Frage von Funmichi, 74

Würde ein durchschnittswert aus antworten aller menschen auf philosophische fragen die absolute antwort geben?

Antwort
von EinNarr, 28

In meinen Augen - Nein. 

Schlussendlich hättest du dann das Konzept einer demokratischen Abstimmung und eventuell würde sich daraus ein gesellschaftlicher Konsens bilden - mehr aber auch nicht.

Würdest du beispiel nach dem "Sinn des Lebens" Fragen und hättest jetzt folgende fiktiven Werte nach einer Auswertung:

85% sagen "Der Sinn des Lebens ist die Fortpflanzung."

10% sagen "Der Sinn des Lebens ist Spaß haben."

5% sagen "Der Sinn des Lebens ist Veränderung zu schaffen."

Unter diesen Umständen hättest du ein Ungleichgewicht. Die Antwort "Der Sinn des Lebens ist die Fortpflanzung" wäre, aufgrund der großen Zustimmung, damit die allgemeine Auffassung und die gängige, nicht absolute, Antwort auf diese Frage. Unter diesen Umständen würde sie auch in dieser Form gelehrt werden und man würde sich auf diese Antwort stützen im Zuge von gesellschaftlichen und sozialen Fragen. 

Sie wäre damit unter Umständen auch "kulturell Verankert" und würde zum Weltbild der Gegenden der Welt gehören, in der die 85% überwiegend leben. 

Die "absolute Antwort" würde damit jedoch nicht geliefert werden. So bleibt das geflügelte Wort "Eine Lüge wird durch Wiederholung nicht zur Wahrheit." gültig und solange nicht stichhaltige und unumstößliche Beweise geliefert werden können, ist es keine Wahrheit. Die Frage bleibt also weiterhin offen zur Diskussion und ist nicht abgeschlossen.

Eine weitere Möglichkeit wäre natürlich auch einen Kompromiss zu bilden. Dieser könnte in diesem Falle lauten "Den Sinn des Lebens muss jeder für sich finden." aber auch diese Antwort wäre nicht absolut. Sie wäre ein opportunistischer Kompromiss, aus dem sich ein Konsens bilden ließe - darüber hinaus ist sie aber auch nicht mehr.

Eine absolute Antwort, käme einer wahren Aussage gleich, einer abschließenden Antwort die als Axiom gelten würde. Das wäre über diesen Ansatz nicht zu erreichen, falls man dies überhaupt erreichen kann im Kontext der "großen Fragen der Philosophie".

Liebe Grüße.

Kommentar von wissensies ,

Wieso muss es überhaupt einen „Sinn des Lebens" geben? Ich glaube nicht daran... Wir müssen uns es immer schwieriger machen, als es ist, dank unserer Neugier.

Kommentar von EinNarr ,

Es war nur ein angeführtes Beispiel, es ging nicht darum eine Diskussion um den Sinn des Lebens zu entfachen. Mir erschien es nur verständlicher, wenn ich ein Beispiel mit einflechte und anhand dessen meine Gedanken zu der oben stehenden Frage zu Papier bringe.

Es hätte schlussendlich auch jede andere Frage sein können. Auch die Frage "Muss es überhaupt einen „Sinn des Lebens" geben?" hätte ich nehmen können. 

Unabhängig davon fußt das philosophische Interesse an einer Antwort auf dem Fundament der Kausalität. Sinnlos wäre in diesem Zusammenhang nichts, alles verfolgt einen Zweck und mündet als actio in reactio mit der Annahme das diese Wandlung permanent verläuft - also reactio wieder zur actio wird. Fraglich ist an der Stelle ob wir von einer linearen oder zyklischen Bewegung sprechen. Es ist also durchaus interessant sich dieser Frage anzunehmen und vielleicht ein paar fruchtbare Gedanken aus dieser Überlegung zu tragen. Eine Antwort muss es schließlich geben, ob man sie jedoch wissen muss ist, meiner Meinung nach, eine individuelle Entscheidung.

Selbst wenn es nicht zu einer absoluten Antwort kommt ist es schlussendlich, aus meiner Perspektive, spannend und auch gewissermaßen spaßig.

Liebe Grüße.

Kommentar von wissensies ,

Mir ist schon klar, dass diese Frage nur ein Platzhalter war.
Allerdings glaube ich nicht, dass es eine Antwort geben muss. Ich schätze, es war Zufall, dass genau die Bedingungen gegeben sind/waren um hier zu leben. Nun liegt es in unserer Hand, was wir daraus machen und dies kann jeder für sich entscheiden, oder?

PS: Danke, dass du überhaupt geantwortet hast, ist hier nicht selbstverständlich!

Kommentar von EinNarr ,

Das Leben ist prinzipiell das ein Produkt, ein Ergebnis eines kausalen Zusammenspieles aus mehreren Faktoren.

Der, meines Erachtens nach, oft gemacht Fehler bei der Frage nach dem Sinn des Lebens ist der reflexartige individuelle Ich-Bezug und die Suche nach einer Allgemeingültigkeit. Dabei fragt die Frage "Was ist der Sinn des Lebens?" nicht explizit nach einem Leben, sondern dem Leben insgesamt - die Frage hat keinen individuell sondern einen universellen Bezug.

Unter diesen Umständen muss die Antwort keine Allgemeingültigkeit für das individuelle haben, es muss sich am Ende kein "Lebensstil" herauskristallisieren, nach dem wir nun alle Leben müssen um den Sinn zu erfüllen.

So kann jeder individuell Leben, jedes Leben als einzelner Faktor das am Ende - im Zuge des Kausalität - zu einem Ergebnis führt. Zum Ergebnis des Lebens insgesamt wenn man so möchte und das will die Frage ja auch "Was ist der Sinn des Lebens?" auch beantwortet wissen - der Sinn des Lebens im universellen Sinne. 

Das heißt, mal anschaulicher dargestellt, wenn ich als individuellen Sinn den Spaß sehe in meinem Leben und du die Fortpflanzung, dann haben wir zwei verschiedene individuelle Lebensstile - also zwei verschiedene "Sinngebungen". Fügt man alles jemals Lebende, jetzt Lebende und lebendig Werdende, zusammen ergibt sich aber ein Ergebnis - alles Lebende, als Kausalkette verstanden, läuft auf etwas hinaus. Das Leben (universell) als actio und die Frage sucht nach dem darauf folgenden reactio - plump ausgedrückt ist die Frage wohin das alles was passiert ist, passiert und passieren wird eigentlich führen soll.

Das Ergebnis des Lebens ist also die gesuchte Antwort auf die Frage.  

"Nun liegt es in unserer Hand, was wir daraus machen und dies kann jeder für sich entscheiden, oder?"

Das wäre eher der Ansatz für die Frage "Welchen Sinn hat mein Leben?" - dort steht nämlich der individuelle Faktor im Fokus, nicht der universelle und wenn es um die Frage geht würde ich kurz und knapp mit "Ja." antworten.

Ich hoffe der Text ist nicht zu konfus geraten und halbwegs nachvollziehbar, allerdings könnte man, wie auch schon oft geschehen, ganze Bücher damit füllen und das sprengt eindeutig den Rahmen eines Kommentars.

Liebe Grüße.

Kommentar von wissensies ,

konfus geraten... naja, du hast manchmal etwas um den heißen Brei geschrieben, aber ich denke, ich weiß, was du meinst.
Ich sollte noch ergänzen, dass ich in meinem oberen Kommentar mit „Antwort" eine, wie du es nanntest, „universelle Antwort" meinte.
Ansonsten wünsche ich noch einen schönen Abend!
MfG

Kommentar von EinNarr ,

Das passiert bei solchen Themen schnell mal aber schön, dass es trotzdem verstanden wurde.

Wünsche ich ebenfalls.

Liebe Grüße.

Kommentar von Funmichi ,

Ich rede aber nicht von einer abstimmung, sondern von einer verquickung der antworten zu einer "superantwort". Wenn ich hier auf gutefrage.net antworten lese, dann ziehe ich meist aus mehreren verschieden intensiv punkte raus und verquicke sie zu meinen neuen erkenntnissen. Hat bis jetzt super funktioniert. Daher kam auch diese frage auf. Denn wenn man nun das gleiche mit noch mehreren antworten machen würde, dann würde ja so viel wahrheit einfließen, dass es irgendwann die absolute wahrheit wäre.

Kommentar von EinNarr ,

In der Fragestellung sprachst du von einem Durchschnittswert, daher die Antwort.

"[...] dann würde ja so viel wahrheit einfließen, dass es irgendwann die absolute wahrheit wäre."

Du gehst zum einen davon aus, dass es sich mit der "absoluten Wahrheit" wie mit einem Puzzle verhält, dessen Teile bereits alle vorhanden sind. Es erscheint mir abwegig anzunehmen, dass alle Teile der Antwort, die du dann in einer "Verquickung" zu einer "absoluten Wahrheit" formen kannst, bereits vorhanden sind.

Weiterhin verliefe die Auswahl der "verschieden intensiv [herausgezogenen] punkte" immer subjektiv. Du davon aus, in der Lage zu sein oder hältst es für möglich das sich jemand in dieser Lage befinden könnte, die Wahrheit als solche auch ausmachen zu können - in dieser Position sehen sich wohl nur Megalomanen. Schaut man hier auf gutefrage.net in den Bereich der Antworten findet man viel, was sich gegenseitig vollkommen ausschließt, was auf Thesen, Glaube oder Empirie basiert. Die Entscheidung, welche Punkte man nun herauszieht ist rein subjektiv - es basiert nicht auf dem stichhaltigen Erkennen von möglichen Wahrheiten - und schließt eine "absolute Wahrheit" die auf Objektivität fußen muss damit per se aus. 

Für eine "absolute Wahrheit" bräuchte man als Grundlage, so meine Vorstellung, eine unumstößliche obejektive Faktenlage gegeben sein und dann bedarf es noch jemanden, der diese als solche erkennen kann und aus allen Antworten herauszieht. 

In meinen Augen unmöglich aber auch das ist nur subjektiv.

Liebe Grüße.

Antwort
von Stevie85, 40

Würde ein Durchschnittswert aus philosophischen Fragen aller Menschen, die absolute Frage ergeben?

Kommentar von Noidea333 ,

Jeder Mensch hat eine eigene Meinung. Nichts ist absolut^^ Wenn die Antwortmöglichkeiten vorgegeben wären, ist es wieder eine andere Geschichte ;)

Kommentar von Funmichi ,

Sollte man mal berechnen. Was ist der sinn des lebens? 42

Antwort
von Nube4618, 23

Nein, der Durchschittswert spiegelt die Mehrheitsmeinung, nicht mehr und nicht weniger. Also keine absolute Antwort, wobei zudem zu definieren wäre, was genau du unter eine "absoluten Antwort" verstehst. 

Antwort
von derMannohnePlan, 16

Nein absolut nicht! Die absolute Antwort worauf?

Die meißten von uns sind für jeden Krieg verantwortlich, denn unser Leben ist voller Aggressivität.

Wir haben unseren Na- tionalismus, wir sind voller Selbstsucht, haben unsere Götter, unsere Vorurteile, unsere Ideale, und das alles trennt uns voneinander.  

Und nur, wenn wir klar erkennen, nicht intellektuell, sondern so wirklich, wie wir unseren Hunger oder unsere Schmerzen empfinden, dass Du und ich für das bestehende Chaos verantwortlich sind.

Für das Elend in der ganzen Welt. Denn wir haben durch unser tägliches Leben dazu beigetragen und sind Teil dieser monströsen Gesellschaft mit ihren Kriegen, Einteilungen, ihrer Hässlichkeit, Brutalität und Gier.

Und nur dann, wenn die meißten dies erkennen, werden wir "vielleicht" irgendwann in der Lage sein, uns überhaupt kollektiv mit Philosophie zu beschäftigen.

Antwort
von Noidea333, 32

Nein, weil der Großteil der befragten Menschen gar nicht wüsste, was eigentlich gefragt ist und sie entweder raten oder deshalb gar keine Antwort geben möchten.

Antwort
von MinusLmilchkuh, 12

Philosophische Fragen zielen in der Regel nicht auf absolute Antworten ab, sondern auf endlose Diskussionen, in denen man in die Tiefe geht.

Oberflächlich mögen vielleicht eine Bandbreite an Probanden ähnliche Ansichten vertreten, doch sucht der Fragesteller nach den Motiven, sind diese so unterschiedlich wie die Menschen selbst.

Antwort
von Paguangare, 3

Da die Antworten verschiedener Menschen auf philosophische Fragen unterschiedlich und teils sogar höchst widersprüchlich sind, wäre ein mathematischer Durchschnitt wahrscheinlich meist sehr sinnlos.

Gibt es Gott? 77 % Ja, 23 % Nein. Daraus kann nicht folgen, dass es einen 77%igen Gott gibt, dem also ein Bein und ein halber Arm fehlen.

Antwort
von MRnullkReAktIv, 14

1. Wie kann man denn bitte den Durchschnitt aus Aussagen bilden? Das geht nur mit Zahlen.

2. Selbst wenn das geht heißt es ja nicht, dass die Masse richtig liegt

3. Es lässt sich überhaupt darüber streiten, ob es eine einzige richtige, absolute Antwort auf philosophische fragen gibt.

Antwort
von Illuminaticus, 5

Nein! Die absolute Antwort auf die Frage, wer du bist, muss aus dir selbst kommen bzw. nur du kannst sie erfahren. Niemand kann dir dabei helfen oder es vorweg nehmen, denn im Grunde erkennst du wer du bist, und da hat jeder seinen eigenen Weg zu gehen.

Alle anderen Fragen sind zweitrangig. Wenn du weiss, wer du bist, dann hast du keine Fragen mehr, dann bist du durch hier unten.

Die Philiopshen haben genauso wenig Ahnung wo der Hammer haengt wie jeder andere Mensch. Ihr logischer Ansatz ist von vorne herein zum Scheitern verurteilt, denn das Erkennen der Wahrheit hat nichts mit Wissen zu tun, sondern mit Erkenntnis und das kommt aus dem Sein.

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