Frage von josephinexoxo, 90

Würdet ihr es moralisch akzeptabel finden ein Baby aufgrund seiner körperlichen oder geistigen Behinderung abtreiben zu lassen und ja wieso ?

Hallo ich mache ein MSA-Präsentation zum Thema Abtreibung von körperlich oder geistig behinderten Babys und hätte da mal eine Frage :-) Würde mich sehr über eure Meinungen zu dem Thema freuen.

:-)

Antwort
von isebise50, 56

Jeder Mensch sollte für sich selbst ethische und moralische Werte aufstellen und versuchen, entsprechend zu leben. Oft stellt man dann doch irgendwann fest, dass dies nicht immer so einfach ist.

Aber niemandem, der nicht selbst in einer bestimmten Situation steckt, steht eine Be- geschweige denn Verurteilung einer sich im Rahmen der Gesetze befindlichen Handlungsweise anderer zu.

Es ist leicht, theoretische "auf jeden Fall/auf keinen Fall..." und "ich würde immer/nie..." Grundsätze zu äußern, bis man eben selbst in eine Konfliktsituation gerät.

Meiner Meinung nach hat jede Frau (auch moralisch) das Recht, eine Schwangerschaft nicht auszutragen, ob nun wegen des falschen Zeitpunkts, des falschen Partners oder wegen anderer Umstände, derer sie sich nicht gewachsen fühlt.

Ich persönlich habe mich trotz "Altersindikation" (37 und 39 Jahre) bei meinen Schwangerschaften bewusst gegen jegliche Pränataldiagnostik entschieden, wohl in dem Wissen, auch ein behindertes Kind physisch, psychisch, finanziell, partnerschaftlich und lebensplanerisch "stemmen" zu können.

Wir wollten Kinder - egal "welche" und ich war einfach nur "guter Hoffnung".

Aber ich habe auch jedes Verständnis dafür, wenn sich eine Frau das eben nicht zutraut.

Ich wünsche niemandem, je eine so qualvolle Entscheidung treffen zu müssen, sich gegebenenfalls für oder gegen ein behindertes Wunschkind zu entscheiden.

Wenn es denn aber so ist, kann ich nur hoffen, dass die Frau Unterstützung, Respekt und Verständnis erfährt.

Alles Gute für dich und viel Erfolg bei deiner Präsentation!

Kommentar von carn112004 ,

Sorry, in dieser Allgemeinheit falsch:

"Aber niemandem, der nicht selbst in einer bestimmten Situation steckt, steht eine Be- geschweige denn Verurteilung einer sich im Rahmen der Gesetze befindlichen Handlungsweise anderer zu."

Z.b. A ist von B schwanger trotz sorgsamer Verhütung; A erzählt es B; B reagiert mit einem: "Also entweder bist du zu blöd zum Verhüten oder eine miese S....ampe, die mir mit einem Kind das Geld aus der Tasche ziehen will; auf so was wie dich habe ich echt kein Bock; falls du darauf hoffst, dass für dich und den B...ard was vom Geld auf meinem Konto abfällt, mach dir da keine Hoffnungen, ich gehe jetzt direkt in den nächsten Puff zu Frauen, mit denen man auch im Gegensatz zu dir Spass haben kann, egal ob du abtreibst oder nicht; viel Spass beim Nacht durchflennen, wie Sch...e dein Leben ist", woraufhin sich B in den nächsten Puff aufmacht, um dort sein Konto ordentlich zu leeren.

Soweit ich einschätzen kann, ist dieses Verhalten vollkommen im Rahmen der bestehenden Gesetze.

Aber dennoch, obwohl ich niemals in B's Situation war, erlaube ich mir das Verhalten dieses hypothetischen B massiv zu verurteilen.

Da ich vermute, dass niemand Einwände gegen eine solche Verurteilung hätte, dürfte deine Behauptung, man dürfe irgendwen anders, in dessen Situation man nicht steckt, für legale Handlungsweisen niemals verurteilen, unzutreffend.

Kommentar von Deamonia ,

Tja, und genau da kannst du auch höllisch falsch liegen. 

Was wenn B einfach total geschockt ist, und das ganze eine Kurzschlussreaktion ist? Was wenn B bereits ein Kind verloren hat, und deswegen so reagiert? 

Allerdings ist das Haarspalterei, da es hier um eine bestimmte Situation, nämlich das Abtreiben eines geschädigten Fötus geht. 

Aber hab ja schon gesehen, das du das gerne machst, dich an Kleinigkeiten und ungeschickten Formulierungen festzubeißen, und dich in abwegige Beispiele zu verlieren, weil du meinst, damit deine "Argumente" irgendwie bestätigen zu können. 

Kommentar von isebise50 ,

Dir josephinexoxo vielen Dank für dein Kompliment.

Kommentar von silberwind58 ,

Ich hab eine geistig behinderte Tochter seid 34 Jahren und Sie ist ein Glücksfall, niemals würde ich mein Kind alleine lassen aber natürlich,fühle ich mich oft alleine gelassen weil Menschen angst oder Probleme haben mit einem behinderten Kind!!! Passt vielleicht nicht zum Thema,wollte das aber mal los lasen!!!

Antwort
von armeskaenguru, 29

Hallo

Ja, ich finde es moralisch akzeptabel, einen Fötus aufgrund (schwerer) körperlichen oder geistigen Behinderung abtreiben zu lassen. Für die Eltern bedeutet ein solches Schicksal unter Umständen lebenslange Unterstützung des Kindes, Einschränkungen, finanzielle Schwierigkeiten, eheliche Belastung (wobei das oft auf zu einer Stärkung führt), es ist auch nicht leicht für gesunde Geschwister etc.

90% der Frauen entscheiden sich z. B. bei einem Down Syndrom für die Abtreibung. Ich denke, das spricht eine klare Sprache.

Freundlichen Gruss

tm

Antwort
von silberwind58, 54

Ja finde ich. Es gibt eben Frauen,die fühlen sich dieser Aufgabe,ein behindertes Kind gross zuziehen,nicht gewachsen. Da habe ich Verständnis für! Allerdings hab ich auch grossen Respekt vor Eltern,die Ihr Kind trotz behinderung haben wollen!

Antwort
von carn112004, 28

Nein, da unschuldige und wehrlose Menschen bevorzugt am Leben zu lassen sind.

Die wenigen Fälle, bei denen das eventuell nicht gilt, weil das ungeborene vor, während oder nach der Geburt langsam und qualvoll sterben würde, sind leider nicht identifizierbar, da es zu viele Mediziner gibt, die den Begriff "nicht lebensfähig" zwecks Unterminierung von Abtreibungsverboten bis auf Teufel komm raus uminterpretiert haben.

Antwort
von altgenug60, 27

Ich habe einen mittlerweile erwachsenen Sohn mit dem Down-Syndrom. Wir lieben ihn über alles, und er ist ein glücklicher, selbstbewusster junger Mann, der sein Leben nach seinen Vorstellungen lebt.

Aber wenn ich ganz ehrlich zu mir selbst bin, kann ich nicht ausschließen, dass ich mich damals in Panik und Unsicherheit gegen das Kind entschieden, hätte ich vorher davon gewusst. So geht es 95 % der Frauen. Es gibt nichts, wofür ich dem Schicksal mehr dankbar bin, als dass mich diese Unwissenheit vor der größten Fehlentscheidung meines Lebens bewahrt hat! Ich beneide die Frauen heutzutage nicht darum, gegebenenfalls so eine grauenvolle Entscheidung treffen zu müssen.

Antwort
von kmbi99, 43

Rein moralisch nicht, denn kein Mensch der Welt hat das Recht einem anderen das Leben zu nehmen vor allem wenn dieser Mensch sich nicht wehren kann.

Kommentar von Deamonia ,

Ich glaub du hast auf die falsche Frage geantwortet, hier gehts nicht um Mord oder so, nur um Abtreibung ;) 

Kommentar von kmbi99 ,

Dann stell dir am besten selbst mal die Frage, ob Abtreibung wirklich nicht Mord ist ?

Antwort
von DundF, 21

Nein, denn damit treffen wir eine Entscheidung, die uns nicht zusteht. Woher hätte ich das Recht so eine Entscheidung zu treffen?

Antwort
von kordely, 28

Ich bin Christin, damit finde es nicht akzeptabel.

Antwort
von Deamonia, 5

Ja, ich finde das ist auf jeden Fall moralisch akzeptabel. 

Dafür habe ich persönlich mehrere Begründungen: 

- bestehende, oder folgende Geschwisterkinder haben immer darunter zu leiden, das dass behinderte Kind stets mehr Aufmerksamkeit bekommt (bekommen muss) Geschwisterkinder von behinderten werden auch erwiesenermaßen schneller erwachsen, haben also weniger Kindheit als Kinder ohne behinderte Geschwister. (einfach mal "ich hasse meinen behindeten Bruder/behinderte Schwester" googlen)

- Teilweise müssen diese Kinder ihr leben lang gepflegt werden, wenn die Eltern noch jung sind, ist das kein Problem, aber wenn sie älter werden, wird es schwer für sie einen Erwachsenen Menschen zu baden, anzukleiden usw. 

Neulich erst habe ich einen Bericht gelesen, von Rentnern, die sagen, sie wünschten sie hätten ihren Sohn nicht bekommen. Sie selbst waren irgendwas um die 80 und der Sohn schon über 50. 

Der Sohn ist voll Pflegebedürftig, die Eltern lieben ihn, aber sie machen sich große Sorgen, was mit ihm passiert, wenn sie nicht mehr sind. Dann bleibt ihm nur noch das Heim, und das ist für die Eltern eine Horrorvorstellung. 

Zudem haben sie wegen ihres behinderten Kindes keine weiteren mehr bekommen, da er alle Aufmerksamkeit und alles finanzielle beanspruchte. 

Antwort
von Raubkatze45, 20

Die Frage stellt sich: Ist ein behindertes Kind/ein behinderter Mensch weniger wert als ein gesunder? Dürfen wir entscheiden, welches Leben lebenswerter ist? 

Aus meiner Sicht als Christ dürfen wir das nicht. Meine Antwort ist deshalb ein klares NEIN.

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