Frage von zahlenguide, 36

Würdet Ihr unter den genannten Umständen in dem Hotel eine Nacht verbringen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Gege3210, 2

Nö,
würde ich nicht. Auch nicht für 10'000$.

Das hat scheinbar nichts mit Geistern zu tun, sondern vielleicht eher mit Bewohnern in den Kellern, die unerwünschte Besucher rausekeln wollen. Leute, die sich da unten verstecken.

Ähnliches war mir derart hart zwei Mal in meinem Beruf (Historische Baudenkmäler) passiert, in Frankreich. Beides Mal verlassene Schlösser. Eines war sogar zugemauert worden, alle Fenster zu, nur noch eine eiserne Tür.
Ich hatte beidesmal die Schlösser der Eingangstüren abmontieren lassen, durch Abus-Ketten und -Schlösser ersetzt. Nur ich hatte die Schlüssel.
Trotzdem war mir teures Arbeitsmaterial drin gestohlen worden. Ich fühlte, dass ich beobachtet wurde.
Beide Male war ich mit starken Strahlern in die Keller, war aber schnell wieder hoch : Was ich da sah waren Essensreste, noch warm, Schlafsäcke, zerdatschte Koffer, Dreck überall, stank verrottet und Pisse. Waren auch Birnen an elektrischen Kabeln.
Nu, ich habe begriffen : Da leben Leute. Scheint's hatten sie sich schnellsten verdünnisiert, als sie mein Scheinwerferlicht sahen.
Auch wollte ich sie auch nicht in Enge drängen. Keine Lust, Schlag auf den Hinterkopf zu bekommen.
Da mussten unterirdische Gänge in's Dorf und in's Tal sein, durch die diese Leute reinkamen.

Ich wollte ja niemandem Weh tun ! Wenn die Leute da unten leben, hat das bestimmt seine Gründe. Ich wollte nur meine Arbeit machen,und dass man mir mein Arbeitsmaterial nicht stiehlt (Und mich nicht umbringt).
Einmal hatte ich meine Arbeit vor Ort für mehere Monate niedergelegt, bis mein Auftraggeber, Verwaltung und Besitzer die Kellertreppen und sonstige zumauern. Da ist nicht meine Arbeit ! Jedoch haben sie nur die Kellertreppen zugemauert.

Ein Andermal hatte sich sowas etwas besser abgespielt :
In einem (auch verlassenen Schloss) spürte ich eine Gegenwart. Nicht böse, nur neugierig. Bis ich erkannte, dass es ein kleines Mädel war. Sie versteckte sich und rannte vor mir weg, in die Keller.
Habe ihr ein Mars auf die dritte Kellerstufe gelegt. Weiter traute ich mich nicht runter. Könnte eine Falle sein:-( . War wieder an meine Arbeit. Eine Stunde später war das Mars weg. Hab' noch ein's hingelegt. War auch weg.
Es wurde Abend, habe meine Sachen eingesammelt, das Gebäude zugeschlossen und meine Bauaufnahmen im Wohnwagen ausgewertet.
Nächsten Morgen wieder rauf ins Schloss. Hatte Vorrat an Mars vorbereitet, das ganze Paket auf die Treppenstufe gestellt.
Mittag, als ich essen gehen wollte, war das Paket weg, aber ein Stück Karton : "Essen bitte"
Sehr schön kalligrafisch geschrieben. Roch nach Milch. Da habe ich begriffen. Habe mir das Mitagessen gespart, bin in die nächste Kleinstadt, einkaufen. Trockene Grundnahrung, Dosen, Dosenöffner, Flaschen Wasser, stoffene Babywindeln, Babymilch, Babynahrung, Handwaschmittel, medizinischen Alkohol, Zinkcreme, Schokoladentafeln, Zewa, Klopapier, zwei Packs billige Plaids für Auto, mit Kissen, ich weiss nicht mehr was noch. Zucker. Einen billigen Kochtopf.
Ach ja, Taschenlampe mit Ersatzbatterien und einen kleinen Campingkocher mit Gaskartartuschen und drei Feuerzeuge. Und drei Pakete Parazetamol,  Vitamin C und Neskafé. Und einen Schreibblock, Kugelschreiber, Briefumschläge und ein paar Briefmarken.
Das waren fünf Kartons. Natürlich konnte ich mir keine "edlen" Sachen leisten, war selber ziemlich arm, damals.
Die Kartons habe ich oberhalb der Treppe abgestellt, ich konnte sie nicht weiter runterbringen. Bin dann weg. Ich hatte genug Daten auszuwerten für meine Arbeit, für den Nachmittag und Nachtæ.
Am nächten Morgen war Alles weg, die Tür zum Keller zugezogen.
Am Mittag, Essen gehen, aus Neugier habe ich doch die Kellertür aufgezogen, runterzuschauen, wissen ob sie noch leben.
Kam die Kleine unten auf die Treppe gerannt und hupfte da unten, sprang lachend (aber tonlos. Vielleicht stumm ?) in die Luft, tanzend, die Arme über dem Kopf. Sie war einfach happy. Hielt aber Abstand, Entfernung.
Wenn ich mir ihr genähert hätte, wäre sie abgehauen, das war sicher.
Im Hintergrund unten hörte ich eine schwache krächzende Stimme, vielleicht ein alte Frau, "merci".
Zwei Tage drauf war mein Aufenthalt dort zu Ende. Ich habe die Kleine nie wiedergesehen. Tut mir Leid.

Kommentar von zahlenguide ,

das ist genau die richtige Einstellung - hätten viel mehr Menschen nicht nur theoretisch sondern auch praktisch diese Einstellung würden wir wirklich in einem Paradies leben.

Ich selbst habe in den letzten 5 Jahren fast 3000 Kindern und Jugendlichen helfen können - Mobbing, Vergewaltigungen, Schläge durch die Eltern und ähnliches.

Meinen Respekt vor deiner Großzügigkeit. Mögen alle deine Träume in Erfüllung gehen!

Kommentar von Gege3210 ,

:-)

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community