaft erfreute, während in der Gesellschaft noch eine polytheistische Religion (Viel-Götter-Religion) vorherrschte. Es gab sowohl beim Mithras-Kult als auch in den germanischen Kulturen und Religionen lebendige Brauchtümer der Wintersonnenwende. Diese heidnischen Brauchtümer der Wintersonnenwende (sowohl aus dem römischen als auch aus dem germanischen Raum) wurden vom Christentum aufgenommen und für das Geburtsfest Christi neu gedeutet beziehungweise mit neuem Sinn belegt.

Kommentar von F61069d1563c93579d711465a7fac6e6smallLuise am 29. November 2007 23:17

Ja, das habe ich auch im Link gefunden, wenn man auf "Mithras Kult" klickt. Aber ich hab das vorher nicht gewusst und Du schon. Meine Hochachtung, so gut kenne ich mich nicht aus.

Kommentar von 69d22410151448bb4977155a740ea7a9smallgerwitt am 29. November 2007 23:24

Hallo Luise, aber ist es nicht auch recht spannend? Ich finde es spannend, zu sehen, dass die Kultur, die wir als so selbstverständlich hinnehmen oft geprägt ist von der Kultur unserer Ahnen und Ur-Ahnen. Vielleicht hast du Spaß bekommen, noch mehr nachzufragen und nachzuforschen. Die Kulturgeschichte der Menschheit ist spannend, manchmal auch mit viel Leid verbunden, aber erkenntnisreich. ;-)

Kommentar von F61069d1563c93579d711465a7fac6e6smallLuise am 29. November 2007 23:31

Ich forsche schon mein ganzes Leben lang nach und das mit viel Spaß und auf vielen Gebieten. Und ich hinterfrage alles. Das macht schlauer. Aber nie schlau genug und das ist auch gut so. Dann gibt es immer wieder was Neues und es wird nie langweilig. Dir auch viel Spaß.


Indy72
beantwortet von Indy72 am 29. November 2007 22:46
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Diese These klingt Plausibel. Dagegen kann es als Sicher gelten, dass Jesus nicht in der nacht vom 24 zum 25 Dezember auf die Welt kam.

Kommentar von 69d22410151448bb4977155a740ea7a9smallgerwitt am 29. November 2007 22:59

Es gilt nicht nur als sicher, es wird von der christlichen Theologie her überhaupt nicht als historisches Datum verstanden. Siehe auch meine nachfolgenden Ausführungen.


anonym
beantwortet von scorpio52 am 11. Dezember 2007 12:26
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Wahrscheinlich ist Jesus Christus nicht an diesem Tag geboren. Man hat dieses Datum nur genommen, um die schwer bekehrbaren Haiden (Kelten, Germanen), bei denen dieses Datum ein heiliges Fest des Lichtes war, zu bekehren. Leider wollen die Religionsführer immer Andersgläubige bekehren, obwohl eine Relgion so gut ist wie die andere, denn wir wissen nicht alles, sogar sehr wenig. Lg Scorpio


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