Frage von Turankoc, 158

Würde eine Diktatur, bei der man nur den Diktator (der uneingeschränkt viel Macht hat) wählen könnte, sinnvoller als eine Demokratie sein?

Würde diese Art von Diktatur funktionieren?
Die Diktatoren müssten dann ja trotzdem noch was für das Volk und können nicht einfach nur das machen, was sie wollen.
Natürlich würden die Gerichte dann auch immer wieder neu besetzt werden, die Gewaltenteilung gäbe es ja dann nicht mehr.
Das einzige Gesetz, das nicht verändert werden kann, ist, dass die Wahlen in einem
Bestimmen Zeitraum (z.b alle 5 Jahre) stattfinden müssen! Falls das nicht der Fall sein sollte, dann müsste es halt noch ein unabhängiges Gremium oder anderes geben, die nur für die Wahlen zuständig sind (dann wäre auch ein 2 Gesetz, dass nicht verändert werden kann, notwendig, und zwar, dass dieses Gremium, dass aus Bürgern aller Volksschichten zusammengesetzt ist, nicht verboten oder verändert werden darf).
Was meint ihr? Würde das etwas bringen? Eine Grundvoraussetzung wäre irgendwie ja auch, dass der Lobbyismus verboten wäre, aber weiteres ist ja diskutabel.
Erwarte gerne tolle Antworten :)

Antwort
von Traveller24, 24

Ich erinnere mich da mal an die Worte meines Professors für Verfassungsrecht:

Ein freies Land hat die folgenden Voraussetzungen in Abnehmender Wichtigkeit:

  1. Herrschaft des Rechts ( Und zwar gleiches für alle )
  2. Persönliche Freiheit
  3. Politische Freiheit
  4. Demokratie

Demokratie ( sprich Wahlen ) sind tatsächlich am wenigsten wichtig bei der ganzen Angelegenheit. Wesentlich wichtiger sind der Schutz vor Willkür der Regierung und der Schutz meiner Rechte. Ansonsten findet man sich möglicherweise irgendwann in der Warteschlange einer demokratisch legitimierten Gaskammer wieder weil man zu den 10% der Bevölkerung gehört, denen die restlichen 90% den Tod wünschen.

Die Unterträglichkeit des Lebens in einer Diktatur zeichnet sich ja meist nicht dadurch aus, dass man den da oben nicht abwählen kann, sondern dadurch dass der da oben mit mir umspringt wie er will und nichts dagegen machen kann. Sprich, es stört mich nicht dass der König König ist, es stört mich dass der König ungestraft meine Felder abfackelt und meine Kinder schändet wenn er Bock drauf hat.

Aber ich weiche von Deiner Frage ab.

Ich denke, dass Dein Modell nicht so gut wäre, Knackpunkt wäre die unbegrenzte Macht des gewählten Diktators. Die meisten Demokratischen Systeme sind nicht ohne Grund so aufgebaut, dass auch Regierungs-Chefs auf Konsens und Kompromisse angewiesen sind. Das sorgt für Fehlerausgleiche, für die Notwendigkeit, auch auf Randgruppen Rücksicht zu nehmen. Die Amerikaner nennen dieses System "

Checks and Balances

"

Das erzeugt m.E. eher ein politisches System, in dem die Mehrheit sich einigermassen wohlfüht und das auch von einer breiten Masse gestützt wird. Der allmächtige Diktator - auch wenn er einige gesetzliche bestimmte rote Linien nicht übertreten darf - kann nach seiner Laune durchregieren und es findet eine extremere Regierung statt. Das ist zwar kurz und knackig und effektiv, aber halt eben auch rücksichtsloser und in seinen Auswirkungen auch härter, möglicherweise falscher.

Vor ein paar Wochen wurde mal ein amerikanischer hoher Militär befragt zu dem Thema, was wäre wenn Donald Trump US-Präsident wäre und in seiner bekannt cholerischen, schnell beleidigten Art nicht nur seinen Twitter-Account sondern auch Atomwaffen hätte. Die genaue Frage war, wieviel Zeit bzw Einspruchs-/Eingriffsmöglichkeiten zwischen einem Feuerbefehl und dem tatsächlichen Abschuss von Atomwaffen liegt. Die etwas kryprische Antwort war (in etwa) "Das System ist nicht darauf angelegt, dass dann noch diskutiert oder der Befehl in Frage gestellt wird".

In Summe: Ich finde das gewählte Diktatoren-Modell nicht gut. Regierungen ohne Regulatoren tendieren zum extremen und erzeugen auch m.E. politisch polarisierte Gesellschaften. Ich glaube, dass in der erzwungenen Zusammenarbeit der deutschen Konsenspolitkk bessere Ergebnisse erzielt werden.

Antwort
von LeonNoel1, 44

Hmm, erinnert mich an Amerika nach der Revolution. Solche Vorstellungen hatten die (Federalists) da auch; quasi einen gewählten König. 

Ist aber gefährlich: Was ist, wenn das Volk den Herrscher abwählen will und der das nicht akzeptiert? Putscht dann das Militär? Wer verwatet die Gebiete auf niedrigster Ebene (gibt es Bürgermeister, Landräte)? Unser System, hier in Deutschland, ist ja darauf ausgelegt, die Bürger zu repräsentieren. Das geht ja auch durch ein Parlament, wäre halt eine Erweiterung deiner Königs-Vorstellung. 

Antwort
von Nube4618, 26

In einer Diktatur hat der Diktator die uneingeschränkte Macht, da gibt es keine Frage betreffend Wahlen. 

Betreffend der Frage, was sinnvoller wäre, Demokratie oder ein anderes System, hat mal jemand gesagt "Die Demokratie ist ein sehr unzulängliches System. Aber ich kenne kein besseres." Würde gern den Quellennachweis angeben, weiss ich aber echt nicht mehr. 

Kommentar von LaurentSonny ,

Das war Windsor Churchill ;-) "Die Demokratie ist die schlechteste Staatsform, die ich kenne. Nur sind alle anderen noch schlechter!" - WC

Kommentar von Nube4618 ,

Hey, danke!

Antwort
von Sarah18072000, 47

Bei den Wahlen gibt es immer die sogenannten Wahlversprechen. Eigentlich eine gute Sache, doch meistens werden sie und damit die Wünsche der Wähle nicht erfüllt. Ist es gut 5 Jahre mit einem Alleinherrscher auszuhalten, der seine Versprechen nicht einhält und so alleine ungewollte Entscheidungen trifft und seine Macht ausnutzt?!

Erdogan wurde übrigens damals auch demokratisch vom Volk gewählt und ist meiner Meinung nach zurzeit ein Diktator. Den Begriff Diktator sehe ich äußerst negativ. Wenn das so weiter geht, wird es in der Türkei bald keine Freiheit und wieder die Todesstrafe geben.

Demnach ist meine Antwort definitiv NEIN.

Kommentar von Turankoc ,

Es geht hier gerade nicht um die Türkei.
Vielleicht gibt es noch einige Mängel an dieser ... Nicht Idee aber du weißt schon was ich meine. An DEM System.
Jene, dass das volk mit einem Misstrauensvotum den Diktator absetzen kann, o.Ä.
Jedenfalls einfach, dass es einen Mann oder eine Frau an der Spitze gibt, jene aber all diese Macht hat, jedoch nicht das ändern kann, was die Verfassung vorsieht.

Kommentar von Sarah18072000 ,

Ich bleibe trotzdem bei meiner Meinung.

Lieber mehr Menschen mit unterschiedlichen Meinungen, die schließlich nach langer Zeit Kompromisse finden anstatt ein Mensch der dies alles schnell im Alleingang entscheidet.

Wie schon gesagt macht der zukünftige Diktator bei den Wahlen seine Wahlversprechen und seine jeweiligen Meinungen bekannt. Jedoch kann man aber nicht jede jeweilige Situation beantworten und ins Programm ziehen. Bei Ja-oder-Nein-Fragen kann sich so der Staat in der Meinung teilen. So kann es sein, dass die Hälfte des Staates gegen den Diktator ist und z.B. einen Putsch plant.

So ist am Ende keiner zufrieden...

In der Demokratie können Unschlaue zwar einer Person (wie hier Angela Merkel) die Schuld für alles geben, jedoch hängt die Demokratie Deutschlands von viel mehr Personen ab, sodass eine einzige Meinung nicht so viel Gewicht hat.

Außerdem würde dein Misstrauensvotum auch lange dauern bis es zu Stande kommt, da der Diktator das natürlich verhindern will. Und was wäre nach dem Votum..?

Nein, dieses System sagt mir wirklich nicht zu.

Antwort
von Jewi14, 44

Genau den Unsinn, den du gerade als Argument anführt, hat Hitler vergleichbar genannt, um an die Macht zu kommen. Das Ergebnis kennen wir.

Diktaturen geben niemals freiwillig die Macht hab, sie wollen sie mit allen Mittel behalten und unterdrücken auch alles. Egal was für tolle Gesetze es gibt um das zu verhindern. Die Weimarer Verfassung sah auch Wahlen vor, die mal eben nach 1933 abgeschafft wurden. Ein wenig in der eigenen Geschichte befassen lässt erkennen, wir absurd deine Überlegungen sind.

PS: Wenn der Kinderschutzbund mehr Kinderspielplätze möchte, so ist das aber auch Lobbyismus, den du verbieten willst.

Kommentar von Turankoc ,

PS: Wenn der Kinderschutzbund mehr Kinderspielplätze möchte, so ist das aber auch Lobbyismus, den du verbieten willst.

Falsch, das ist lediglich eine Forderung. Der Kinderschutzbund kann diesen Forderungen auch selber nachkommen, fordert jedoch die Hilfe vom Staat oder, dass der Staat alles übernimmt.
Lobbyismus ist was anderes. Nämlich, das (nur als Beispiel) ein Politiker bezahlt wird, jenes zu tun, damit ein Konzern weiterhin dies oder das tun kann.

Was ich aber auch angeführt habe, sind Gesetze, die nicht verändert werden können oder abgesetzt werden können. Dafür wäre das ebenso geschützte Gremium zuständig.  Deine Antwort beantwortet nicht meine Frage, sondern will mir nur mitteilen, wie bl*d doch diese Idee ist, ohne ernsthafte Argumente zu bringen.
Hitler kam damals anders an die Macht (Ermächtigungsgesetz), die Umstände waren auch komplett anders (Reichsbrand und angebliche Lücken in der Sicherheit)
Außerdem passt der Vergleich nicht

Kommentar von Jewi14 ,

Entscheidungen gegen Bargeld herbeiführen ist kein Lobbyismus, sondern Bestechung!

Das Ermächtigungsgesetz wurden damals von dem demokratischen Parteien (Ausnahme SPD) beschlossen, die Demokraten haben sich selbst abgeschafft. Ähnliches willst du auch

Antwort
von oelbart, 15

Und wieso genau sollte er sich an das Gesetz halten, das eine Wahl alle fünf Jahre vorschreibt? Papier ist geduldig...

Antwort
von kgunther, 12

Das Ziel ist eine Politik, die das Beste für das Volk erreichen will.

Das GG der BRD fordert in Art. 56 genau das für das Deutsche Volk: "... den Nutzen des Deutschen Volkes mehren, Schaden von ihm wenden..."

Wie jeder Staatsbürger täglich beobachten kann, geschieht aber NICHT das, was für das Deutsche Volk das Beste ist, und auch nicht das, was die Mehrheit getan haben möchte: Osterweiterung, Multikulti, Euro, Griechenland-Rettung, Bankenrettung, Massenimmigration von Fremden; Umfragen bestätigen, daß eine Mehrheit jeweils das Gegenteil der durchgeführten Politik wollte. Auch die Familienpolitik seit Jahrzehnten, die zu Wohlstandsverlust, struktureller Arbeitslosigkeit, Überalterung und zuletzt zum Aussterben führt, ist nicht der Wille des Volkes.

Wir erleben also seit der Einführung der Militärdiktatur ("Kontrollrat") der Alliierten 1945 eine massive Dauerkrise der Demokratie, die sich mit der Zeit immer mehr verschärft.

Die Herrschaft der Einflußgrppen, der EU und des Auslandes verhindert die grundgesetzlich garntierte Demokratie.

Ich bezweifle allerdings, daß eine Form einer Diktatur die Krise beheben könnte.

Ein deutscher Dissident hat eine Staatsform vorgeschlagen, in der alle Politiker und Beamte eine gründliche, viele Jahre dauernde Ausbildung in Geschichte, Rechtswissenschaft, Völkerrecht, Wirtschaftswissenschaft durchlaufen müßten. Dann wären die Regeln, nach der die Macht verteilt und ausgeübt wird, nicht mehr von so großer Bedeutung.

Antwort
von Hardy3, 32

Du wählst ihn und dann reibt er sich die Hände, macht was er will - vor allem sich die Taschen voll. Gibt es nicht genügend afrikanische Staaten, die dieses System vorleben?

Antwort
von DinoSauriA1984, 13

Einen "Diktator", der in regelmäßigen Abständen abgewählt werden kann, den nennt man Präsident!

Wenn Du von uneingeschränkt viel Macht sprichst, was hindert ihn, diese lästigen Wahlen abzuschaffen? Das Volk? Die Polizei? Das Militär? Wenn er vor denen Angst hat, ist es mit seiner "Macht" nicht weit her.

Und: Nein! Diese Diktatur hätte nicht einen Vorteil gegenüber einer Demokratie. Diktatoren bedienen immer sich selbst und ihre Freunde! Der Lobbyismus ist in einer Diktatur immer am Mächtigsten.

Antwort
von tsfreak61, 41

Naja besser wäre besser als die Demokratie in Deutschland :D

Kommentar von Turankoc ,

Naja, aber das ist jetzt keine Antwort auf meine Frage

Kommentar von tsfreak61 ,

Ich denk mal nicht dass es sinnvoll ist aber es ist auch nicht das sinnloseste ich sags mal so es wäre zwischen  sinnvoll und sinnlos

Antwort
von CounterMonkey, 47

Wenn der Diktator uneingeschränkte Macht hat ist das erste was er tut die Wahlen abzuschaffen und das Erbrecht wieder einzuführen ^^

Kommentar von Turankoc ,

Hast du die Frage gescheit gelesen?
Scheinbar nicht, denn dann wüsstest du, dass dies eines der beiden Gesetze sind, die man nicht ändern kann.

Kommentar von CounterMonkey ,

Wenn das illegal ist foltert und mordet er halt bis keiner mehr sagt, dass das illegal ist ^^

Kommentar von Franz1957 ,

Hast du die Frage gescheit gelesen?

Vielleicht liest Du Deine Frage selber nochmal gescheit. "Gesetze, die man nicht ändern kann" und "uneingeschränkt viel Macht" sind einander widersprechende Aussagen. Schon die Idee als solche ist sinnlos. Und was die Realität angeht: Kein Diktator respektiert irgendwelche Gesetze oder Spielregeln, die ihm sagen, was er alles "nicht darf". Eine "nächste Wahl" gäbe es nicht mehr.

Kommentar von Turankoc ,

Dann würde ihn aber auch niemand wählen, spätestens bei der nächsten Wahl würde er abgesetzt werden, und er kann wohl kaum sein ganzes volk foltern und ermorden

Kommentar von CounterMonkey ,

Natürlich, wenn auf die Minute genau niemand, nichtmal Militär, Polizei und seine eigenen Milizen ihm mehr gehorchen hat er keine Macht mehr. Das funktioniert vielleicht in einer Traumwelt. Den Generälen die er eingesetzt hat gehts doch unter seiner Herrschaft gut, warum sollten die ihn absetzen, selbst wenns rechtmäßig wäre?

Kommentar von Jewi14 ,

Du bist echt grenzenlos naiv. Der Diktator wird sagen, dass aufgrund der angespannten Sicherheitslage die Wahlen verschoben werden müssen und gegen die (vermeintlichen) Terroristen vorgegangen werden muss. Was war nach dem Reichstagsbrandt?

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