Frage von andre123, 67

Würde rein theoretisch ein auf Glätte rutschendes Fahrzeug bei im Rückwärtsgang durchdrehenden Rädern schneller zum Stehen kommen, als mit blockierten Räder?

Rein physikalisch gesehen, dass das Fahrzeug kaum in der Spur zu halten wäre etc ist mir schon klar

Expertenantwort
von machhehniker, Community-Experte für Auto, 9

Rein Theoretisch kann ich es nicht beantworten, zumal die Theorie scheinbar was anderes behauptet.

Praktisch kann ich sagen dass ich mal ein Eisregen erlebte woraufhin die Fläche auf der ich fahren wollte keinerlei Haftung mehr hatte. Ich konnte versuchen so gefühlvoll es auch ging anzufahren um die grösstmögliche Haftung kurz vor dem Durchdrehen bestehen zu halten. Das hätte ich weitermachen können bis Tauwetter eingesetzt hätte. Mit einem grösseren Gang mit dem ich auf der Stelle laut Tacho schon 60Km/H fuhr bewegte sich schliesslich das Fahrzeug über Grund.

Daher behaupte ich dass wenn die Räder schon blockieren würden eine höhere Bremswirkung eintreten würde wenn sie sich gegen die Fahrtrichtung drehen würden.

Expertenantwort
von jloethe, Community-Experte für Auto & KFZ, 22

der haupgrund wurde schon genannt   durchdrehende Räder haben keinerlei Bodenhaftung   keinen messbaren Reibwert  also schwimmen die tatsächlich auf einen sogenannten Wasserfilm auf .  Das nennt man auch Aquaplaning.

Dabei ist es relativ unerheblich ob die Räder stehen oder sich entgegen der Fahrtrichtung drehen..

Wenn es um eis geht dann ist die temperatur entscheidend denn auf kaltem Eis  so unter 20 Grad lässt sich durchaus ein Reibwert  bemerken  und in Finnland fährt man da mit 100 km/h  locker auf einer  gefrästen Eisschicht.. nur mit dem Bremsen wird es dadurch sehr ungünstig..

Bei minus Dreissig Grad  und kälter  lässt es sich sogar recht konfortabel fahren und  mit entsprechender Vorsicht die Geschwindigkeit auch verzögern..

In Nordländern  wird einem kaum einer ( von Touris abgesehen ) vor dem Fahrzeug herausziehen und diesen zum Bremsen nötigen den die wissen das der andere nicht anhalten kann . Aus dem Grunde bin ich dort  als Autofahrer deutlich entspannter unterwegs.. es ist richtig angenehm dort zu fahren ..

Wird es jedoch wärmer dann wird es auch sehr gefährlich denn das Eis verliert seine Haftfähigkeit der reifen  und es Knallt dort wie bei uns.

Deshalb weil man den anderen Verkehrsteilnehmer  kaum abschätzen kann  und das eis ab minus 15 Grad s deutlich an Griffigkeit verliert und sich der  genannte Wasserfilm bildet.  ich hoffe mal es verständlich erklärt zu haben..

Heises Wasser gefriert übrigends wirklich schneller denn das ist durch die Termische Ausdehnung  Molekular dünnflüssiger  und  somit anfälliger für Kälteeinwirkung   nur so zum Verständniss.   Joachim

Antwort
von Rizi93, 36

Das Fahrzeug würde sich nicht mehr in der Spur halten. Drehen die hinteren Räder durch, kommt das Fahrzeug zwangsläufig unkontrolliert ins Schleudern. Ein schwerer Unfall ist die Folge.

Was meinst du, wieso das ABS eingeführt wurde? Es verhindert das Blockieren der Räder, damit die Seitenführungskräfte nicht komplett verloren gehen.


Antwort
von Franticek, 33

Die blockierenden Reifen "rutschen" auf dem Eis.

Durchdrehende Reifen erzeugen eine gewisse Reibung und Wärme, dadurch einen gewissen Wasserfilm zwischen Reifen und Untergrund. Der Reifen rutscht dann nicht, er "schwimmt" schon komplett ohne Widerstand davon.

Also - beim Durchdrehen ist der Kontakt verloren, alles schwimmt weg. Beim Blockieren ist noch ein Kontakt und damit wenigstens eine Minimalreibung vorhanden.

Kommentar von DudelFlanders ,

er "schwimmt" schon komplett ohne Widerstand davon.

Seit wann kann man komplett ohne Widerstand schwimmen? So ein Blödsinn.

Kommentar von Franticek ,

Ist blöd ausgedrückt, ich weiß.

Antwort
von pwohpwoh, 20

Minimal - erkauft durch völliges unkontrollierbares Ausbrechen des Wagens.

Antwort
von iLAiiZZoR, 32

Klingt eigentlich logisch, ist glaube ich aber so, dass es dann schlechter zum stehen kommt, weil die drehenden Räder keinen Halt finden.

Antwort
von DudelFlanders, 40

Ja, das würde es natürlich... Ein bisschen Reibungswiderstand haben die Reifen ja trotzdem noch, nur eben nicht so viel, dass du die Spur halten kannst.

Im Rückwärtsgang durchdrehende Reifen bringen also etwas (ich bin kein Physiker, aber das kann man schon durch Nachdenken beantworten :))

Kommentar von andre123 ,

finde ich nicht unbedingt. Für einen Laien wäre es auch logisch, dass die größte Bremswirkung bei blockierten Reifen erreicht wird. tatsächlich  wird sie jedoch kurz vor dem Blockieren erreicht. Kochende Wasser gefriert schneller als kaltes etc.  Ich finde nicht das man als Laie immer durch nachdenken eine logische ,physikalische Erklärungenn findet.  

Kommentar von DudelFlanders ,

Das mit dem "wann wird die größte Bremswirkung erreicht" ist aber auch logisch, wenn man die Definition des Wortes "Bremskraft" kennt oder sich zumindest selbst herleiten kann (wie ich, schließlich bin ich kein Physiker)

Und dass kochendes Wasser schneller gefriert als kaltes Wasser ist (fast) absoluter Quatsch. Leider hört man das immer wieder von zu schlecht informierten Menschen.   

Es gibt einen Sonderfall, bei welchem kochendes Wasser schneller gefriert als kaltes, das stimmt. Zusätzlich müssen aber auch bestimmte Umgebungsvariablen eingehalten werden. Somit ist dieser Sonderfall für den Alltag absolut irrelevant. Teste es doch einfach selbst.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten