Frage von nickka1233, 82

Würdet ihr euren Vater wegen Unterhaltsverpflichtungen im Studium verklagen, wenn er dem nicht nachkommt?

Antwort
von julius1963, 42

Nein. Ein Vater ist ein Vater. Nicht alle zwischenmenschlichen Probleme kann/sollte man vor Gericht klären.

Kommentar von Duddeli ,

Ganz genau!

Kommentar von nickka1233 ,

Egal wie schlecht eure zwischenmenschliche Beziehung ist? Stichwort: Überhaupt kein Kontakt

Kommentar von julius1963 ,

Kontakt können immer zwei Seiten suchen. 50% liegen an Dir.

Kommentar von nickka1233 ,

Bist selber Vater oder? Meine Meinung sieht da ein bisschen anders aus. Ein Vater sollte für ein Kind immer da sein und besonders in jungen Jahren ist das enorm wichtig. Ich habe mein Vater erst mit 13 kennengelernt, da er vorher keinen Kontakt haben wollte. Unterhalt an meine Mutter hat er sehr unregelmäßig gezahlt und auch sonst kam er bis ich 16 war nur 2 oder 3 mal im Jahr vorbei. Ich denke das manche Sohn-Vater Beziehungen zum scheitern verurteilt ist. Hätte ich ein Kind in dem alter, so würde ich regelmäßigen Kontakt suchen. Ich gebe dir Recht. Jetzt mit 25 bin ich selbst dafür Verantwortlich den Kontakt zu suchen. Es ist aber trotzdem viel zu spät. Ich will es auch nicht mehr. Danke für deine ehrliche Meinung. Ich bin eigentlich auch der Meinung, dass man die Familie nicht verklagen sollte. 

Kommentar von julius1963 ,

Ja, ich habe IMMER für meine Kids gesorgt und tue dies auch heute noch. GERN! Aber: Du schreibst es selbst - jetzt bist Du für Dich verantwortlich. Sonst niemand. Du würdest mit Deiner Klage sicher Erfolg haben, aber Du würdest Dich nicht besser, größer, "siegreicher" fühlen. Ganz im Gegenteil. Du würdest Dir mit 25 Jahren erneut eine Abhängigkeit schaffen. Noch dazu ungeliebt.

Abhängigkeit aber würde auch bedeuten, dass sich ein Mensch, der zu etwas gezwungen wird, wehrt. Wie lange käme das Geld auf das Du dann "bauen" würdest? Ein, zwei Monate? Er könnte eine Eidesstattliche Versicherung abgeben und Du wärst wieder auf Dich gestellt.

Lass diesen Mist hinter Dir und lebe Dein Leben! 

Antwort
von ErsterSchnee, 30

Kommt auf die Gründe an. Aber sehr wahrscheinlich nicht.

Antwort
von sassenach4u, 9

Man muss seinen Vater nicht verklagen, das macht das BAföG- Amt für dich, wenn: 

...das BAföG-Amt Dich dann elternabhängig fördern will, reduziert sich das Problem auf die Frage, ob Deine Eltern verpflichtet sind, Dich weiterhin finanziell zu unterstützen.

Um dies herauszufinden, könnt Ihr das sog. Vorausleistungsverfahren in Anspruch nehmen. Mit diesem Verfahren kannst Du erreichen, dass das Amt Dir das BAföG zunächst unabhängig vom Einkommen Deiner Eltern auszahlt (deshalb Vorausleistung).

Gleichzeitig setzt Du die nötigen Hebel in Bewegung, dass es sich darum kümmert, herauszufinden, ob Deine Eltern zahlungsverpflichtet sind.

Im Zweifel würde das BAföG-Amt sogar einen Unterhaltsprozess gegen die Eltern führen, um dies von einem Gericht entscheiden zu lassen.

Dies passiert in Fällen, in denen davon ausgegangen werden kann, dass die Zahlungsverweigerung der Eltern zu Unrecht erfolgt.

Denn dann will sich das Amt den vorausgeleisteten Betrag, den eigentlich Deine Eltern hätten zahlen müssen, von ihnen wiederholen.

Alles Gute- was muss, das muss!

Antwort
von DFgen, 15

Wenn einer der beiden unterhaltspflichtigen Elternteile nicht auf den Nachweis des Kindes über seinen Unterhaltsanspruch und die schriftliche Aufforderung zur Auskunft über das unterhaltsrelevante Einkommen reagiert hat, so bleibt dem Kind zumeist nichts anderes übrig, als diese Auskünfte einzuklagen.

(Ansonsten würde ihm ggf. keine mögliche staatliche Unterstützung gewährt.)

Sollte das Kind bereits einen Titel gegen diesen Elternteil über dessen Anteil am elterlichen Unterhalt erwirkt haben, könnte dieser ohne weitere Klage "vollstreckt" (gepfändet) werden lassen. 

Antwort
von DerDudude, 19

Wenn er sich querstellt und verhindert, dass du dein Studium ordnungsgemäß absolvieren kannst, dann ja. Definitiv.

Auch wenn das ein großer Schritt sein mag und deine Beziehung zu deinem Vater nachhaltig sehr belasten wird, würde ich es nicht einsehen, dass mein Vater mir meine Zukunft kaputt machen will. Wenn er durch vernünftige Gespräche nicht einsieht, dass er dir damit Steine in den Weg legt, dann kann ihm ja auch nicht allzu viel an dir liegen. Vor allem, weil es ihm langfristig selbst schadet; "Sei nett zu deinen Kindern. Sie suchen dein Altersheim aus".

Demnach ja, ich würde ihn verklagen. 

Antwort
von DerCoon01, 39

Ich könnte niemand aus meiner engen Verwandtschaft verklagen, weil ich weiß, dass man es auch vernünftig mit Worten klären kann

Antwort
von Falkenpost, 29

Hi,

nur wenn dein Verhältnis eh schon im A... ist und du von ihm danach nichts mehr wissen willst. Ansonsten werd' erwachsen und jobbe nebenher. Dies ist ehrvoller!

Gruß
Falke

Kommentar von DerDudude ,

Kenne in meinem Umfeld einen Fall, wo die Tochter bereits jobben geht für 450€ bei 8,50€ pro Stunde. Davon muss sie die Wohnung und ihren ganzen Lebensunterhalt bezahlen. Anspruch auf Bafög hat sie dabei nicht, weil ihr Vater zu viel verdient. Aber der sieht es nicht ein, für sie Unterhalt zu zahlen. Das Verhältnis ist bis auf die finanzielle Seite relativ gut. So kann sie das allerdings keine 3 (oder 5 - mit Master) Jahre gehen.

Zum Thema ehrvoll: Findest du es ehrvoll, dass der Vater für die vernünftige Berufsbildung des Kindes nicht zahlen will?

Kommentar von Falkenpost ,

Zum Thema ehrvoll: Findest du es ehrvoll, dass der Vater für die vernünftige Berufsbildung des Kindes nicht zahlen will?

Man sollte morgens in den Spiegel schauen können, ohne sich zu schämen. Ob dies andere tun können oder nicht, steht nicht zur Debatte.

Kommentar von nickka1233 ,

Ich glaube das eine solche Entscheidung auch weitrechende Folgen hat. Eine Klage wird alles verändern und das für immer. Im Alter kann dann die Quittung kommen, wenn ich dann für das Altersheim oder sonstige Sachen zahlen soll, auch wenn ich überhaupt kein Kontakt habe. Blödes Rechtssystem im Bezug auf diese Sachen. 

Antwort
von Wirbelwind100, 31

Der Vater ist der Vater, den man nicht unbedingt verklagen sollte.

Aber der Sohn ist der Sohn / die Tochter die Tochter. Die haben auch ein Recht darauf, dass sie im Leben weiter kommen. Und die Berufsausbildung ist sehr wichtig, um einen guten Start im Leben zu haben. Es ist der Vater, der das Kind vor die Wahl stellt, keine gute Ausbildung machen zu können oder zu klagen.

Außer verklagen, gibt es noch die Möglichkeit, andere Leute zur Vermittlung einzuschalten. Gibt es jemanden, den du bitten könntest, dem Vater ins Gewissen zu reden? 

Prüfe auch noch, ob du einen Kredit zu Finanzierung des Studiums (KfW Bank, ..) aufnehmen kannst.

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