Frage von Emily4erdbeer, 168

Würdet ihr mich als arbeitsfähig bezeichnen?

Ich leide unter Depressionen und damit verbundenen Suizidgedanken. Müdigkeit, Erschöpfung, Schwindel und sehr starke Antriebslosigkeit sind nur einige der Symptome. Außerdem habe ich eine Somatisierungsstörung, das heißt für mich jeden Tag Übelkeit und Bauchschmerzen, fast jeden Tag Schwindel und Kopfschmerzen, etwa 1 mal die Woche Durchfall und ca. 1 mal im Monat Erbrechen und Fieber. Dazu kommen starke Schlafstörungen. Ich weine mehrmas die Woche, oft auch mehrmals täglich und bin nicht belastbar. Ich fühle mich krank und allein gelassen, weil ich anscheinend arbeitsfähig sein soll. Ich habe nichts übertrieben dargestellt. Was meint ihr, ist das sinnvoll so zu arbeiten? Oder an wen soll ich mich wenden, wenn es nicht geht?

Antwort vom Psychologen online erhalten
Anzeige

Schneller und günstiger Rat zu Ihrer Frage. Kompetent, von geprüften Psychologen.

Experten fragen

Antwort
von NeedaMedic, 124

Wer hat gesagt, dass du arbeitsfähig bist? Wenn es dein Hausarzt war, geh zum Psychiater. War es dein Psychiater solltest du vielleicht einen anderen aufsuchen, denn offensichtlich wirst du nicht ernst genommen. Immerhin hast du Suizidgedanken. Kannst du dich nicht glaubhaft von Suizidabsichten distanzieren ist das sogar ein Grund für die Zwangseinweisung in eine Klinik. Wenn du ernsthaft in Erwägung ziehst, dich umzubringen, ist das sogar besser. Ansonsten sei vorsichtig mit deiner Wortwahl. Willst du deine Probleme ohne stationären Aufenthalt in den Griff bekommen, erzähl lieber von Gefühlen der Hoffnungslosigkeit, fehlender Lebensfreude und nicht dem Wunsch, es zu beenden, sondern es zu ändern!

Tut die Arbeit dir gut? Lenkt sie dich ab und gibt dir einen Sinn? Vielleicht kannst du deinem Vorgesetzten von deinen Depressionen erzählen, damit man etwas Rücksicht darauf nimmt. Eventuell ist es möglich, nur halbtags zu arbeiten, solange es dir so schlecht geht.

Oder fühlst du dich damit momentan überfordert? Wenn sich die Misserfolge häufen, zieht dich das nur weiter runter. Dann nehm dir eine Auszeit. 3-4 Wochen Krankschreibung sind fürs Erste ohne weiteres drin, ggf. kann die danach auch verlängert werden.

Es ist richtig, dass Tagesstruktur und Beschäftigung sehr wichtig sind und wesentlich zur Besserung des Zustandes beitragen. Behalte dir deshalb konsequent eine Tagesstruktur bei, auch wenn du krankgeschrieben bist. Mach, was dir gut tut. Etwas, das dir in guter Erinnerung bleiben wird. Treib Sport, wenn möglich. Unternimm ausgedehnte Spaziergänge an der frischen Luft. Koch dir gutes Essen und iss regelmäßig. Schlafe ausreichend und zu üblichen Zeiten, aber auf keinen Fall zu viel. Komme nicht aus deinem Rhythmus. Denn es ist sehr wertvoll, bereits eine gewisse Tagesstruktur zu haben. Es ist verdammt anstrengend sich aus dem nichts eine solche zu erarbeiten.

Und denk dran, wenn du beim Arzt sitzt. Psychiater greifen bekanntlich gerne zum Rezeptblock und das teilweise beeindruckend schnell... Sei skeptisch! Versuchs erst mit Psychotherapie. Antidepressiva sollten das allerletzte Mittel sein, wenn nichts mehr geht. Man sollte sich zudem nicht mit dem zufrieden geben, was einem der Arzt über ein Medikament erzählt und sich selber informieren. Dann sieht man, was der Arzt verschwiegen/vergessen hat und dass ein Patient nach 5 Minuten nicht ansatzweise aufgeklärt sein kann. Antidepressiva können lediglich eine Starthilfe sein und beheben nicht die Ursache der Erkrankung (sie ist bislang unbekannt). Sie sollten so bald wie möglich wieder abgesetzt werden. Nebenbei sollte man weiterhin in Psychotherapie bleiben.


Wenn sich keine Suizidgedanken mehr aufdrängen und du wieder beginnst, dich auf/über etwas zu freuen ist das schon ein gutes Zeichen. Du kannst zuvor bedeutungslosen Dingen etwas positives abgewinnen und interessierst dich wieder für dies und das?! Du spürst, wie alles mögliche die unterschiedlichsten Gefühle in dir hervorruft?! Es geht in die richtige Richtung!

Hoffentlich ist es bald so weit. Alles Gute.


Antwort
von voayager, 99

Wenn es keine Arbeit ist wo man schuften muß, u.o. stark rumkommandiert wird, oder nur der Stumpfsinn waltet (z.B. Fließbandarbeit) dann ist diese meist förderlich und psychisch stabilisierend. Man hat so eine Tagesstruktur, wird gebraucht, leistet oftmals was Nützliches, ist unter Leuten, ist abgelenkt und man hat so mehr Geld, als wenn man nix tut.

Wem ein Ganztagsjob zu anstrengend ist, der sollte zumindest dann einen Halbtagsjob annehmen, statt nur zu Hause abzuhängen.

Antwort
von FelixFoxx, 86

Die Arbeit kann Dich aus dieser Lage wieder raus bringen durch den Umgang mit Menschen und alleine die Tatsache, dass Du etwas zu tun hast und nicht ins Grübeln kommst.

Antwort
von user8787, 31

Letztlich entscheiden das Psychologe / Psychiater, Fachärzte, Gutachter und Amtsarzt. 

Das geht auch nur, wenn die dazu benötigten Daten vorliegen (Anamnese, Erkrankungen, Medikation, Therapieverläufe). Der Prozeß ist langwierig und oft kommen mehrere Gutachter zum Einsatz. 

Solltest du für dich alleine entscheiden nicht mehr arbeiten zu können dann musst du die Konsequenzen tragen ( evtl. Entlassung, Kürzung von Leistungen ect. ) 

Suche dir professionelle Unterstützung. 

Alles Gute dir. 

Antwort
von Woropa, 80

Ich bin zwar kein Arzt, deshalb zählt da meine Meinung eventuell nicht so viel. Aber bei der Fülle deiner Beschwerden bist du sicher nicht arbeitsfähig. Die einfachste Möglichkeit für dich wäre, erstmal den Arzt zu wechseln. Vielleicht beurteilt ein anderer Arzt deine Beschwerden ganz anders und du bekommst dann eine Krankschreibung oder wirst für arbeitsunfähig erklärt.  Mit einem entsprechenden ärztlichen Gutachten könntest du dann wohl sogar Rente beantragen. 

Antwort
von schneeblumeA, 168

Ich glaube, dass Arbeit Dir helfen kann, Dich gebraucht zu fühlen. Außerdem bist Du bei der Arbeit nicht allein und es lenkt Dich ab. Wenn Du Deine Arbeit langfristig nicht verlieren möchtest, brauchst Du ja ohnehin ein ärztliches Attest - also solltest Du Dich an einen Arzt wenden, mit dem Du Dich wohlfühlst.

Kommentar von Emily4erdbeer ,

Ich fange ab Dezember ein halbes Jahr BFD an, um Job verlieren geht es gottseidank nicht :) Bei meinem FSJ, das ich davor gemacht habe, war ich ständig krank und hatte am Schluss mehr Fehltage als dass ich anwesend war und das obwohl ich mich teilweise auch krank zur Arbeit geschleppt habe mit Fieber oder nachdem ich gespuckt habe. (man muss dazu sagen dass ich einen Monat wegen einer OP im KH war und die letzten drei Monate in einer psychosomatischen Klinik). Irgendwie bezweifle ich dass die Ablenkung hilft nachdem es letztes mal dadurch schlimmer wurde :/ Trotzdem vielen Dank für deine Meinung und die Antwort :)

Kommentar von GinkgoMidan ,

na danke, nicht jeder Mensch will gebraucht (und damit benutzt) werden, manchmal führt das zum krassen Gegenteil, vorsicht

Kommentar von Emily4erdbeer ,

Ich freue mich immer, wenn ich irgendwo helfen kann. Aber nicht so, wenn ich mich quasi quälen muss. Wenn es mir gut geht nur zu gerne!

Antwort
von michelwilli, 105

Arbeit tut dir sicher gut, man kommt unter leute,hat abwechselung, der tag geht wie im flug vorbei. Und es kommen erst gar keine miesen gedanken, man hat wichtigeres zu tun. Du mußt halt einen chef finden,der verständnis hat,daß du wegen den anderen krankheiten ab und an mal nen tag nicht kommen kannst Oder eine selbstständige arbeit wo du dir die zeit selbst einteilen kannst. Deine anderen probleme werden aber sicher auch weniger wenn die depressionen weniger werden. Mir geht es manchmal auch so. Man hängt zu hause rum, stiert löcher in die wand oder die glotze, fängt an mit sich selbst zu reden und wartet darauf,daß das leben endlich rum ist. Mir tut es dann gut wenn ich was zu tun hab und aus dem haus komme. Ich wünsch dir, daß es dir bald besser,vieleicht hilft dir meine antwort eines mit betroffenen.

Kommentar von Emily4erdbeer ,

Langweilig ist es mir nie, ich habe so viel zu tun :) Meine Angst ist einfach, dass es so wird wie bei meinem FSJ. Da habe ich es in dem Jahr drei oder vier Wochen geschafft an allen Tagen zu kommen, dann krank krank krank und es wurde nur schlimmer, dass ich letztendlich vier Monate in einer Klinik gelandet bin. In meinem BFD werde ich auch eigentlich nur eine Aufgabe haben: Die Behinderten betreuen. Aber danke für deine Antwort :)

Kommentar von 2012infrage ,

Emily4erdbeer:  "Langweilig wird es mir nie, ich habe so viel zu tun..." schreibst Du. Das hört sich etwas merkwürdig an, dabei geht es Dir dann nie schlecht? Nur auf Arbeit.... ? Müdigkeit, Erschöpfung, starke Antriebslosigkeit, Schwindel - das alles hört sich so an, als ob man nicht in der Lage ist, "so viel zu tun".  Ohne Dir zu nahe treten zu wollen, viell. hast Du eine Arbeitsphobie? 

Dass man das Leben oft sinnlos findet, man antriebslos ist, oft auch auch müde und es einem auch nicht immer blendend geht, das gehört zu einem normalen (Arbeits)-Leben dazu. Dein Arzt findet, dass Du arbeitsfähig bist. Vielleicht solltest Du auf ihn hören und Verantwortung für Dich übernehmen, für Dich selbst sorgen.

LG und das ist nicht persönlich oder böse gemeint. 

Kommentar von michelwilli ,

wenn du auf der arbeit behinderte betreust kann ich nur sagen, daß ich dich bewundere, wenn du mit deinen eigenen problemen noch behinderte betreust. Mein vater war 10 jahre ein absoluter pflegefall, ab dem 2 halswirbel gelähmt, das einzige was er noch konnte war über einen schlauch eine fernbedienung fürs fernseh zu nutzen, und mit schienen an den händen einen elektro rollstuhl benutzen. Ich hab das in heidelberg uniklinik monatelang zugesehen wie die sich bemühten um im rollstuhl zu sitzen,den kopf mit scjrsuben zu fixieren usw. usw. und das es dort kleine kinder zu hauf gibt mit ähnlichen lähmungen. Da war und bin ich heute noch am bewundern, daß menschen sowas beruflich machen. Ich glaub ich würde nach 14 tagen vom dach springen wenn ich das täglich machen müßte, das könnte ich nicht ertragen. es ist wirklich toll das manche das machen und nicht daran verzweifeln und zu hause das ausblenden können. Nochmals alles gute und hör nicht zuviel auf neurologen usw. Diese fachleute haben selbst noch größere probleme als ihre patienten. freu dich lieber über den warmen november und laß es dir gut gehen

Antwort
von FrauStressfrei, 91

Meistens ist es sehr sinnvoll, bei solchen Krankheitsbild zu arbeiten. Ich habe lange als Sozialarbeiterin in einer Maßnahme für psychisch erkrankte gearbeitet und allen hat die Tagesstruktur super gut getan. Zu 99 % war es so, dass die Menschen es sich vorher auch nicht vorstellen konnten und " wehrhaft" waren. Dachten, sie können das nicht und das es sie fertig macht. Das Gegenteil war der Fall. Die Situation wurde bei allen (!!) besser, einige haben sogar mit Sport noch angefangen und dann war es noch hilfreicher. Also... Nur zu!

Antwort
von jimmori, 91

Du weisst anscheinend ziemlich gut , was dir hilft : Erstmal nicht arbeiten ! Das ist völlig o.k. , wenn du dich so krank fühlst!

Helfen , für eine Zeit krank geschrieben zu werden , kann dir der sozialpsychiatrische Dienst ( staatliche Institution) , den es in jeder größeren Stadt gibt. Du musst dort aber dein Leiden wirklich so schildern , wie es ist , nämlich existenzbedrohlich , und solltest nichts verharmlosen oder dich deswegen schämen .

Du hast ein Recht auf Heilung , fordere es dir ein. Auch Ärzte schreiben für einen Zeitraum krank .

Habe den Eindruck , dass du dir selbst gut helfen kannst , wenn man dich in Ruhe lässt. Ein Klinikaufenthalt kann die Tatsache deiner Situation noch manifestieren !

Viel Glück und Heilung...

Kommentar von Seanna ,

Der SPDi kann nicht krank schreiben, da die Ärzte dort keine Kassenzulassung haben. Krankschreiben kann jeder Arzt mit Zulassung; wird es länger, begutachtet der MDK die Arbeitsfähigkeit und Unterstützungsmöglichkeiten.

Kommentar von jimmori ,

Vor kurzer Zeit war das (in Niedersachsen) noch anders.

Antwort
von Halloio, 89

Wenn man so eine art von mensch ist braucht man Stabilität oder halt das kriegt man entweder ind der liebe , in der Familie , bei freunden oder aber auch bei der arbeit du brauchst etwas was dir keine zeit zum nachdenken lässt also beschäftigung.

Jedes jahr steigt die suizid rate und das nur weil es für menschen vorgesehen ist nichts zu tun jeder der nichts tut beschäftigt sich nur mit seinen gedanken und das führt zu Depressionen und das wiederum zu stress und das wiederum.............. etc. Die liste ist endlos also versuchs lebe dein leben oder beende es liegt bei dir du entscheidest niemand zwingt dich.

Aber seo versichert du jist niemals allein alles was unter dem himmel geschah gab es bereits schon einmal ist so ein zitat quelle weiss nicht mehr

Kommentar von Emily4erdbeer ,

Da stimme ich dir zu mit den Gedanken.

Kommentar von Halloio ,

Aber nur mit den kopf zuzustimmen hilft dir nicht du musst etwas machen egal wie dreckig es dir geht es geht irgendwo jemanden dreckiger und bestimmt liegt der oder die auch nicht rum. Ich mein hätte ich ein Problem dann würde ich es lösen wollen oder geht es dir nicht auch so ? Fang einfach mal an zu arbeiten irgendwo wenn du ein schwachen willen hast machs trotzdem dann kannst du dich sekbst rechtfertigen mit ach ich habs versucht

Kommentar von Emily4erdbeer ,

Das hab ich aber leider schon. Mein Zustand hat sich so verschlimmert, dass ich vier Monate in ner Klinik gelandet bin. Vielleicht habe ich auch einfach nur Angst, dass es wieder so wird und ich aufgrund meiner vielen Fehltage als unzuverlässig o.Ä. eingestuft werde.

Kommentar von Halloio ,

Es ist vollkommen egal als was du eingestuft wirst oder was die leute von dir denken das was zählt für den augenblick ist deine gesundheit der rest kommt von allein du bist doch in einer klinik also lies dir so viel du nur kannst in richtung positives denken oder meditation oder deine mitte finden wenn du willst kann ich dir sogar ein paar bücher empfehlen denn ich meditiere seit 2 jahren und das hilft ungemein wenn man für 10 min sein kopf in eine bahn fliessen lässt

Kommentar von Emily4erdbeer ,

Lesen kannst du bei mir vergessen, ich hänge schon seit Monaten am selben Buch, aber meine Konzentration ist so am Boden. Aber danke für das Angebot. Das beeinflusst aber meine Gesundheit sehr wie ich auf der Arbeit gesehen und somit behandelt werde.

Kommentar von Halloio ,

Das ist weil es dich kümmert was die Menschen dir sagen ich weiss menschen sind soziale wesen aber niemand zwingt uns sozial zu sein das ist nur die norm die die gesellschaft festlegt. Das heisst dir kann scheisen egal sein was chantal und kevin denken geht denen ein mist an. was denkst du wie viel wissen die über dich? nicht einmal 1% du bist einzigartig genau wie ich und jeder andere. Ach und wenn du nicht esen kannst aufgrund einer konzentrationsschwäche dann kann ich es dir auch kurz erklären add mich als freund in den Kommentaren wäre das etwas seltsam

Kommentar von Emily4erdbeer ,

Lieb gemeint aber ich glaube das ist nicht so meins, da habe ich im Moment auch keinen Kopf für. Danke :)

Kommentar von Halloio ,

Kein Problem man ist ja hier da um hilfe anzubieten

Antwort
von zwergenaufstand, 83

Wende dich an deine Krankenkasse und oder deinen Hausarzt. Du gehörst erstmal krankgeschrieben so wie das klingt... Ich kenne Menschen die deutlich weniger haben und seit mehr als einem Jahr Krankengeld beziehen und bezahlten Reaaufenrhalt bekommen.

Kommentar von Emily4erdbeer ,

Wow krass, seit über einem Jahr? Ich habe nur während meines Klinikaufenthaltes Krankengeld bekommen. Und es ist ja echt nicht so, dass ich nicht arbeiten will. Ich würde total gerne, aber ich sehe das im Moment auch nicht als sinnvoll sondern eher kontraproduktiv an.

Antwort
von MariaG309, 5

Hallo! Leider habe ich erst heute von deinem Problem gelesen. Existiert es noch und verrätst du mir, wie jung oder alt du bist?

Dieses Problem kommt mir nur allzu bekannt vor. Melde dich einfach, wenn du es möchtest.

Liebe Grüße von Maria

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community