Frage von Winter54321, 133

Würdet ihr eure Kinder auf eine Waldorfschule schicken bzw. würdet ihr auf eine Waldorfschulen gehen?

Ich frage mich manchmal, wie ich heute wohl wäre, wenn meine Eltern mich von klein auf auf eine Waldorfschule geschickt hätten. Wäre ich dümmer als jetzt oder vielleicht schlauer?

Ich habe gehört der Unterricht soll da nicht so schwer sein und beim Abitur zählen nur die Noten, die man bei der Prüfung schreibt und nicht alle Semester zugleich. Dann lernt man noch andere Sachen..

Welche Auswirkungen kann der Besuch auf dieser Schule auf die Zukunft haben. Irgendwelche Erfahrungsberichte?

Antwort
von Joergi666, 81

Als Sozialarbeiter hab ich mich schon viel mit dem Thema Waldorfschule beschäftigt und sehe mich schon länger als Gegener der Schulform. Den Ansatz finde ich ja eigentlich gut, also dass z.B. mehr auf freies Lernen und Kreativität geachtet wird- dennoch wird aus meiner persönlichen Sicht verkannt, dass die Arbeits- und Lebenswelt anders tickt, man sich also an die "harte" Realität anpassen können muss. Alle Waldorfschüler die ich bisher kennengelernt habe hatten zumindest im Arbeitsleben auch tatsächlich so ihre Schwierigkeiten. Zudem hab ich mir mal intensiver Anmeldeformulare mit ausführlichen Beschreibungen der pädagogischen Konmzepte durchgelesen, dass klang doch sehr nach Sekte.

Kommentar von BellaBoo ,

Ich wollte in einem WaldorfKindergarten während meines Studiums ein Praktikum machen...hätte ich auch machen können, wenn ich mir eine Perücke und lange Röcke zugelegt hätte. Eine Frau trägt nämlich lange Haare und lange Röcke... Ich bin dann in ein Jugendzentrum.

Ich sehe das genauso kritisch wie du. Die Lernansätze sind toll, aber so nicht mit dem normalen Leben kombinierbar.

Kommentar von Joergi666 ,

...so viel zum Thema Sekte...

Kommentar von BellaBoo ,

ja, das dachte ich damals auch. Ich wollte damals ganz vorurteilsfrei an die Sache gehen und mir das erstmal ansehen, bevor ich mir meine Meinung bilde. Naja...zu meiner Meinungsbildung hat das erheblich beigetragen.

Antwort
von SarcasticSard, 45

Würde ich nicht machen. Eine Waldorfschule bereitet Schüler einfach nicht ausreichend auf die Anforderungen der Arbeitswelt vor. Dazu kommen die vergleichsweise schlechten Leistungen von Waldorfschülern insbesondere in den Bereichen Mathematik und Naturwissenschaften, die dort zugunsten von künstlerisch-musischen Fächern vernachlässigt werden.

Außerdem wird an Waldorfschulen auch eine sehr spezielle Weltanschauung- Anthroposophie- vermittelt, von der ich wenig halte. 

Antwort
von Dampfschiff, 3

Ich war selbst in meiner Schulzeit (ist schon länger her ...) auf einer ganz normalen Integrierten Gesamtschule und danach auf einer gymnasialen Oberstufe. In meiner Jugend hatte ich keinerlei Kontakt zur Waldorfschule. Heute besuchen meine beiden Kinder (10 und 13 Jahre alt) eine Waldorfschule. Das pädagogische Konzept uns Eltern überzeugt.

Ich weiß, dass es viele Vorurteile über Waldorfschulen gibt. Damit kann ich leben, und damit werden auch meine Kinder leben können, wenn Sie gegen Ende der Schulzeit und später im Berufsleben ihre eigenen Stärken kennen und ausspielen können.

Waldorfschulen sind meist sehr kleine Schulen (unsere hat z. B. pro Jahrgang nur eine Klasse). Jede Schule ist daher sehr individuell von bestimmten Leuten dort geprägt. Von daher kann man meines Erachtens die Erfahrungen von einer Waldorfschule auch nur eingeschränkt auf andere Waldorfschulen übertragen. Das kann ich so sagen, da ich in der Selbstverwaltung dieser Schule aktiv bin und daher auch das Geschehen "hinter den Kulissen" kenne.

Zu Deiner Frage "Auswirkungen auf das Berufsleben":

An einer Waldorfschule wird großer Wert auf die individuelle Ausbildung der Persönlichkeit, auf selbstbewusstes Auftreten, auf soziale Kompetenzen, auf die Ausbildung der persönlichen Verantwortung sowie auf die eigenständige Denkweise gelegt. Jemand, der von dieser Schule kommt, wird es tendenziell leichter haben in Bereichen, wo Kreativität, eigene Verantwortung und gutes soziales Miteinander besonders wichtig sind. Dort, wo stures "Befehle ausführen" und "Funktionieren" verlangt wird und sonst nichts, wird sich ein ehemaliger Waldorfschüler schwertun. Für so etwas wurde er/sie nicht erzogen. In dieser Tatsache kann ich (nach meiner ganz persönlichen Weltanschauung) keinen Nachteil erkennen.

Antwort
von BellaBoo, 78

Nein würde ich niemals machen. Die Nachteile sind zu hoch :


Weil der „Waldorf-Abschluss“ nach der 12. Klasse in der Berufswelt de facto nichts zählt, müssen es eben doch staatliche sein. In den oberen Klassen, berichten viele Schüler, prägen Prüfungsstress und der entsprechende Leistungsdruck das Klima. Fast 47 Prozent der jährlich knapp 5000 Schulabgänger legen das Abitur ab. Eine hohe Quote, die freilich auch dem deutlich höheren Bildungsbewusstsein der Elternhäuser zu verdanken ist.

Die mittlere Reife erwerben knapp 34 Prozent – im Alter von 18 oder 19 Jahren. Der Rest verteilt sich auf Fachhochschulreife (sieben Prozent) und Hauptschulabschluss (zehn
Prozent).Ohne staatlichen Abschluss bleiben 2,6 Prozent.
http://www.focus.de/familie/schule/waldorfschule/wissensrueckstaende-und-zu-hohe...

Hinzu kommt, das es externe Schulabschlüsse sind und sie da auch noch mehr Fächer einbringen müssen.



Antwort
von Hexe121967, 72

zumindest könntest du dann jetzt deinen namen tanzen.

die ehemaligen walldorfschüler die ich kenne, haben alle irgendwo einen an der waffel. sobald sie im arbeitsleben etwas unter druck geraten, kommen die nicht mehr klar.

Antwort
von autmsen, 18

Doch. Ganz bestimmt hat Herr Götz Werner nicht alle Tassen im Schrank dass er manche Waldorf-Vorstellungen in den Ausbildungen welche sein Unternehmen anbietet integriert hat. 

Ganz sicher hat auch Aldi-Süd mindestens ein Rad ab da dort als Bonus-Möglichkeit während der Ausbildung auf freiwilliger Basis angeboten wird, abgeschaut aus dem Waldorf-Programm.

Die Nordeuropäischen Staaten sind ja eh nachweislich wirtschaftlich unfähig denn bei ihnen ist selbstverständlich eine abgespeckte Art der Waldorf-Philosophie schlicht Grundschulprogramm.

Absolut sicher ist ja auch ausgerechnet das deutsche Abitur von heute der beste Weg ins Berufsleben. 

Wir haben da jenen Dekan einer Uni der sich an die Öffentlichkeit wendet. Hintergrund: Ein Einser-Abiturient schafft es binnen vier Wochen durch das Fehlen jeglicher sozialer Kompetenz absolutes Campus-Verbot einzuheimsen. Seine Eltern lassen daraufhin alle politischen Strippen in Aktion treten. Diese versuchen den Dekan in die Knie zu zwingen damit das Campus-Verbot aufgehoben wird. Dank Öffentlichkeit gelingt diese asoziale Idee nicht. 

In Magazinen und Tageszeitungen wie Handelsblatt, damals Financial Times Deutschland -also wirtschaftlich eher unfähige Medien - wird veröffentlicht dass nach sehr vorsichtiger Expertenschätzung der Deutschen Wirtschaft dank asozialen Verhaltens der Führungskräfte ein wirtschaftlicher Schaden von mindestens 20 Milliarden Euro entsteht. 

Nicht einberechnet sind hier die Kosten welche Sozialkassen zu tragen haben. Die AOK Bund veröffentlicht also in ihrem Jahresbericht entsprechend und geht damals davon aus dass mindestens ein Drittel aller psychischen Erkrankungen auf asoziale wirtschaftliche Führungskräfte zurück zu führen ist. Andere Kassen folgen im Verlauf der Jahre. 

Es ist immer gut ein Kind mit dem Bade ausschütten zu wollen. Denn auf diese Weise wird verhindert den eigenen Horizont zu erweitern, womöglich dazu zu lernen. Ganz schlimm wird es sollte der Umstand eintreten dass aus eigenen Fehlern gelernt wird. 

Wir haben aktuell zehntausende unbesetzter Ausbildungsplätze. Denn weder Haupt- noch Realschüler und auch nicht Abiturienten können mit ausreichender sozialer Kompetenz aufwarten die es ermöglicht nach der Probezeit die Ausbildung fortführen zu können. 

Selbst Einser- Abiturienten haben in diesem unserem Staat ein so hohes Bildungsniveau dass für manche Fächer für Erstsemester die Teilnahme an einem Deutsch-Grundkurs bzw. für entsprechend andere Fächer Rechen-Grundkurse verpflichtend sind. 

Mir scheint, uns Deutschen fehlt gerne mal die Fähigkeit ein Mittelmaß zu finden. Das mag sich dann auch bezüglich Waldorf nieder schlagen. 

Tatsache ist aber dass in manchen führenden Wirtschaftsbereichen die Waldorfschule besser vorbereitet. Vor allen Dingen da wo Kreativität und die Fähigkeit zu komplexem Denken gefragt sind. 

Für mich persönlich ist die hier so oft in den Antworten verteidigte Bulemielern-Trainiererei lebensfern bis lebensfremd. Der Nachweis, dass auf diese Weise sehr wenig Wissen ins Langzeit-Gedächtnis gelangt wurde schon länger erbracht. 

Kein Mensch kann Alles wissen. Es reicht den Weg zu kennen an Wissen gelangen zu können. Dieser Weg wird in sogenannter normaler Schule nicht vermittelt. 

Antwort
von Nikita1839, 82

Man bezahlt 300€ pro Monat, bleibt in einer Klasse, kriegt erst ab der 10. Klasse Noten und kann solang nicht sitzenbleiben
Davon halte ich rein garnichts, da man durch noten lernt, das man auch mal was tun muss. Auch find ich es schwachsinnig das selbst die schlechtesten Schüler nicht sitzen bleiben können, da sie es später schwerer haben.

Antwort
von Jonas1812, 22

An der Waldorfschule ist der Unterricht meistens leichter.Du lernst gut auf der Waldorfschule wie du vor vielen Menschen redest oder wie du schöne kreative Texte schreibst.Das Abitur ist bei meiner Waldorfschule (Lörrach) strenger als auf anderen Schulen.Es wird dort viel mehr Kontrolliert.Und den Waldorfabschluss gibt es bei uns garnicht.

Expertenantwort
von heide2012, Community-Experte für Schule, 34

Ich würde mein Kind nicht auf eine Waldorschule schicken, weil ich mich mit den anthroposophischen Anschauungen Steiners überhaupt nicht anfreunden kann.

Ich weiß aber defintiv, dass aus den meisten ehemaligen Waldorfschülern "etwas Gescheites" geworden  ist und die Mehrheit ihre Kinder ebnfalls auf eine Waldorfschule schickt.

Da man dort sämtliche Schulabschlüsse erwerben kann und die Schulen ja auch staatlich anerkannte Privatschulen sind, dürften sie nicht schlecht sein.

Antwort
von SerenaEvans, 71

Ich finde Walddorfschulen haben einen schlechten Ruf. Eben dieses a la "Kann seinen Namen tanzen". Vermutlich sieht es in der Realität ganz anders aus, aber wozu unnütze Hindernisse?

Ich bin mit einer Gesamtschule gut gefahren und würde das auch für meine Kinder ins Auge fassen.

Antwort
von annisimoni, 83

Du könntest auf jeden Fall jetzt deinen Namen tanzen.

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