Frage von paranomaly, 235

Würdet ihr eurem Psychologen alles erzählen?

Ich bin derzeit bei einer Psychologin und zu mir hat man am Anfang gesagt, dass ich mir bis zu fünf Psychologen anschauen kann, denn das Verhältnis muss passen. Leider war meine derzeitige die Einzige die noch Platz hatte, die anderen waren alle voll oder nehmen keinen mehr, weswegen ich mich nicht wirklich entscheiden konnte. Wirklich keiner in der Nähe war noch frei.

Ich war jetzt schon 2-mal bei ihr und muss sagen dass es jetzt nicht so optimal ist. Und mir hat man gesagt, dass ich ihr alles erzählen muss (es handelt sich um etwas sehr persönliches) , damit sie mir helfen kann. Da das Verhältnis jetzt nicht so passt und ich entweder den Leuten eh nicht mehr vertraue oder es sehr, sehr lange dauert, da immer wenn ich jemand etwas erzählt habe, die Person es eh nicht für sich behalten konnte, trotz der sogenannten "Schweigepflicht" und ich es auch nicht anders kenne, dass man über mich eh gleich urteilt und über mich herzieht. Noch dazu habe ich keine Lust wieder heruntergemacht zu werden, nur weil die Person gegenüber es nicht versteht und nicht nachvollziehen kann.

Ich weis jetzt nicht mehr was ich genau machen soll.

Antwort
von Dahika, 65

Letzten Endes ja. Wenn du ihr Dinge verheimlichst, nützt die Therapie nichts.

Aber um ganz private Dinge zu erzählen, braucht es VERTRAUEN. Und Vertrauen braucht Zeit. Nach zwei oder zwanzig Stunden ist diese Vertrauen nicht erreicht.

Du musst also jetzt nicht über deine "Geheimnisse" reden. Das wäre wohl auch viel zu früh. Wenn mir jemand in der zweiten Stunde sehr intime Sachen erzählen würde, würde ich das vielleicht nicht einmal zulassen, sondern immer die Frage stellen: "Willst du das jetzt wirklich erzählen?"
Rede lieber darüber, dass dir noch das Vertrauen fehlt. Dass du Sachen vielleicht nie erzählen kannst, weil sie zu schambehaftet sind.
Irgendwann kannst du es. Ich glaube, in jeder längeren Therapie gibt es Momente, wo man denkt: "das werde ich nie erzählen können. Eher sterbe ich."  Und irgendwann aber traut man sich doch. Und wundert sich hinterher, dass es so einfach war.

Genau deswegen dauert eine Therapie ja oft so lange. Weil man erst mal Vertrauen fassen muss. Vertrauen ist auch nichts, das man einmal gefasst hat, sondern die Frage: "Kann ich vertrauen?" stellt sich immer und immer wieder. Immer auf´s neue.

Ich vergleiche eine Therapie gerne mit einer Bergwanderung. Man kommt immer wieder an Stellen, wo man sich sagt: "Das schaff ich nie!" und dann irgendwann traut man sich und merkt: "Ich habe es geschafft." Und schreitet mit neuem Mut voran, bis die nächste Stelle kommt, wo man stehen bleibt und sich nicht traut. Die ganze Therapie besteht aus solchen "Gletscherspalten."

Jetzt in deiner zweiten Stunde reicht es, wenn du über kleine Bächlein springst, über winzig kleine Bächlein. Niemand verlangt von dir schon das Hochgebirgsklettern.

Antwort
von Kitharea, 97

Ja - wenn es helfen soll muss man alles erzählen ABER das geht vielleicht nicht immer sofort - man muss erst einmal Vertrauen fassen. Du kannst aber davon ausgehen je mehr du persönliches erzählst desto besser und schneller kann man dir helfen.
Davon abgesehen ist ein Psychologe geschult darauf niemanden runterzumachen, sondern Alles im Zusammenhang zu sehen - nicht zu verurteilen und zu versuchen mit dem Wissen, welches er von dir bekommt - rauszufinden was dir helfen könnte.
Der schlimmste Satz den ich dort vor Jahren abgelassen habe war "ich hasse meine Kinder" - hier würde man mich dafür wohl kreuzigen - meine Therapeutin hat nachgehakt und verstanden warum das so ist und letztendlich kam die Lösung nicht einmal 2 Wochen danach. Das geht nicht immer so schnell und ist nicht immer alles so klar wie ich hier erzähle - aber das ist nur ein Beispiel für "Alles sagen" - auch Dinge derer man sich schämt oder derer man sich selbst für einen schlechten Menschen halten würde. Moral hat keine Bewandtnis. Alles was du gelernt hast was gut und böse ist - wird ausgehebelt. Es hat wenig mit dem zu tun was du bist jetzt weißt und was dir beigebracht wurde.
Vertrau der Sache. So schnell und gut du kannst. Sei Mutig und sprich es einfach aus - nach den ersten paar Mal wird es einfacher und du kannst mit den richtig krassen Dingen kommen. Aber nur dann hilft es auch etwas.

Antwort
von Ostsee1982, 42

Nach 2 Sitzungen kann man noch gar nicht viel sagen, das muss sich erst einspielen, man muss sich erstmal gegenseitig kennenlernen und Vertrauen aufbauen, dafür gibt es auch die 5 probatorischen Sitzungen. Wenn es danach für dich immer noch nicht passt dann ist es besser du wechselst alles andere ist vergeudete Zeit. Heißt aber nicht, die Therapie sofort hinwerfen sondern abwarten bis du einen neuen Therapeuten hast. Erzählen müssen tust du gar nichts und schon gar nicht nach 2 Sitzungen. Das ist dein Raum, deine Chance für dich eine Besserung zu erzielen und das auch in deinem Tempo. Die Psychotherapeutin begleitet dich lediglich in diesem Prozess aber es geht keinesfalls darum ihr irgendwas recht zu machen.

Schweigepflicht haben sie natürlich. Eltern Minderjähriger haben kein grundsätzliches Auskunftsrecht – hier muss jeweils die Einsichtsfähigkeit der Jugendlichen geprüft werden – kann der Jugendliche die Tragweite seiner Handlungen überblicken, hat er also die notwendige Reife, Entscheidungen selbständig zu treffen. Gegen den Willen der Jugendlichen kann demzufolge nur bei nicht vorliegender Reife/Entscheidungsfähigkeit Auskunft an die Eltern gegeben werden.

Wenn Schaden abgewendet werden kann (z.B. regelmäßiger Drogenkonsum), sollten wiederum Gespräche mit den Eltern erfolgen; in solchen Fällen würde ich eine Reife des Jugendlichen in Frage stellen. Es sei denn, der Jugendliche zeigt sich nachweislich einsichtsfähig.

Antwort
von schloh80, 47

Wenn du nach zwei probatorischen Sitzungen klar hast, dass es für dich nicht passt, dann macht es keinen Sinn, dass du weiter dorthin gehst.

Dass andere Psychotherapeuten im Moment oder kurzfristig keine freien Termine haben, ist KEIN Argument dafür, eine Psychotherapie bei einem Therapeuten zu beginnen, der für dich nicht passend ist -- mal ehrlich, was soll das???

Antwort
von Noeru, 55

Auch wenn die Psychologin jetzt eventuell nicht Deine erste Wahl gewesen wäre, scheinst Du keine Alternative zu haben. Deswegen würde ich sie auf jeden Fall für die Überbrückung nutzen, denn wer weiß schon, wann man dann tatsächlich auf einen Psychologen trifft, bei dem die Chemie stimmt. Falls möglich bleibe auf Deiner Suche konstant bei ihr, d.h. schaue Dich schon nach anderen um und probiere es aus, aber falls möglich, kehre zu den wöchentlichen Terminen (falls Du welche hast) zu Deiner jetzigen Psychologin zurück. So musst Du nicht ständig von vorne anfangen, was mit der Zeit wirklich nervig wird.

Bzgl. dem alles erzählen. Ich kann gut nachvollziehen, dass Du Dir damit nicht so sicher bist. Immerhin berichtet man da von seinem tiefstem Inneren. Umso schwerer wird es, wenn bereits darauf herumgetrampelt wurde. Aber Psychologen sind nicht so. Sie setzen sich da nicht hin, um sich über Dich lustig zu machen. Sie möchten Dir helfen, offen und ehrlich, und dafür müssen sie erfahren, wie Du 'tickst', wie Du denkst, wie Du Dich verhälst. Deswegen finde ich es schon wichtig, dass man ihnen anvertraut, was einem im Kopf vorgeht. Nur so können sie einschätzen, welche Behandlungsmethode Dir hilft, da das etwas sehr individuelles ist.

Es kann natürlich sein, dass ein Psychologe Dinge kritisch hinterfragt. Das habe ich bei einem, bei dem ich gewesen bin, auch festgestellt und oft hat mir das wirklich nicht gefallen. Aber sie versuchen ihr möglichstes und manchmal müssen sie unangenehme Fragen stellen, um Dich aus der Reserve zu locken. 

Die Schwierigkeit besteht darin, jemanden zu finden, bei dem es einem nicht so viel ausmacht. Wo man nicht vollkommen blockiert (das man blockiert ist normal, immerhin ist das im Grunde Deine Privatssphäre). Zu dem man dennoch gern hingeht, weil man spürt, dass man während den Sitzungen erzählen und mitten drin merken kann "oh warte... jetzt mach das auf einmal Sinn.". Wo man Seiten und Verhaltensweisen an sich bewusst wahrnimmt und beginnt zu verstehen, wieso man ist, wie man ist.

Meine Meinung dazu ist daher... wenn man sich einem Psychologen nicht so weit anvertrauen kann / will, dass er mit einem arbeiten kann, dann nützt eine Therapie rein gar nichts. Dass es einem schwer fällt sich zu öffnen kann ja normal sein, aber man muss es zumindest versuchen. Ansonsten funktioniert das leider nicht.

Alles Gute
Noeru

Antwort
von putzfee1, 40

Wenn du Hilfe erwartest, solltest du der Psychologin nichts verschweigen, denn sonst kann sie dir nicht richtig helfen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Psychologin dich deswegen herunter macht. Das wäre höchst unprofessionell.

Und die Psychologin erzählt nichts weiter, eben aufgrund der Schweigepflicht. Würde sie es trotzdem machen, würde sie sich strafbar machen. Das wird sie nicht riskieren.

Wenn du die Erfahrung gemacht hast, dass andere Personen solche Dinge weiter erzählt haben, wird das daran gelegen haben, dass diese nicht der Schweigepflicht unterliegen. Die gilt nur für Ärzte und Psychologen.

Kommentar von Barney123 ,

Hallo Putzfee,

Die gilt nur für Ärzte und Psychologen

Und Rechtsanwälte und Quellen von Journalisten

LG

Kommentar von putzfee1 ,

Richtig, aber im Zusammenhang mit den Problemen des Fragestellers spielen die wohl nur eine untergeordnete Rolle, deshalb habe ich sie nicht erwähnt.

Antwort
von Marco350, 27

Wenn du ihr nicht vertraust macht es keinen Sinn mehr.such dir ne neue. Das geht nicht von heute auf morgen und dauert. Vertrauen muss wachsen wie ein Baum, erst klein, wird er immer größer bis er stark ist. 

Antwort
von Shiftclick, 53

Diese deine Bedenken solltest du mit der Psychologin klären. Es ist normal, dass man sich nicht öffnen möchte und dass man Widerstände hat. Eine Psychologin, die dir ausschließlich sympathisch vorkommt, würde dir auch nicht besser helfen können, als eine, gegenüber derer du erst Mal reserviert bist.

Antwort
von DPower16, 51

Du kannst ihr ja von deinen Befürchtungen erzählen, sie wird sich sowieso professionell verhalten und dich nicht für irgendwas verurteilen.
Damit sie dir gezielt helfen kann, musst du ihr unbedingt alles erzählen. Das ganze macht keinen Sinn wenn du nicht ehrlich bist oder Sachen verheimlichst. Sie will dir nur helfen.

Antwort
von Katjes1982, 37

Hallo Paranomaly,

Nutze die 5 Probestunden aus. Ein Thera muss passen, schließlich wird man für einige Zeit gemeinsam an deinen Problemen arbeiten!
Bedenke dass ein Thera nunmal kein Hellseher ist und Dir erst wirklich helfen kann, wenn Du redest. Ein Thera hat stündlich neue Patienten und schaut in viele "Abgründe" hinein und ist letztlich auch nur ein Mensch dem ebenfalls viele "peinliche" Dinge geschehen.

Letztlich musst du schauen, ob Du Dir vorstellen kannst, diese persönlichen Dinge mit ihr zu besprechen. Wenn nicht, dann musst Du Dir einen neuen Probetermin bei einem anderen Thera machen.

Ich wünsche Dir alles Gute

Antwort
von Maria33322, 9

Sie wird dich nicht heruntermachen! Therapie gab mir zum ersten Mal das Gefühl dass jemand mich komplett verstehen konnte egal was ich tat.. Ich habe meiner Psychologin schon so ziemlich alles anvertraut was peinlich oder falsch sein könnte. Tatsache ist, sie steht auf meiner Seite egal um was es geht

Antwort
von jakkily, 57

Wie du schon schreibst, ist es für eine optimale Therapie schon besser alles zu erzählen, was einem auf der Seele brennt, aber keiner kann einen dazu zwingen. Psychologen haben ja auch ihre Schweigepflicht und halten sich in der Regel auch daran, denn bei einer Verletzung können sie sogar im Extremfall ihre Aprobation bzw. Berufsausübungsberechtigung verlieren.

lg, jakkily

Kommentar von paranomaly ,

Aber auch wenn sie sich nicht an die Schweigepflicht hält, wer will sie dann schon verpfeifen. Zwar kann ich dann sagen, wenn ich es mitbekommen würde, dass sie sich nicht daran gehalten hat. Sie kann aber dann sagen dass das nicht stimmt.

Kommentar von MarkusGenervt ,

Ohne Deinen Vertrauenssprung wird sich Dein Problem nicht lösen lassen!

Jeder Bruch der Schweigepflicht ist strafbar. Sogar im Zeugenstand.

Antwort
von Eselspur, 28

Ich verstehe, wenn du der Psychologin nicht alles erzählt willst. Besonders helfen kann sie dir dann aber nicht. 

Antwort
von MarkusGenervt, 39

Also GRUNDSÄTZLICH:

Wenn Du Deinem/r Psychologen/in nicht alle Deine Karten offen auf den Tisch legst, ist er/sie NICHT in der Lage, Dir helfen zu können.

Wenn Du so einem Profi nicht vertrauen kannst, kann Dir NIEMAND helfen!!!

Überwinde Dich oder lass es. Es spielt absolut keine Rolle, wie viele Leichen Du im Keller hast. Dafür sind diese Profis geschult, um auch bei den allerschlimmsten Dingen zu helfen.

Wenn ein Psychologe irgend jemandem von Deinen Problemen berichtet, ohne Dein explizites Einverständnis, kann er/sie so was von einpacken!

Aber sie hat eingangs schon recht damit, sich Alternativen zu suchen.

Es ist leider so, dass Psychologen total überlaufen sind. Wenn es nicht anders geht, suche im weiteren Umkreis.

Der Punkt ist, dass die Chemie zwischen Euch stimmen muss, da sonst auch das erforderliche Vertrauensverhältnis nicht aufgebaut werden kann. Ohne das geht es nämlich nicht.

Also, entspann Dich und vertraue diesem Profi!

Antwort
von gmod123, 55

"Würdet ihr eurem Psychologen alles erzählen? "

- Natürlich, ein richtiger Psychologe steht unter schweigepflicht also wenn er was peinliches weiterverbreitet kann das böse für ihn enden.

Antwort
von Maprinzessin, 43

Genau deshalb geht man zum Psychologen, zum Tee trinken und zu bereden wie das Wetter wird brauchst du nicht hingehen

Antwort
von Hannibal13bep, 58

Psychologen haben eine Schweigepflicht weshalb du ihnen alles erzählen kannst. Du brauchst dir auch keine Sorgen machen was er sich dabei denkt, da er ausgebildet ist richtig mit solchen Situationen umzugehen

Kommentar von paranomaly ,

Die Schweigepflicht wurde aber in der Vergangenheit auch schon einmal nicht eingehalten obwohl man es mir versprochen hatte.

Kommentar von Marco350 ,

Mit der Schweigepflicht ist das so ne sache. Menschen tratschen gerne. Es gibt nur sehr wenige denen du wirklich vertrauen kannst das sind gan normale Menschen. Geh den"experten"besser aus dem weg

Antwort
von monsterpflanze, 17

Ich war auch schon bei verschiedenen psychologen und die einzigen 2 dinge die ich dort gelernt habe sind:1. ich gehe nie wieser dreiwillig zu einem psychologen 2. WENN ich doch nochmal zu einem gehen sollte, erzähle ich im garantiert nicht alles. Klar, man möchte ihm alles erzählen, damit es auch was bringt und er einem helfen kann, aber psychologen sind keine übermenschen, sondern ganz normale menschen. Wenn ch zu einem gehe, kommen die immer mega arrogant rüber(hah ich bin psychologe, ich bin was besseres, du musst mir alles über dich erzählen). Bei allen psYchologen, bei denen ich je war, kam es mir nicht im ansatz so vor, als ob sie was von psychologier verstehen. Da bringt es mehr, mal mit dem metzger was zu reden. Meiner meinubg nach sind 99% der psychologen so überflüssig wie sky werbung auf sky, also erzähl ich denen auch nix mehr. Wenn du denen was im vertrauen erzählst, schreiben die das trotzdem alles auf und jeder, der das von den mitarbeitern dieser einrichtungen liest, kuckt einen nur noch schief an. Lass es lieber, es bringt nix

Kommentar von Barney123 ,

Hallo MOnsterpflanze,

Du redest von mehreren? Das kann ich mir nicht vorstellen. vielleicht haben die nur auf Arrogant gemacht, damit Du an ihnen wachsen kannst. Einfach mal nachdenken und überlegen, ob es für das Verhalten des Psychologen Gründe gibt. Du gehst da ja nicht zu deiner Busenfreundin. Ein guter Psychologe wird sich Dir gegenüber immer als jemand präsentieren, an dem Du wachsen kannst!

LG

Kommentar von monsterpflanze ,

Das wichtigste bei einem psychologen ist, dass man ihm vertraut, und wenn man betont, dass man ihm etwas spezielles im vertrauen sagt, ubd er es nicht aufschreiben soll, er es aber trotzdem aufschreibt und so offen rumliegen lässt, dass es jede sekretärin lesen kann, ist das kein vertrauen. Und DAS habe ich bei 3 psychologen so erlebt

Kommentar von Kitharea ,

Und zum Aufschreiben - ein Therapeut hat ca ... 50 Patienten oder mehr. Denkst du wirklich, der kann sich das Alles merken? Davon abgesehen braucht er die Aufzeichnungen um das Problem rauszufinden oder wie er weiter vorgeht - nicht nur dann wenn du da bist sondern evtl. auch noch später oder vor der nächsten Stunde. WIE er seine Arbeit macht musst du schon ihm überlassen.

Kommentar von Kitharea ,

Wenn ich das hier so lese Monsterpflanze erinnert mich das leicht an das wie es mir ging bevor ich bei einem Therapeuten war. Ich hab mich beobachtet gefühlt und dachte jeder denkt über mich nach. Ich denke dass Therapeuten und deren Mitarbeiter wichtigeres zu tun haben als sich über deine Geschichte - und es gibt garantiert schlimmere - groß Gedanken zu machen außer wie sie helfen können.

Das ist das Problem mit Menschen, denen jegliches Vertrauen fehlt. Sie leben in einer Welt aus Angst dass man ihnen Schaden zufügen könnte und nehmen sich gleichzeitig zu wichtig als ob sie Dreh- und Angelpunkt der Welt wären. Das ist nicht böse gemeint bei mir war es ähnlich. Und es hat lange gedauert bis ich verstanden habe, dass nicht die Anderen das Problem sind, sondern meine Einstellung zu Anderen.

Wie auch immer du dazu stehst - ohne ALLES zu sagen brauchst keinen Therapeuten aufsuchen weil es NULL bringen wird. Ganz einfach. Also entweder du gehst den Schritt und nimmst allen Mut zusammen und vertraust einfach darauf, dass sie wissen was sie tun - wie überheblich sie DIR auch erscheinen (man kann sich viel einbilden) - oder du lässt es.

Eine sehr gute Erfahrung für mich war - in die Stadt zu fahren wo ich immer alle Blicke auf mir gesehen hab und mich beobachtet gefühlt habe - und mich mitten in die Menge zu setzen. Nach einer Weile merkt man - dass es halt so ist dass die meisten böse schauen - und dass es halt so ist dass die einen ansehen im Vorbeigehen wenn man da sitzt - und dass es halt so ist dass sie sich nichts dabei denken weil es sich gar nicht interessiert - wie du aussiehst/dich gibst/was du tust/warum du da sitzt. Es ist anstrengend durch die Stadt zu gehen und jeden anzugucken UND sich auch noch Gedanken über denjenigen zu machen. Keiner von uns ist wichtig oder schön genug dass das passieren würde. Gib dir das einfach mal - es war ne große Erfahrung und Erleichterung dass ich nicht der Mittelpunkt der Gedanken der Anderen bin.

Aber wie auch immer ... wenn du Hilfe brauchst und den Profis nicht vertraust, kann dir ohnehin keiner helfen. Es mag einzelne Therapeuten geben, die nichts von ihrem Job verstehen - allerdings kriege ich eher das Gefühl ich verstehe nichts von deren Job ... muss ich ja auch nicht - ist deren Job und nicht meiner. Man muss sich da durchführen lassen. Es ist gar nicht so schwer wenn man einfach mit Zähneknirschen mal akzeptiert dass man selbst nichts weiß und denen vertrauen kann oder es zumindest versucht.

Kommentar von monsterpflanze ,

Ich bin der überzeugung, dass man einem therapeuten nicht alles erzählt, weil mir hat es bis jetzt NIE etwas gebracht. Ich weiß wie das gefühl ist, dass man denkt, von jedem beobachtet zu sein. Das hab ich mittlerweile selbst in de griff bekommen. Ich habe mich vllt blöde ausgedrückt. Es ging mir nicht darum, dass andere diese dinge die ich dem therapeuten sage, lesen und sich dann was über mich denken , sondern es ging ums prinzip. Wenn ich jemandem vertrauen soll, muss ich ihm vertrauen können. Und wenn ich sage, schreib das nicht auf, das ist mir zu persönlich, und am nächsten tag liegt es bei der sekretärin auf dem tisch, zweifle ich an der kompletenz für "das einfache zuhören" des therapeuten. Ich vertraue menschen, sogar wildfremden menschen. Viele bekannte sind manchmal erstaunt, wie ich irgendwelchen leuten einfach vertraue, nur ich vertraue niemandem mehr etwas über mich an. Nie wieder

Kommentar von monsterpflanze ,

Klar hat er mehrer patienten, aber DER THERAPEUT KENNT MICH, und das was ich in sagte, kann man sich auch merken, das verspreche ich dir, egal wie viele patienten er hat

Antwort
von voayager, 13

Erzähle möglichst alles was dich belastet und bedrückt, das ist ja der Sinn einer Psychotherapie.

Expertenantwort
von kami1a, Community-Experte für Medizin, 37

Hallo! Du solltest schon alles erzählen sonst macht die Psychologin keinen Sinn. Und nur sie kann wissen welche Deiner Informationen er gebrauchen kann. 

Ich wünsche Dir alles Gute.

Kommentar von paranomaly ,

Habe aber schon erlebt, dass man sich nicht an die Schweigepflicht gehalten hat.

Kommentar von kami1a ,

wenn dann ist das aber sehr selten.

Kommentar von paranomaly ,

Es kotzt mich nur an dass man es mir vorher versprochen hat, dass das nicht passiert. Und sich nicht daran gehalten hat.

Kommentar von Kitharea ,

Woher weißt du dass sie das gebrochen hat und wem sollte sie es denn erzählen?

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