Frage von Projekt649, 89

Würden Deutsche heutzutage wieder einen Monarchen haben wollen (einen Kaiser statt einen Präsidenten - parlamentarische Monarchie)?

Expertenantwort
von ArnoldBentheim, Community-Experte für Politik, 23

Wenn man mal genau hinschaut: Deutschland ist eine Art "parlamentarischer Monarchie", wobei der Monarch alle fünf Jahre gewählt wird und nicht "Monarch", sondern "Bundespräsident" als Titel führt.

Bekanntermaßen dürfen in den bestehenden Monarchien die Monarchen überhaupt nicht bzw. nur in Ausnahmefällen politisch in Erscheinung treten. Sie sind eine Art Reservemacht, während die Politik von Parlament und Regierung gemacht wird. Auch der Bundespräsident ist eine Reservemacht, der z. B. die Regierungs- und Gesetzgebungsarbeit kontrolliert und auch, wie die Monarchen, einen kleinen Anteil an der Gesetzgebung hat, weil erst durch seine Unterschrift und Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt das Gesetz in Kraft tritt. Als gewählter "Monarch" darf er sich über alle Staatsgeschäfte informieren, seine Meinung sagen und die Politik ermutigen oder kritisieren. Das darf auch ein Monarch, aber der Bundespräsident hat gegenüber den heutigen Monarchen ein besonderes Vorrecht: er darf seine Ansichten in öffentlichen Reden auch dem deutschen Volk mitteilen und kann damit Einfluss nehmen!

Kurz: eine parlamentarische Monarchie brächte dem deutschen Volk also nicht unerhebliche Nachteile, wozu auch gehört, dass ein schlechter Bundespräsident nur zeitlich begrenzt amtiert, ein schlechter Erbmonarch aber wahrscheinlich lebenslänglich!

Hier wurde geäußert:

daß sich viele Deutsche einen "starken Mann" an der Spitze des Staates wünschen, vergleichbar mit den Präsidialdemokratien wie z.B. die USA.


Bei genauem Hinsehen haben wir auch den sog. "'starken Mann' an der Spitze des Staates"  -  auch wenn dieser z. Zt. eine Frau ist!  :-)) In Deutschland ist der "starke Mann" in der Politik der Bundeskanzler, der die Richtlinien der Politik bestimmt. Er wirkt politisch viel effektiver als z. B. der Präsident der USA, der viele Dinge dekretieren kann, doch spätestens sein Nachfolger kann dann alle Dekrete wieder außer Kraft setzen. Ein Bundeskanzler, der seine politischen Vorstellungen in Form von Gesetzen, denen Bundestag und Bundesrat zugestimmt haben, durchsetzen kann, handelt als Politiker viel nachhaltiger als es ein mächtiger US-Präsident aus eigener Machtvollkommenheit je könnte. Denn auch der Nachfolger eines Bundeskanzlers ist zunächst an die vorhandenen Gesetze gebunden, und eine Änderung oder Aufhebung dieser Gesetze kann er nicht dekretieren, sondern braucht dafür wieder die Zustimmung von Bundestag und Bundesrat.

MfG

Arnold

Antwort
von lesterb42, 14

So ein bischen Glanz und Gloria wie in England würde sicher auch gut zu Deutschland passen (anstelle von 11 verschwitzten Jungs) an denen sich die Nation erfreut.

Hat Wilhelm II 1914 aber grandios versämmelt.

Antwort
von LordFantleroy, 41

Das wäre heutzutage wohl ein ziemlicher Anachronismus, der nur eine unbedeutende kleine Minderheit politischer Exoten begeistern könnte.

Antwort
von Accountowner08, 17

Die Österreicher haben das Problem mit "Wir sind Kaiser" ganz gut gelöst... Ein Kaiser, der keiner ist, aber mit dem man trotzdem Staat machen kann, dekandent, infantil, weibstoll... genauso wie man sich einen Kaiser vorstellt, aber ohne Macht, ohne Geld, ohne Familie, die man aushalten muss - die ideale Lösung!!!!!

Antwort
von adabei, 37

Was sollte uns das bringen? Diese Zeiten sind vorbei.

Antwort
von joheipo, 27

Das ist sehr zweifelhaft. Ich kann mir aber gut vorstellen, daß sich viele Deutsche einen "starken Mann" an der Spitze des Staates wünschen, vergleichbar mit den Präsidialdemokratien wie z.B. die USA.

Vergleichbar mit dem Wahlsystem der Weimarer Republik wünschen sich vermutlich auch viele Deutsche die Direktwahl dieses Präsidenten.


Daß der BuKa nicht direkt gewählt wird, dürfte ein Grund mit für die sogenannte Politikverdrossenheit sein.


Der deutsche BuPrä, der kaum mehr als ein Frühstücksdirektor ist, wird als überflüssig empfunden. Wie er gewählt wird, erscheint daher ohnehin nebensächlich.

Antwort
von voayager, 8

Ein Teil des Kleinbürgertums wünscht sich das - Arbeiter wollen so was jedenfalls nicht.

Antwort
von Skeeve1, 25

Wenn wir schon einen Winkeonkel brauchen, dann einen, der gewählt wurde, und nicht jemanden, dessen einzige Qualifikation darin besteht, daß ein Vorfahr von ihm mehr Leute getötet hat als andere.

Antwort
von Artus01, 19

Nein, einen Präsidenten sind wir nach spätestens 10 Jahren los. Das sieht bei den Engländern derzeit ganz anders aus.

Antwort
von gnhtd, 30

Jede Regierungsform hat seine Vor- und Nachteile, so bin ich von der Grundidee her weder für noch gegen eine Monarchie.

Antwort
von stertz, 42

Die Reichsbürger sicher, der Rest eher nicht.

Antwort
von MetalTizi, 43

Ich nicht

Antwort
von JoshRambo, 21

Ich auch nicht.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten