Frage von VanesLavin, 151

Würdet ihr die Feste anderer Religionen feiern?

Hallo

Ich bin eine Muslima. Ich besuche sehr gerne Weihnachtsmärkte außerdem schmücke ich meine Wohnung im Winter mit Lichterketten weil ich finde das wir ohnehin zu wenig Licht bekommen in der kalten Jahreszeit.

Wenn mir einer einen Weihnachtsbaum schenken würde, würde es auch sicher in meinem Wohnzimmer stehen, aber ich sehe keinen Grund einen zu kaufen.

So nun werde ich öfters gefragt ob ich Weihnachten feiere, wenn ich es verneine reagieren viele enttäuscht.

Ich frage mich würdet ihr als Nicht-Muslime mit euren Familien Ramadhan uä feiern wenn ihr zB in einem eher islamisch geprägten Land leben würdet?
LG VL

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Enzylexikon, Community-Experte für Religion, 51

Ich bin kein Christ, aber ich bin mit Weihnachten aufgewachsen und wir feiern das als reines Familienfest immer noch, einfach weil es üblich ist. 

Zum Zuckerfest (Şeker Bayramı) am Ende des Ramadan kamen immer unsere türkischen Nachbarn mit Kuchen vorbei und an Weihnachten gabs von uns eben kleine Geschenke im Gegenzug.

Wenn ich in einem islamisch geprägt Land leben würde, dann ohne Ramadan-Fasten, da das ich kein Muslim bin. Aber am abendlichen Essen würde ich natürlich gerne teilnehmen, wenn man mich einlädt.

Wenn ich dort während des Ramadan etwas esse, dann so, dass ich anderen Menschen das fasten nicht unnötig erschwere, indem ich vor aller Leute Augen demonstrativ in ein leckeres Brot beiße. Das macht man dann eben diskret.

Ich bin auch schön zu jüdischen und hinduistischen Feiern eingeladen worden und habe mich dort angepasst, obwohl ich keiner dieser Religionen angehöre.

Das sind für mich einfach gesellschaftliche Ereignisse, die bei Menschen dieses Glaubens üblich sind und wenn sie mich dazu einladen, ohne missionieren zu wollen, dann freut mich das.

Kommentar von Enzylexikon ,

Vielen Dank für den Stern. :-)

Antwort
von Dhalwim, 63

Nun warum nicht?

Aber Ich würde mich tendenziell eher nach den Normen des entsprechenden Landes richten, wenn Ich z. b. zu Gast in einem Land bin oder ein Zuwanderer dann schon.

Freiwillig? Wenn Ich in einem Land leben würde, wo KEINE Religion vorherrscht, dann nicht. Da feiere Ich mein eigenes Fest mit Familie und Freunden. Vorallem habe Ich keine Ahnung von Festen des Islam's, was Moslem's an feiertagen machen etc.

LG Dhalwim ;) :D

Antwort
von Andrastor, 69

Für mich ist es eine Vorraussetzung mich für die Kultur und das Land selber in das ich auswandere, zu interessieren. Das bedeutet für mich auch mich den Bräuchen dort anzupassen.

Ich würde wahrscheinlich nicht alles mitmachen, aber wenn es um solche Feste geht, die dort jeder feiert, würde ich natürlich mitfeiern und auch die entsprechenden Bräuche mitmachen.

Ich muss sagen dass muslimische Länder nicht unbedingt zu meinen bevorzugten Auswanderungszielen gehören, aber trotzdem würde ich mich anpassen und nicht als einziger in der Nachbarschaft einen aufblasbaren Weihnachtsmann im Garten stehen haben.

Antwort
von Pramidenzelle, 83

Ich bin selbst keine Christin, aber da es der Familie meines Freundes wichtig ist, feiere ich die größeren Feste trotzdem mit. Wenn die Familie zu einer anderen Religion gehören würde, könnte ich mir auch vorstellen, diese Feste mitzufeiern. Ramadhan ist da nochmal was anderes, weil man da ja fastet und ich das aus gesundheitlichen Gründen nicht kann.Ob ich die Disziplin hätte, das mitzumachen, wenn ich dürfte, obwohl keine religöse Überzeugung dahinter steckt, weiß ich selbst nicht so genau. PS: Wie kommst du im März darauf bzw bezieht sich deine Frage auch auf Ostern?

Kommentar von VanesLavin ,

Danke für die Antwort. Ja auf Ostern könnte man es auch beziehen. Warum jetzt ausgerechnet Weihnachten mir in den Sinn kam weiss ich auch nicht 😂

Aber es ist tatsächlich zu Ostern das selbe. Ich habe meinen Kind Styrooir Eier zum bemalen gekauft. Hinterher darf damit auch Garten und Haus geschmückt werden. Aber wir feiern kein Ostern. 

Lg

Kommentar von VanesLavin ,

Ah übrigens die Ramadha feier ist nicht fasten. Im Fest wird viel gegessen. Es ist so wie vor Ostern zunächst wird gefastet und am Ende kommt das grosse Fest mit allem was dazu gehört 😉

Antwort
von Chaoist, 57

Ich gehöre keiner offiziellen Religion an. Ich bin Chaoist.

Ich feiere kein Weihnachten. Ich würde es noch nicht einmal feiern ( wie es die meisten tun ) wenn ich Kinder hätte. Es ist ein christliches Fest; Ich bin kein Christ; Also = Kein Weihnachten von mir ausgerichtet.

Würde mich aber jemand zu einem Weihnachtsfest einladen, wäre ich gerne dabei. Ich bringe auch gerne notwendiges dafür mit, spende was fehlt und helfe bei allen nötigen Vorbereitungen. Egal ob das fest "nur traditionell" oder ernsthaft religiös ist.

Das wichtige sind die Menschen. Wenn mich die Menschen interessieren, dann will ich an ihrem Leben teilhaben, und ihnen gut tun.

Würde ich in einem islamisch geprägtem Land den Ramadhan halten?
Nicht als Tourist, aber als Gast. Wenn ich dort leben würde, dann hätte ich mich bewusst für dieses Land entschieden. Ich kenne leider kein islamisch geprägtes Land, in dem es problemlos möglich ist meinen Glauben zu leben. Genau das ( und noch andere Gründe ) hindert mich daran in ein solches Land zu ziehen.

Kommentar von VanesLavin ,

Ja der Islam war jetzt auch nur ein Beispiel. Es hätte auch jüdische Feste in Israel lauten können. Oder eben Weihnachten in Deutschland 😊 ich sehe das aber genau wie Du. Ich war auch schon auf einer Familien Weihnachtsfeier und hab auch bis auf die Gebete bei allem nötigen mitgemacht. Aber wie gesagt privat feiere ich es nicht.

Reagieren die Leute bei dir auch verwundert das Du keine Weihnachten feierst? Bei mir ist halt in vielen Köpfen gleich die Frage da ich Migrationshintergrund habe. Wie ist es bei den Deutschen die nicht feiern. Dh wenn Du deutsch bist 😊

Kommentar von Chaoist ,

Ich wurde schon öfters gefragt ob ich "Zeuge Jehowas" sei, weil die ja dafür bekannt sind, dass sie ihren Kindern verbieten mit anderen Geburtstag, Weihnachten, Ostern etc. zu feiern. Das nervt mich ziemlich, weil ich von den Überzeugungen der "Zeugen" nicht viel halte.

Ich würde meinem Kind nie einen Glauben aufzwingen. Wenn es zu anderen als Gast gehen will, dann soll es das als Gast tun.

Ich feiere auch nicht meinen eigenen Geburtstag. Es kommt mir seltsam vor mich selbst zu feiern. Wenn andere beschließen meinen Geburtstag zu feiern, freue ich mich darüber :D Und ich würde selbst verständlich den Geburtstag meines Kindes feiern.

Das Wissen die Menschen aber nicht. Wenn ich ihnen sage dass ich meinen Geburtstag nicht feiere, dann ernte ich regelmäßig Blicke und Kommentare die mir das Gefühl geben ein Alien zu sein. Und ich weiß jedes mal auf Neue nicht ob ich drüber lachen soll oder was sonst.

Weil du grade die Juden ansprichst;
Ich denke ich wäre sogar bei einer "Brit Mila" dabei. Ich bin absolut gegen diese Praxis. Hätte ich aber die Möglichkeit ihr beizuwohnen, würde ich sie wahrnehmen. Nur so kommt man zu authentischen Informationen. Ich würde zu keinen Zeitpunkt die Zeremonie stören. Es könnte aber sein, dass es das erste und letzte mal ist, dass ich einer solchen Zeremonie beiwohne.

Kommentar von VanesLavin ,

Ok das verstehe ich. Es gibt anscheinend bestimmte Sachen die von einem einfach erwartet werden ganz gleich welcher Herkunft oder Glaube man gehört. Zum Thema Geburtstag sind wir sehr ähnlich. Ich feiere theoretisch auch nie meinen Geburtstag dennoch bekomme ich immer spontan Besuch. Deswegen muss ich immer einrn Kuchen backen obwohl ich nie jemanden einlade 😁 aber ich sehe es wie Du. Meinem Kind möchte ich es nicht vorenthalten.sein Geburtstag wird immer gut gefeiert. 

Und auch ich würde auf jede rituelle Zeremonie gehen wenn ich die Chance dazu hätte. Wie Du es schon sagst suthentische Informationen zu bekommen ist dich super!

Danke nochmal, alles Liebe

Antwort
von arevo, 40

Weihnachtsbaum ist schön.Wirklich.Aber genaugenommen soll es zu Weihnachen Christbaum heißen.Das Licht soll an das Licht zur Geburt Jesus Christus erinnern.

Ich bin nicht ein Nicht-Muslim sondern ein Christ, das ist schon ein gewaltiger Unterschied, würde keinesfalls ein Fest feiern, dessen Sinn ich nicht verstehe und kein Bezug habe.Auch wenn z.B. , nur rein theoretisch, die Freundin eine Muslima oder Buddhistin wäre, würde ich das aus den vorgenannten Gründen nicht mitfeiern.

Wenn ich in einem islamisch geprägten Land leben würde, dann sowieso nur für eine begrenzte Zeit.Auf jeden Fall würde ich im engsten Kreis und privat, da christliche Kirche in islamischen Ländern kaum vorhanden sind, das entsprechende christliche Fest feiern.


Kommentar von AbuAziz ,

Ich bin nicht ein Nicht-Muslim sondern ein Christ, das ist schon ein gewaltiger Unterschied,

Für uns Muslime bist du als Christ ein Nicht-Muslim(Kafir), fälschlicherweise wird Kafir oft als Ungläubiger übersetzt. Das ist aber nicht richtig, weil du ja einen Glauben hast(Christ). Ob dir dieser Begriff gefällt oder nicht spielt keine Rolle. Allah benennt die Nichtmuslime mit diesem Begriff so im Koran. Und da gehören die Christen dazu, obwohl sie als "Leute des Buches" eine besondere Stellung im Islam haben.

Kommentar von Nunuhueper ,

Was Du unter Kafir verstehst, ist .unrichtig und irrelevant.. Denn
der arabisch-islamische Rechtsbegriff Kāfir (arabisch كافر kāfir, plural كفّار kuffār; weibliche Form كافرة kāfirah) bezeichnet „Ungläubige“ oder „Gottesleugner“. 

Christen leugnen nicht Gott.

Kommentar von VanesLavin ,

Nunuhueper da hast Du vollkommen Recht! Deswegen werden Christen und Judem im Koran eben auch nicht als Kafir bezeichnet sondern als ahl-ul-kitab! 

Kommentar von arevo ,

#AbuAziz

Ich weiß schon, dass Kafir wortwörtlich nicht Ungläubiger bedeutet, sondern jemand ist, der die die rechte Wahrheit nicht erkennt oder für den die Wahrheit verdeckt ist.

Mir gefällt trotzdem dieses Wort überhaupt nicht, weil es erstens nicht von Allah kommt. Das ist eine islamische Erfindung, um die Christen zu diskriminieren.Zweitens widerspricht dieser Begriff dem europäischen Toleranzgedanken und drittens tangiert dieser Ausdruck den Artikel über die Glaubens-und Bekenntnisfreiheit des Grundgesetzes.Den Ausdruck Kafir kann jeder Christ nur als persönliche Beledigung empfinden.Würde ein Moslem mich persönlich als solchen bezeichnen, würde ich Strafanzeige gegen ihn erstatten.

Wer hier in Deutschland oder in Europa Christen als Kafir bezeichnet, gehört nicht in dieses Land und sollte sich überlegen, ob er nicht besser ein islamische Land aufsucht.

Antwort
von Nunuhueper, 24

Zur Zeit des Ramadans war ich schon in in einem muslimischen Land. Doch warum sollte ich dort die Fastenzeit einhalten?

Die Kultur, in der man groß geworden ist, prägt den Menschen.

Der Wechsel in eine völlig andere Kultur würde mir nur Heimweh verursachen.

Antwort
von AbuAziz, 28

Assalamu alaikum,

es ist uns Muslimen nicht erlaubt die Feste anderer Religionen mit zu feiern. Im Islam gibt es nur 2 Feste, die die Muslime feiern. Das Id-ul-Fitr (Fest des Fastenbrechens) und das Id-ul-Adha (Opferfest).

Wir würden dann ja dem Grund des Festes zustimmen. Denke mal an das Osterfest. Möchtest du mit feiern, was die Christen dort feiern. Das ist gegen den Islam. Allah hat klar und deutlich gesagt, dass die Kreuzigung nicht stattgefunden hat. Die Aussagen von Allah über die Geburt Jesu sagen ganz deutlich aus, dass Jesu im Sommer geboren wurde und nicht im Winter. Ich kenne Christen, die Weihnachten nicht feiern. Weil zum Beispiel die Urchristen die Geburt Jesu nicht gefeiert haben. Das wurde erst später eingeführt. So gegen 336 n.Chr. wurde der 25. Dezember erst festgelegt.

Kommentar von VanesLavin ,

Va alaikum selam va rahmatullahi va barakatuh

Danke für deine Antwort. Mir ging es nicht darum ob ich andere Feste feiere, denn das mache ich eben nicht. Sondern ob andere auch unsere Feste feiern würde. Viele sehen es so das wir nicht genug intergriert sind weil wir die Feste nicht mitfeiern. Und dies ist nun meine Gegenfrage: würden sie denn unsere Feste mitfeiern?

Aber wenn es Dir darum geht das ich mein Haus schmücke. Das mache ich ohne religiöse Hintergründe. Wenn du wissen möchtest warum ich zu eingeladenen Feiern erscheine dann sage ich soviel das wir genau dazu aufgefordert werden. Nämlich zu lernen! Und wo kann man besser lernen als in der Praxis? Und meine Anwesenheit dort bedeutet nicht das ich meinen Glauben hintergehe. Und Allah weiss meine Absicht. 😊

Liebe Grüsse

Kommentar von AbuAziz ,

Assalamu alaikum,

Ich habe dich dann doch nicht ganz richtig verstanden. Mir würde es natürlich gefallen, wenn Nicht-Muslime zum Beispiel zum Opferfest kommen würden.

Ja, das mit dem lernen ist ok. Aber ich komme ursprünglich aus einem sehr evangelischen Elternhaus. Vater Kirchenältester usw.. Ich kenne mich im Christentum einigermaßen aus. Deshalb habe ich das mit dem Lernen nicht im Kopf. Passe trotzdem auf dich auf.

Wassalam

Kommentar von VanesLavin ,

Ich habs mir fast gedacht das Du konfertiert sein könntest. 😊

Danke. Ich fand es sehr interessant mit dem das die Urchristen eigentlich auch nicht Weihnachten gefeiert haben.

Vorallem finde ich es aber interessant das jemand aus evangelischem Haus sich für den Islam entscheidet.

JazakhAllahu khairan!

Ich wünsche Dir alles Gute!

Wassalam 

Kommentar von AbuAziz ,

Vielen Dank und alles Gute zurück!

Kommentar von arevo ,

#VanesLavin

" Viele sehen es so das wir nicht genug intergriert sind weil wir die Feste nicht mitfeiern "

Dieser Satz offenbart leider einen logischen Denkfehler.Ich und andere messen den Grad der Integration nicht daran, ob  Moslems unsere religiösen Feste mitfeiern.Das würde zu nichts führen und höchstens den Charakter des religiösen Festes verändern.

Moslems sind für mich erst dann integriert, wenn sie nicht nur die deutsche Sprache beherrschen, sich in deutscher und europäischer Geschichte auskennen, sondern sich für dieses Land ohne Hintergedanken einzusetzen, tatsächlich den Toleranzengedanken zu leben und nicht Angehörige anderer Religionsgemeinschaften als zweitrangig zu betrachten.D.h. den Gedanken aufgeben, dass der Islam die einzig " wahre Religion " sei.

Das bedeutet für mich Integration von Moslems in die deutsche und europäische Gesellschaft.Wer aber diesen Gedanken und  Schlußfolgerung ablehnt, hat sich m.E. nicht in die hiesige Gesellschaft integriert.

Kommentar von arevo ,

#AbuAziz

Lieber AbuAziz und zum Islam konvertierter evangelischer Christ.Ja, immer diese Konvertiten!.Ein Jeder hüte sich vor den Konvertiten.

Ich möchte dazu noch etwas anders schreiben. Du weißt Du ganz genau, dass Allah weder etwas sagen noch schreiben kann, ansonsten würde er menschliche Eigenschaften besitzen.Aber Allah besitzt keine menschlichen Eigenschaften.

Was über die Geburt Jeus`und der Auferstehung im Islam zu lesen ist, stammt bekanntlich von islamischen Gelehrten, also Menschen.


Antwort
von DerBuddha, 47

ich würde jedes fest feiern, wenn es mich interessieren würde und mir spass bringt.........:)

Kommentar von Ardrianaar ,

ist aber haram ;)

Kommentar von Nunuhueper ,

Das ist typisch für unser hedonistisches Zeitalter.

Kommentar von DerBuddha ,

feste feiern ist nicht verboten, freude an einem fest zu haben erst recht nicht und kein fest der welt sollte den anspruch haben, dass es nur für gläubige wäre, denn damit verstösst man schon mal gegen das "freundlichkeits-prinzip"...............*zwinker*

schließlich sind wir alle brüder und schwestern und es ist doch völlig wurscht ob man einen märchengott glaubt, an duplo als längste praline der welt oder an eine frau als papst..........feste soll man feiern wie sie fallen, man weiss ja nie, ob man nochmal die gelegenheit dazu hat..............*g*

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